Vermehrung des Obstes etwas gewonnen wird. Es werden nämlich in einer zwar unregelmäßigen, aber doch dem Auge gefaͤlligen Eintheilung und steten Abwechslung die besten Tafelsorten von Kern⸗, Stein⸗, Schalen⸗ und Beerenobst, meistens als wildwach⸗ sende Buschbäumchen angepflanzt und erzogen, die etwa 12 Fuß in die Höhe gelassen werden, nach⸗ dem sie zuvor über der Erde mit hinlänglichem Holz und Aesten versehen sind. Nur dürfen die Aeste nicht unregelmäßig sich ausbreiten oder gar in ein⸗ ander wachsen. Dadurch soll dem beständigen Schnitte, wie solchen die Pyramiden und Spaliere jährlich erfordern, abgeholfen werden, wodurch die Bäum⸗ chen natürlicher Weise mehr geschwaͤcht und kürzer lebend gemacht werden, als wenn ihr Naturtrieb freien Lauf behält.
Wenn man nicht sehr beträchtlichen Raum hat, so muß das Kernobst, Aepfel und Birnen, auf zwergartigen Grundstämmen, auf Paradiesäpfeln und Quitten veredelt seyn; nur wenige ausgenom— men, welche ihrer natürlichen Fruchtbarkeit, wozu sie eigens sind, ein beschränktes Wachsthum haben. Auf sogenannten Wildlingen oder Kernstämmchen veredelte Baume machen ein viel größeres Gewächs, und sind, wenn sie nicht hinlänglich weit von ein⸗ ander gesetzt werden, einander durch Hemmung der Luft und des Sonnenscheins im Fruchttragen und in Erzeugung der Güte der Früchte hinderlich. Und
da sie überdieß sich leicht in der bestimmten Höhe von 12 Fuß beschräͤnken lassen, auch länger als
erstere mit mehrerer Sorgfalt zu Buschbäumen ver⸗
mittelst des Messers zu erziehen sind, so rathe ich
vor der Hand bei nicht großen Anlagen lieber zu
den auf zwergartigen Grundstämmen veredelten
Kernobstbäumen.
Ju den ersten 2 Jahren läßt man diese neu⸗ gepflanzten Obstbäumchen das Messer vorzüglich an den Hauptästen fuͤhlen, damit sie unten nicht nackend werden, sondern sich gut bezwingen, um sowohl einen dem Auge gefälligen Busch, als auch genug⸗ same Aeste zum Fruchttragen zu machen, damit die Früchte nicht bloß am Stamme oder der Spitze desselben sich befinden.— Eben so wird es auch mit dem Steinobste gehalten.
Haben nun die Bäumchen einmal ihre gehörige Buschung erlangt, so läßt man sie mit dem Messer in so weit verschont und ihrem natürlichen Triebe und Wuchse freien Lauf. Nur muß immer Rüͤck⸗ sicht genommen werden, daß es Buschbäume blei⸗ ben, und unten niemals nackend werden können. Zu weit ausschweifende, einander reibende Aeste, dürres Holz und dergleichen, welche das Kenner— auge des Gärtners als hinderlich oder nachtheilig erblickt, wird im März entweder weggeschnitten
oder verkürzt. (Fortsetzung folgt.)
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e—— 4— 2650— E Mainz 4. Sept.— 617]— 4.55— 41 3— 4—— 5 25— „Frankfurt a. M. 15. Sept.“— 556— 4 200— 416— 3 46 5 30— 9—— PEPE 3 5 5 i
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