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Mr. 2.

Samstag,

Samstag, den 16. Januar 1932.

fung eines 20- Millionen- Fonds für die Rationalisierung des gewerblichen Genossenschaftswesens. Im übrigen ist auch anzu erkennen, daß eine Reihe von Bestimmungen, insbesondere z. B. die über die Zinssenkung dem gewerblichen Mittelstande zugute kommen: man wird aber auch feststellen müssen, daß eine Reihe von Forderungen und Wünschen des Handwerks nicht berücksichtigt sind.

Zu den weiteren Gründen, die zu der Katastrophe im Handwerk geführt haben, ist endlich die Tatsache zu rechnen, daß unser Handwerk behördlicherseits allzuoft nicht das Inter esse und Verständnis gefunden hat, das für seine Eristenz un­bedingt erforderlich ist. Dringend wünschenswert wäre es daher,

wenn

von der Reichsregierung allen Behörden die strikteste Durchführung des Artikels 164 der Reichsverfassung zur aller­ernstesten Pflicht gemacht würde. Ueberhaupt wäre jetzt, wo die Konjunktur ihren Tiefstand erreicht hat, der vielleicht letzte Augenblick gegeben, wo allseits der Gedanke an den Aufbau und hiermit an die Erhaltung der bestehenden Betriebe, insbesondere der des gewerblichen Mittelstandes wieder in den Vordergrund der staatlichen Tätigkeit treten müßte, ein Gedanke, der auch psychologisch auf das Volk nur günstig ein­

wirken würde.

Für uns Alle gilt aber das Losungswort: ,, Arbeiten und nicht verzweifeln".

Der Führer der Rettungstruppe von Courrières.

über den Bergmannsfilm Kameradschaft".

Der bekannte Bergwerksfilm ,, Kameradschaft", dem als Motiv das schwere Grubenunglüd von Courrières und die Ret­tungsaktion der deutschen Bergleute von Zeche Shamrod bei Gelsenkirchen zugrunde liegt, hat auch dem Führer der Ret­tungstruppe Bergwerksdirektor Dr.- Ing. c. h. G. A. Meyer, Anlaß gegeben, seine Meinung über diesen Film zu äußern. Da dieser angesehene Fachmann, der auch durch seine Einstel­lung zu den Fragen der Grubensicherheit und der Unfallver­hütung bekanntgeworden ist, besonders berufen erscheint, den vielumstrittenen Film zu kritisieren, geben wir seine Aus­führungen nachstehend wieder:

,, Gießener Zeitung"

geübten Träger dieser Apparate ermöglichen, bei Sauerstoff­nahrung in Giftgasen nicht nur zu leben, sondern auch zu ar= beiten.

Die aus Beamten und Arbeitern entnommenen, freiwil­ligen Mitglieder der schon vor Beginn des jetzigen Jahrhunderts auf der alten, damals von Grubenbränden oft heimgesuchten Zeche Shamrod in Herne von mir gegründeten Rettungs­truppe hatten sich Jahre hindurch für die oft höchst mühseligen und unangenehmen Versuche mit den Atmungsgeräten mit einer Opferwilligkeit sondergleichen zur Verfügung gestellt. Wir wußten auf Grund dieser langjährigen Vorbereitungen, was wir fonnten; ich wußte auch, daß dem französischen Bergbau eine solche Organisation nicht zur Verfügung stand. Was lag also näher, als auf die vom Bergbau- Verein in Essen an mich gestellte Frage, ob wir den Franzosen helfen wollten, ohne mei­teres mit Ja zu antworten.

,, Der Film soll zum, steuerfreien Lehr- und Kulturfilm" erklärt worden sein. Da ich auf dem Gebiet der Film- Under­nehmungen nicht zu Hause bin, habe ich keine Ahnung davon, nach welchen Gesichtspunkten die Steuerfreiheit eines solchen Unterhaltungsunternehmens ausgesprochen und der Geschäfts­unternehmer von dem Druck, unter dem jeder unternehmende Mensch in Deutschland heute ungefähr zusammenbricht, von einem deur machina erlöst wird. Wir leben wahrhaftig in einer Zeit der Wunder; es ist eine Lust, zu leben!

An und für sich war die Anfrage des Bergbau- Vereins nichts Ungewöhnliches, da die Shamrod- Rettungstruppe schon bei verschiedenen, mit giftigen Gasen verbundenen Ereignissen im Bergbau auch auf größere Entfernungen zur Hilfe gerufen worden war. Ich hatte außerdem im nordfranzösischen Bergbau zahlreiche Verbindungen mit den dortigen leitenden Fachleuten. Ich fragte nach Einholung der Genehmigung meiner Gesellschaft die gerade erreichbaren Mitglieder unserer Rettungstruppe, ob sie mit mir nach Frankreich gehen wollten, und fragte wie immer nicht vergeblich.

Als ich am 11. März 1906 abends nach den Courrières­Gruben in Nordfrankreich mit etwa 18 überaus leistungs­fähigen und unerschrockenen Begleitern von den Shamrock- und Rheinelbe- Gruben und mit etwa 52 Gepäckstücken aufbrach, hätte ich als vorsorglicher Hausvater vorher bei unserer Re­gierung anfragen sollen, ob man unseren etwas ungewöhnlichen Ausflug für ein außerordentliches Lehr- und Kulturunter­nehmen erklären und meinen Begleitern und mir Steuerfrei­heit zusichern wollte.

In dem Bergmannsfilm von der Kameradschaft" begeistern sich die Bergleute aus sich heraus dafür, den französischen Kame= raden Hilfe zu leisten und suchen den geschniegelten Bergwerks­direktor mit der Bitte auf, mit den Apparaten der Bergwerks­gesellschaft nach Frankreich zu Hilfe eilen zu dürfen. Der Di­reftor erteilt nach einigen Verhandlungen huldvoll die Geneh­migung und bleibt behaglich zu Hause. Damit der Film recht ,, volkstümlich" werde, wird der wirkliche Hergang auf den Kopf gestellt.

Warum zogen wir denn hinaus in das fremde Land und in eine fremde Grube? Eines trieb uns alle. Wir hatten etwa nun Jahre hindurch gelernt, unvermeidliche bergmän­nische Arbeiten in unatembaren Gasen zu verrichten. Wir hatten auf der Zeche Shamrod in Herne unter Mithilfe des später zum Weltunternehmen gewordenen Drägerwerks in Lübeck die Gerätschaften( Gastauchgeräte) entwickelt und aus= gebaut und in unzähligen Versuchen probiert, welche es dem

der Stürmer.

Rolli, der

Roman von Falk Heldburg.

2. Fortsetzung.

Die Siegesfeier.

Hessische Martenbutter

Hessische Markenmilch.

Die Forderung, den Verbrauch ausländischer Waren ein­zuschränken, wird heute dringlicher denn je von wirtschafts­politischer Seite gestellt zur Ersparnis von Devisen. Leider wird dieser selbstverständlichen Forderung immer noch nicht genü­gend Rechnung getragen. Das beweisen die in die Hunderte von Millionen gehenden Summen, die auch jetzt noch für aus: ländische Butter und Milcherzeugnisse in das Ausland wan­dern. Diese bedauerliche Schwächung unserer Außenhandels­bilanz ist um so unverständlicher, als die deutsche Landwirt­schaft schon seit Jahren eine durchgreifende Qualitätsverbesse= rung landwirtschaftlicher Erzeugnisse, insbesondere der Butter und Milch, in die Wege geleitet hat. Markenbutter ist jetzt überall erhältlich. Sie wird in Molkereien hergestellt, die in hygienischer und maschineller Beziehung auf das Modernste eingerichtet sind und die dauernd einer scharfen Kontrolle unterzogen werden. Nach fachmännischer Feststellung ist diese Markenbutter an Güte, Haltbarkeit, Wohlgeschmack und auch Fettgehalt den besten ausländischen Buttersorten nicht nur gleichwertig, sondern überlegen. Ueberlegen schon deshalb, weil sie in wesentlich frischerem Zustand in den Besitz des Verbrauchers gelangen muß.

Der Filmunternehmer will verdienen und muß Geld machen. Warum nicht? Das müssen wir alle mehr oder weniger. Der Filmunternehmer muß Massen heranziehen, um die Unkosten seines Unternehmens aufzubringen, um die Löhne von einem Dutzend französischer Bergleute, welche seine Bilder stellen und führen sollen, für eine Reihe von Wochen zu bezahlen. Dem Filmunternehmer ist es dabei offenbar ganz gleichgültig, ob er deutsche leitende Bergsachverständige des Rufes beraubt, welchen diese durch die Courrières- Unternehmung in der ganzen Welt erworben haben. Danke, Herr Filmunternehmer. Sie sind ein Ehrenmann. Die Schere können Sie in Zukunft für die Gelegen­heit aufbewahren, wenn Sie Ihre Filmstreifen abschneiden wol­len. Ihr bergmännischer Berater muß ein Mann sein, der bisher in seinem bergmännischen Beruf über Leichen gegangen ist. Dieser Herr Fachgenossen hätte sich lieber darum kümmern sollen, wie es in Wirklichkeit im Bergbau untertage zugeht, und was dort möglich und was unmöglich ist.

Im Vereinsheim der Rot- Weißen herrschte Hochbetrieb. Der geschäftige Wirt lächelte. Wenn die Rot- Weißen so weiter sieg­ten, war er bald ein gemachter Mann.

Immer wieder mußte sich der Hauskapellmeister ans Klavier setzen und das Vereinslied spielen, das alle Anwesenden laut mitsangen. Immer wieder erklang der Kehrreim des Liedes, das keinen Verfasser hatte und doch jedesmal die Herzen höher schlagen ließ:

Wir wollen sie entfalten, Sie Fahne rot und weiß. Weil wir zusammenhalten, winkt uns des Sieges Preis

Leider ist dem sicher tüchtigen und erfinderischen Regisseur so vieles entgangen, was dramatisch und sicherlich ganz filmisch hätte gestaltet werden können und was den Film zu einem Zug­stück ersten Ranges hätte machen können. Die erforderliche Kenntnis von solchen interessanten Vorgängen hätte aus der Tagespresse von damals schon durch einen Laien entnommen werden können. Vom nadten Geschäftsstandpunkt aus wäre ich als Geldgeber mit einer solchen Behandlung eines Filmunter­nehmens nicht zufrieden. Die Filmunternehmungen wissen doch sonst sich der Wirklichkeit, der Natur zu nähern und durch die Kühnheit der Erfassung ihrer Jagdbeute die Massen an sich zu ziehen. Mir sagte ein Geschäftsmann vom Film: Der Berg­mannsfilm ist zu ernest." Wir Bergleute sagen: Wir danken dafür, daß uns Filmgesichter aufgesetzt werden."

Die jugendlichen Helden der Ligamannschaft standen im Mittelpunkt des Interesses. Sportleute und solche, die vorgaben, es zu sein, umdrängten die Spieler. Besonders wurde Roland Lichti, der unvergleichliche Stürmer und Torschütze gefeiert. Leute, die er noch nie gesehen hatte, reichten ihm beglück­wünschend die Hand, klopften ihn auf die Schultern und nannten ihn Rolli". Männer, denen man den Beamten auf den ersten Blick ansah, drängten sich herbei, nur damit sie im Büro er­zählen konnten, daß sie mit der gesamten Rot- Weiß- Mannschaft auf du und du ständen. Handwerksmeister zückten ihr Taschen­geld, das für eine ganze Woche bestimmt war, auf den Tisch: ,, Noch eine Runde für die Mannschaft!"

Dr. Kurth klopfte ans Glas, zum Zeichen, daß er reden wollte. Ein Unentwegter, der immer noch einmal das Vereins­lied gespielt haben wollte, wurde mit sanfter Gewalt zur Ruhe gebracht.

Klar und einfach, ohne Pathos und Pose sprach der Führer. Von harter Arbeit, von Widerständen und Mißerfolgen, aber auch von der Freude, die ihn und alle seine Freunde im Vor­stande beseelt hätte, als sie sahen, daß ihr Streben belohnt wurde. Er dankte der Ligamannschaft für ihren tapferen Kampf. Er erwarte aber auch, daß sich alle Spieler und Mit­spieler die Treue zum Verein und zum Sport, die Opferwillig­feit und Anspruchslosigkeit bewahren würden. Er schloß:

,, Und nun wollen wir hoffen, daß uns auch der Spielab­schluß mit Stade Francais am nächsten Sonntag Anerkennung und Ehre einbringen wird...

Inzwischen war ein Kellner zu Roland Lichti getreten. Er hatte ihm etwas zugeflüstert. Rolli ging hinaus.

Was ist nun erreicht und was wird geboten?"

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Jm Rhein- Maingebiet hat die staatlich anerkannte Milch­wirtschaftliche Prüfungsstelle diese Butter Hessische Marken­butter" bezeichnet.

, Guten Abend, Herr Mittelstürmer," rief sie übermütig, ., oder darf man jetzt Rolli sagen?"

Warm und feucht schlug ihm die Nachtluft entgegen. Aus dem Schatten eines Baumes, der seine fahlen, nur eben vom ersten jungen Grün überhauchten Aeste und Zweige gespenstisch emporrecte, trat eine junge Dame.

Guten Abend! Sind Sie es, Fräulein Hilde?" ,, Wer wohl sonst? Hatten Sie jemand anders erwartet?" Ich war nur überrascht!"

-

Der größte Teil der in Hessen und Hessen- Nassau liegenden Molkereien und Güter hat sich schon seit langen Jahren der scharfen Kontrolle der Prüfungsstelle unterworfen, und zwar mit Milch wie auch mit Butter. Nur die Güter und Molke­reien, die ständig den hohen Anforderungen der Kontrollstelle genügen, dürfen ihre Erzeugnisse als Hessische Markenmilch" und Hessische Markenbutter" in Verkehr bringen.

Hoffentlich angenehm. Es ist spät, doch ich mußte Sie be­giückwünschen. Sie haben fabelhaft gespielt. Wirklich- fabel= haft! Wieviel zartduftende rosarote und blaẞblaue Liebesbriefe haben Sie schon erhalten?"

Will der Verbraucher tatsächlich in Besitz dieser Quali­tätserzeugnisse kommen, so muß er natürlich in allen Fällen Butter in Originalpadungen und Milch als Originalfüllung in Flaschen fordern. Die Aufschrift der Originalpadung lau­tet bei Butter: Hessische Markenbutter unter staatlich aner­fannter ständiger Ueberwachung der Milchwirtschaftlichen Prü fungsstelle der Landwirtschaftskammern Darmstadt- Kassel". Für Milch lautet der Aufdruck: Hessische Markenmilch roh tiefgefühlt bzw. dauererhitzt tiefgefühlt unter staatlich an= erkannter ständiger Ueberwachung der Milchwirtschaftlichen Prüfungsstelle der Landwirtschaftskammern Darmstadt- Kassel".

Roland mußte lachen, und die beiden gingen langsam die Straße hinunter.

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Niemad hat mir geschrieben, und niemand wird mir schrei­ben! Ich hätte auch kaum die Zeit, mich auf solche Briefe ein­zulassen. Nach Geschäftsschluß muß ich trainieren, und Büro Oh," fiel sie ein. ,, im Büro könnten Sie sogar Gedichte machen, wenn Sie wollten!"

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Die glänzenden Erfolge, die mit diesen Maßnahmen er­zielt wurden, gehen schon aus der Tatsache hervor, daß auf allen großen landwirtschaftlichen Ausstellungen, die mit Preis­wettbewerben verbunden waren, die Hessische Markenbutter und die Hessische Markenmilch mit zahlreichen hohen und höch sten Auszeichnungen bedacht wurden. Neben der anerkann ten Güte und Feinheit besitzt die Hessische Markenbutter gegen­über der ausländischen Butter den Vorteil, daß sie sich inner­halb 24 Stunden nach ihrer Herstellung auf dem Tisch des Verbrauchers befinden kann. Auch die Originalabfüllungen der Hessischen Markenmilch erfreuen sich allseitiger Beliebtheit, da sie mit den modernsten Einrichtungen im Betrieb des Er­zeugers oder der Molkerei, sofort nach der Gewinnung und Be­handlung, auf Flaschen gefüllt wird, und damit dem Ver­braucher die Gewähr gegeben ist, daß er im Besitz eines un­bedingt unverfälschten und einwandfreien Erzeugnisses gelangt.

Ob er es wirklich nicht wußte, daß sie, die allmächtige Sefre­tärin des mächtigen Prokuristen Windeder, ihm nach Möglichkeit alle zeitraubenden Arbeiten fernhielt? Bei der Verteilung der Arbeit bedachte sie beispielsweise den gutmütigen Brodmann et­was mehr. Diesem machte es nichts aus, und dem Roland Lichti war damit geholfen. Der konnte dann, wie er es so oft tat, seinen Träumereien nachhängen. Nur das war ihr jetzt zur Gewißheit geworden: Von ihr, von Hilde Gorenflo, träumte er nicht

,, Lichti," fuhr sie fort ,,, wollen Sie mich nicht ein Stündchen ins Kaffee begleiten?"

,, Wie gern, aber heute geht es nicht. Meine Freunde erwar­ten mich."

Ihre Freunde," sagte sie gepreßt ,,, immer Ihre Freunde und der Sport! Ich glaube, Sie vergessen über Ihren Fußball ganz, daß es einen Frühling und im Frühling auch junge Menschen gibt!" Sie blieb stehen und sah ihn groß an.

,, Rolli, Rolli!" tönte es da vom Vereinsheim herüber,., wo stedst du nur?"

,, Hören Sie es nicht," sagte er hastig. ,, daß man mich sucht? Ich muß gehen. Entschuldigen Sie mich, bitte. Fräulein Hilde. Aber heute habe ich nur Dienst, strengen Dienst... Gute Nacht und nicht böse sein!"

Er ging schnell nach dem Lokal zurück.

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Auf Grund dieser weitgehenden Garantien erscheint es nicht unbillig, wenn die einheimische Verbraucherschaft gebeten wird, schon aus diesen Gründen bei ihren Einkäufen Hessische Markenmilch und Hessische Markenbutter in Originalpadungen zu bevorzugen. Daß der Kauf einheimischer Qualitätserzeug­nisse unbedingt im Interesse der Gesamtwirtschaft des Rhein­Maingebietes gelegen ist, braucht wohl nicht besonders betont zu werden, da der Binnenmarkt unbedingt gestärkt werden muß.

,, Dieser Tölpel," dachte Hilde, und um so was regt man sich auf. Der soll mit seinem Fußball selig werden." Dann ging auch sie.

Die Bäume rauschten im Nachtwind. Es begann zu regnen. Aber schon war Hilde mit ihren Gedanken wieder bei dem Stürmer... Natürlich liebte er eine andere. Aber wen? Sie würde es herausbekommen.

Ein Montagmorgen.

u. Co. betrat. ,, Das war ein Kampf! Meine Hochachtung, Herr Lichti!"

,, Dunnerfiel," sagte Emil Schläfte, der Pförtner, anerken­nend, als Roland Lichti um 8 Uhr das Bankhaus Carl Brofang

Oben wurde dieser mit Glückwünschen förmlich überschüttet. Selbst der Prokurist, der Montags grundsätzlich schlechter Laune war, zwang sich zu einem freundlichen Wort.

Der Kassierer behauptete, daß er selten in seinem Leben drei Mark so günstig angelegt hätte. Sogar seine Frau wäre begeistert. Ob Herr Lichti nicht mal zu einem einfachen Abend­brot kommen möchte? Seine Frau würde sich sehr freuen. Schließlich aber war es dem Prokuristen doch zu dumm ge­worden. Hier ist keine Fußball- Börse," hatte er gerufen ,,, ich bitte mir aus, daß gearbeitet wird."

Der Chef saß, auch nicht in bester Stimmung, hinter seinem Diplomatenschreibtisch und entlockte der Brasil dicke Rauch­wolfen.

Das Geschäft war schlecht. Verluste über Verluste... Ein Lehrling brachte ihm eine Karte. Ueberrascht fuhr der Chef hoch.

Ich lasse bitten."

Direktor Kornberg stand, ganz wie ein Machthaber, im Tür­rahmen.

Der Bankier erhob sich, und die beiden schüttelten sich die Hände. Nach einigen allgemeinen Bemerkungen über die Ron­junktur erteilte Kornberg im Vertrauen auf seine glüdliche Hand mehrere Aufträge für seine Spekulationen an der Börse. Brosang notierte und nidte.

Dann fragte Kornberg, sich erhebend, wie beiläufig: ,, Sie haben einen Angestelltem, namens Lichti?" Brosang blidte überrascht auf: Ja, ganz recht!" ,, Spielt Fußball? Ich glaube, ihn gestern gesehen zu haben." ,, Das wird stimmen. Seit Tagen ist dieser Lichti wohl der große Sohn unserer Stadt?"

Direttor Kornberg räusperte sich.

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Der Mann ist gut, aber sportlich nicht am richtigen Plak. Er spielt bei Rot- Weiß. Ich selbst bin durch meinen Sohn Alex am Sport- Club Fortuna interessiert. Sie fennen doch meinen Jungen? Sonst ein ganz vernünftiger Kerl! Kurz und gut: Ich möchte den Mann, den Lichti, gern in meine Fortuna haben. Schließlich wird's ihm selbst nicht viel ausmachen, wo er den Ball tritt. Er wird bei der Fortuna weiterfommen. Würden Sie ihn einmal abflopfen?"

,, Lieber Kornberg ich beneide Sie um Ihre Sorgen. Es liegt etwas Tröstliches darin, wenn der Kalitönig mit dem Fuß­ball geht. Aber ein gewisses Umbehagen kann ich nicht unter­drücken, wenn ich mir vorstelle, daß ein Beamter von Brofang 11. Co. demnächst gar noch Reiseurlaub wünscht, nur um zu spielen Artisten gehören nicht ins Banthaus."

Wollen Sie sich gegen den Zeitgeist auflehnen, bester Bro­jang? Die Internationalen des Sports von heute sind die Ge­fandschaftsattachés von ehemals

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