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Nr. 37 Samstag,

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Samstag, den 17. September 1932.

,, Gießener Zeitung"

grundsätzlichen Aufrechterhaltung des Tarifsystems, darum zu verantworten, weil die durchschnittliche Lebenshaltung der Ar­beitnehmer erhöht statt gesenkt und die Arbeitsgelegenheit ver­mehrt wird.

Instandsetzung von Wohnungen oder der Anpassung der Ge­hälter öffentlicher oder öffentlich subventionierter Unterneh mungen) sowie der vorerst nur geplanten Vereinfachung und Verbilligung sozialer Einrichtungen( bei der unbeschadet aller möglichen Ersparnisse ebenso wohlerworbene Ansprüche wie auch das Existenzminimum der wirklich Bedürftigen unbedingt ge­sichert bleiben muß!) soll vor allem folgendes geschehen: Vom Oktober ab werden für ein Jahr 40 v. H. der Umsatz- und der Realsteuern und der gesamte Betrag der Beförderungssteuer in Form verläuflicher und beleihbarer Steuergutscheine zurüd­erstattet, die während fünf späterer Jahre bei jeder Steuerzah­lung( mit Ausnahme der Einkommen- und Körperschaftssteuer) mit einem Aufgeld in Zahlung genommen werden. Außerdem werden solche Gutscheine jedem, der gegenüber den Monaten Juni bis August dieses Jahres mehr Arbeiter beschäftigt, für jeden Neueingestellten je Vierteljahr im Rennbetrage von 100. RM. ausgehändigt( falls die Mehrbeschäftigung nicht durch bloße Verschiebung der Arbeit zwischen mehreren Be­trieben bewirkt wurde). Dabei wird mit der Ausgabe solcher Steuergutscheine im Betrage bis zu 1,5 bzw. 0,7, zusammen also 2,2 Milliarden Reichsmart gerechnet. Die steuerliche Entlastung bei sofortigem Verkauf der Gutscheine dürfte mindestens 10 bis 20 v. 5. der Gesamtsteuerlast ausmachen und dadurch die Ren­tabilität sehr erheblich steigern, wenn nicht in manchen Fällen überhaupt erst wieder ermöglichen. Der Absatz der Gutscheine ist angesichts erheblicher anlagefähiger Gelder gesichert, eine Vermehrung des Umlaufs an Zahlungsmitteln keineswegs zu befürchten, ebenso wenig eine gegenwärtige Belastung der öffentlichen Haushalte. Der künftige Ausfall an baren Steuer­eingängen ist auf jährlich etwa 300 Millionen zu schätzen, der aber bei einigem Erfolg des Ganzen durch anderweiten Mehr ertrag ohne weiteres ausgeglichen wird. Die Prämie für die Mehreinstellung von Arbeitskräften vermindert den hierfür er­forderlichen Lohnaufwand noch einmal um etwa ein Drittel bis zu ein Viertel, erhöht also die Chance rentabler Produk­tionsausdehnung erheblich. Die Finanzierung der Prämien ist dadurch in beliebigem Umfange gesichert, daß ihrer Gewäh­rung eine nicht unerheblich größere Ersparnis an öffentlichen Unterstützungsmitteln gegenübersteht, vom Steuermehrertrage der stärker beschäftigten Unternehmungen ganz zu schweigen. Grundsäglich sind also beide Maßnahmen richtig. Ob sie zur Wiederbelebung ausreichen, fann niemand voraussagen. Aber schon die Wahrscheinlichkeit rechtfertigt den Versuch, da für

alle anderen Vorschläge nicht einmal eine solche Wahrscheinlich feit aufgewiesen werden kann.

teine andere Vorbereitung mitbrachte, als die, die die Volks­schule und die Lehre in einer lithographischen Anstalt vermit­teln fann. Daß einige Jahre gewerkschaftlicher Tätigkeit das für einen hohen Posten im Ministerium erforderliche Maß an

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Gelingt es der Reichsregierung, nicht nur diese Maßnahmen Wissen verschafft haben sollten, ist nicht recht glaubhaft. Hätte ßerordentli durchzuführen, sondern auch die öffentliche Ordnung und Sicher: Herr Bauknecht sich nicht so unvorsichtig zu Gericht begeben, jo Dreied Mühl

heit unter allen Umständen aufrecht zu erhalten, so sind wenig stens die Voraussetzungen dafür geschaffen, daß die deutsche Wirtschaft an dem zu erwartenden Wiederaufstieg der Welt­wirtschaft ohne allzu große Berzögerung oder Einbuße wird teilnehmen können. Ihre sachliche Arbeit wird die Reichsregie­rung aber in ganz anderem Maße, als es ihre Vorgänger ge­tan, durch eine umfassende und eindringliche sachliche Aufklä= rung über die Ziele, die Zweckmäßigkeit und die Gründe ihrer Maßnahmen unterstützen müssen!

Die für ein halbes Jahr bei der Mehreinstellung von Ar­beitskräften zugelassene Lockerung des Tarifzwanges führt für den einzelnen Arbeitnehmer zu einer Lohnsenkung von höchstens 12% Prozent in jedem Falle aber zu einer Erhöhung der von einem Betriebe gezahlten Lohnsumme. Die zur Erhaltung ge= fährdeter Betriebe bis zu 20 v. H. zugelassene Sentung sichert den Arbeitnehmern immerhin noch eine höhere Kaufkraft als sie bei Einstellung des Betriebes aus den gezahlten Unterstützun­gen behielten, von den wirtschaftlichen und fistalischen Vortei len rentabler Produktionserhaltung ganz abgesehen. Der Er­folg wird von der Einsicht abhängen, mit welcher die Unter­nehmer von diesen Möglichkeiten Gebrauch machen und die Schlichter sie handhaben. Grundsätzlich ist die Anpassung der schematischen Tarifverträge an die individuellen wirtschaftlichen Verhältnisse zweifellos richtig und sozialpolitisch, angesichts der

Die Landsknechte

Sportroman von Emil Wöhner.

( Nachdruck verboten.)

( 19. Fortsetzung.)

Berufsbeamtentum

oder gesunder Menschenverstand?

Die Sozialdemokratie ist schwer entrüstet, weil die neue Zeit, besonders in Preußen, über das wahrlich ziemlich berüchtigte System ihrer Partei buchbeamtenschaft zur Tagesordnung vernünftiger und bewährter Verwaltungsgrund sätze übergegangen ist. Die Entrüstung ist begreiflich. Denn welche Chancen kann die Sozialdemokratie ihrer Partei- und Gewerkschaftsbürokratie noch bieten, wenn die Posten der höhe: ren Verwaltung, die Landratsämter und Regierungspräsidien, die Ministerial- Stellen und Polizeipräsidien wieder, wie früher, vorgebildeten Verwaltungsbeamten reserviert werden? Da bleiben schließlich nur noch einige Posten in der Kommunal­verwaltung, in den Ortskrankenkassen und beim Konsum. Aber auch das ist alles nicht mehr sicher. Schon drohen die Stadtver= ordnetenwahlen, einem Teil der letzten Herrlichkeiten ein Ende zu machen. Bei den Krankenkassen lebt sich's zwar noch ganz gut; aber wag mag da noch kommen? Und beim Konsum geht die Pleite um. Wohin also mit den zahlreichen Funktionären, die ihren Posten verdient haben?.

,, Ja," entgegnete der Mittelläufer mit ernſtem Gesicht, ,, das Schlimmste kommt noch. Es ist eine Geschichte für starke Nerven. Soll ich lieber aufhören?"

,, Ja... oder nein. Hören muß ich die Geschichte jetzt." ,, Onkel Fritz steigen die Haare zu Berge," fuhr der Mittel­läufer fort. ,, Er nimmt seinen Mut zusammen und greift zum Revolver. Die Hand ist immer noch da. ,, Weg oder ich schieße!" ruft Onkel Fritz mit heiserer Stimme, drückt los und schießt... sich durch die große Zehe...!!"

Theo Hansen lachte, daß ihm die Tränen in die Augen tra­ten. ,, Er schießt sich durch die große Zehe!" wiederholte er aus­gelassen und schlug sich auf die Knie.

Nur Frau Bauer schien recht enttäuscht über den harmlosen Ausgang der Geschichte.

Im deutschen Volk sieht man die schweren Sorgen der so­zialdemokratischen Bonzokratie nicht ohne ein gewisses Behagen und mit einer ausnahmsweise einmal berechtigten Schaden­freude. Sie haben es etwas zu bunt getrieben, die Herren Obergenossen; die Zahl der Betriebsunfälle" ist zu groß ge­worden. Jm alten töniglichen Preußen hätte ein Minister des Innern einen einzigen Landratsfall, wie sie Herrn Severing zu Dutzenden passierten, amtlich kaum überlebt. Ja, solche Fälle waren damals überhaupt schlechterdings nicht vorstellbar.

Eine halbe Stunde später standen die beiden Spieler vor der Haustür. Theo musterte ein wenig besorgt den wolfen­bedeckten Nachthimmel.

,, Sag' mal, Adolf, hast du zufällig an deinem Radio den Wetterbericht gehört?" fragte er.

,, Nein. Warum? Wir haben ja Sonntag spielfrei. Da fann es meinetwegen ruhig regnen. Oder hast du etwas Be­sonderes vor?"

,, Ich wollte eine Motorradfahrt machen." ,, So... Alleine?"

,, Nein, das gerade nicht."

hätte man aus seinen Personalakten nicht erfahren, daß ihm im sozialdemokratischen Innenministerium ein höheres Gehalt zu­geschustert worden wäre, als ihm zukam, wenn dies Manöver nicht am Widerspruch des unangenehmen Finanzministers ge= scheitert wäre.

Als Bauknecht das Kölner Polizeipräsidium erhielt, be

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drückte es ihn nicht im mindesten, daß er nie etwas mit Po riffs Richtun lizeiangelegenheiten zu tun gehabt hatte. Vor Gericht erklärte er: Zur Bekleidung eines Postens als Polizeipräsident gehört nur gesunder Menschenverstand." So find diese Herren. Sie denken gar nicht daran, bei ihren unteren und mittleren Beam­ten eine erhebliche Summe von Fachkenntnissen für entbehrlich zu halten. Unter ihrer Herrschaft sind die Eramien für die wirklichen Beamten eher erschwert als erleichtert worden. Das ist gut zur Heranbildung dieser etwas geistesarmen Be amten für ihre berufliche Tätigkeit. Bei ihnen aber ersetzt der gesunde Menschenverstand jedes Wissen und Können. Wenn so etwas gebraucht wird, so hat der Herr Landrat ja seinen ju­ristisch gebildeten Verwaltungsmann, den Assessor, und der Herr Polizeipräsident seinen Regierungsrat.

Man kann sagen, daß es die höchste Zeit war, mit dem so zialdemokratischen Parteibuchbeamtentum endlich Schluß zu machen, wenn die Reste der ehemals vorbildlichen preußischen und deutschen Verwaltung erhalten bleiben sollten. Von wel­chem Standpunkt aus dieses ,, Beamtentum" seine Rolle in der Verwaltung sah, ließ sich vor kurzem an einem geradezu amü­santen Beispiel erkennen, als der verabschiedete Kölner Poli­zeipräsident Bauknecht einen Schriftleiter des, Westdeutschen Beobachter" wegen Beleidigung vor Gericht zitierte, nur weil er Bauknecht als ,, Beamten des roten Parteibuchs" bezeichnet hatte. Herr Bauknecht hätte besser getan, seine Beamtenquali= täten nicht einer öffentlichen Untersuchung zu unterbreiten. Denn dann wäre es der Vergessenheit anheimgefallen, daß er, ehe er Ministerialrat im preußischen Innenministerium wurde,

,, Es läßt sich nicht länger verheimlichen, Theo," lachte Adolf Müller ,,, daß du eine Braut hast."

,, Du merkst aber auch alles," scherzte der Mittelstürmer. ,, Na, auf Wiedersehn, Theo. Viel Spaß... und sieh zu, daß du unterwegs keine Panne hast."

,, Auf Wiedersehn, Adolf, bis Montag nachmittag beim Training. Laß dir die Zeit nicht lang werden..."

Pünktlich um 5 Uhr nachmittags war Theo am anderen Tage vor dem Hotel Bristol. Ein paar Minuten später kam Marieliese.

,, Guten Tag, Herr Hansen. Sie sind ja pünktlich. Na, bei einem Sportsmann ist das wohl selbstverständlich... Aber Herrliches Wetter ist heute. Der Wettergott meint es wirklich gut mit uns."

,, Das wird sich auch wohl so gehören," lachte Theo. ,, Wohin soll denn die Wochenendfahrt gehen? Haben Sie ein bestimmtes Biel?"

von hier. Es liegt direkt an einem kleinen See. Dort sind auch Ruder- und Segelboote zu mieten."

,, Ich kenne ein nettes Gasthaus, ungefähr zwanzig Kilometer

,, Eine Wasserfahrt! Das ist ja herrlich!"

Sie fuhren durch das Straßengewühl an hastenden Menschen vorbei. Marieliese atmete auf, als sie die Großstadt hinter sich hatten.

,, Ein so wunderschöner, milder Herbsttag," dachte sie ,,, er dürfte überhaupt kein Ende nehmen."

Der Redakteur des ,, Westdeutschen Beobachter" wurde na­türlich freigesprochen. Im Namen des Volkes!" Aber auch von Rechts wegen!

Schwerer Verkehrsunfall bei Gießen.

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Auf der Straße Butzbach- Gießen, etwa 400 Meter vor Lang- Göns, ereignete sich heute nacht gegen 2.30 Uhr ein schwerer Verkehrsunfall, dem ein junges Menschenleben zum gestern nachmittag in Begleitung des Flugleiters Friedr. Karl Opfer fiel. Der Flugzeugführer Hans Joachim Handke fuhr Vongehr mit seinem Zweisitzer- Opelwagen von Gießen nach Frankfurt a. M., um dort die Führerprüfung abzulegen. Beide sind Angestellte der Deutschen Lufthansa A.-G. Berlin und auf dem hiesigen Flugplatz stationiert. Nach Ablegung der Prü fung haben beide gegen 12 Uhr die Rückfahrt nach Gießen an wurde hinter getreten. Infolge des aufgetretenen Nebels Butzbach die Sicht in den Niederungen sehr schwierig. Der Führer merkte plötzlich eine Stange oder Baum vor seinem Wagen, worauf er denselben herumriß. Dadurch wurde der Wagen gegen einen auf der linken Seite der Fahrtrichtung stehenden Baum geschleudert. Durch diesen Anprall wurden die beiden Insassen aus dem Wagen geworfen. Der Führer Handke erlitt dabei nur geringfügige Verlegungen, während sein Be gleiter Vongehr infolge eines Schädelbruchs auf der Stelle tot war. Vongehr ist am 6. 10. 1904 in Johannesdorf in Ostpreußen geboren.

Und leicht lehnte sie ihren Kopf an Theos Schultern.. Nach einer halbstündigen Fahrt waren sie am Ziel. Theo stellte sein Motorrad in einen Schuppen. Dann nahmen sie auf der Veranda Platz. Eine schöne Aussicht hatte man von hier auf den schilfumkränzten See.

,, Eigentlich schade, daß so wenig Brise ist," meinte Theo. ,, Aber trotzdem läßt sich wohl segeln. Dann geht es eben ein wenig langsamer."

Gie tranten Kaffee.

,, Können wir wohl die Nacht hierbleiben?" fragte Theo den Wirt.

Der Wieseder Weg gesperrt.

Wegen des Ausbaues der Straßenbahn nach Wiesed wird ab Montag, den 19. September 1932, der Wiesecker Weg von Marburger Straße bis zur Gemarkungsgrenze für den Verkehr mit Fahrzeugen aller Art bis auf weiteres gesperrt. Umlei­tung erfolgt durch die Marburger Straße über die Karlsruhe. Die aufgestellten Sperr- und Umleitungsschilder sind zu be achten.

Theo sprigte ihr übermütig ein paar Wassertropfen ins Gesicht.

,, Sie müssen doch auch noch mit deutschem Wasser getauft werden," lachte er fröhlich und zeigte seine gefunden Zähne Im trodnen Amerika machen sie das sicher nur mit Luft." Marieliese richtete sich ein wenig auf und wischte sich die Tropfen aus dem Gesicht.

,, Wenn Sie ungezogen werden, steige ich aus," sagte sie schmollend, aber mit lächelnden Augen. O, seh'n Sie, da stehen auch schneeweiße Wasserrosen."

Langsam glitt das Boot an den breiten Blättern und den weißen Blüten vorbei.

Ich will lieber feine abbrechen," meinte Marieliese, son tommt noch die Wassernige und zieht mich in die Tiefe." ,, Achtung!" rief Theo. Wir wenden jetzt um

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Breit legte sich das Boot auf das Wasser. Marieliese schrie leicht auf.

,, Wir haben eben mit dem Wind gefehrt," lachte der Mittelstürmer. In der Regel tut man das nicht, weil es ge

,, Jawohl," antwortete er diensteifrig. Wieviel Zimmer fährlich ist. Aber bei solch' schwachem Wind hat das natürli wünschen die Herrschaften, eins oder zwei?"

,, Zwei," sagte Theo und wurde ein wenig verlegen. ,, Natürlich, die können Sie haben. Wunderschön gelegen nach dem Garten heraus."

,, Wir möchten jetzt eine Stunde segeln und dann halb acht Abendbrot essen."

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,, Schön, wird alles besorgt..."

Sie gingen zum Strande. Der Wirt tam eilfertig hinter­her gelaufen.

,, Hier haben die Herrschaften noch zwei Kissen. Es sitzt sich dann gemütlicher."

Langsam glitt das Bott über das Wasser. Leise knarrte die Segelstange. Marieliese hatte sich in die Kissen zurückgelegt und sah an dem weißen Segel vorbei in den blauen Herbst­himmel. Theo betrachtete sie mit zärtlichen Bliden.

,, Wie hell und klar ist heute die Luft," sagte Marieliese träumerisch. Nur ein paar weiße Wolken zieh'n über uns da­hin. Ich bin schon mit dem Flugzeug durch die Wolken ge= fahren, da waren sie nur trübe, nebelnasse Luft. Aber von hier aus heben sie sich so wunderschön vom Himmel ab, wie weiße Watte auf blauer Seide..."

Ginschläfernd gludste das Wasser gegen die Bordwand. Das Segel flatterte.

,, Bei einer solchen Mütze voll Wind kommen wir faum von der Stelle," rief Theo etwas ärgerlich. Sie müssen mal einen Pfennig ins Wasser werfen, das soll nach Meinung der Seeleute ja helfen."

,, Ich bin nicht abergläubisch," sagte Marieliese und ließ ihre Hand durchs Wasser gleiten.

nichts zu sagen. Wir müssen jetzt versuchen, wieder an Land zu kommen. Gegen Abend schläft der Wind sicher ganz ein." Langjam zog das Boot seine Bahn. Ein silberheller Strei fen glänzte hinter dem Kiel. Vom Land her flangen Gloden ,, Sie läuten den Sonntag ein," sagte Theo und strich sich das blonde, krause Haar aus dem Gesicht.

Um sieben Uhr langten sie wieder bei der Anlegestelle an ,, Das war eine schöne Fahrt!" rief Marieliese und sprang aus dem Boot.

,, Das Abendbrot ist gleich fertig. Es wird sofort im Klub zimmer gedeckt," beteuerte der Wirt, als die beiden Fahrgäste wieder in der Veranda saßen.

Er schob Theo das Fremdenbuch hin. ,, Eine kleine Formalität, bitte schön..." Theo trug seinen und Marieliesens Namen ein. Der Wit überflog prüfend die Eintragung.

,, Also find Sie doch Theo Hansen, der bekannte Mittel stürmer! Das habe ich mir gleich gedacht! Früher habe i auch aktiv gespielt, aber ein so vorzüglicher Spieler wie Si bin ich natürlich nicht gewesen."

Pett di man nich op'n Slips,' dachte Theo. ,, Und das gnädige Fräulein ist aus Amerita! Direkt aus New Yort! Welche Ehre... Einen Augenblid, meine Hert schaften, das Abendbrot ist sofort fertig."

Theo und Marieliese aßen mit gutem Appetit. Nach dem Essen zündeten sie sich eine Zigarette an.

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Wein trinken," schlug Theo vor. So jung fammen wir nich wieder zusammen." ,, Das ist wohl wahr."

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