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Bekanntmachungen.

61) Mit Bezugnahme auf den§. 20. der Statuten über die für die Kreise Gießen und Grün berg errichtete Spar- und Leihkasse, mache ich hiermit bekannt, daß die nächste Ausschuß⸗Sitzung

Mittwoch den 10. dieses, Vormittags 9 Uhr, en Grünberg gehalten werden soll, und lade die verehrlichen Ausschuß-Mitglieder ein, sich daselbst zur gedachten Zeit einfinden zu wollen.

Cießen den 4. Sept. 1834.

Der Director der Spar- und Leihkasse. h. Ku or x.

Miscellen.

Ein paar Worte uͤber die bei dem Ackerbau und der Gaͤrtnerei gebraͤuchlichen Geraͤthschaften.

(Beschluß.)

Dem sei indessen, wie ihm wolle. Alles zeigt, wie entsetzlich wenig wir im Ganzen über diesen Gegenstand wissen, dessen vollkommnere Aufhellung zwar keinen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung des heutigen Ackerbaubetriebes, aber doch dem for⸗ schenden Gemüthe, dem es nicht gleichgültig ist, wie es in der Vorzeit damit stand, einige Beruhi⸗ gung gewähren würde. Der Franzose Boitard macht in der Einleitung zu seinem hier besprochenen Werke noch darauf aufmerksam, daß der Ackerbau die ganzen traurigen Zeiten des Mittelalters hin⸗ zurch bis zu Heinrich IV. und seinem großen Minister Sully in Frankreich nicht viel weiter gekommen sei, als in jener früheren Vorzeit, wo der Pflug bereits die vorhin beschriebene Gestalt erhalten gehabt habe, und daß einige Theile von Europa noch bis jetzt völlig bei dem Alten in die⸗ ser Hinsicht stehen geblieben wären. So fände man heutiges Tages in Spanien, ungeachtet des gün⸗ tigen Einflusses, den die Mauren auf die Civili⸗

sation von dessen Einwohnern gehabt hätten, noch

ganz den Pflug so gestaltet, wie ihn Virgil besun gen habe: seit beinahe 2000 Jahren habe man nicht einen Pflock daran geändert. die reißenden Fortschritte, welche der Landbau neuerer Zeit, seit die gebildetsten und unterrichtet⸗ sten Männer sich mit Liebe demselben widmeten und eine glückliche Anwendung der mathematischen

Er schildert hierauf

und naturhistorischen Wissenschaften auf ihn Statt finde, in Frankreich(auch in anderen Ländern) gemacht habe, und bemerkt endlich ganz richtig, daß doch noch viel zu thun übrig bleibe, indem noch keineswegs der möglich höchste Grad der Vollkom⸗ menheit erreicht sei.

Ueber den Grangsée'schen Pflug sagt Hr. Boitard, ziemlich übereinstimmend mit Hrn. Huzard, Folgendes:das Merkwürdigste an diesem Pfluge ist vielleicht, daß er von einem einfachen Acker⸗ knechte erfunden worden. Er wurde zuerst mehre reren Landeigenthümern vorgestellt, die ihn in Ge- brauch nahmen; dann den Ackerbaugesellschaften zu Nancy, Luüneville und endlich auch vor kurzem der Musterwirthschaft zu Grignon. Ich gebe zu, daß, er eine glückliche Erfindung sei, die sich in der Folge noch vervollkommnen und dem Ackerbaue große Vortheile verschaffen könne; gegenwärtig hat man ihn aber, meines Bedünkens, viel zu sehr gerühmt, hat der Enthusiasmus die Mehrzahl der Berichter statter der von den gelehrten Gesellschaften ern ann ten Untersuchungscommissionen viel zu weit geführt, und bestätigt die Erfahrung keineswegs Alles, was über diesen Gegenstand gedruckt worden ist. Ich habe diesen Pflug gesehen, genau betrachtet, kalt⸗ blutig und unpartheiisch untersucht, und bin nun weit entfernt, die übertriebenen Lobsprüche der Jour⸗ nalisten und Commissionsberichte zu theilen.

Man hat gesagt, daß dieser Pflug ganz allein gehe, wie ein Wagen. Dies ist eine Uebertreibung, die für diejenigen keiner Widerlegung bedarf, die ihn arbeiten sahen; er geht nur, wenn ihn ein Mann an der Sterze hält, sobald man nämlich gerade und gleich breite Furchen haben will. Man kann

allenfalls die erste, ohne ihn zu halten, ziehen,

aber die zweite und die nächstfolgenden werden immer unregelmäßiger, wenn man die Hand nicht an die Sterze legt, um die ersten Unregelmäßigkeiten zu verbessern, selbst daun, wenn man immer darauf sieht, daß ein Nad und ein Pferd beständig in der eben geöffneten Furche gehen. Das ist nämlich das nicht von Grangé, sondern von seinen Bewunde rern vorgeschlagene Mittel, welches zur Erhaltung einer graden Linie allein nöͤthig seyn soll.

Der Graugé'sche Pflug geht nicht allein; er hat, wie andere Pflüge, einen Mann nöoͤthig, der die Pferde lenkt und die Sterze halt; aber da die⸗ ser Mann sich weniger anzustrengen braucht, um

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