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Nr. 50

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Bahniteig.

( Fortjehung folgt.)

Samstag, den 17. Dezember 1932.

,, Gießener Zeitung"

Nr. 50

Gesundes Selbst- vertrauen!

Gesundes Selbstvertrauen stellt sich ein, wenn wir über die Schlagworte des Tages hinweg uns eine Bildung verschaffen, die mit Heimat und Volk verbindet und jedem selbständiges Urteilen ermöglicht. Von welchem Wert hierfür nach der Auskunft des ,, Deutschen Instituts für Zeitungskunde" die Zeitung und die stille Stunde mit dem Buch ist, sagen folgende Zellen.

Vaterland, du bist das, was du bist, nicht durch dle Gewalt deiner Ge­waltigen, nicht durch die Welsheit deiner Weisen, du bist es durch delne Wohnstube, du bist es durch die in der Wels­helt deines Volkes er­habene Kraft deines

Hauslebens.

Von der Neugierde.

Pestalozzi.

Wir wandten uns mit der Frage Sollen wir neugierig sein?" an das Deutsche Institut für 3eitungs­funde. So sagten die Herren- aus der lebendigen Neugierde ift ja eine der wichtigsten Quellen unserer deut schen Volksbildung entstanden nämlich die Zei­tung. Eine der besten Antworten auf eine von dem Institut beranſtaltete Umfrage an 60 000 Schüler über den Grund des Beitungslesens war die: Aus Neugierde und Wissensgier".

Und in einem Büchlein aus dem 17. Jahrhundert Bei­tungsluft und- Nut" steht folgendes: Wir ehrlichen Leute, die wir ist in der Welt leben, müssen auch die jetzige Welt er­fennen, und hülft uns weder Alexander Cäsar noch Mahomet nicht, wenn wir flug sein wollen. Will aber wer flug seyn und werden, wo er anders in der Staats-, Handel- und Bürger­lichen Gesellschaft leben will, so muß er die Zeitung wissen, er muß fie stezt lesen, erwägen, mer fen und einen Verstand haben wie er mitdem- selben umgehen soll". Nichts hält unsere Neugierde. so in Spannung, führt uns so an den Strom der Zeit" her­an, nichts beeindruckt uns so stark von dem Wandel des Ge­schehen in der inneren und äußeren Natur, nichts vermittelt uns so die Mannigfaltigkeit der Geschehnisse in Welt und Heimat, nichts erinnert so lebhaft an die Mangelhaftigkeit einer Schlagwortbildung- als unsere Zeitung. Die Geschichte des Zeitungswesens erteilt uns einen guten Anschauungsunterricht über Wesen und Werden der deutschen Volksbildung und zeigt, wie töricht es ist, womöglich in einem abfälligen Sinne, ein Schlagwort wie das vom Zeitungswissen" zu prägen. Das Zeitungsinstitut sagt uns aber auch vor allen Dingen, daß man viel weniger an die wenigen großen Zeitungen der Großstädte denken dürfe, wenn man von dem Bildungswert der deutschen Zeitung spricht. Der weitaus größte Teil der etwa 4000 beut­schen Tageszeitungen sind ja jene Blätter im Reich, bie Kultur und Wesen ihrer Heimat aug. drücken, innig mit der Leserschaft verbunden sind, und die in Deutschland von etwa 30 Millionen gelesen werden. Heimat und Familienzeitung gibt uns deutschen Menschen einer bestimmten Landschaft in ihrer Sprache und in ihrem Wesen Anregung zur Weiterbildung, zur Entwicklung unseres Gegenwarts- und Wirklichkeitssinns und unseres Selbstvertrauens. Mit Recht fann man von ihr sagen: Nur eine Zeitung hat gesicherte Lebenskraft, die auf eigenem Boden gewachsen ist und den Erdgeruch der Heimat ausströmt und als Blatt der Familie geachtet wird.

Alles Wissen?

Die

Der Altmeister deutscher Bildung, Goethe, hat sich mit Pecht oft über die lustig gemacht, die sich schon für bildet

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dünten, wenn sie möglichst viel wissen. Menschen, deren Bildungsziel die An­häufung von totem Einzelwissen ist, werden den ewigen Durst nach Wissen auch nicht stillen fönnen, unzufrieden mit sich selbst sein und in der Gemeinschaft des Boltes als recht haberische Alles­besserwisser" eher zerstörend als aufbauend und bildend wirken. Sie lähmen in sich den Sinn für lebendige Menschenbildung- so wie wir Deutsche sie berstehen, die auf der Ehrfurcht vor lebten Geheimnissen des Lebens, vor den Werten des Gemütes: Glaube, Liebe, Heimat­beruht. Die volkstümliche Sprache, die in ihren Erfindungen genau so im Volkslied und in den Sprichwörtern einen tieferen Sinn und echte Lebensflugheit verrät, fennt für die Menschen, die einen allzu großen Wissensdünkel zur Schau tragen, den Be griff wandelndes Lexikon". Man will damit sagen, daß diese Menschen zwar gut zu benutzen sind wie eines dieser Nachschlage­werke, daß sie aber eben wie ein Buch mit ihrem Lerifonwissen" oft gar fein gesundes Selbstvertrauen, teine eigene geistige Schaffenstraft besißen, sondern daß ihr Einzelwissen erst durch andere Menschen lebendig und für den Dienst am Bolt fruchtbar gemacht werden kann. Dabei tut man mit einem solchen Schlag­wort der hohen Kultur des deutschen Lerilons durchaus unrecht.

Es gab eine Zeit, in der das Wort gebildet" eine Standes­bezeichnung war. Man wurde zu den gebildeten Ständen" ge­rechnet, wenn man in der Gesellschaft, im Salon" zur Konver­sation mit recht viel Wissen prunten und möglichst bei allen Fragen mitreden, sich eben gebildet zeigen fonnte. Und dafür gab es dann das Ronversationsleriton", aus dessen reichem Schatz man noch rechtzeitig Wissen schöpfen fonnte, um es im Salon an den Mann zu bringen. Noch heute deutet der Führer im Goethe- Haus in Weimar auf diese Allgemeine Deutsche Real- Encyclo­pädie für die gebildeten Stände" wie der Brockhaus damals hieß, den der fluge Arbeitstechniker Goethe in ständiger Bereitschaft auf seinem Schreibtisch batte, und von dem er oft genug sprach, den er oft und gern be­nubt hat, zwar nicht als Konver­fationsleriton, sondern als ein Handbuch des Wissens", welchen Litel unser bistorisches Nachschlage­werf-

tennzeichnend genug für den Wandel im Bildungs­begriff heute noch führt.

Das war für Goethe wie für einen Wissenschaftler oder einen Dichter unserer Tage teine Schande und nichts Beson­deres. Um so weniger ist dieses Sichverlassen auf die geistige Arbeit anderer ein Mangel an Bildung, als ja gerade Goethes Lebenswert uns das Wesen der deutschen Bildung nicht in einer Vielwisserei, sondern in der Fähigkeit zu selbständiger Wissensaneig= nung erlennen lehrte. Wir können ruhig so viel Wissen haben meint Goethe, wie der Brockhaus, wenn dieses menschenmöglich wäre und wenn wir nicht dadurch jene unangenehme Eigenschaften der Alles besserwisser" er­hielten, die man zwar weniger einem Buch, aber sehr einem Menschen übelnimmt. In der Begrenzung zeigt sich der Meister. Du mußt nicht alles wissen, aber alles zu finden wissen. Und dieses gilt in unserer beutigen Zeit noch viel mehr als in der Goethes, denn auf allen Gebieten der Wissenschaft und Kultur sind unerhörte neue Fortschritte vollzogen.

Neue Welten der Ertenntnis haben sich auf­getan, ganz neue Wissensgebiete wurden entdeckt. Mit den neuen Entdeckungen und den gelösten Problemen sind neue Rätsel aufgetaucht. Auch das praktische Leben im Alltag ist für den Mann im Berufsleben und für die Frau im Hause verwickelter geworden. Überall neue Fragen, die sich mit der fortschreitenden Erkenntnis und den sich entwickelnden Lebensgewohnheiten er­geben. Man vergleiche nur einen Jahrgang einer Zeitung von damals mit einem von heute oder man blättere in dem Brock­haus, der auf dem Schreibtisch Goethes steht und in dem gewaltigen Wert, dem Großen Brockhaus" von heute, dem 20 dicken Bänden starken Handbuch des Wissens. Denn wie in einem Brennspiegel der Welt sammeln sich hier die vielen Hunderttausende von Fragen, die man heute über alle möglichen Gegenstände des Wissens und des praktischen Lebens stellen lönnte. Und es wäre ein Verlangen, dem niemand energischer als der Arzt widersprechen müßte, Antwort auf all diese Fragen mit sich in seinem Kopfe herumzutragen. Dabei würde man wirklich ein gesundes Selbstvertrauen verlieren und geistig zusammenbrechen.

Heute gilt es als Zeichen fluger Lebenserfahrung, sich auf die geistige Vorarbeit anderer zu verlassen. Wenn das Lexikon­wissen von damals nur für die gebildeten Stände berechnet war, so ist es beute für jedermann bestimmt. Es ist ein solches

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Stets bringt die Zeitung Int'ressantes, und jeder­mann liest so gespannt es, daß er, vergessend rings die Welt, beinahe in den Gully fällt. Doch man ristiert schon so ein Bad, wenn man nur seine Zeitung hat.

Nachschlagewerf wie ein modernes Wunder der Technif" bis ins fleinste durchgearbeitet, und je sinnreicher seine Konstrut­tion, je schwieriger die Herstellung, um so leichter die Mühe des Benußers. Denn es ist Ziel: die wissenschaftliche Erfahrung von heute in den Dienst der prat­tischen Lebensaufgaben von jedermann zu stellen.

Einen derartigen Organismus mitschaffen und stets weiter ausbauen helfen zu dürfen, ist der Stolz der vielen Hunderte von Mitarbeitern, die jeder auf seinem Sondergebiet, in ge= drängter Kürze ihr Bestes geben. Dazu gehört eine eigene Bes gabung, und die liebevolle Einstellung, Bildung und praktisches Einzelwissen für jedermann zu schaffen, denn manchem Ge­lehrten fällt es erfahrungsgemäß leichter, ein wissenschaftliches oder praktisch beratendes Buch zu schreiben, als dessen Inhalt in 20 oder 30 Zeilen Inapp und treffend zusammenzufassen. Und das ist das Entscheidende für die Bildungsauffassung unserer Zeit, die fedem zu gesundem Selbstvertrauen verhelfen will. Es sind schöne Worte, die uns in diesem Zusammenhang der bekannte Wissenschaftler Dr. Hans Roft zu unserem Thema zur Verfügung stellt: Wie die Bienen aus tausend Kräu­tern den Honig in ihren Bellen zusammentragen, so bilden die Tausende und aber Tausende seiner Stichwörter einen schier unergründlichen Born des gesamten Wissens der heutigen Menschheit. Hier ist aufgestapelt, was die Denter aller Zeiten erarbeitet, was die Forscher im faustischen Drange nach Klar­heit und Wahrheit der Natur an Geheimnissen abgelauscht und abgerungen haben. Hier wird berichtet, wie findige Köpfe die Errungenschaften der Denker zum Nußen der Menschheit ins Praktische umwandelten und die Abhängigkeit des Menschen von den Naturgewalten immer weiter berringerten. Hier wird erzählt, was die Menschen und Völker_an Gutem und Bösem im Laufe ihrer Geschichte leisteten, wie sie die Schönheit auf die Erde gebracht haben und ihr Antlig durch Bauten und technische Anlagen zu verändern. Aber im rastlosen Drange schafft die Menschheit weiter, um sich die Erde untertan zu machen, mit allem, was auf ihr fleucht und freucht, wie es schon im kul­turbefehl der Bibel heißt. In dieses Treiben und Jagen, dieses Forschen und Mühen läßt uns die moderne Zeitung einen Blid tun. Sie steht am Ufer des Stromes der Zeiten und hält fest, was ihr wichtig und ereignisschwer zu sein dünft. Während die Zeitung die Ereignisse des Tages und die Fragen der Zeit mitteilt und erörtert und so ein Stüd Weltgeschichte im fleinen in die Annalen des Werdeganges der Menschheit trägt, ist das Lerilon der hilfreiche größere Bruder, der diesen gewaltigen Gang menschlicher Geschichte und mensch licher Erdenarbeit für alle Gebiete des menschlichen Wissens genau und unparteiisch zum Nachschlagen festhält. Die Zeitung bringt Anregungen, Mitteilungen jeder Art, sie rollt das Rab der Weltgeschichte weiter. Der Große Brockhaus" dagegen steht mit schwerer und gediegener Fracht an Wissen reich be­laden da, stets zu Auskunft und Belehrung bereit, um die Lücken des Wissens zu schließen und die Wißbegierde zu stillen."

Bildungsdienst der Mütter.

Wir erfuhren auf einem Presseempfang von einem Lehr­heim des Deutschen Mutterdienstes der Frauenhilfen", welches geradezu als Hochschule für deutsche Mütterbildung" bezeichnet werden kann. An dem Abend unseres Besuches sprach zu den andächtigen Frauen ein bekannter Ingenieur und Bollswirt über die moderne Technit alb eine, die Frau und Mutter ent­lastende, die Freudigkeit und die Kultur der Familie för­dernde Bildungs- und Lebens macht. Er meinte und da stimmten ihm seine Zuhörerinnen lebhaft bei daß die segensreiche Elektrizität mehr Freude, mehr Gesundheit, mehr Ersparnisse an Arbeitsaufwand, Zeit und Geld schaffe. Es sei llar, daß das elektrische Kochen nach den Richtlinien der neuen Ernährungslehre durch den stetigen Er­wärmungsvorgang den Nährwert der Speisen viel besser er­halte als jede andere Rochart, daß auch die elektrischen Herde gar nicht teurer feien, als die anderen und daß vor allem die Frau in der Küche ein viel angenehmeres und bequemeres Arbeiten habe. Man wäre mit der Elektrifizierung der Haus­halte viel weiter, wenn die Frauen die Beratung der Elektrizi tätswerfe mehr in Anspruch nähmen. Sehr viel Verwirrung herrsche allerdings über die Preisbildung für den Strom. Obwohl wir in Deutschland zumindest noch für tausend Jahre genug Kohle hätten, seien da Leute, die die gesamte für Deutsch­land notwendige elektrische Energie durch die Kraft des Wassers und des Windes erzeugen wollen. Ja, man verspricht den ge­plagten Hausfrauen Strompreise von etwa 5 Pfennig. Ganz abgesehen davon, daß solche Pläne technisch taum durchzuführen seien und viele Milliarden tosten würden, wäre die Berechnung für den Strompreis auch noch falsch. Man seße sich hier über die wirklichen Verhältnisse hinweg, über die Tatsache, daß die vorhandenen Werte, Leitungsneße usw. nicht von heute auf morgen entwertet werden können, sondern daß man das dafür geliehene Geld doch wieder hereinwirtschaften, ordentlich ver­zinsen und zurückgeben müsse. Aber gerade diese Anlagen, ihre ständige Betriebsbereitschaft und schließlich die mehr oder weniger starte Inanspruchnahme der Werte bilden die Grund lagen der Berechnung des Strompreises, der schon heute( bet Lichtpreisen in der Größenordnung von etwa 0,45 Pfennig und bei Kochstrompreisen von etwa 8 bis 12 Pfennig) an vielen Orten durchaus nicht teurer sei als andere Energien. Man darf ja auch- und damit schloß der Vortragende feine Rechenfebler machen. Man muß berücksichtigen, daß die Ersparnisse an Zeit und Kraft, an Arbeitsaufwand und Un­tosten für den Arzt in die Gesamtrechnung einbezogen werden müsse. Das gelte ganz besonders für den minderbemittelten Haushalt. Weit mehr als die Hälfte aller elektrischen Küchen stehen heute schon in den Küchen von Arbeitern und unteren Angestellten. Und so lernten wir, von welchem Nußen der­artige Betrachtungen für den Beruf der Mutter sind, der zu den schwersten, aber auch zu den inhaltreichsten gehört.

Was sagt der Arzt? Diät in den Festtagen.

Man sollte mehr über den tieferen Sinn althergebrachter Voltsbräuche nachdenken. Das wäre oft von praktischem Wert für unsere Ge sundheit; denn schließlich tommen in solchen Voltsjitten und Erkenntnissen Wahrheiten, die das Leben gleichsam selbst entdeckt hat, zum Ausdrud. Andere Länder andere Sitten. Aber zu Weihnachten liegt eine gewisse Gleichheit in manchen Gebräuchen. Das traditionsbewußte England führt als Symbol den Mispelzweig und als Krönung des weihnacht lichen Festessens den gehaltvollen und reichlich gezuderten Plum pudding. In Amerita ist in demselben Sinne der Truthahn populär. Und schließlich bei uns in Deutschland tommt zur Weihnachtszeit eine Fülle der süßen Tafelfreuden, eine Fülle von Backwert und Zuderzeug, so daß man mit Recht von der süßen Jahreszeit spricht.

Da sind aber auch schon diejenigen überängstlichen Ge müter, die alles Leid auf das Essen zurückführen und die in einer ganz törichten Enthaltsamfeit uns für Weihnachten eine besondere Diät empfehlen möchten.

Mit dem Wort Diät wird neuerdings überhaupt ein solcher Unfug getrieben, daß es höchste Beit ist, sich von der medizint­schen Wissenschaft hierüber belehren zu lassen. Ein bestimmter Kreis von Gelehrten und Arzten hat gerade vor furzem eine wisserschaftliche Organisation ins Leben gerufen, die die Zusammenhänge zwischen Krankheit und Ernährung und vor allem den Heilwert bestimmter Ernährungsweisen für be stimmte Krankheiten gewissenhaft erforschen soll. Der Leiter ber dieser Organisation, Berliner Universitätsprofessor Schlayer, sagt uns, daß es höchste Zeit ist, den Begriff Diät ganz eng als eine medizinische Behandlungsweise aufzufaffen, und daß es nicht erlaubt ist, von einer allgemeinen, gewiffer maßen frankheitsvorbeugenden Durchschnittsbiät für jedermann zu sprechen. Man tönne doch nicht etwa die vom Arzt dem Budertranten vorgeschriebene Ernährungsweise zu einer all­gemeinen machen und somit den Menschen die Luft an den Süßigkeiten, den mancherlei deutschen Süßspeisen und schließ lich an dem weihnachtlichen Zuderzeug nehmen. Die Arzte meinen im Gegenteil, daß der in Süßigkeiten enthaltene Buder ein außerordentlich hochwertiges Nahrungsmittel ist, und daß wir was die Süßspeise und das Buderzeug anbelangt eigentlich immer Weihnachten feiern follten. Natürlich teine Einseitigkeit tein Übermaß. Aber doch dafür sorgen, daß in unserer gewöhnlichen gemischten Roft in Suppen, im Gemüse, in Obst- und Mehlspeisen nicht am Kraftspender Zuder gespart werde. Nur teine falschen Sündenböde" etwa für Bahn­schmerzen oder Magenbeschwerden verantwortlich machen, so antwortet ein bekannter Berliner Stadtarzt. Buder schadet weder den Zähnen noch überhaupt dem menschlichen oder findlichen Organismus.

Gerade zu Weihnachten mag uns der Trieb des Stindes nach Süßem als ein von der Natur eingepflanzter Ernäh­rungsinstinkt ein guter Lehrmeister sein. Weihnachten ist das Fest des Kindes, und wir sollten dankbar sein, wenn wir die Freude der Kinder auch zu unserer Freude machen und uns nicht durch törichte Redereien den gesunden und fröhlichen App..it verderben lassen.