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Commissariat und Entbindungs-Institut dahier, wird kuͤnftigen Samstag den 9. Mai l. J. Vormittags um 10 Uhr an die Wenigstfordernden öffentlich versteigert werden.

Alle zu dieser Lieferung geneigte hiesige und aus⸗ wartige Holzhaͤndler sind eingeladen, sich alsdann im Canzleigebaͤude des Großh. Provinzialcommissaͤrs da hier einzufinden und die Bedingungen des Akkords zu vernehmen, sofort gegen annehmliche billige Forderung sich alsbald des Zuschlags zu gewaͤrtigen.

Gießen am 25. April 1835.

21) Ich beehre mich hierdurch die ergebene An zeige zu machen, daß ich, aus der Messe zuruͤckge kommen, mein Tuch-Lager aufs vollstaͤndigste res sortirt, und mit einer großen Auswahl der aller neuesten Stoffe für Westen und Sommer- Bein kleider versehen bin,

Ich habe den Grundsatz angenommen, zwar zu den billigsten aber auch zu festgesetzten Preißen zu verkaufen, da es nach meiner Meinung nichts laͤstigeres giebt, als das wechselseitige Mißtrauen zwischen Kaͤufer und Verkaͤufer, wo der Eine, durch die Erfahrung belehrt, daß man seine Forderung zu hoch findet, genoͤthigt wird, wirklich zu uͤberfordern; und der Andere, in der Gewißheit überfordert zu seyn, ein Gebot thut, das unter seiner eignen Schaͤtz ung stehet, ein Kampf, worin aber der Kaͤufer immer zuerst ermuͤdet und den Vortheil dem Ver kaͤufer uͤberlassen muß. Ich schmeichle mir daher, daß meine Regel zu festgesetzten Preißen zu verkaufen, mir die Gunst meiner Goͤnner sichern wird, und bitte um geneigten Zuspruch.

Gießen im April 1835.

S. Hirschborn. Wallthorstraße Nro. 150.

18) Zur allgemeinen Militair-Vertretungs Anstalt die pro 183/ 1028 Mitglieder zaͤhlte, und die durch mich geleistete 102,000 fl. betragende Cau tion Jedem die groͤßtmoͤglichste Sicherheit und Vor theile bietet, haben bereits gegen 600 Personen ihren Beitritt erklaͤrt.

Die Eltern und Vormuͤnder der im Jahr 1815 Gebornen lade ich zum Beitritt bei Herrn Kaufmann Louis Labroise in Gießen ein.

Darmstadt den 8. April 1835.

Ernst Emil Hoffmann.

229 Das in Nro. 87 u. 113 des Frankfurtet Journals, beschriebene Wille r'sche Kraͤuter-Haaroͤl, 2 fl. 30 kr. pr. Flaͤschgen ist auch zu haben bei

L. F. Hoͤstereich in Gießen.

Miscellen. Die Schweinezucht.

Unter den Thiergattungen, welche wir land wirthschaftlich erziehen, nimmt das Schwein eine ehrenvolle Stelle ein. Dagegen hat es aber den Anschein, daß man seinen wirthschaftlichen Werth nicht so umsichtlich beachtet, als es geschehen sollte und würde, wenn man dabei erwöge, was zu er wägen ist, und nun eine gehörige Gewerbsberech nung anstellte. Man hat der Schweinezucht wohl nur selten die Aufmerksamkeit geschenkt, welche an⸗ dern Abtheilungen der Viehzucht zu Theil geworden ist. Wie wenig ist z. B. dafür geschrieben worden, wenn man damit die Schafzucht der ueuern Zeit und gleichmäßig der Pferdezucht in Vergleich stellt, und wie viele Schriften besitzen wir dagegen über diese Thiergattungen! Ueber die Schweinezucht hat man zur Stunde noch nicht einmal ein einigermaßen vollständiges Werk, welches alles hierher Gehörige zusammengestellt faßte. Sie wird fast immer nur als ein Anhängsel der Viehzucht betrachtet und kurz abgefertigt. So hat denn endlich die Sache selbst eine vernachlässigte Stellung bekommen, wodurch offenbar das Nützliche beschränkt wird, welches man dabei gewinnen konnte. Es dürfte darum an der

Zeit seyn, ihr das Wort zu reden. Folgende Bruch

stücke mögen dazu dienen, die Aufmertsamkeit zeit⸗ gemäß darauf zu richten, und es ist nur zu wün⸗ schen, daß andere den Faden weiter spinnen und besonders ausführliche Thatsachen aufführen, die im Gewerbsleben am besten belehren, und, was bei vernachlässigten Angelegenheiten fast immer das Erste seyn muß, die herrschend gewordenen Vorur theile bekämpfen. Denn so lange diesen kein Ab bruch geschieht, bleiben die Hindernisse herrschend.

Blieb die Schweinezucht in der wissenschaftli⸗ chen Darstellung zurück, so war es natürlich, daß

sie auch in der wirthschaftlichen Behandlung zurück⸗

blieb. Daß dieß wirklich so der Fall ist, darüber

wäre der Beweis nun denn wohl nicht schwer zu führen.

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