Migcellen.
Erdbeeren im Winter und Fruͤhjahre zu erziehen. (Fortsetzung und Schluß.)
Die Scharlach-Erdbeeren treiben in Pfir— scheu- oder Traubenhäusern sehr gut, setzen aber auch bei größerer Hitze Früchte an, wenn man ihnen zur Zeit der Blüthe Luft zukommen laͤßt. Sobald die Frucht angesetzt hat, und zu schwel⸗ len beginnt, ist es rathsam, einige Blätter weg— zunehmen, so daß jede Pflanze deren nur drei behält. merkt
Die Frucht wird davon, wie ich be⸗ habe, und gewürzhafter. Aus⸗ läufer darf man nicht aufkommen lassen. Um fortdauernd eine Menge von Früchten zu haben, ist es rathsam, eine Anzahl Pflanzen in Treib⸗ beetkasten zu setzen. Wenn man ein solches Beet mit Laub angelegt hat, so setzt man die Töpfe auf der Oberfläche desselben dicht an einander, einen Fuß weit von den Fenstern, und fuͤllt die Zwischenraͤume der Töpfe mit alter Lohe oder Gartenerde.
größer
Wird Mist zu den Beeten genom— men, so werden die Pflanzen leiden, wenn die Töpfe unmittelbar darauf gesetzt werden; man muß alsdann eine Lage alter Lohe oder Garten— erde, 3— 4 Zoll dick, zwischen den Mist und den Boden der Töpfe bringen. Luft muß auf der Hinterseite der Kasten täglich gegeben werden, bis die Pflanzen in Blüthe stehen, dann muß man noch mehr Luft zulassen, indem man an schönen Tagen die Fenster ganz wegnimmt. Auf diese Weise werden Früchte in reichlicher Menge ansetzen, die dann, um sie zur Reife zu bringen, in ein Ananas-Haus oder ein anderes Treib- haus gestellt werden.
Die Ananas-Erdbeere folgt in Hinsicht der Zeit, worin sich diese Früchte treiben lassen, auf die Scharlach-Erdbeere. Man setzt sie so wie diese in Töpfe, doch immer nur zwei Pflanzen
Die darauf folgende Behandlung ist dieselbe, wie bei der Scharlach-Erdbeere. Zum Treiben fetzt man die Ananas-Erdbeeren im Fe⸗ bruar oder März am Besten in ein Pfirschenhaus oder ein anderes mäßig erwärmtes Haus, bis die Früchte angesetzt haben, worauf sie in das Ananas-Haus gebracht werden, um daselbst zu
in jeden.
reifen. Die Blätter dürfen dieser Art nicht ab⸗ genommen werden, aber Wasser läßt man ihnen auf dieselbe Weise zukommen, wie den Schar⸗ lach-Erdbeeren. Wenn die Ananas⸗-Erdbeeren. reif sind, so schrumpfen sie gerne bei starker Hitze und Sonnenschein zusammen und verlieren an Geschmack; man setze deshalb die Töpfe, wenn die Früchte reif sind, lieber an einen kühlen schattigen Ort. f
Um die Gewürzhaftigkeit den getriebenen Erdbeeren zu erhalten, ist es gut, ihnen, wenn sie beinahe zeitig sind, so wenig wie möglich Wasser zu geben.
Nach der Ernte graͤbt man die Töpfe in eine schattige Rabatte ein, versorgt sie mit Wasser und schneidet ihgen zugleich alle Blätter ab. Bei dieser Behandlung werden sie im folgenden Jahre, wenn sie getrieben werden, eine eben so reichliche Ernte bringen, Pflanzen. Will man sie aber nicht ferner treiben, so kann man sie aus den Töpfen ins freie Land setzen, wo man dann noch im Herbste desselben Jahres eine Ernte von ihnen zu erwarten hat. Diese zweite Ernte fällt, wenn im Juli und August warme Tage eintreten, oft sehr gut aus.
Aneldote.
In B. kam einst ein Fremder am Thore an, und wurde, wie gewöhnlich, angehalten, um nach seinem Namen zu fragen. Auf die Frage:
wer er sey, antwortete er: Kanonikus von Magde⸗
burg, bezeichneie den Gasthof, wo er absteigen wollte, und fuhr seines Wegs weiter. Den an⸗ dern Tag stand im Rapport: Ein Kanonenschuß kommt mit Extrapost von Magdeburg.
Dr d Ve 5 f ö 4 5 2 1 2 Druck und Verlag der G. D. Brühl'schen Buch- und Steindruckerei in Gießen.
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