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Samstag, den 30. Januar 1932.

den 48 Jahre alten Meggermeister unter sich. Er erlitt so schwere Quetschungen, daß er in der Gießener Klinik verstarb. Sein mitfahrender Bruder fam mit dem Schreden davon.

Rodheim a. d. Bieber. Aus einer Sprengstoffkammer der hiesigen Kalfwerke wurde Ammonit in größerer Menge ent­wendet.

Aus der Schwalm. In Asterode entstand gestern mittag zwischen dem 58jährigen Auszügler George und dessen Sohn eine Auseinandersetzung, in deren Verlauf der Sohn den Vater erschlug, als letzterer die Frau des Sohnes angreifen wollte. Der Täter stellte sich den Justizbehörden.

Thalheim( Westerwald). Bei der Gemeindekasse sind Unter­schlagungen aufgedekt worden, deren genaue Feststellung der noch andauernden Revision vorbehalten bleibt. Man spricht von einem Betrag von annähernd 20 000 Mark.

Das 11. Deutsche Sängerbundfest 1932 in Frankfurt a. M.

Mit Eintritt in das Goethejahr 1932 blickt die gesamte deutsche Sängerschaft der ganzen Welt voll Spannung nach Frankfurt a. M., der alten Reichs- und Krönungsstadt, in der in wenigen Monaten das 11. Deutsche Sängerbundesfest statt­finden wird. War das so glanzvoll verlaufene 10. DSB- Fest

,, Gießener Zeitung"

5.: Kreis-, Gau- u. Bezirksmeisterschaften der DSB.; 5.: Endspiele der Handballmeisterschaften der DSB. u. DT.; 19.: Deutsche Handballmeisterschaft;

19.: Meisterschaften der Landesverbände der DSB.; 26.: Vierverbändekampf in Süddeutschland.

Juli:

3.: Deutsche Leichtathletik- Meisterschaften( Männ.) i. Hann.; 3.: Deutsche Frauenmeisterschaften;

8.: Abschiedssportfest der Olympiamannschaft in Bremen; 9.: Ausreise der deutsch. Mannsch. nach Los Angeles. August:

27./28.: Deutsche Schlag u. Faustballmeisterschaften; 28.: Handballkampf Deutschland gegen Desterreich. September:

10. oder 17.: Leichtathletik- Länderfämpfe Deutschland gegen Frankreich in Süddeutschland und Deutschland gegen Schweiz in Weimar.

Oktober:

2.: Deutsche Meisterschaft im 50 km Gehen in Berlin; 9.: Querfeldeinläufe.

Fußball bei den Reichsbahn- Sportvereinen.

Jm Bund der Deutschen Reichsbahn- Turn- und Sportver= eine haben im letzten Spieljahre 442 Mannschaften Fußball ge­spielt, von denen 371 Mannschaften dem Deutschen Fußball­Bund angeschlossen waren.

1928 in Wien dem Liederfürsten Franz Schubert gewidmet, so die Praktiken der Großen

soll das Fest in Frankfurt eine Huldigung für unseren Dichter Johann Wolfgang von Goethe sein, der hier das Licht der Welt erblickte und dessen Todestag sich zum 100. Male jährt. Der vom Musikausschuß des Deutschen Sängerbundes aus= gearbeitete Konzertplan sieht drei große Hauptaufführungen vor, für die Tausende von Sängern bereits eifrig proben. Ge­waltige Vorarbeiten sind nötig und werden schon seit Mo­naten getroffen, um dem Feste einen Erfolg zu sichern. Wie groß das Interesse der auslandsdeutschen Sängerschaft ist, zeigt eine Meldung der Hapag, die zur Ueberfahrt annähernd 1000 Mitglieder gebucht hat, und die Mitteilung des Deutschen Kulturamtes in Temesvar, das eine Reise der Sänger aus dem Banat vorbereitet.

Der deutsche Kunstflugmeister Fluglehrer der Ingenieurschule in Weimar.

Der deutsche Kunstflugmeister Gerd Achgelis aus Bremen tritt am 1. April 1932 als Chefpilot und Fluglehrer in die Dienste der Fliegerschule der Ingenieurschule Weimar.

Turnen und Sport.

Die Wertungen" beim Frankfurter Sechstagerennen. Mit sechs Spurts zu je zehn Runden beginnen am Freitag­abend 10,30 Uhr die ,, Wertungen" des Frankfurter 145- Stunden­rennens. Um 2 Uhr nachts folgen dann 10 Spurts zu je 10 Runden. An allen übrigen Tagen finden die Wertungen wie folgt statt: Nachmittagswertung: 3,00 und 4,30 Uhr je fünf Spurts; Abendwertung: 10 Uhr 6 Spurts; Nachtwertung: 2 Uhr 10 Spurts.- Am letzten Abend gilt die 145. Stunde von 10 bis 11 Uhr wieder als Spurtstunde", sie bringt nach jeder 10. Runde eine Wertung. Außerdem werden in jeder Nacht noch durch die sportliche Leitung des Rennens zweimal je 10 Temporunden mit Punktwertung eingelegt und schließlich gibt es auch noch einige private, aber regelmäßig zum Austrag kom­mende Prämien- Spurts.

Deutsche Olympia- Sprinterstaffel wird erprobt

Besonders große Siegeschancen bei den Leichtathletik- Wett­bewerben der Olympischen Spiele in Los- Angeles haben die Deutschen nicht, nur auf die 4- mal- 100- Meter- Staffel seht man große Hoffnungen. Um nun diese Staffel auf das beste vorzu­bereiten, hat die Deutsche Sportbehörde beschlossen, verschiedene vorbereitende Prüfungen zu veranstalten. Im Juni werden die vier ,, Auserwählten" bei zwei verschiedenen Veranstaltun gen starten, zum dritten Male starten sie dann am 5. Juli beim Olympiafest des Deutschen Reichsausschusses in Berlin. Der Zweck dieser Prüfungen ist, die vier Sprinter im richtigen Stab­wechsel einzutrainieren.

Deutsche Leichtathletik- Termine 1932

Unter Berücksichtigung der Standardtermine der Deutschen Turnerschaft sieht die Terminliste der Deutschen Sportbehörde für Leichtathletik für das Jahr 1932 wie folgt aus: März:

10.: Endspiel um den Handballpokal der DSB.

April:

10.: Verbands- Waldlaufmeisterschaften;

17. Kreisgruppenspiele der DT.;

24. Vorrunde zur Handballmeisterschaft( Männer); 24.: Deutsche Waldlausmeisterschaft in Darmstadt. Wlai:

Der Königsberger Hartungschen Zeitung" entnehmen wir folgende bezeichnende Schilderung von Nurmis Empfang in Königsberg. Ein Kommentar dazu erübrigt sich.

,, Nurmi- Empfang. Ort der Handlung: Hauptbahnhof. Zeit: Sonntagnachmittag. Seriöse Herren, Herren der Gesell­schaft, die sich um das Zustandekommen unseres Nurmifestes dankenswerte Verdienste erworben haben, stehen zur Begrüßung bereit. Der Finne steigt aus dem Abteil. In grünlich- grauem Regenmantel, seine Hosen haben von der Existenz eines Bügel­eisens noch nichts erfahren. Man eilt zu ihm. Herr Nurmi, Sie gestatten, daß ich mich Ihnen vorstelle." ,,, Sie ge­ſtatten ,, Sie gestatten

1.: Vorrunde zur Handballmeisterschaft der DT.; 8.: Vorrunde zur Handballmeisterschaft der DSB.( Frauen); 8.: Zwischenrunde z. Handballmeischersch. der DSB.( Män.); 8.: Erste Zwischenrunde z. Handballmeistersch. der DT.; 22. Zwischenrunde z. Handballmeistersch. d. DSB.( Frauen); 22.: Vorschlußrunde z. Handballmeistersch. der DSB.( Män.); 22: 3weite 3wischenrunde z. Handballmeistersch. der DT. Juni:

4./5. Werbesest des Olympischen Ausschusses in Berlin;

Diese Zeremonie ist beendet. Man fragt besorgt: Was wünschen Sie nun zu unternehmen, Herr Nurmi? Wünschen Sie auf den Sportplak zu fahren? Wünschen Sie zuerst zu essen? Wollen Sie ins Hotel fahren, um noch ein wenig aus­zuruhen .?"

Nurmi zuckt mit den Aseln: Ich nicht verstehen Deutsch". Ein anderer Herr, der den, Wunderknaben" schon vom Danziger Start her kennt, springt helfend ein, macht den Dol­metscher. Er spricht dabei nicht Finnisch, aber er hat sich schon Durch eine erfolgreiche Verständigungsmethode angeeignet. einen sanften Rippentriller verschafft er sich bei Nurmi Beach­tung: Du, Nurmi, hör her! Sportplatz? Oder Essen? Oder Hotel schlafen?"

Nurmi ist im Bilde, doch das alles interessiert ihn nur in zweiter Linie: Wo ist Mister Döhring?" Verdutzte Gesich= ter in der Umgebung, doch Nurmi läßt sich nicht aus dem Kon­zept bringen. Er weiß, was er will: Wo ist Mister Döhring?" wiederholt er recht eindringlich seine Frage.

Antwort: Mister Döhring ist auf dem Sportplatz." Nurmi:,.Schade".

Frage: Was nun?"

Nurmi: Erst Geld, dann Essen, dann schlafen, dann Sportplatz!"

Stillschweigen in der Umgebung. Nurmi fürchtet, sich nicht flar ausgedrückt zu haben und präzisiert seinen Gedanken: ,, Ohne Bezahlen nicht laufen!"

Mit einem Schlage versteht man sich mit Nurmi. Man weiß, woher der Wind weht. Nurmi kann Deutsch, das Em­pfangs- Komitee Finnisch.

Der Worte sind genug gewechselt. Schweigend, nachdenklich schlägt man den Weg zu den wartenden Autos ein.

Spaß muß sein!

Nr. 4.

Ja, ja, der Wein wollte allerdings nicht so recht mehr schmecken. Die schwere Arbeit und die ungewohnt späte Stunde steckten ihnen allen in den Gliedern. Aber gezeigt hatten sie, daß sie ,, Bouillon" in den Knochen hatten. Und außerdem hat ten sie ihrem Kommandanten damit doch einen Gefallen getan. Echte, deutsche Jung- Manneskraft

In einem Dorfe im Kreise Alzey saßen nach wohlgelunge ner Uebung einige Feuerwehrleute mit jungen Kameraden zusam men beim Wein und erzählten einander ihre ,, Heldentaten". Wes. halb auch nicht! Und wie sie ihre Kräfte rühmten, kam ein Pfiffikus unter ihnen auf einen seltsamen Gedanken: Er stachelte die Jungen noch ein wenig an und kam dann mit einer Wette

Auf seinem Acker hatte er einen uralten, gesunden Nuß­baum stehen, das Astwerk war abgesägt und die Wurzel frei gelegt. Diesen 5 Meter langen und fast einen Meter starken Riesenstumpf sollten die jungen Kameraden, die so stark sein wollten, ihm holen. Wenn der Nußbaum diese Nacht noch zu ihm in den Hof geschafft würde na also, et wette einen Eimer Wein dagegen, sie würden es nicht fertig bekommen.

Hätt' auch umsonst den Baum herbeigeschafft, Denn auch was im Scherze man verspricht, Ist Manneswort, man bricht es nicht.

Deutschtum im Ausland.

Entnommen ,, Das Echo" Scherl- Verlag, Berlin. Ein verdienstvoller Persien- Kämpfer.

Der frühere deutsche Konsul Wilhelm Waßmus ist im Alter von 51 Jahren gestorben. Waßmus hat sich während des Krieges in Südpersien außerordentlich ausgezeichnet. Er war 1915 mit der Afghanistan- Expedition nach Persien gegangen, wurde aber mit einigen Herren nach Südpersien abgezweigt, um die südpersischen Pässe für einen etwaigen englischen Vormarsch nach Norden zu sperren. Obgleich Wahmus seine Aufgabe ohne Waffen und Geld übernommen hatte, gelang es ihm dank seiner Sprachkenntnisse und seiner besonderen Fähigkeiten, die wilden südpersischen Bergstämme zur Gefolgschaft zu verpflichten. Go fonnte er sich trok größter Entbehrungen und unablässiger Ver folgung durch die Engländer während voller Jahre gegen eine vielfache Uebermacht in Südpersien halten. Auf den eng lischen Generalstabskarten, die während des Krieges verwendet wurden, stand auf Südpersien nur ein Name: Waßmus.

Die jungen Kameraden protestierten energisch und verab= schiedeten sich, um die Wette auszuführen. Die Alten lachten der Mut würde schnell abkühlen, ihnen sei das marine Bett lieber.

Um 2 Uhr nachts polterte ein Wagen durchs Dorf, machte Halt. Die Hausinsassen wurden mobil gemacht und was sahen sie. Ein Wagen stand vorm Tor, der riesige Baum­stamm mit seinem Wurzelwerk lag auf ihn, dazu ein Hebe­baum.

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Die außerordentliche Leistung dieses Deutschen und seine ritterliche Kampfesweise hoben die volle Anerkennung Engländer gefunden 1918 geriet Waßmus in englische Ge­fangenschaft, aus der er erst 1919 nach Deutschland zurückkehrte. Nach vorübergehender Betätigung schied er 1923 auf seinen Wunsch aus dem Auswärtigen Amt aus und lehrte nach Persien zurück, wo er einen landwirtschaftlichen Betrieb im Süden des Landes einrichtete Seine daran geknüpften Erwartungen cr füllten sich aber nicht, so daß er Anfang dieses Jahres nach Deutschland zurückkehrte. Er lebte zuletzt in Drangstedt in Hannover.

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Hitlers Hauptquartier in Berlin. Bezeichnend für die Be­deutung der politischen Verhandlungen in Berlin war die An­wesenheit Hitlers mit einem großen Stab von Mitarbeiter im Hotel Kaiserhof". Die Redaktion der ,, Neuen 33" ver öffentlicht in der gegenwärtigen Ausgabe einen Artikel und viele interessante Aufnahmen aus dem Hauptquartier.

Steyr, die sterbende Stadt. Neben Budapest war Stern der Waffenlieferant der österreichisch- ungarischen Armee. Den Fiedensvertrag von St. Germain verbot Desterreich die Waffen Aus dieser sterbenden Stadt bringt die neuefter Nummer der ,, Münchner Illustrierten Presse"( Nr. 5) erschüt ternde Bilder.

erzeugung. 18 erhitzte Feuerwehrleute standen im Scheine einiger Laternen um ihn herum, und verlangten energisch einen Eimer Wein. Und so restlos hielten sie sich an die Bedingungen, daß sie die schwere Last auch noch von dem ächzenden Gefährt ab luden.

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