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e e fernung der Feuchtigkeit bei. So oft die Kar toffeln erstarren, setzt sich zwischen der innern Mehlmasse und der äußern Haut eine Eiskruste an, deren Wasser beim Aufthauen durch die im Gefrieren entstandenen Nisse in der Schaale her⸗ ausläuft. Die Kartoffeln sind nun ganz trocken und enthalten ein feines Mehl, welches von der Schaale leicht getrennt werden kann. Ein Oeko— nom setzte ganz breiige Kartoffeln dem Froste aus und erhielt auf obige Art das beste Mehl, welches er zwei Jahre lang in einem feuchten Keller ohne allen Nachtheil aufbewahrte. In dem Vaterlande der Kartoffeln, in den höhern und kältern Gegenden von Peru, lassen die Bewoh— ner die Kartoffeln absichtlich gefrieren, mit den Füßen zertreten, um die Schaale zu entfernen, und dann in Säcken oder Netzen in Flußwasser liegen. Nach 2 bis 3 Tagen werden sie wieder herausgenommen, bei heiterer Luft und Sonnen- schein getrocknet und dann Mehl daraus gemacht, welches die Peruaner zu allen ihren Speisen gebrauchen.

Eigenheiten des Saamens einiger Obst- Arten.

Der Stein der gewöhnlichen Hauspflaume ist hart und zu fest verschlossen, als daß ihn der Keim ohne Unterstuͤtzung von Aussen durch⸗ brechen könnte, weswegen er ohne die letztere in dem Stein verderben muß. Darum gehet auch ein großer Theil der Steine der Haus⸗ Pflaume nicht auf, wenn man sie auf gewöhn— liche Art ausstreuet; läßt man sie aber während des Winters unbedeckt von Erde den Einwir— kungen der Witterung und der Atmosphäre blos— gestellt liegen, und bedeckt sie erst bei dem Ein— tritte des Frühlings in die Erde, dann gehen die meisten von ihnen auf. Es ist daher sehr

eine Kammer und Schoppen zu bringen, die auf

den Saamenbeete über die, während des Win— ters unbedeckt gelegenen Kerne so zeitig, als nur der Schnee weggegangen, 2 bis 3 Zoll hoch auf— gestreut wird. Bei solchem Verfahren werden zu unserer Freude von 100 ausgestreuten tauglichen Steinen der Haus-Pflaume kaum 10 Stück zu⸗ rückbleiben. Kirsch⸗ und Aprikosenkerne auf gleiche Art, wie die Haus-Pftaume zu behan⸗ deln, ist gleichfalls anzurathen.

Um alle diese Kerne eines Theils gegen die Mäuse zu sichern, andern Theils aber auch ihr Auskeimen zu befördern, ist es sehr gut, sie in eine Lauge von Menschen- oder Pferde-Urin, worin man Knoblauch geschnitten und mensch— liche Exkremente gemischt hat, 36 bis 48 Stun- den vor der Aussaat einzuweichen.

Der Stein der Pfirsche hat überdieß das Eigenthümliche, im lockern Lande nicht gut aufzugehen. Deswegen wird die Erde des Saa— menbeetes, wohin Pfirschensteine gelegt werden sollen, fest getreten und nachdem man sie mit Erde zur gehörigen Höhe bedeckt hat, wird die— ses Festtretten der Erde nochmals wiederholt.

Christ und andere behaupten, der Saame der Quitte gehe nicht auf, wenn er nicht von dem Schleime gereiniget wäre, worin er einge⸗ wickelt ist. Man solle ihn daher 24 Stunden im Wasser weichen, mit einem wollenen Lappen abreiben, und wenn er etwas abgetrocknet, mit klarem Sand bestreuen, so daß er das Ansehen überzogener Mandeln hätte. Nach diesem Be⸗ streuen müsse man ihn völlig trocken werden lassen, und in einer offenen Schachtel während des Winters aufbewahren. Andere sehr gewich⸗ tige Männer behaupten, dieses Reinigen der Quittenkerne wäre nicht nöthig. Wer Recht

habe, daruber fehlen dem Verfasser die Er⸗ fahrungen.

Druck und Verlag der G. D. Brühl'schen B

uch und Steindruckerei in Gießen.

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