1 1833.

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1834.

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50 höhere Besteuerung beschränken sollen, sondern in Amerika und in Sachsen sind auch sogenannte Mäßigkeitsvereine zusammengetreten, die es sich zum Zweck gestellt haben, das Brauntweintrinken ganz aus der menschlichen Gesellschaft zu verbannen. Verfasser dieses glaubt nun in einer Provinz, wo die Kartoffelbrennereien schon seit einer Reihe von Jahren in hohem Flor stehen, und er selbst

früher eine bedeutende Anstalt der Art stiftete und

betrieb, und wo jetzt durch die Kartoffeln eine mehrfach größere Masse an Branntwein erzeugt und consumirt wird, als früher, Gelegenheit genug ge habt zu haben, die Natur und Wirkung dieses Ge genstandes zu durchschauen, und erlaubt sich des halb, seine Ansichten von derselben und jener da gegen sich erhebenden Stimmen hier den verehrli⸗ chen Lesern dies. Bl. vorzutragen.

Wir wollen zuförderst den Nutzen des Branut weinbrennens aus Kartoffeln in Betrachtung ziehen, und dann jene dagegen vorgebrachten Gründe, Be strebungen und Bedenken prüfen, ob sie sich gegen jenen als haltbar erweisen lassen.

A. Vom Nutzen der Fabrication des Kartoffelbranntweins.

4) Der Kartoffelbau im Großen ist eine Hauptursache der mehrfach gesteigerten Brannt⸗ weinfabrication, und umgekehrt ist wieder die Branntweinfabrication eine kräftige Belebungs⸗ ursache des Kartoffelbaues im Großen geworden, indem eine gute Versilberung eines Productes zu dessen vermehrter Erzeugung anregt. Wenn nun Niemand, der die Erfolge des Feldbaues kennt, bestreiten wird, daß die Kortoffeln von gleicher Vodenfläche und Düngung eine vier⸗ bis fünfmal so große Masse an Menschen⸗ und Viehnahrung erzeugen, als unsere Getreidearten, der wird, bei der über das. Bedürfniß der Be⸗ völkerung in Preußen und dem nördlichen Deutsch⸗

land hinausgehenden landwirthschaftlichen Pro⸗

duction, auch zugeben müssen, daß jedes loh⸗ nende Versilberungsmittel für die Kartoffeln auch dem Flor des Landbaues sehr ersprießlich seyn müsse; und wenn auf dem Flor des Landbaues auch unbestritten der Flor aller andern Gewerbe, mithin der Wohlstand der Nation beruht, so

wird man hier auch zugeben müssen, daß das

Branntweinbrennen aus Kartoffeln ein wesent⸗

liches Mittel zu Erhöhung des Wohlstandes der Nation unter unsern Verhältnissen schon im All⸗ gemeinen seyn müsse. f Nächst der Versilberung der Kartoffeln wird aber hierdurch noch das Brennmaterial, Holz und Torf, was in vielen Gegenden fast gar nicht, oder mit viel zu geringem Ertrage um zusetzen ist, mit verwerthet, ohne daß dieserhalb anstrengende Fuhren nöthig sind, indem man in einer Ladung Spiritus auf vier Pferde nicht nur circa 150 Centner Kartoffeln, sondern auch zugleich den Marktwerth von 300 Kubikfuß Holz auf vier Meilen bequem einsetzen kann, was in unsern dünn bevölkerten Gegenden auch ein Umstaud von Bedeutung ist, der unsere Natur⸗ producte benutzen und verwerthen hilft. 2) Der Futtergewinn, den die Branntweinbren⸗ nerei aus Kartoffeln, eben durch den reichlichen Fruchtertrag dieser giebt, ist ein anderer Ge genstand von hoher Bedeutung für das Wohl des Ganzen. Denn man kann, der bestehenden allgemeinen Erfahrung nach sicher annehmen, daß die abgehende Schlempe von einem Centuer Kartoffeln eben so viel Futterkraft hat, als ein halber Centner roher Karteffeln, wenn jene dem Verdauungsvermögen der zu futternden Thiere gemäß, in hinreichender Verbindung mit Nauh⸗ futter gegeben wird. Wenn nun ein preuß. Morgen Kartoffeln im Durchschnitt auch nur achtzig Centner Kartoffeln über die Saat giebt, so bezahlt er durch den aus den Kartoffeln ver⸗ fertigten Branntwein immer schon einen baaren Ertrag, den keine andere Feldfrucht im Großen geben kann. Der Futtergewinn ist im Betrage von 40 Centnern roher Kartoffeln in der Futter⸗ kraft 20 Centnern gutem Heu gleich, und die Kartoffeln geben also hier, mit Zurechnung ihres etwa auf 4 Centner Trockengewicht gehenden Krautertrages, 24 Centner Heuwerth an Futter vom preuß. Morgen, und zwar auf einem Bo⸗ den, der höͤchstens gutes Korn und Gerste trägt, oft aber auch für diese zu schlecht ist. Ihr Frucht⸗ ertrag beträgt also hier auf schlechtem Boden mindestens den Werth einer guten Weizenerndte und einer Kleeerndte auf gutem Boden zugleich, während hier der Waizen, statt jener 24 Cent⸗ ner Heufutterkraft, nur etwa 46 18 Centner mageres Stroh giebt.