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Samstag, den 20. Februar 1932.

Die Deutsche Reichsbahn hat auch diesmal wieder besondere Vorkehrungen getroffen. So wird der regelmäßige Zugverkehr nicht nur durch Hunderte von Verwaltungssonderzügen ver= stärkt werden, sondern es fahren noch 15 Meßjonderzüge aus dem Ausland nad Leipzig. Außerdem sind für das Inland noch 20 LM( Leipziger Messe)-Züge mit 9 Flügelzügen in Aussicht ge= nommen. Die Benutzer dieser Jnlands- Sonderzüge sparen gegen­über den einzeln nach Leipzig reisenden Meßbesuchern etwa 25 Prozent des Fahrpreises und haben außerdem die Möglichkeit, die gleiche Ermäßigung bei der Heimreise in allen fahrplan­mäßigen Zügen zu erhalten. Die verbilligte Rüdfahrkarte, die mit der Sonderzugkarte zusammen gelöst werden muß, hat Gül­tigkeit bis zum 19. März. Die genauen Fahrtzeiten der Son­derzüge und die Fahrkarten des Meßamts sind bei den ehren­amtlichen Vertretern des Meßamts sowie auf allen Bahnhöfen zu erfahren.

Für jeden Meßbesucher ist die Unterkunftsfrage in der Messe­stadt besonders wichtig. Wer sich nicht bereits vorher beim Wohnungsnachweis des Meßamts brieflich bis 25. Februar eine Wohnung bestellt hat, was nur dringend empfohlen werden kann, wendet sich, in Leipzig angekommen, an den Tag und Nacht geöffneten Wohnungsnachweis des Leipziger Mesamts auf dem Hauptbahnhof, Ostseite. Da Hotelzimmer schon auf mehrere Messen im voraus bestellt zu sein pflegen, werden den Meßfrem= den hier Privatquartiere zugewiesen, und zwar sind die Preise den Zeitverhältnissen entsprechend diesmal wieder start herab­gesetzt worden. Die Preise in den Gaststätten sind in letzter Zeit starf ermäßigt worden. Ein Verzeichnis besonders preiswerter Gaststätten außerhalb des Zentrums fann vom Meßamt bezogen werden. Das Reisebüro des Meßamts gibt außerdem Verpfle­gungsgutscheine aus, die für zahlreiche gute Gaststätten Gültig­feit haben.

Zum Betreten der Meßgebäude und-hallen ist der Besitz eines Meßabzeichens notwendig, das im Vorverkauf bis zum 5. März zu verbilligtem Preise abgegeben wird und noch eine be­sondere Verbilligung dann erfährt, wenn das Abzeichen und die Ausweiskarte der letzten Herbstmesse mit übereinstimmender Kontrollnummer mit in Zahlung gegeben wird. Das muß aber bis zum 5. März geschehen sein. Nach Beginn der Messe in Leipzig kommt ein Umtausch nicht mehr in Frage. Für Meß­besucher, die sich nur einen Tag in Leipzig aufhalten, werden Tageskarten, die nur in Leipzig während der Messe verkauft werden, zu verbilligtem Preise ausgegeben.

Das Zurechtfinden in der Messehalle wird durch Orientie­rungsschilder und-tafeln, die zu den einzelnen Meßhäusern hin­leiten, erleichtert. Außerdem stehen im Wohnungsnachweis des Meßamts jederzeit Führer bereit. Das für jeden Fremden beim Besuch der Meßausstellungen unentbehrliche Leipziger Amtliche Meßadreßbuch wird allen Einkäufern fostenfrei überlassen, nur wird für jeden Band eine Auslieferungsgebühr von RM. 1- erhoben.

alles

Es sind dann noch vielerlei Einrichtungen auf der Messe vorhanden, die der Verkehr und vor allem das Geschäft erleich= tern sollen. Kostenfreie Beratung erteilt eine Auskunftsteile über faufmännische Fragen im Erdgeschoß des Meßamts, ferner sei auf die Technische Auskunfts- und Beratungsstelle des Leipziger Meßamts in Halle 9 des Ausstellungsgeländes und auch auf die Auskunfts- und Beratungsstelle für das Deutsche Handwerk in Halle 11 des Ausstellungsgeländes verwiesen. Ueber Wichtige unterrichtet auch die Meßamtliche W. E. 3./ Wirt­schafts- und Export- Zeitung, die während der Messe täglich er­scheint und an Meßbesucher kostenlos abgegeben wird. Sie in­formiert über die Wirtschaftslage und das Meßgeschäft und ent­hält ferner das Tagesprogramm der Versammlungen, Veranstal= tungen u. a. m.. Ueber alle weiteren mit der Messe zusammen­hängenden Fragen erteilt das Leipziger Meßamt, Leipzig, Markt 4, jederzeit bereitwilligst Auskunft.

Die Organisation der Krebsbekämpfung. Die Organisation der Krebsbekämpfung war Gegenstand der Besprechung im Präsidium des Reichsausschusses für Krebsbe­fämpfung, das in Berlin zusammengetreten ist. Auf Grund der Erfahrungen, die in Deutschlind selbst gesammelt worden sind, wurden Richtlinien zur Organisation der Krebsbekämpfung verabschiedet. Sie betonen die ausschlaggebende Bedeutung der Mitarbeit der gesamten Aerzteschaft für die Bekämpfung der Krebskrankheiten. Die Fortbildung der Aerzteschaft, die Be­lehrung der Hebammen, Gemeindeschwestern und Fürsorgerin= nen und die Aufklärung der gesamten Bevölkerung darüber, daß

1932

Leipziger Frühjahrsmesse mit Grosser Technischer Messe und Baumesse

,, Gießener Zeitung"

der Krebs, wenn er rechtzeitig erkannt und rechtzeitig behandelt wird, nicht mehr zu den unheilbaren Krankheiten gehört, sind wichtige Voraussetzungen. Die Richtlinien betonen, wie wichtig es ist, daß mit den Aerzten und wissenschaftlichen Instituten auch die Behörden, die Krankenkassen und die freie Wohlfahrts= pflege zusammenarbeiten, um die planmäßige Durchführung der Krebsbekämpfung mit allen heute erreichbaren Mitteln sicher­zustellen. Tausenden von Menschen kann so die Gesundheit wiedergegeben werden.

Aus Rah und Fern.

Die schwarze Fahne in Oberhessen.

Infolge eines Konflikts zwischen den Pächtern von Fürst­lich Braunfelsschen Ländereien und der Fürstlich Braunfelsschen Gutsverwaltung über die Höhe des Pachtpreises für das Acer­land ist in dem Kreisort Bellersheim die schwarze Fahne her Bauernnot gehiẞt worden. Da die Verpächterin die im Früh­jahr 1930 erhöhten Pachtpreise trotz Verhandlungen bis jetzt nicht ermäßigte, haben die Pächter angesichts der schweren Not­lage der Landwirtschaft beschlossen, das Pachteinigungsamt in Hungen anzurufen und bis zu dessen Entscheidung die Pacht­preiszahlung einzustellen. Als nun dieser Tage die fällige Pacht von Beamten der Fürstlichen Gutsverwaltung tassiert werden sollte, war vor dem Rathaus die schwarze Fahne aufgezogen, und von 86 Pächtern erschien nur ein einziger, der eine kleine Zahlung leistete, während alle übrigen Pächter geschlossen dem Zahlungstermin fern blieben und zunächst die Entscheidung des Pachteinigungsamts abwarten wollen.

Lich. Die Anmeldungen zu der Frühjahrs- Gesellenprüfung haben im Bezirk Lich bis zum 1. März 1932 an den Vorsitzenden des Gesellen- Prüfungsausschusses, Herrn Fr. Schmidt 1., Schlos­sermeister in Lich, zu erfolgen.

Lich. Am Freitag feierte die Prinzessin Marie zu Solms­Hohensolms- Lich, die Tante der früheren Großherzogin von Hessen, in voller geistiger und körperlicher Rüstigkeit ihren 95. Geburtstag.

Nidda. Einem Landwirt wurde nachts der ganze Vorrat von zwei frisch geschlachteten Schweinen aus der Vorratsfam­mer gestohlen.

Bad Nauheim. Der Verbandstag der Bäder- Innungen Hessens wird am 21. und 22. Mai hier abgehalten; etwa 400 Vertreter aus den drei hessischen Provinzen werden erwartet.

Bad Nauheim Bis zum 18. Februar 1932 betrug der Ge­samtbesuch 693 Gäste; darunter waren 41 Ausländer. Anwesend an diesem Tage waren 400 Gäste.

Friedberg. Bei der Bürgermeisterwahl in Ober- Morlen erhielt der seitherige Bürgermeister Schmidt 1161 Stimmen, während der von den Kommunisten aufgestellte Gegenkandidat Ged es nur auf 139 Stimmen brachte. Ungültig waren 105 Stimmen. 92 Prozent der Bevölkerung machten von ihrem Stimmrecht Gebrauch.

Darmstadt. Das Schwurgericht verhandelte am Donnerstag gegen den Dienstknecht Taut, der in Elsbach bei Erbach( Oden= wald) seinen Berufskollegen Krämer ermordet hat und ver= urteilte den Angeklagten wegen Totschlags zu fünf Jahren Zuchthaus.

Darmstadt. In dem Munitionsdepot eines Vorführwerkes im Birkenauer Tal bei Weinheim wurde ein schwerer Spreng­stoffdiebstahl ausgeführt und die ansehnliche Masse von 36 Kilo Sprengstoff und 3600 Sprengkapseln gestohlen.

Michelstadt i. O. Der Odenwälder Gastwirte- Verband be­schäftigte sich eingehend mit der Frage der Bierpreissenkung und beschloß, falls feine Aenderung in der Preisfrage eintritt, in den Bierstreik zu treten.

Mainz. Der Oberbürgermeister Dr. Ehrhard legte dem Stadtrat den Rechenschaftsbericht für das Jahr 1930 vor. Der Fehlbetrag beträgt rund 2,6 Mill. M.

Dillenburg. Die vielerörterte Frage des etwaigen Auf­lösens des Landgestüts Dillenburg wurde vorläufig bis zum das Landgestüt Jahre 1936 verschoben. Nach Lage der Dinge - scheint aber dieses Gestüt Dillenburg hat zurzeit 54 Hengste erst in letzter Linie bei einer etwaigen Verminderung in Frage zu kommen, da vielfach bedeutend fleinere Gestüte vorhanden sind. Frankfurt a. M. Am 28. Februar 1932 feiert die Senden­bergische Bibliothek das Jubiläum ihres 25jährigen Bestehens

M

Mustermesse 6. bis 12. März Grosse Technische Messe und Baumesse 6. bis 13. März Textil messe 6. bis 9. März Sportartikelmesse und Möbelmesse 6. bis 10. März

Auskunft erteilen:

der Ehrenamtliche Vertreter des Leipziger Messamts: Hermann Fuhr, i. Fa. J. H. Fuhr, Gießen, Sonnenstraße 25, Telefon 2454 und die Industrie- und Handelskammer für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach, Gießen, Lonystraße 7, Telefon 3647. Messabzeichen zu Vorzugspreisen: beim Ehrenamtlichen Vertreter. Messadreẞbuch( 2 Bde.) frei nach Einsendung von RM 1.- je Band auf Postscheckkonto: Leipzig 66 750, Verlagsanstalt des Leipziger Messamts, Leipzig C. 1.

Gewandhauskarten für 9. März:( Dirigent Dr. W. Furtwängler) im Verkehrsbüro des Leipziger Messamts.

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Schwere Verfehlungen eines Jugendleiters. Kassel. Vor dem Großen Schöffengericht hatte sich der che= malige Ortsgruppenleiter der Hitlerjugend, H. H., der wegen Unterschlagungen aus der NSDAP. ausgeschlossen wurde und der KPD beitrat, wegen schwerer sittlicher Verfehlungen an ihm unterstellten Schülern zu verantworten. Der Staatsan valt hatte zehn Jahre Zuchthaus beantragt; das Gericht verurteile ihn unter Zubilligung mildernder Umstände zu vier Jahren Ge­fängnis nebst fünf Jahren Ehrverlust.

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Kommt die Landwirtschafts- Wanderausstellung?

Eine Frage, die keine Frage mehr ist. Die Wanderausstel­lung Mannheim, so hat es Gesamtausschuß und Vorstand der Deutschen Landwirtschafts- Gesellschaft in der Großen Landwirt= schaftlichen Woche beschlossen, wird auf jeden Fall an den vor­gesehenen Tagen vom 31. Mai bis 5. Juni 1932 abgehalten. Die Anmeldungen zur Abteilung Tiere gehen in gewohnter Weise ein, landwirtschaftliche Erzeugnisse und Hilfsmittel sind bereits reichlich angemeldet, auch die Anmeldung in der Abtei= lung Maschinen und Geräte ist befriedigend. Eine endgültige Uebersicht wird man erst Ende dieses Monats erhalten, nachdem die Anmeldefrist abgelaufen ist.

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Ein deutsch- amerikanischer Erfolg. Dem deutsch- amerika­nischen Verband von Los Angeles( Kalifornien) gelang es fürz­lich, durch einen Protestschritt die Säuberung der öffentlichen Bibliothek zu Pasadena( Kalifornien) von antideutscher Hetz­¡ ite: atur zu erreichen. Das Beispiel zeigt, was in den Vereinig ten Staaten noch alles durch planmäßiges Vorgehen erreicht werden kann

Neue Bücher.

In diesen Tagen regnet es wieder Einkommensteuererklärun gen... da muß man gerüstet sein! Es ist unglaublich, was so ein Finanzamt alles wissen will. Da heißt es aufpassen, um keine Fehler zu begehen. Nun ist soeben gerade zur richtigen Zeit für die ,, Einkommensteuererklärung" eine ganze populäre Erläuterungsschrift erschienen, welche für jeden Steuerzahler ein wertvoller Führer durch das Labyrinth aller Fragen und Be stimmungen ist. Das Ganze kostet bei dem auf dem Gebiete des Steuerwesens so bekannten Industrieverlag Spaeth& Linde, Berlin W 10, Genthiner Straße 42, nur RM. 1,40.

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