Jahre 1839 durchpassirenden Königlich Preußi⸗ schen Truppen nöthig werdende Fourrage, soll Mittwoch den 14. November l. J. Vor⸗ mittags 11 Uhr,

auf dahiesigem kreisräthlichen Büreau an den

Wenigstnehmenden versteigert werden. Indem dieses zur öffentlichen Kenntniß ge⸗ bracht wird, bemerkt man zugleich, daß die des⸗

fallsigen Bedingungen schon vorher eingesehen werden konnen.

Gießen den 18. October 1838.

Der Großh. Etappen⸗Commissair

Jule heiner.

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Miscellen.

nr aus einigen Briefen des Doktors und Apothekers Liegel an den Redakteur des Obst baumfreundes.

(Fortsetzung.)

Unter den alten Aprikosen ist unstreitig die Frucht der Aprikose von Nancy, die man auch Pfirschen⸗Aprikose nennt, die beste. Sie hat ein schmelzendes Fleisch, gleich den Pfirschen und einen lieblich aromatischen Geschmack. Der Baum hat eine kräftige Vegetation. Bei allem dem möchte ich doch die Auvergne auf den ersten Platz setzen, diese neue Frucht übertrifft noch die vorgehende Aprikose an feinem Geschmack, sie hat eine sonderbare Form, ist oben und unten stark gedrückt, und daher fast platt, ohne Nöthe, das Fleisch ist schmelzend, fein muskatellerartig, ungemein angenehm und erhaben. Für Hoch⸗ Stämme jedoch würde ich beide nicht setzen, dazu taugt nur ein Baum, welcher aus einem Stein erzogen ist. Ich würde dazu aus meinem Kata⸗ log die Braunauer große Frühaprikose nehmen. Sie kommt zwar der Auvergne im hohen Ge schmack nicht gleich; allein der Baum ist für un⸗ ser Klima sehr tauglich.

Ich erzog diese Frucht aus dem Stein der großen Frühaprikose, und sie nahm eine auffallende lange und spitzige Form an.

Von den Pfirschen wähle ich die Fürst Karl Schwarzenberg; ich habe davon ei nen Baum seit fünfzehn Jahren als Hochstamm frei im Garten. Die vielen kalten Winter, selbst jener von 1828, wo das Thermometer 24 Grd. R. zeigte, haben ihn wenig beschädigt; nur die Sommerzweige waren erfroren, die Aeste selbst litten wenig. Dieser für unser Klima dauerhafte Baum trägt eine große, herrliche, schöne Frucht vom besten und feinsten Wohlgeschmack, von sol cher Saftfülle, daß man sie zu trinken glaubt. Es übertreffen wohl einige französische Sorten unsere Frucht, ihre Bäume erfrieren aber leicht und taugen bei uns nichts. Als Zwerg und Hochstamm ist diese süß-weinsäuerliche Frucht gleich gut zu gebrauchen. In Zwergen wird sie oft auffallend groß und ist eine lachend schöne, halbrothe Frucht.

Von den Pflaumen könnte ich geradezu die gemeine Zwetsche als die beste und vortheilhaf teste Frucht angeben; da aber diese Früchte zu häufig vorkommen und zu allgemein sind, so könnte mein Freund nicht ganz zufrieden sein. Die große grüne Reineklaude trägt in unserer Gegend zu selten voll, als daß ich sie ganz allein em pfehlen möchte, da es noch andere gute Pflaumen giebt, die zugleich reichlich tragen. Meine Wahl trifft die königliche Pflaume von Tours, eine lachend schöne, überraschend große, rothblaue und die erste gute Frucht des Jahres, welches ihr einen vorzüglichen Werth giebt. Das süß⸗