gelegt werden, woher sie auch den Namen Stammraupe hat, so kann man sie dadurch verhindern, wenn man in dem Spätherbst die Rinde mit einem stumpfen Eisen glatt abkratzt, und dann den Stamm mit Lehm, der mit Was— ser verdünnt wurde, bestreicht.

Die Ameisen sind dem Obstbaume nur schädlich, wenn er ausschlägt; später sind sie ihm vielleicht nuͤtzlich, da sie die Blattläuse verzehren. Man hält die Ameisen vom Baume ab, wenn man in der Höhe einer Elle von der Erde, Werg oder schlechte Schafwolle um den Baum windet, in welcher sie hängen bleiben. Bei Pfir⸗ schen- und Aprikosenbäumen fressen die Ameisen auch das Obst.

Die Raupen pflegen sich nicht blos auf den Obstbäumen, sondern auch auf wilden Laubbäu— men, insbesondere auf den Pappeln-, Absch⸗ beer⸗ oder Vogelbeer-Bäumen, auf den Schlee⸗ und Weißdornen einzunisten. Auf letz⸗ teren sind sie leicht zu vertilgen, da sie niedrig sind, wenig Werth haben, auch von der Wurzel wieder ausschlagen, man sie daher nur abschnei— den und zu verbrennen braucht. Die Raupen auf hohen wilden Laubbäumen muß man der Vertilgung durch die Vögel überlassen, da es die menschlichen Kräfte übersteigen möchte, auch diese abzuraupen. Sind nur die Obstbäume und Schleedornen von Raupen rein gehalten, so wird durch die auf anderen wilden Laubbäumen fort— gepflanzten Schmetterlinge keine Ueberzahl von Naupen entstehen, wenn man nur auch die Pup⸗ pen der Raupen und die Schmetterlinge ver— folgt. Jede Raupe nemlich, wenn sie ihre voll— kommene Größe erreicht hat, verpuppt sich, das heißt, sie bleibt am Baume oder an Mauern ru⸗ hig sitzeu, ihre Haut verwandelt sich in eine trockene Hülse, unter welcher sich aus der Naupe ein Schmetterling bildet, der die Hüͤlse durch—

bricht und davon fliegt.

Die Ringelraupen ins⸗ besondere kriechen auf die nahen Garten⸗ und Häusermauern, um sich zu verpuppen; in man⸗ chen Jahren wird man über die Menge dieser

Puppen erstaunen. Diese an den Mauern be⸗— findlichen Raupenpuppen muß, man sorgfältig vertilgen, wenn man im folgenden Jahr nicht wieder von Raupen geplagt seyn will. Das Ge— schäft der Vertilgung ist sehr leicht; man braucht nur mit einem, an einer Stange befestigten Ha— der diese Puppen zu zerdrücken, was sehr schnell von Statten geht. Mit jeder Puppe wird ein künftiger Schmetterling vertilgt, dessen Weibchen 2 bis 300 Eier legen würde.

Doch muß die Vertilgung der Puppen öf— ter geschehen, weil fast alle Tage neue Raupen von den Bäumen auf die Mauer kriechen, um sich zu verpuppen. Auch muß man sich an die Vertilgung der Pupyen bald machen, weil schon in zwei bis drei Wochen aus der Puppe ein Schmetterling wird, der schwerer zu fangen is⸗ als die unbewegliche Puppe.

Aber auch die Schmetterlinge muß man möglichst zu vertilgen suchen. Sie finden sich alle Jahre mehr oder weniger ein, auch wenn man in den Obstgärten noch so sorgfältig ab— raupt und die Puppen vertilgt, weil sie aus den, auf wilden Bäumen ungestört ernährten Naupen entstehen. Auch das ist nicht so schwer, als man es sich denkt.

Die Schmetterlinge versammeln sich in gro— ßen Haufen an Bächen, an Wasserpfützen und Laken auf Wegen. Sind bei trockner Jahrszeit keine solche, so kann man sie leicht machen. Man zertritt diese um das seichte Wasser, ja oft schon auf dem feuchten Erdbogen dicht aneinan⸗ der gelagerten Schmetterlinge, und kann dieses Geschäft auch den Kindern überlassen, da sie da⸗ bei ihren Spaß haben.

(Schluß folgt.)

Druck und Verlag der G. D. Brühl'schen Buch- und Steindruckerei in Gießen.