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bei Leibe waren, so daß sie wohl mitunter zum Schlachten taugten.
Diese Frage nun beantwortete ein Mitglied des Vereins auf folgende Weise: Da ich auf meinem Gute schon seit einer Reihe von Jahren eine Vieh⸗ mastug unterhalte, so kaufte ich zu diesem Behufe mehr Kuͤhe, als Ochsen. Ob ich mich gleich fruͤher, so viel als nur moͤglich, in Acht nahm, traͤch— tige Kuͤhe einzukaufen, so konnte ich doch nicht ganz verhuͤten, daß ich mitunter traͤchtige Kuͤhe in meinen Maststall bekam, und es ging mir beim Kalben derselben beinahe jedes Mal so, wie der Fragestellende jetzt angegeben; die Kaͤlber kamen groͤßtentheils todt zur Welt. Die hier auf— geworfene Frage laͤßt sich also dadurch ganz schlicht beantworten: man kann im Allgemeinen annehmen, daß bei sehr leibigen, traͤchtigen Kuͤhen die Kaͤlder wohl groͤßtentheils todt zur Welt kommen.
Vor einigen Jahren aber gab mir ein alter Bauersmann ein Mittel an, wodurch ich bewirken koͤnnte, daß bei fetten Kuͤhen die Kalbung gut von Statten ginge, und die Kaͤlber lebendig und gesund zur Welt kaͤmen.
Dieses Mittel bestand aus gewoͤhnlichem Lein⸗ samen, den man in Wasser so lange kochen sollte, bis er einem dicken Breie gliche, wovon man dann 4— 6 Wochen vor der Kalbezeit, bei einem jedes⸗ maligen Fuͤttern, der traͤchtigen Kuh eine Handvoll unter das Futter zu geben haͤtte.
Ich wendete dieses Mittel an; es that gute Wirkung, und ich brauche es noch bis jetzt. Es ist ein sehr probates Mittel; denn seitdem ich selbiges anwende, habe ich auch von den fettesten Kuͤhen meistentheils gefunde und kraͤftige Kaͤlber erhalten. Auch bei gewohnlichen traͤchtigen Zuchtkühen ist dieses Mittel wohl anzuwenden.
Ueber die Heilkraͤfte der Johannisblume. Vom Herrn Oberfoͤrster Thiersch.
Die Johannisblume,— Arnica mon- tana— ist unter den wildwachsenden Pflanzen Deulschlands unstreitig eine derjenigen, welchen die Natur die meisten Heilkräfte verliehen hat. Denn sowohl die Blume selbst, als auch das Kraut und
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die Wurzel, haben jedes fuͤr sich besondere Heil⸗ kraͤfte. Auf den obergebirgischen Waldwiesen, die nicht gar fetten Boden haben, waͤchst diese Pflanze sehr haͤufig. Fuͤr den Hausarzt ist hauptsaͤchlich die Blume selbst sehr beachtenswerth. Der Allo— path laͤßt sie trocknen und bei Verrenkungen, Quetschungen ꝛc., in Wein oder Essig gekocht, warm auflegen. Bei offnen Schaͤden erzeugt sie jedoch Hitze, der Homoͤopath aber preßt aus der frischen Blume den Saft, mischt ihn mit starkem Weingeist, und laͤßt ihn hierauf eine lange Zeit, vielleicht eine Stunde, tuͤchtig schuͤlteln. Ein ein— facher Extrakt, mit gutem Kornbrandwein gemischt und auf verrenkte Glieder, Quetschungen ꝛc. an⸗ gewendet, thut wahrhaft Wunder, wie wir das selbst erprobt haben.
Gruͤn fressen die wilden und zahmen Thiere diese Pflanze nicht gern, das Heu aber, in dem sie vorkommt, wird vom Rindvieh mit Begierde ge— fressen.
Merkwürdig ist's uͤbrigens, daß der kundige Waidmann in dem Walde da, wo er findet, daß die Knospen oder Blumen der Johannisblume abge— fressen sind, mit Sicherheit schließt, daß sich in der Naͤhe dieser Stelle ein krankes Stuͤck Wild befindet. Wir selbst konnen dieses, auf Erfahrung gestuͤtzt, bestimmt versichern; der bloße Instink ist es dem— nach, welcher dem kranken Wildpred seine Heilmit— tel anweißt. Außer der Johannisblume, sucht das kranke Wildpred auch die Brunnenkresse sehr auf.
Bemerkungen uͤber das italienische Raigras.
Schon oft war es der Fall, daß eine Sache als vorzuͤglich empfohlen ward, und dadurch zur Aufmerksamkeit kam, bei naͤherer Pruͤfung es sich aber ergab, daß sie dieselbe nicht verdiente. Diese Bemerkung trifft denn nun auch das vielgepriesene italienische Raigras. Die bisher genau angestellten Versuchen, sind nun wohl von der Art, daß sie als Beweis angesehen werden koͤnnen, daß diese Gras— art, wenigstens fuͤr unser Klima, keinen landwirth⸗ schaftlichen Werth habe, und im Verzeichnisse land⸗
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wirthschaftlicher Pflanzen gestrichen werden muͤssen
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