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Nr. 10

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( Fortfehung folgt)

Samstag, den 12. März 1932.

Lokales.

Sonntagsgedanken.

Zum Sonntag gehört die Freude. So war es früher, als noch nicht die schwarzen Wolfen über den deutschen Landen hingen.

Können wir uns heute nicht mehr freuen? Jst wahre. goldedhte Freude verloren gegangen? Ein seltener Gast ist

fie geworden. Diese Menschen sind ja so leidensmüde, so ab= gehetzt von Sorgen und Nöten, daß sie sich nicht mehr freuen tonnen wie einst in guten, alten Zeiten. Die schalen leeren Vergnügungen, die noch übrig geblieben sind, das sind nicht die Freuden eines reinen Geschentes des Himmels. Die Lust in den Tanzsälen, die Stimmung durch den Becher Wein oder gar der Sinnenrausch das alles ist nicht die wahre Freude.

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,, Gießener Zeitung"

* Winternothilfe- Veranstaltung im Stadttheater. Am Samstag, 19. März wird im Stadttheater eine Veranstaltung zum Besten der Winternothilfe stattfinden, bei der Universitäts­musikdirektor Dr. Temesvary, der Intendant Dr. Prasch und die Mitglieder des Stadttheaters mitwirken werden. Preise der Plätze 1 bis 3 Mart.

* Verhaftung von Straßenschreibern. Wegen unberechtig ten Anklebens von Wahlpiataten und wegen Beschmierens der Straßen wurden in der Nacht auf Freitag vier junge Leute festgenommen und gestern vormittag dem Schnellrichter vor= geführt.

* Straßensperre. Wegen Umlegung der Bedienungsstelle für die Schrankenanlage am Bahnübergang in der Liebigstraße wird die Liebigstraße zwischen Frankfurterstraße und Ludwig­

Jit es wirklich wahr, daß es gar keine Freude mehr geben Vergeßt Eure Wahlpflicht nicht!

Die Menschen der neuen Zeit haben verlernt, zufrieden zu sein. Es ist nicht immer die Not, die unzufrieden macht. Fragt einmal unsere Väter und Großväter und ihr Frauen

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- laẞt es euch von eurem alten Mütterlein erzählen, wie es in der fog. guten alten Zeit war. Da haben die Menschen nicht nach mehr verlangt, als zu erreichen war; da war man noch zufrie­dener und man war dankbar für das Wenige. Lassen wir doch die Alten sprechen, draußen im Dorf und in der Stadt, und sie werden euch sagen, daß es auch früher Sorgen und Nöte gab, daß aber die Ansprüche an das Leben damals nicht so hoch ge­schraubt waren wie heute.

Zurüd zur Einfachheit unserer Väter, zurück zu einem ge­junden Volksleben, zufrieden sein mit dem Wenigen, dann tommt auch wieder die Freude, die glüdlich macht.

*

Alfred Bock f.

Unerwartet ist Alfred Bock, der hessische Dichter, im Alter von 64 Jahren gestorben. Der Kreis, in dem sein beschauliches auswirken und liebenswürdiges Talent sich auswirkte und

tonnte, war nicht allzu groß. Fast alles, was er dichtete und schrieb, sparsame Lyrik, Novellen, Erzählungen, Romane; nahm Bilder und dichterische Kraft aus dem Lande und aus der Landschaft, in der Alfred Bock ganz zu Hause war, aus dem Hessischen. Er hatte Namen und Ruf; der Büchnerpreis war ihm verliehen worden, die hessische Landesuniversität ehrte ihn mit der Würde eines Ehrendoktors der Philosophischen Fakultät. Seine Romane ,, Die Pflastermeisterin", Kinder des Volkes," ,, Der Flurschütz", Der Kuppelhof", Der Elfenbeiner", haben ein breites Publikum gefunden, ebenso seine gesammelten Essays und die zahlreichen Novellen.

Große Bühnenerfolge blieben ihm, der eine ganze Reihe von Schauspielen, Lustspielen und Schwänken getrieben hat, je­doch versagt. Er war seinem ganzen Wesen, seiner Art als Mensch wie als Dichter nach Epiker, Erzähler. Ein kluger Be­obachter und Ergründer und besinnlicher Gestalter, der die Men­schen seines Landes und ihr Treiben mit offenen Augen sah, sie darstellte, in ihrer geraden Urwüchsigkeit, nicht verdeutelt und nicht verzerrt, schlicht und einfach, unbeschattet. Das lag ihm, dem Hessen von Geburt und Art, der sein Leben dort beschloß, Do er geboren war in Gießen.

Billige Kuren für den Mittelstand in Bad Nauheim.

Das Hessische Staatsbad Bad Nauheim gewährt allen Deut­schen, die die Notwendigkeit eines Kuraufenthaltes mit ihren wirtschaftlichen Verhältnissen in Einklang bringen müssen, eine Ermäßigung auf Kurmittel und Kurabgabe, die von dem Nach weis des Jahreseinkommens bis zu einer bestimmten Höhe ab= hängig ist. Die gleiche Ermäßigungen, wie sie die Staatsbad­verwaltung einräumt, gewähren auch alle Mitglieder der Bad Nauheimer Aerztevereinigung. Jeder Kurgast tann auch in Bad Nauheim bei bescheidenen Mitteln gute Unterkunft be= tommen. Nähere Auskunft über diese billigen Kuren gibt die Hessische Staatsbadeverwaltung.

Bei der Landwehr.

Von Prof. Friedrich Wenzel. Ich fahre doch lieber schon um 8 Uhr nach Mainz zurüd". Nachdentlich sprach ichs vor mich hin. Meine Frau fuhr leicht zusammen, und mein Junge- er war vor kurzem 11 Jahre geworden sah mich verwundert an Aber weshalb denn den schönen Tag so schnell abbrechen Vielleicht ist's der letzte Sonntag, ehe du abgerufen wirst." Du hast gewiß noch Zeit, Vater", warf mein Junge ein, der schon mit den Tränen Eämpfte. 3eit habe ich noch, und zum Abmarsch liegt auch alles bereit. Aber ich hab's im Gefühl ich müßte heute früher zurüd sein, und das täuscht mit nicht Rüden wir noch nicht ab, besucht ihr mich morgen noch einmal". Eine halbe Stunde Danach waren wir auf dem Wege zum Bahnhof. Als Frau und Junge nach Hause famen, war bereits ein Telegramm ein­getroffen, das mich zurüdrief, und in meinem Quartier fand ich eine Mitteilung vom Ersatz- Bataillon Jnf.- Regt. 87, Mon­tag früh 8 Uhr es war der 28 September 1914- habe ich mich beim Bataillon einzufinden. Mein Gefühl hatte mich nicht betrogen. Zur bestimmten Zeit meldete ich mich und er­Fuhr, ich sei der 4. Komp. Landwehr- Ersatz- Bataillon 41 zuge­teilt, das an demselben Tag nach dem Osten abrüde. Bald Darauf lernte ich den Kompagniechef fennen und die übrigen Serren, die der Kompagnie angehörten. Um 5 Uhr nachmit tags stand alles feldmarschmäßig ausgerüstet auf dem Kasernen= hof. Mir war der dritte Zug übergeben worden. Schnell Dar alles überprüft und die Mannschaft fonnte wegtreten. Auf 8 Uhr abends war der Abmarsch zur Bahn festgesetzt. Das vollzog sich mit der Sicherheit, die man aus der Friedenszeit gewöhnt war. Ein kleiner Vorfall sorgte für die Komik, die auch in der ernstesten Lage nie ganz fehlte

Dem Führer unseres zweiten Zuges wohnte offenbar von Feiner früheren Reisetätigteit er war inzwischen Fabrikant geworden eine gewisse Betriebsamkeit inne. Es erschien ihm nicht mit Unrecht unbegreiflich, daß 10 Minuten vor acht Uhr der Kompagnieführer, ein Oberleutnant der Reserve, der in Darmstadt seine Militärzeit verbracht hatte, noch nicht an­Desend war. Fünf Minuten vergingen, er tam noch nicht. Nun Tonnte der Kamerad seine Erregung nicht mehr zügeln. Sie Find der Aelteste; Sie müssen". dringend stürmten seine Worte auf mich ein, die Kompagnie zum Bahnhof führen. Vielleicht fährt der Kompagniechef unmittelbar dorthin. Halten Sie eine fleine Ansprache, und dann los!" Fällt mir gar nicht ein". erwiderte ich ruhig; ich habe teinen Auftrag und feine Eile, und mein Aeltestenrecht trete ich in diesem Falle gerne an Sie ob." Entrüstet wandte er sich von mir ab. Da schlugs 8 Uhr.

straße am Dienstag, den 15. März, und Mittwoch, den 16. März 1932, in der Zeit von 7 bis 17 Uhr für den Verkehr mit Fuhr­werken aller Art gesperrt. Umleitung erfolgt durch die Wil­helmstraße bzw. Alicenstraße.

* Aus dem Stadttheater. Am morgigen Sonntag wird als Fremdenvorstellung die Operette ,, Die tolle Lola" gegeben. Anfang nachmittags 6,30 Uhr.

Nr. 10

* Zeppelin- Post. Wie uns aus Friedrichshafen mitgeteilt wird, ist in den Auflieferungsbedingungen in diesem Jahre eine sehr wesentliche Aenderung eingetreten. Da diese Fahrten haupt­sächlich dem regulären Postverkehr dienen, hat das Reichspost­ministerium verfügt, daß nur solche Sendungen zur Beförde rung angenommen werden dürfen, welche die Adresse eines Empfängers in Südamerika tragen. Es sind also Sendungen an die eigene Adresse oder nach Nordamerika zur Beförderung nicht mehr zulässig. Der Luftschiffbau Zeppelin ist jedoch be­reit, Sendungen, die an die Adresse: An das Luftschiff Graf Zeppelin in Ressise( Pernambuco) gerichtet sind, dem Absender wieder zurückzubringen und zu übersenden gegen eine Gebühr von zwei internationalen Antwortscheinen oder 50 Pig. Diese Gebühr ist im Voraus an den Luftschiffbau Zeppelin, Verkehrs­abteilung S. A. in Friedrichshafen zu senden.

Veröffentlichung der Wahlergebnisse.

Die Bekanntgabe der Wahlergebnisse am Abend des 13. und in der Nacht zum 14. März 1932 durch Lautsprecher, in der Art der Lichtreklame, durch Aushang in Schaufenstern oder in den Verlags- und Druderei- Gebäuden der Zeitungen, ihrer Filialen und den Zeitungsfiosken ist verboten, weil diese Art der Ver­fündung der Wahl resultate zu Ansammlungen und bei der herr­schenden großen politischen Spannung zu Störungen der öffent­lichen Ordnung und Sicherheit führen kann. Die Mitteilung durch den Rundfunk gibt jedermann eine ausreichende Gelegen­heit, die Wahlergebnisse ungestört und ungefährdet zur Kennt nis zu nehmen.

* Männer- Badeverein 1836 e. V. Am Dienstag, den 15. März, abends 8 Uhr, im Pfälzer Hof" Generalversammlung. * Edeka- Nudelwoche. Die in 430 Edekagenossenschaften ( Edeka Einkaufsgenossenschaft deutscher Kolonialwarenhänd­ler) organisierten 30 000 Edekakausleute mit über 32 000 Edefa- Schöner weißer Zähne unter gleichzeitiger Be

geschäften veranstalten in der Zeit vom 14. bis 19. März eine Edeka- Nudelwoche. Die über das ganze Reichsgebiet sich er­streckende Werbewoche soll die Verbraucher nachdrücklichst über die besondere Leistungsfähigkeit der Edekageschäfte in bezug auf Qualität und Preis eines der wichtigsten Nahrungsmittel auf­klären.

Der richtige Weg zur Erlangung

feitigung des häßlich gefärbten Bahnbelages ist folgender: Drüden Sie einen Strang Chlorodont- Bahnpaste auf die trodene Chlorodont Zahnbürste( Spezialbürste mit gezahntem Borstenschnitt), bürsten Sie Ihr Gebiß nun nach allen Seiten, auch von unten nach oben, tauchen Sie erst jetzt die Bürste in Wasser und spülen Sie mit Chlorodont- Mundwasser unter Gurgeln gründlich nach. Der Erfolg wird Sie überraschen! Der mißfarbene 3ahnbelag ist verschwunden und ein herrliches Gefühl der Frische bleibt zurüd. Süfen Sie sich vor minderwertigen, billigen Nachahmungen und verlangen Sie ausdrüdlich Chlorodont- 3ahnpaste. Unter Voririegspreise.

Deutsche, fauft nur deutsche Waren!

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Wenn jemand dauernd Geld für Dinge ausgäbe, die überreichlich in seinem Garten wachsen, würde man ihn einen Verschwender nennen. Wir Deutschen zahlen Tag für Tag über eine Million Reichsmart an das Ausland für Milcherzeugnisse, die uns großenteils die heimische Wirtschaft selbst liefern tönnte.

Unser Oberleutnant war noch nicht da. Schon tam das Kom­mando Stillgestanden!" und unser lieber W t ließ eine fleine Ansprache los. Vom Gymnasium her war ihm noch in Erinnerung, daß Cäsar vor der Schlacht eine unmilitärisch lange Rede an seine Soldaten hielt. Dann ließ er die Kom­Der eine Zug hatte den Kasernenhof ge­pagnie abrüden. rade verlassen, da hielt ein Kraftwagen mit unserem Ober­leutnant. Er war seinem Gefährt noch nicht entstiegen, da don nerte seine Stimme: Wer hat den Abmarsch befohlen!", Hier! Herr Oberleutnant"." Strahlend vor Diensteifer stand W in strammer Haltung da. Aber anstatt des erhofften Lobes er­folgte ein furchtbarer Anpfiff. Er mochte sich trösten; es war nicht der letzte. Nun gings endgültig zum Bahnhof; 10 Uhr 45 fuhr der Zug hinaus in die Herbstnacht, dem geheimnisvol­len Osten entgegen.

Als der Morgen graute, sah er den Zug schon weit in Mit­teldeutschland. Noch war gute Zeit. Man sah es an der Fülle von Liebesgaben, deren Verschwendung zuweilen bedenklich erschien. Aber es war da, und wer dachte viel an die Zukunft ,, Weihnachten fommt ihr wieder!" riefen sie uns zu, und Weih­nachten sind wir zu Haus" schallte es aus den Wagen zurüd Jch teilte die Meinung nicht. ,, Die Kanonen werden noch Ostern einläuten, und heiß wird der russische Ostergruß sein", äußerte ich einmal. Ausgeschlossen! Der Krieg fann gar nicht so lange dauern", warf fast ärgerlich der Kamerad vom zweiten Zuge ein Weihnachten bin ich zu Hause" Leise Sprachs mein junger Kollege, den ich auf der Ausfahrt tennen gelernt Ein liebes hatte, und fah träumerisch zum Fenster hinaus. Bild mochte ihm vor der Seele stehen. Sein Wunsch wurde erfüllt, anders freilich, als er's geahnt. Weihnachten war er heimgegangen. Weihnachten zu Haus!" der Gedanke be­herrschte sie alle. Der Hindenburg und der Ludendorff, die schaffen's schon, und gar erst, wenn die Landwehr kommt, fie, die älteren Leute! Es lag etwas ungemein Rührendes, fern von jedem Uebermut und jeder Selbstüberhebung, in dem Ver­trauen auf die Führung und die eigne Kraft

Am 3. Oktober war Miechow erreicht Von hier aus sollte das Bataillon den Vormarsch antreten in der Richtung auf Warschau, und nun fonnte ich meine Leute näher fennen ler nen. Mit wenigen Ausnahmen waren sie Hessen und hatten in den hessischen Regimentern gedient. Nur die 116er fehlten Kein Beruf, der nicht vertreten gewesen wäre, feine Schranke, die nicht gefallen war. Da steht noch vor mir der Fabrikant aus der Hauptstadt( Anton), der früher Kleinmaschinen nach Rußland geliefert hatte, und der Brauereiarbeiter aus dem Frankfurter Industriebezirk( Riz), der Techniker aus demselben Gebiet( Steinheimer), der Bauer aus der Wormser Gegend und der Obergärtner aus Metz( Lupold), alle zusammenge

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schart unter zielsicherer Leitung durch den einen Gedanken, mag er dem Einzelnen in seiner ganzen Größe und Bedeutung auch nur teilweise zum Bewußtsein gekommen sein. Es war nicht nur militärische Zucht, die hier zum Ausdrud kam; in demselben Maße wirkte sich das Gefühl des reifen Mannes für Ordnung aus. Gewiß ließen sich einzelne gelegentlich gehen. Aber darüber kam das Ganze noch nicht in Unordnung. Es mochte auch einmal einer etwas sagen, was er nicht verant­worten konnte, wie einer er gehörte in meinem Zug zu den jüngeren- in der Frühe des 4. Oktober vor dem Abmarsch von Miechow, mit engstirniger Parteiweisheit auftrumpfend, gegen mich äußerte, jetzt habe das Dinieren aufgehört. Der biedere Mann staunte nicht wenig über die primitive Lebens­weise, die ich wochenlang auf dem Balkan geführt hatte, so wie er es nie in seinem Leben tennen gelernt hatte. Derartiges war nicht tragisch zu nehmen und fam selten vor. Militärische Zucht war noch in allen, und auf Ordnung im Verkehr mit­einander sorgten sie schon.

Laute Begeisterung äußerte sich nicht. Wahre, echte Be­geisterung quilt nur da hervor, wo tiefstes, legtes Verstehen ist. Bei den anderen ist das Beispiel mächtig und ein seelisches Etwas, das dem Unterbewußtsein entströmt. aber doch den gleichen Wert enthält. Dazu hatten sie alle das 30. Lebenss jahr überschritten oder standen hart an der Schwelle des drit­ten Jahrzehnts. Die meisten waren verheiratet, hatten einen festen Wohnort und Beruf, und wir älteren haben es alle er fahren, was es bedeutet, aus einem fest bestimmten Daseins­bezirk, in dem man Wurzel gefaßt hatte. herausgerissen zu wer­den hinein in ein Leben, das so vielfach das Gegenteil bedeu­tete von dem, was man seither gewohnt war. Mancher hatte auch seinen besonderen Paden zu tragen Zwei Kameraden find mir noch in Erinnerung. Der eine war in Brüssel_an­fäfig und mußte bei Kriegsausbruch fliehen Auf dem Wege zur Bahn ging seine Frau noch einmal zu dem nahen Friedhof, um Abschied zu nehmen von dem Grab ihres ihnen so früh ent­Der Mann mochte seiner Frau den Wunsch rissenen Jungen nicht versagen und begab sich einstweilen mit den beiden an­dern Kindern zum Zug. Dieser ging ab ohne die Frau, die der Mann bei dem Gedränge in einem anderen Abteil vermutete. Als der Landwehrmann nach dem Osten marschierte, wußte er noch nichts über den Verbleib seiner Gattin. Dem andern( Jäger) starb die Frau, als das Bataillon seit ein paar Tagen in Jen drzejow lag. Vier Kinder riefen nach dem Vater. Nach meiner Entlassung aus dem Lazarett traf ich ihn in Mainz. Er trug noch das feldgraue Kleid, sah aber getröjtet in die Zukunft. Verwandte hatten sich seiner Kinder hilfsbereit angenommen.

( Schluß folgt.)