Verwahrungs-Mittel gegen die Schaͤdlichkeit des Mehlthaues an Fruͤchten.
Der sogenannte Mehlthau ist ein weißlicher Stoff, welcher sich wie Mehl auf die Gewächse legt und dieselben verdirbt, oft auch eine schlei— mige oder flüssige Substanz, abgesetzt auf den Blättern der Bäume, Stauden, Sträucher ꝛc. von Blattläusen, die unter der Oberhaut der Blätter nisten, ein klebriger süßer Saft, der da⸗ her auch Honigthau genannt wird, und eben⸗ falls von Blattläusen ausgespritzt ist. Es kom⸗ men nicht selten Fälle vor, daß nach solchem schädlichen Mehlthau, welcher deutlich aus dem Verderbniß der Blätter an Bäumen, Sträuchern, Stauden und anderen Gewächsen erkannt wird, Kinder und Erwachsene unmittelbar nach dem Genusse von Kirschen, Erdbeeren, Himbeeren, Johannis- und Stachelbeeren ꝛc., Kolik, Ma⸗ gendrücken, Schwindel, Erbrechen und mitunter auch sogar Anwandlungen von der fallenden Sucht bekommen haben. Es ist Pflicht eines je— den Menschenfreundes, seine Nebenmenschen hier- auf aufmerksam zu machen und die Vorsicht an⸗ zuempfehlen, dergleichen Früchte, ehe man sie genießt, vorher recht rein in Wasser abzuwaschen. Zur Beseitigung jener eingetretenen schlimmen Zufälle lasse man im Nothfalle, wenn nicht gleich ein Arzt zu bekommen ist, sogleich entweder Milch, oder reines, gutes Lein- oder Baum⸗Oel in ziemlicher Menge trinken, und gebe besonders bei heftigem Erbrechen und Leibschneiden Klystiere von Kleien und Leinöl, oder von abgekochtem Le insamen und Kamillenblüten. Man kann auch dabei erwachsenen Personen alle 2 oder 3 Stun⸗ den einen gehäuften Theelöffel voll recht feiner, durchgesiebter Buche nasche, in Wasser oder reinem Kornbranntwein, Kindern aber eine starke Messer⸗ spitze voll davon,— auch nach Verhältniß ihres Alters— etwas mehr oder weniger, nehmen
lassen. Bei dazu eingetretener Erkältung kann*
ein Umschlag von zerriebener schwarzer Brodrinde, gequetschten Wachholderbeeren, etwas Kümmel und reinem Kornbranntwein, lauwarm auf den Leib gelegt werden, worauf gewiß Linderung er— folgen wird, bis inzwischen ein Arzt sich einstellt.
Wichtige Anzeige fuͤr Oekonomen. Wunderklee.
Vor einigen Jahren erhielt ich von einem ausgezeichneten Botaniker einige Körner einer ganz vorzüglichen Kleeart, welche den Namen Wunderklee oder Riesenklee im vollsten Maße verdient. Denn derselbe wird 8 bis 10, ja zuweilen 12 bis 15 Fuß hoch, gedeiht übri⸗ gens auf jeder Bodenart, dauert 30 bis 40 Jahre aus, kann alle 3 bis 4 Wochen, wo er jedes⸗ mal über 1 Fuß hoch steht, abgemäht werden, und giebt das trefflichste Viehfutter, da er sehr zart, blätterreich und zuckerhaltig ist, während dessen Blüte den Bienen die reichhaltigste Nah⸗ rung beut.—.
Da ich mehrere Stöcke zu Samen stehen ge⸗ lassen habe, so offerire ich hiermit solchen allen Oekonomen, die einen Versuch machen, sich deß— halb in frankirten Briefen an mich wenden, und für eine Prise von 200 Körnern 12 kr. beilegen wollen, worauf sie solchen nebst einer genauen Beschreibung dieser merkwürdigen Kleeart, ihrer Aussaat ꝛc. pünktlichst erhalten werden. Gegen— wärtig kann dieser riesige Klee bei mir in Au⸗ genschein genommen werden.
Markt Taschendorf bei Langenfeld im Nezatkreise Bayerns.
Dr. Porsch, Pfarrer und Mitglied mehrerer landwirthschaftlichen Vereine.
— 2—


