Miscellen,

Auszug aus F. Pohls Archiv der deutschen Land wirthschaft uͤber die Wollveredlung in Bayern.

(Fortsetzung.)

Die Preise von sortirter, saͤchsischer Schafwolle mit Abzug aller Spesen, stehen jetzt in London:

Supra feine 480 fl.; 1te Sorte 350 fl.;

2te Sorte 260 fl.; 31e Sorte 180 fl.;

ordinaͤre 148 fl. der Vayrische Centner.

In Oestreich, Ungarn, Mehren, Boͤhmen und Schlesien sind fuͤr naͤchste Schur uͤber 3 aller zu er zeugender Wolle schon gegen Kontrakt, und wieder zu viel hoͤheren Preisen, als vergangenes Jahr ver⸗ kauft worden.

Der Verbrauch veredelter Tuch- und Kamm⸗ wolle hat sich seit einem Jahre außerordentlich ver⸗ mehrt! England hat vergangenes Jahr uͤber 36000 Ballen Schafwolle mehr als das Jahr zuvor impor⸗ tirt. Deutschland allein liefert nach London, Hull und Goale 72,776 Ballen, welche gegen 37 Mil⸗

lionen 300,000 Gulden betrugen. (Fortsetzung folgt.)

Ueber das Brennen des Erdreichs.

Es ist gar nichts Neues, das Erdreich zu glühen, um es fruchtbar zu machen, aber es ist nur theil⸗ weise in Anwendung gebracht worden, z. B. in den Marschen Niedersachsens. So ist es auch von Deutschen mehrmals empfohlen worden, z. B. vom Oekonomieinspektor Werner. In neuerer Zeit wurde es von dem Englaͤnder Beatson als heilbrin gend in den wirthschaftlichen Verkehr gebracht, ob es aber in Deutschland viele Versuche veranlaßt bat, davon ist nur wenig zu unserer Kenntniß ge⸗ kommen. Es hat fast den Anschein, als sei die Sa⸗ che mehr auf dem Papier, als dem Acker verhandelt worden, so sehr auch der umgekehrte Fall zu wün⸗ schen wäre, um zur Gewißheit zu kommen. Die

Herrn Praktiker sollten sich nicht so saumselig be⸗ zeigen, sondern bemuͤhen, lichtvolle Wahrheit auf dem Wege der Erfahrung zu erhalten. In Sachsen hat, unsers Wissens, nur der Bergkommissionsrath Lampadius, zu Freiberg, in seiner Lehre von den mineralischen Dungmitteln(Leipzig 1833), der Sache Aufmerksamkeit geschenkt, und neulich in den Frei⸗ berger gemeinnuͤtzigen Nachrichten auch anzustellende Versuche versprochen. In Wien ist vor Kurzem daruͤber folgende Piece erschienen:

Das Brennen der Erde, als bewaͤhrtes Mittel zu

Abstellung der Brache mit Vermeidung aller

kuͤnstlicher Oefen(die Beatson vorgeschlagen

hat), vom Ritter von Schindler.

Hr. von Schindler laßt auf einem Acker, welcher bindenden Voden hat, ungewoͤhnlich tief pfluͤgen, um große Erdkloͤße zu bekommen. Davon wird nun ein Ofen zusammen gesetzt, mit trockenem Holze versehen und angebrannt. Nach dem Bren⸗ nen faͤllt er zusammen, und bleibt einige Tage un⸗ gestoͤrt liegen. Was von den gebrannten Kloͤßen nicht zerfallen ist, wird mit hoͤlzernen Schlaͤgeln zer⸗ pocht, und die gepulverte Masse als Duͤnger auf den Acker gestreut. Es sollen bereits mehrere oͤstreichische Landwirthe die Sache vorgenommen haben, woruͤber aber keine nahere Nachweisung ge⸗ geben worden ist.

Die Sache selbst ist zur Zeit freilich noch nicht recht erklart, oder vielmehr einzusehen, wie das Brennen von großem Nutzen sein konne. Indeß ist die Wirksamkeit keineswegs abzuleugnen, vielmehr lassen sich Thatsachen anfuͤhren, welche sie darthun. Es ist bekannt, daß die vulkanischen Erden sich uͤber⸗ aus fruchtbar zeigen. Ein Gleiches gilt von dem Lehm, welcher vom Feuerheerde genommen und auf den Acker gebracht wird. So der Brandschutt vom Gemaͤuer, die Abfaͤlle in Ziegeloͤfen, so wie die zer⸗ fallenen Ziegeln selbst. Diese unleugbaren Thatsa⸗ chen dienen zum Grunde, der Sache Aufmersam⸗ keit zu schenken.