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ziehet der Obstbaum den größten Theil seiner Nahrung aus der Atmosphäre mittelst seiner reich⸗ lichen und weit ausgestreckten Blätterorgane, und verlangt vom Boden fast nichts als einen gesun⸗ denz Stand seiner Wurzeln, und Auflockerung desselben, damit Luft und Feuchtigkeit die letz⸗ teren erreichen können. Dieses wesentliche Be⸗ forderungsmittel findet der Obstbaum nun nirgends in so reichlichem Maße, als auf geackerten Fel⸗ dern, die schon der Bodenfrüchte wegen reichlich gedüngt werden. Der Obstbaum ist aber auch weit entfernt, den Bodenfrüchten allenthalben Eintrag zu thun, sondern befördert sogar in tro⸗ ckenen warmen Jahren deren Gedeihen auf solchen Feldern, die ihrer trockenen warmen Lage wegen im Ertrage wären geschmälert worden. Nemlich wenn die Obstbäume nicht allzudicht auf den Feldern gepflanzt sind, mildern solche in regen— armen Frühjahren einigermaßen die allzusehr aus⸗ trocknenden Windstriche und Sonnenstrahlen, so daß die noch zarten Getreidepflanzen bei Verän⸗ derung des Sonnenstandes im Schatten von ei⸗ nigen Stunden sich wieder erholen können, und lassen späterhin die oft in besonders warmen Jahren sehr nachtheillg übereilte Reife des Ge— treides, langsamer und naturgemäßer von Stat⸗ ten gehen— die unter den oberflächlichen Ge⸗ treidewurzeln sich hinziehenden tieferen Wurzeln des Obstbaumes theilen dem Boden immer eini— ges von der durch die Blätter eingesaugten Feuch⸗ tigkeit mit,— und über einer ausgedehnten, mit vielen Bäumen besetzten Fläche ziehen die Negen⸗ Wolken nicht so schnell hinweg, sondern werden von denselben angezogen, und geben daher mehr von ihrer fruchtbringenden Feuchtigkeit ab, als an kahle nackte Flachen. Sehr häufig habe ich schon in warmen, trockenen Frühjahren bemerkt, daß die Getreidefrüchte in der Nachbarschaft der Bäume besser standen, als entfernter von densel— ben. Selbst der viele Abfall von den Blättern, Wurzeln, der Ninde und den Aesten der Bäume
möchte den en mehr wiedergeben, als sie von ihm in Anspruch nehmen.
Wirklich spricht auch die Erfahrung laut für diese Doppelnutzung der Felder, wovon ich ein vollgiltiges Zeugniß ablegen kann, indem mir sehr viele Abschätzungen für Grunderwerb zum Strassenbau zu Gesichte kommen. Ein Baumfeld nemlich vier- bis siebenmal so hoch abge⸗ schätzt und bezahlt, als das unmittelbar daneben liegende kahle Feld von gleicher Bodengüte!!! Ein einzelner Obstbaum wird in der Zeit seiner vollen Tragbarkeit nicht selten auf 25 bis 30 Rthlr., bei Rückgabe des Holzes an den Grund⸗ eigner, abgeschätzt und bezahlt, während die ganze von ihm beschattete Flache von höchstens 4 Quadratruthen, auch an unbeschatteten Stellen im Durchschnitte bei mittleren Feldern nur einen Werth von 2 Nthlr. hat, so daß also der Baum einen zwölf- bis fünfzehnfachen Werth desjenigen Bodens erreicht, über den er seine Zweige verbreitet, und dem er doch auch keineswegs seinen Ertrag benimmt, sondern wie vorhin gezeigt, unter Umständen sogar noch erhöhen kann!
(Fortsetzung folgt.)
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An einem schönen Sommertage gingen zwei muthwillige Jungen auf dem Felde spatziren, und sahen einen Landmann in Gedanken vertieft, vor ihnen hergehen. Glaubst du wohl, sagte der eine zu seinem Gefährten, daß mir dieser Bauer, ohne ein Wort zu sagen, aus dem Wege gehen werde?— Ich zweifle daran, versetzte der an— dere.— Sogleich fing jener an, mit den Füßen so im Laufen gegen einander zu schlagen, daß es schien, als ob ein Pferd in vollem Galoppe da⸗ her käme. Der Bauer sprang schnell zur Seite, um dem vermeintlichen Neiter Platz zu machen. Allein als er sah, woran er sey, sagte er:„ich glaubte, es gallopire ein Pferd hinter mir her, nun sehe ich aber, daß es nur ein Esel ist.“
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