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Unterhält man wohl die für Local und Ver— haltnisse angemessenen Rassen? Es scheint dem nicht zu seyn. Die einmal eingeführte wird als genü— gend angesehen, ohne daß man sich viel darum be— kümmert, ob eine andere nicht weit zweckmäßigere seyn könne.
Sehen wir ferner auf die Einrichtungen, welche man fur die Schweinezucht getroffen hat, so muß man nun wohl bekennen, daß sie in jeder Hinsicht denen nachstehen, welche man für andere Thier— gattungen getroffen hat. Der schmutzigste und dum— pfigste Winkel ist gemeiniglich diesen Thieren ange— wiesen, welchen doch reine Luft und reines Lager so dienlich ist, und der den äußern Einwirkungen am meisten unterliegt. Die Schweine vertragen bekanntlich die Hitze wenig, am gefährlichsten ist ihnen aber der Stalldunst. Thierärzte haben ge— nügend nachgewiesen, daß die meisten Krankheits— und Todesfälle hier ihre Veranlassung finden.
Es dürfte schwer zu leugnen seyn, daß auch das Fleisch von den unnatürlich eingekerkerten oder eingedaͤmpften Schweinen beim Genusse ungesund ist und seyn muß. Wo es wirklich eine Wohlfahrts— polizei giebt, wäre es wohl an der Ordnung, auf diese unsaubere Quelle zu sehen. Am schmutzigsten sieht es in den Mastställen der Branntweinbrennereien, besonders in den Städten aus. Aus diesen dum— pfigen Kothlöͤchern wird nun das Volk gefüttert. Man darf es darum den Aerzten nicht verargen, wenn sie den Genuß des Schweinefleisches für un— gesund erklären. An sich ist das Schweinefleisch das leicht verdaulichste unter allen unsern vierfüßi— gen Schlachtthieren. Ist es nicht unverzeihlich, wenn man es aus bloßer Nachlässigkeit verdirbt?
Sehen wir auf den Ertrag der Schweinehal— tung, so finden wir ungesucht, daß Mühe und Futter durch keine Thiergattung so reichlich vergütet wer— den, als durch die Schweine. Der kleine Wirth bestätigt dieß thatsächlich. Wenn es ihm nicht mög— lich ist, andere Thiere zu halten, so thut er doch sein Möglichstes, ein oder zwei Schweine heran zu füttern, um sie zu schlachten. Um dieß zu können, trägt er das ganze Jahr Sorge dafür. Er giebt ihnen die beste Pflege, und daher gedeihen sie auch unter seinen Händen. Wer gutes Schweinefleisch essen will, muß es von solchen Thieren nehmen.
In Ansehung des Futters ist keine Thiergat— tung so leicht zu befriedigen, als das Schwein,
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welches gleichsam Alles frißt, was man ihm vor— legt. Man kann es, wie Rinder, Schafe und Pferde, auf der Weide und ohne Stallfutter zum Schlach— ten großziehen. An die Waldmast braucht man wohl nicht erst zu erinnern.
So manche Vegetabilien lassen sich mit gutem Gewinn an die Schweine verwenden, von denen sonst wenig oder kein Gebrauch zu machen ist. So verdient einer angeführt zu werden, daß man sie mit bloßen Wasserpflanzen unterhalten und selbst bis zu einem namhaften Grade von Fettigkeit bringen kann.
So ist dem Verfasser gar wohl bekannt, daß man mit Meerlinsen, womit stehende Gewässer über— zogen zu seyn pflegen, Schweine heranziehen und selbst fett füttern kann. Schade, daß solche nütz— liche Sachen dem ärmern Theil des Volks selten bekannt sind! Unkunde ist doch der größte Dieb.
An das Schwein werden mancherlei Abgänge, die sonst keinen Gebrauch verstatten, immer mit Nutzen verfüttert. Es frißt allen andern Thier— gattungen nach. In jeder Haushaltung fallen solche Abgänge ab, und können nur als Schweine— futter benutzt werden.
Es ist keineswegs zu viel behauptet, wenn man sagt, daß bei keiner andern Thiergattung das Futter so hoch benutzt wird, als durch das Schwein. Die— ses nimmt bei sättigender Fütterung täglich zu, wie das Gewicht zeigt.
In Ansehung der Abnutzung steht das Schwein allen andern Thiergattungen vor. Es wächst am schnellsten heran, und ist überdies in jedem Alter schlachtbar. Ein sehr beachtenswerther Vorzug! Darauf beruhen eine Menge Bequemlichkeiten und Vortheile.
Die Schweinezucht verstattet im Kleinen wie im Großen Speculation, theils zur Anzucht junger Thiere, theils zur Mastung. Sie ist schnell zu be— gründen und herzustellen. Das Schwein bringt schon im zweiten Jahre seine Jungen zur Welt. Es wirft zahlreich, so daß man seine Vermehrung sehr bald zu einer beträchtlichen Anzahl bringen kann. In der Regel ist die Anzucht gewinnreich, und ein Mutterschwein höher zu nutzen, als eine Kuh. Aen— dern sich die Umstände, so ist dieser Gewerbszweig eben so schnell zu mindern oder gänzlich aufzuheben, ohne dabei Schaden zu haben.
Uebrigens paßt die Schweinezucht, wenigstens in der Regel, für große und kleine Wirthschaften.


