57) Ein Bursche zum Hüten des Viehes wird gesucht. Das Nähere ist in der Expedition d. Bl. zu erfahren.
54) Seit dem 29. Mai ist mir ein Hund entlaufen. Derselbe ist ein sogenannter Prack, dunkelroth von Farbe, mit großem Behang, langer Ruthe und weißer Brust. Er hatte ein ledernes Halsband um, und hört auf den Na⸗
men„Walle“. Derjenige, welcher mir den⸗ selben wiederbringt oder genügende Auskunft verschafft, wo ich ihn wieder erhalten kann, dem sichere ich eine gute Belohnung zu.
Gießen den 2. Juni 1838. pfeil,
Hospitalverwalter.
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Miscellen.
Ein bewaͤhrtes Mittel
gegen Baumschäden, das die Aufmerksamkeit al⸗ ler Gärtner und Güterbesitzer, aller Landwirthe und Forstmänner verdient.
(Schluß.)
Birnbäume, die ganz abgestorben und un⸗ heilbar schienen, sind durch dieses Heilmittel voll⸗ kommen hergestellt worden. Man schnitt mitten im Sommer den Bäumen alle Zweige ab, ließ
nur über der Stelle, wo sie gepfropft waren,
ein kleines Stück vom Stamme stehen, und strich dann auf allen Stellen, wo Schnitte geschehen waren, von diesem Mörtel. Im zweiten Som⸗ mer sah man schon die auffallendsten Wirkungen. Bäume, welche vorher nichts als kleine harte und steinigte Früchte getragen hatten, brachten jetzt die feinsten Früchte, und in weit größerer Menge als vorher.
Die nemlichen Versuche hat man mit Aep⸗ fel⸗, Pflaumen, Kirschen⸗, Aprikosen⸗, Pfir⸗ schen⸗ und andern Obstbäumen gemacht. Immer hat man die herrlichsten Erfolge wahrgenommen. Nach 4 oder 5 Jahren trugen solche wiedergene⸗ sene Bäume so reichliche Früchte, als ein junger Baum in einem Amal längeren Zeitraume nicht trägt,
Die beste Art, solche abgestorbene Obstbaͤu⸗ me vorzubereiten, ehe sie den Mörtel erhalten, ist folgende: Man sägt den Stamm des Bau⸗ mes herunter, ebnet oder macht den Schnitt mit einem Meißel oder Gartenmesser glatt dadurch, daß man den Rand der Rinde allmählig gegen das Holz zu abschärft. Auf das Sorgfältigste schneidet man auch den Stamm und die Zweige über einem vorjährigen Schossen oder Keimen, wenn dergleichen vorhanden sind, so nahe als möglich, weg. Sind keine Schossen da, so kann man den Stamm abköpfen, wo man will. Kom⸗ men aber nachher unter der Auflage des Mörtels neue Schossen hervor, so muß man den Stamm abermals abschneiden und das Holz bis an diese Schossen einschärfen. Weil sie sehr zerbrechlich sind, und beim Annageln an die Mauern leicht springen, so thut man wohl, wenn man Anfangs mehrere stehen laßt, als man braucht. Auf eben diese Art behandelt man auch die frei stehenden Bäume. Sprossen zu viele Schossen an dem Mörtel hervor, so reibt man einige mit dem Finger ab und läßt nur so viele stehen, als zum Fruchttragen für tauglich erachtet werden.
Aepfelbäume sind besonders mit einer Krank⸗ heit behaftet, die man den Krebs nennt, diese entsteht häufig durch Quetschen oder Schneiden. Wo sich diese Krankheit zeigt, muß das beschä— digte Holz rein abgeschnitten, und die Stelle nach der bereits gegebenen Vorschrift mit dem
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