Krankheiten und Gebrechen der Bäume nachspürte, war er endlich so glücklich, ein Heilmittel aus⸗ findig zu machen, das gegen alle Schäden der meisten Bäume von der zuverläßigsten Wirkung ist. Der Erfinder dieses Mittels heißt bekannt⸗ lich Wilhelm Forrsyth, königl. Gärtner in Kensington, ist für die Entdeckung desselben von Georg III. auf eine, eines Königs der Britten würdige Art beschenkt und mit 25,000 Thalern belohnt worden. Forrsyth und viele andere Per⸗ sonen haben viele Jahre lang Versuche damit gemacht, und bei allen Gelegenheiten die glück⸗ lichsten Erfolge davon gesehen. Das Mittel ist eine Zusammensetzung oder ein Gemenge, welches wie ein Mörtel auf den beschädigten Theil des Baumes aufgestrichen wird. Es ist erweichend, und heilend, besstzt eine anklebende und absorbi rende Eigenschaft, und widersteht der Kälte, der Hitze und den Winden. Die Zubereitung dessel ben ist folgende:

Man nimmt 1 Scheffel frischen Kuhmist, einen halben Scheffel Kalkschutt von alten Ge⸗ bänden, am Besten von der Decke eines Zimmers, 1 halben Scheffel Holzasche, 1 Sechszehntheil ei nes Scheffels Gruben- oder Flußsand. b

Die 3 letzten Bestandtheile müssen, ehe man sie gemischt, fein gesiebbt werden. Sodann arbei⸗ tet man Alles mit einem Spaden wohl unterein⸗ ander, und hernach mit einem hölzernen Schlä gel, bis die Masse so glatt und eben ist, wie

feiner Mörtel, den man zu Decken der Zimmer

braucht.

Ist das Gemenge solchergestalt fertig, so muß der Baum, ehe man es aufträgt, zum Em⸗ pfang desselben gehörig bereitet werden, indem man alle abgestorbene, schadhafte Theile weg schneidet, bis man auf das gesunde frische Holz kommt. Die Oberfläche des Holzes läßt man sehr glatt, und ründet die Rände der Rinde oder Borke mit einem Messer oder andern Werkzeug vollkommen eben, welches eine wesentliche Vor⸗

sicht ist; sodann traͤgt man den Mörtel auf, et⸗ wa ein Achtel eines Zolls dick, über die ganze Oberfläche des von Rinde oder faulem Holze entblößten Theils, dergestalt, daß man an den Nändern die Lage ganz dünn vertreibt. Hierauf nimmt man eine Quantität Asche von gebrann⸗ den Knochen, thut das Pulver in eine blecherne oben durchlöcherte Streubüchse, und streut es auf die Oberfläche des Mörtels, bis er ganz damit bedeckt ist. Dieß läßt man eine halbe Stunde liegen, um die Feuchtigkeit einzusaugen, streut dann wieder frisches Pulver darauf und reibt es mit der Hand sanft ein, und wiederholt dieses Bestreuen mit Pulver bis der Mörtel eine tro dene glatte Oberfläche har. Alle Baͤume, die man nahe an der Erde abhaut, müssen auf den Schnitt glatt behauen, und am Nande, wie ge⸗ sagt, ein wenig gerundet werden. Das trockene Pulver, dessen man sich hernach bedient, muß zu diesem Behufe mit einer gleichen Quantität trockenen gepulverten Ala basters(Gypses) ver⸗ mischt werden, um dem Träufeln von den be⸗ nachbarten Bäumen und den schweren Negengüssen zu widerstehen.

Hebt man etwas von dem Gemenge zum künftigen Gebrauche auf, so muß man es in ein Faß oder anderes Gefäß thun, und irgend eine Art Harn oder Urin darüber gießen, so daß er die Oberfläche bedeckt; widrigenfalls benimmt die Luft dem Gemenge größtentheils seine Wirksam⸗ keit.

Wo man keinen Kalkschutt von alten Ge⸗ bäuden haben kann, nimmt man gepulverte Kreide, oder gemeinen Kalk, der aber wenigstens einen Monat geloͤscht sein muß.

(Fortsetzung folgt.)

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