Bekanntmachungen.

154) Künftige Mittwoch den 14. d. M, Vormittags 9 Uhr, sollen in der Revier⸗ Försterwohnung zu Altenbusek nachfolgende Bau⸗ arbeiten an die Wenigstfordernden versteigert werden, als:

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1) Maurerarbeit, veranschlagt zu 216 10 2) Zimmerarbeit, veranschlagt zu 65 24 3) Schreinerarbelt, veranschlagt zu 64 38 4) Schlosserarbeit, veranschlagt zu 105 40 5) Glaserarbeit, veranschlagt zu N 6) Weißbinderarbeit, veranschl. zu 86 18 Die Voranschläge und Steigbedingungen

können auf dem Büreau des Unterzeichneten ein⸗ gesehen werden. Gießen, den 8. August 1839. Der Großherzogl. Provinzialbaumeister. Hofmann.

112) Zahnärztliche Anzeige.

Der Unterzeichnete kömmt nach den Ferien bei Eröffnung des Winterkursus nach Gießen, woselbst er einige Zeit verweilen wird. Eine noch bis dahin bestimmtere Anzeige wird die Hülfesuchenden in nähere Kenntniß setzen, wann und wo derselbe zu sprechen ist.

Darmstadt den 7. Juni 1839. Jos. Galette, senior, prakt. Zahnarzt.

Miscellen.

Ueber den Geschmack der Obstfruͤchte.

Von Liegel. (Fortsetzung)

*

Die Süßweichseln sind der Uebergang von den Süßkirschen zu diesen. Die Säure ist bei vielen Früchten in solcher Menge mit Zuckerstoff versetzt, daß man jene kaum mehr wahrnimmt und fast ganz suß zu nennen sind. Diese sind auch meistens sehr erhaben gewürzt, so daß man die Süßweichseln als die besten Früchte von den Süß⸗ und Sauerkirschen erkennt. Diese Mischung von Suͤß und Sauer ist meistens aͤußerst lieblich, angenehm und delikat. Diese Kirschen sind im Allgemeinen nicht so bekannt und verbreitet, als sie es verdienten. Es sind bisher nur fünfund zwanzig Sorten beschrieben, die fast alle verdie⸗ nen, daß man sie anpflanze, auch der Baum nä⸗ hert sich dem Sußkirschen⸗ Baum mehr als jene der andern Sauerkirschen.

Die Weichseln sind allgemein bekannt und gewöhnlich ziemlich sauer, einige sind ebenfalls

ziemlich stark versuͤßt, die dann auch großen Werth erhalten, als die süße Frühweichsel, die Bettenburger Weichsel von der Natt, die Ostheimer Weichsel und mehrere andere. Unter den Weichseln gibt es auch viele sehr kleine und herbsaure Früchte, die nicht verdienen, daß man sie verdiene. Unter allen Kirschen sind die Weichseln am Zahlreichsten, gedeihen aber mei stens überall, auch noch im steinigen und sandi⸗ gen Grunde. Mehrere Weichseln beweisen sich auch als wirkliche Arten, indem sie sich durch den Stein ächt fortpflanzen. Einige treiben auch häufig Wurzelausläufer, wodurch sie. sich ebenfalls ächt vermehren, als die gemeinen Weichsel, die Ostheimer ꝛc.

Die Süßweichseln und Weichseln kann man weder durch die Farbe der Haut und des Saftes, noch durch den Geschmack, der sich bald einer Süßkirsche, bald einer Weichsel nähert, un terscheiden; sehr gut aber durch die Vegetation ihrer Bäume. Der Süßweichselbaum hat nem lich stehende Aeste und große, steife Blätter, der Weichselbaum aber hat hängende Aeste und Zwei ge und kleine Blätter. 5

(Fortsetzung folgt).

Druck und Verlag der G. D. Brühl' schen Buch⸗ und Steindruckerei in Gießen.

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