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Nr. 30

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Samstag, den 30. Juli 1932.

,, Gießener Zeitung"

Das Segelschulschiff Niobe" in einer Gewitterbö bei Fehmarn gefentert.

69 deutsche Seeleute ertrunken.

Am Dienstag um 14.27 Uhr ist das Segelschulschiff ,, Niobe" der Reichsmarine in einer Gewitterbö bei Fehmarn- Feuerschiff gefentert. Das Schiff sant in wenigen Minuten. Die Ret­tungsboote des Feuerschiffes und der deutsche Dampfer ,, The­resia Ruß", Hamburg, eilten sofort an die Unfallstelle. Von beiden Seiten wurde in vorbildlicher Weise das Rettungswerk durchgeführt. Leider gelang es nur 38 Mann von der 107 Mann starten Besatzung zu retten, so daß die Zahl der Ver­mißten 69 beträgt.

GOS und auf das Sirenensignal des Feuerschiffes eilte als erster der in der Nähe befindliche deutsche Dampfer ,, Therese Rust" herbei, der sich wenige Augenblid zuvor angeschickt hatte, die üblichen Flaggensignale zur Begrüßung mit der ,, Niobe" zu wechseln.

Mit Volldampf erschienen dann bald die von der Marine­station Kiel beorderten Schnellboote und danach die Kreuzer ,, Königsberg" und Köln" an der Unfallstelle.

Eine ergreifende Szene spielte sich danach ab, als der von

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Koalation Zentrum Rationalsozialisten

in Hessen.

Auf einer Landbundversammlung in Gotha machte der thüringische Staatsminister Baum die Mitteilung, der hessische Zentrumsminister hätte ihm vor kurzem ausdrücklich erklärt, daß in Hessen die Verhandlungen zwischen Zentrum und Natio­nalsozialisten bereits abgeschlossen seien und daß sofort nach den Reichstagswahlen eine Regierung von Nationalsozialisten und Zentrum gebildet werden solle

den Rettungsbooten des Dampfers nicht gefundene Oberleut- Berbot aller nationalsozialistischen Zeitungen

nant zur See Lott, der stundenlang im Wasser geschwommen war, von seinem eigenen Bruder, der auf einem der herbeige­eilten Schnellboote fuhr, aufgefischt wurde.

Die ,, Niobe" fuhr bei Windstätte 2 bis 3 und ruhiger See im Fehmarn- Belt( nördlich der Inseln Fehmarn), etwa eine Seemeile vom Fehmarn- Feuerschiff entfernt. Wenige Augen­blide danach raste etwas von achtern eine plötzliche heran, so daß sich die ,, Niobe" hart überlegte und im selben Augenblic verjagte das Ruder. Ehe die beiden Wachen zum Reffen aus­geentert waren, holte das Schiff noch weiter über und kenterte. Das war nach einstimmigen Aussagen der Ueberlebenden nur zwei bis drei Minuten nach dem ersten Ueberholen des Schif­fes, und zwar um 14,27 Uhr. Nun funkte der das Unglück| zwischen einstimmig davon überzeugt, daß die Schiffsführung beobachtende Telegraphist auf Fehmarn Feuerschist sofort

Die Vermißten sind, wie man nun leider annehmen muß, im Augenblick des Unterganges sehr wahrscheinlich unter Ded gewesen und mit gesunken. Sechs der Geretteten hatten ge= rade Unterrichtsstunde im freier liegenden Zwischended und fonnten noch im letzten Augenblid über Bord springen.

Die amtlichen hohen Stellen der Reichsmarine sind in­umsichtig ihre Pflicht getan hat, also kein Verschulden vorliegt.

Der Arbeitsdienst marschiert!

Die Arbeitsdienst- Verordnung hat den Aufstieg eines Ge­dankens besiegelt, um dessen Verwirklichung seit langem zähe gekämpft worden ist. Ihn spricht der Artikel 1 der neuen Ver­ordnung aus:

,, Der freiwillige Arbeitsdienst gibt den jungen Deut­schen die Gelegenheit, zum Nutzen der Gesamtheit im ge= meinsamen Dienste freiwillig ernste Arbeit zu leisten und zugleich sich körperlich und geistig- sittlich zu ertüchtigen." Die Jdee selbst, so gern das Urheberrecht an ihr bald von Dieser, bald von jener Partei oder Gruppe beansprucht wird, reicht in ihrer Entstehungsgeschichte weit zurück. Wie lebhaft tlingt an sie bereits die Einrichtung der ,, pädagogischen Pro­vinz" in Wilhelm Meisters Wanderjahren", dem mächtigen Alterswerke Goethes, an! Auch später hat die Forderung, daß die Jugend im Dienste der Allgemeinheit und zu ihrem eigenen Wohle einen bestimmten Lebensabschnitt gewissen vom Staate vorgeschriebenen Arbeiten widmen müsse, hohe Geister nicht ruhen lassen. Die klassische Durcharbeitung des Arbeitsdienst­Gedankens hat schließlich vor zwei Jahrzehnten bereits der unvergeßliche Wiener Sozialphilosoph Joseph Popper- Lynkeus in seinem Werke ,, Die allgemeine Nährpflicht als Lösung der Sozialen Frage" dargeboten.

der

Je mehr das rein Menschliche an der neuen Bewegung die Gemüter begeisterte, um so ablehnender verhielt sich indessen lange Zet hindurch die amtlich- offizielle Welt. Wenig nützte ihr gegenüber der Hinweis auf Bulgarien, das 1920 sein Grund­gesetz für die Arbeitsdienstpflicht erließ und damit ausgezeich­nete Erfahrungen machte, und bei dieser Geisteshaltung unserer Offiziellen und Offiziösen war es kein Wunder, daß ein Ar­beitsdienst- Gesetzentwurf der deutschen Wirtschaftspartei, noch dem 1928 gewählten Reichstag zuging, Jahre hindurch von der ,, langen Bant" nicht herunter fam. Die neue Bewegung aber ließ sich nicht aushalten. Ein Reichskuratorium zu ihrer Förderung entstand sehr bald, in dem sich überparteilich ver= diedenste Richtungen der Wirtschaftspraxis, der Sozialpolitik, der Wissenschaft zusammenfanden. Als schließlich im Frühjahr 1931 steigender Krisendrud die Reichsregierung zwang, zur müſſe zum mindeſten Erörterung der dringlichsten Arbeitsfragen und Sozialversiche=

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,, Kinder," rief er ,,, ich habe hier die neue Sportzeitung! Gin ellenlanger Bericht über unser Spiel steht darin." ,, Los, Adolf, lies mal vor."

,, Ne, das kann Bringhoff nachher besorgen. Aber soviel han ich euch schon verraten: Wir kommen in der Kritik alle glänzend weg. Du bekommst sogar ein Ertralob, Theo. Wart mal, was steht da noch...? ach so, hier: Also: In Theo hansen hat die Mannschaft einen Mittelstürmer, der allererste klasse darstellt. Seine Ballbehandlung ist einfach vorbildlich. Nach den gestrigen Leistungen scheint er der gegebene Sturm­in der zweiten Halhrer für unsere Verbandsmannschaft im Bundespokalspiel zu Jin. Na, Theo, was sagst du nun?"

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ich nur noch auf Ver

war Theos Mann

Ehe Theo antworten konnte, stand Bringhoff schon in der dür. Einen Augenblick ließ er seine Blicke über die elf Spieler Les Zusammenspiel ge gleiten, die ihn erwartungsvoll ansahen. Mit bewegter Stimme 1, den Ball ins feind legte er dann: Ehe wir auf das gestrige Spiel ausführlich

eingehen, ist es mir ein Bedürfnis, Ihnen allen meine Aner­

das Spiel 7: 2! Gin anung für Ihre guten Leistungen, die gestern zu einem schö nheit des Siegers dod men Siege führten, auszusprechen. Sie haben sich alle tapfer Ende erreicht. Lang halten und bewiesen, daß meine und Ihre Arbeit nicht um­

als sie den Platz ver Spieler im Klubhaus men das gestrige Spiel

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er uns viel loben

s fällt ihm nicht leicht as auszusehen, aber di

ausfallen."

ehabt, Günter," meint

fein Ball in mein

an der Querlatt

Tent gewesen ist. Nicht Glück hat Sie zum Siege verholfen, son­den Können. Für mich ist es eine Ehre, Ihr Trainer zu sein." Nach einem furzen Stillschweigen erhob sich Theo Hansen und wandte sich an den Trainer:

Als Spielführer der Mannschaft gestatten Sie mir einige Torte der Erwiderung.

Vor längerer Zeit sagten Sie einmal an dieser Stelle: Junge, aufstrebende Mannschaften auszubilden, gewähre viel­ht dieselbe Befriedigung wie aktives Spiel auf dem grünen Fjen. Daß unsere Mannschaft Ihnen, dem ehemaligen Inter­cationalen, durch gute Leistungen stets solche Befriedigung ver­ffen möge, ist unser aller Wunsch. Sie können überzeugt jeit, Herr Bringhoff, daß wir uns wohl bewußt sind, daß auch er gestrige Erfolg zum großen Teil die Frucht Ihrer unermüd­liten Arbeit iſt."

Theo wandte sich an seine Kameraden.

,, Stimmt mit mir ein in den Ruf: Unserm verehrten

Das ist ein ganz gutes Cuiner, Herrn Bringhoff, ein dreifach kräftiges hipp, hipp,

rigens Adolf Müller?

Bara!"

In diesem Augenblid gab es wohl keinen unter den Spie­

mir ist er heute noche, der nicht für seinen Trainer durchs Feuer gegangen wäre.

ins Zimmer.

*

Reichsarbeitsministers Brauns einzuberufen, erlebte die Pro­paganda des Arbeitsdienstes ihren ersten offiziellen Erfolg.

in Heisen.

Der hessische Innenminister hat auf Grund der Reichsnot­verordnung vom 14. Juni und der hessischen Verordnung vom 24. Juni 1932 mit sofortiger Wirkung bis zum 4. August ein­schließlich folgende nationalsozialistischen Blätter Hessens ver boten: die Hessische Landeszeitung, Südwestdeutsche Landvolk­zeitung, Mainzer Tageszeitung, Rhein- und Hessenbauer, Nier­geszeitung, Offenbacher Nachrichten und sämtliche etwaigen steiner Rheinwarte, Oberhessische Tageszeitung, Wormser Ta­Kopfblätter oder Ersatzblätter des gleichen Verlages. Das Ver­bot wird damit begründet, daß die bei der Wiedergabe der kom­munistischen Dokumente, die das Landeskriminalpolizeiamt von einer außerhessischen Stelle erhalten hat, erhobene Behauptung, die hessische Regierung dulde bewußt Gesetzwidrigkeit, eine Be­schimpfung allerschwerster Art sei.

Der Brauns- Ausschuß ſetzte den Arbeitsdienst ausdrücklich mit Die Verhaftung des hessischen Innenministers

auf sein Verhandlungsprogramm, zog ihn in den Kreis seiner Debatten, widmete ihm auch einen Teil seines damals mit so gewaltiger Spannung erwarteten und dann so bitter ent­täuschenden Gutachtens.

Dennoch hat der Arbeitsdienst seinen Weg gemacht und ge= rade damit, wie er sich trotz aller Gegnerschaft behauptete und ständig weiter ausdehnte, seine Berechtigung erwiesen. Daß es auf mehr antam als ausschließlich auf bloße Arbeitslosen­hilfe, Beschäftigungsfürsorge", nämlich zugleich auf eine neue Tat der Volkserziehung, zeigten zumal die studentischen Ar­beitslager. Zum ersten Male wieder seit langer Zeit wurden hier soziale Schranken wirklich abgebaut. Der Erfolg bestätigte das Richtige der aus allen Volksschichten überparteilich ent­widelten Initiative. In den letzten Monaten ist die Zahl der Arbeitsdienstfreiwilligen im Reiche von Woche zu Woche um Tausende gestiegen. Die ,, Träger der Arbeit" sind ebenso aus der Großstadt erstanden, wie aus dem flachen Lande, die aus­zuführenden Werkleistungen sind so mannigfaltig geworden wie nur denkbar, und die Träger des Dienstes" haben sich aus den verschiedensten Weltanschauungslagern zur Verfügung ge stellt. Das Ganze ist heute eine Volksbewegung von erhebender Größe, ein Unterpfand der Hoffnung, das das junge Geschlecht, das durch diese Schule der Arbeit geht, wirklich zum Ziele der ,, Volksgemeinschaft" gelangen möge, die unserer Generation im Parteikampf dieser Tage so unsagbar fern erscheint.

Am lebhaftesten wird heute erörtert, warum die Verord­nung nicht gleich die Arbeitsdienstpflicht an Stelle der Frei­

fordern die Nationalsozialisten.

Der Gauleiter der NSDAP. in Hessen, Reichstagsabg. Lenz, richtete an den Oberreichsanwalt in Leipzig ein Tele­gramm, in dem es heißt, der hessische Innenminister versuche ,, unter amtlichem Dedmantel durch Zwangsmaßnahmen gegen die Presse und dergleichen die Angelegenheit der kommunistischen Dokumente zu verschleiern. Die Bevölkerung Hessens fordert die sofortige Verhaftung Leuschners wegen Verdunkelungsge= fahr und restlose Klärung der Schuld an der Duldung der kom­munistischen Hochperrats-, Landesverrats- und Bürgerkriegs­pläne."

Strafantrag gegen Dr. Best und Genossen.

Bei der Staatsanwaltschaft des Landgerichts der Provinz Starkenburg hat das hessische Gesamtministerium Strafanzeige gestellt gegen die nationalsozialistischen Abgeordneten Dr. Best, Wassung, Korn und den Gauleiter Lenz, sowie gegen ihre Par­teigenossen, von Davidsohn und Stawinoga. Die Anzeige er­folgt wegen angeblicher wissentlich falscher Anschuldigung und fußt auf der durch die Genannten beim Oberreichsanwalt gegen Minister Leuschner erhobenen Anzeige wegen angeblicher Be­günstigung kommunistischer Hoch- und Landesverratspläne, die dem Gesamtministerium bekannt gewesen seien. Die Beschuldig­ten hätten insbesondere ihre auch der Presse übergebenen An­schuldigungen wider besseres Wissen erhoben.

willigkeit gebracht habe. Dazu meinen wir, daß es zweckmäßs Breitscheid- Versammlung polizeilich aufgelöst.

ist, zunächst durch den freiwilligen Arbeitsdienst auf der jetzt er­reichten Basis dem Pflichtgrundsay volkspsychologische Vorarbeit zu leisten. Kommen wird die Arbeitsdienstpflicht der deutschen Jugend ganz bestimmt; daran besteht kein Zweifel mehr.

Vergeßt Eure

In Spandau sprach in der Jubiläumsturnhalle am Don­nerstagabend auf einer Wahlkundgebung der SPD Rudolf Breitscheid. Jm Verlauf seiner Rede äußerte Breitscheid, ,, man habe die verstaubten Wachsfiguren wieder herausgeholt und in die Regierung gesetzt." Auf Grund dieser Aeußerung Verächtlichmachung der Reichsregierung auf.

Wahlpflicht nicht! löste der überwachende Polizeibeamte die Versammlung wegen

,, Bei des Herbstes rauhen Tagen, bei dem Frühlingssonnenschein, niemals wollen wir verzagen, ängstlich oder mutlos sein."

Dem ersten großen Siege, der eine Zeit lang Stadtgespräch bildete, folgten bald neue. Bislang war es noch keinem Ver= ein gelungen, diese starke Elf zu schlagen. Schwarzseher und Neider, die den ersten Erfolg geringschäßig als eine Glücks­sache bezeichnet hatten, wurden dadurch schnell eines Besseren belehrt. Nicht immer wurde Theos Mannschaft das Siegen leicht, nicht immer war der Torunterschied groß; aber unge­schlagen stand sie an der Spitze der Tabelle und behauptete die­sen Platz sicher und überlegen.

Bald ging dieser starken Mannschaft der Ruf voraus, daß sie überhaupt nicht zu schlagen sei. Man nannte die Spieler nach ihrem Lieblingslied nur noch die Landsknechte".

Als Bringhoff diesen Namen hörte, meinte er lächelnd zu den Spielern: Also Landsknechte sind Sie! Auch nicht schlecht! Die früheren Landsknechte waren übrigens tapfere Burschen, die mutig zu kämpfen verstanden und sich selbst vor dem Teufel nicht fürchteten. Es liegt Stärke und Achtung in dem Namen. Da bin ich also jetzt ein Landsknechtstrainer und Sie die Landsknechtself."

Ein paar Tage nach dieser Unterhaltung saß Theo in seiner Werkstatt und bastelte. Vor ihm auf dem Tisch stand ein halb­fertiges Motormodell. Der Mittelstürmer schien ganz vertieft in seiner Arbeit. Manchmal griff er zum Bleistift, warf ein paar Striche auf ein Blatt Papier, schrieb einige Zahlen darun­ter, stützte den Kopf in die Hand und rechnete. Dann erhob er sich wieder, fügte ein paar Maschinenteile zusammen und strich dabei wie mit liebender Hand über das falte Eisen. Leise flötete er vor sich hin und betrachtete mit nachdenklich gekrauster Stirn sein Werk.

Sasso, der langausgestreďt unter dem Tisch lag, den Kopf zwischen den Vorderfüßen, knurrte plöglich und spitzte die Ohren.

Ein Schatten fiel in die geöffnete Tür.

,, Kommt Besuch, Hasso?" fragte Theo lächelnd und sah sich um. ,, Sieh, guten Tag, Adolf. Es ist nett, daß du mir ein wenig Gesellschaft leisten willst. Hier ist übrigens bald Feier­abend. Hasso und ich haben Hunger nach frischer Luft. Wenn es dir recht ist, machen wir nachher zu dritt einen Spaziergang."

Ja... aber laß dich durch mich nicht in deiner Arbeit stören," entgegnete der Mittelläufer und betrachtete die halb­fertige Maschine. ,, Sag mal, Theo, was soll dies hier eigent= lich vorstellen?"

,, Das ist der bescheidene Versuch, einen luftgefühlten Fahr­zeugmotor zu konstruieren."

,, Luftgekühlt? Warum denn das? Wasser ist doch genau so billig wie Luft."

Ja, natürlich. Aber der Fortfall der Wasserkühlung be­deutet doch eine erhebliche Gewichtsverringerung, die dann wie­der einen verminderten Brennstoffverbrauch zur Folge haben würde. Ferner wird ein luftgekühlter Motor im Winter schnel­ler anspringen, geräuschloser laufen und das Risiko des Einfrie­rens ganz beseitigen. Die Wasserkühlung erfolgt ja auch durch die Luft. Warum soll die Luft diese Aufgabe nicht alleine er= füllen können?"

,, Das ist ein guter Gedanke," gab Adolf Müller zu.

,, Seit Jahren beschäftigt sich die Technik schon mit diesem Spezialgebiet," erklärte Theo. ,, Es gibt dabei so viele Probleme zu lösen, daß ich darauf gefaßt bin, mit meiner Arbeit noch oft an einem toten Punkt anzukommen... Sieh, Adolf, dies ist das Gebläse. Hier über den Zylindern liegt der Luftzufüh­rungskasten. Das Zylindervolumen hat sich natürlich bedeutend vergrößert. Diese abnehmbaren Köpfe über den Zylindern sind aus Leichtmetall. Durch die Luftreglerklappe.

Theo brach plötzlich ab. Er fühlte, daß Adolf Müller ihm nicht mehr zuhörte. Mit einer raschen Bewegung schob er den Motor zurüd.

,, Wie ist es, Theo," scherzte der Mittelläufer schuldbewußt, ,, kannst du nicht mal versuchen, Gold zu fabrizieren? Bei dei­ner Erfindungsgabe.

"

Ich bin doch kein Alchimist," fiel ihm Theo ein wenig ver­stimmt ins Wort und goß Wasser in eine Schale. Gold macht auch nicht froh."

,, Nein, das stimmt. Reichtum macht nicht glücklich; die Hauptsache ist, daß man Geld hat," lachte der Mittelläufer bitten. Theo hatte seine blaue Arbeitsjade ausgezogen und wusch sich die Hände. Jetzt drehte er sich plötzlich um und musterte besorgt das Gesicht seines Freundes. Die letzten Worte Adolf Müllers hatten so seltsam gellungen, fast ein wenig verzweifelt.

( Fortsetzung folgt.)