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Samstag, den 10. Dezember 1932.

Lokales.

* Das amtliche Fernsprechbuch für den Oberpostdirektions­bezirk Darmstadt ausschließlich Offenbach( Main) soll zu Anfang 1933 neu aufgelegt werden. Die Vorarbeiten hierzu werden am 5. Januar 1933 abgeschlossen. Bis dahin sind Aenderungen der Eintragungen bei der zuständigen Fernsprech- Vermittlungsstelle anzumelden.

* Straßensperrung, mitgeteilt vom Oberhessischen Automo­bil- Club E. V.( A. v. D.), Gießen. Die Sperrung der Provin­zialstraße Ortenberg- Lisberg bis zum Abzweig nach Edarts­born wird ab 12. Dezember 1932 aufgehoben.

Jagd im Dezember in Hessen.

( Mitgeteilt vom Hess. Jagdklub.)

,, Gießener Zeitung"

Herzen redende Weihnachtswahrzeichen freudig begrüßen, und es ist auch erfreulicherweise teine vereinzelte Erscheinung mehr in der Oeffentlichkeit. Keineswegs nur auf die Kirche beschränkt, grüßt es uns allenthalben weithin sichtbar im Stadtbild, auf öffentlichen Plätzen und Straßen, in Bahnhofshallen als ein Gefühl weihnachtlichen Behagens aufkommen zu lassen und schließlich in den Geschäften, um die Gebefreudigkeit anzuregen. Es dürfte sicherlich niemanden geben, der sich nicht freut, daß das alte, schöne Weihnachtssymbol ihm, mitten im fremden Men­schengewühl, so liebvertraut, freundlich entgegenleuchtet. Die­jenigen, die zu Hause keine eigenen Weihnachtsbaum haben und es sind heutzutage derer gar nicht so wenige werden den Lichterbaum in der Oeffentlichkeit mit besonderer Freude be= grüßen.

Bom 1. ds. Mts. an hat die Schonzeit für männliches und weibliches Rehwild begonnen. Auch für Feldhühner schloß mit dem 30. November die Schußzeit. Sonst hat, mit Ausnahme der Jagd auf Muffelwild und der Waldhühner, alles Wild Schuß­zeit, die Fasanenhennen nur bis zum 31. Dezember, die Hasen dagegen bis zum 15. Januar 1933. Die großen Hasentreib­jagden haben begonnen. Leider hat sich gezeigt, daß wir durch die andauernd nasse Witterung im Nachsommer, an der die Junghasen zum großen Teil zu Grunde gingen, ein schlechtes Hasenjahr haben. Wir empfehlen deshalb, den Abschuß so zu beschränken, daß genügend Sathasen übrig bleiben, was stets die Hauptsache für Erhaltung eines guten Wildbestandes ist. Das Haar- Raubwild trägt nun sein fertiges Winterkleid. Sein Ab­schuß und Fang ist in diesem Jahre nicht mehr so lohnend wie früher, da die Preise am Pelzmarkt außerordentlich gedrückt sind. Die Futterstellen sollen jetzt reichlich beschickt werden. Salz ist für die Verdauung und Gesunderhaltung unseres Wildes dringend notwendig.

Weihnachten in der Deffentlichkeit.

Nr. 49

Maschinenbauschule Zeugnis. Ein eindrucksvoller Ueberblick über die Bauwerke Professor Eberhardts zeigt sein vielseitiges archi­tektonisches Schaffen und eine Sonderschau: ,, Die schönsten Stücke des Deutschen Ledermuseums" rundet das Bild ab.

Dies Hinausrücken des strahlenden Weihnachtsbaumes in die Deffentlichkeit fonnte in größerem Umfange aber erst erfolgen, nachdem es gelungen war, die Feuersgefahr des brennenden Baumes zu bannen. Zwar ergab sich mit dem Vorhandensein des elektrischen Lichtes allein noch keineswegs die Möglichkeit einer Beleuchtung, die der feierlich stimmungsvollen Tradition des alten Wachskerzenlichtes völlig gerecht werden konnte. Erst unserer heutigen, fortgeschrittenen Glühlampentechnik ist es ge= lungen, einen vollwertigen, geradezu täuschenden Ersatz dafür zu bieten mit Kerzen, die nicht nur in Farbe und Form den Wachslichten zum Verwechseln ähneln, sondern auch ihren zart schimmernden, gelblichen Lichtschein überraschend wiedergeben. Der mit diesen elektrischen Kerzen beleuchtete Weihnachtsbaum wirft somit ganz und gar wie der altvertraute Wachskerzen Lichterbaum. Um so schöner ist es daher, dieses stille, sanfte Leuchten jetzt auch im bewegten Straßengewühl erleben zu kön­ne. Auch die oben erwähnte alte Sitte, den Kirchturm am ' Weihnachtsabend zu beleuchten, sollte man heute vielleicht wieder in Erwägung ziehen. Stehen uns doch auch dafür die schönsten lichttechnischen Mittel, wie z. B. die Anstrahlung durch Flut­Tit, zur Verfügung.

In manchen Dorfgemeinden war es zu Anfang des vorigen Jahrhunderts gebräuchlich, bevor noch die Sitte des häuslichen Weihnachtsbaumes sich eingebürgert hatte. eine einzige große Weihnachtstanne für alle in der Kirche aufzustellen; außerdem wurde, wie uns eine Chronik berichtet, der Kirchturm so erleuch­tet, daß er selbst wie ein großer Weihnachtsbaum ins Dorf herabschaute".

Und schließlich noch eine weitere Anregung für den weih­nachtlichen Schmuck des Straßenbildes:

Bergbau im Lahn- und Dillgebiet.

Der Berg- und Hüttenmännische Verein Wetzlar berichtet: Es fonnten im Monat November 1932 auf den Gruben des Lahn- und Dillgebietes weitere rund 40 Bergleute neu ein­gestellt und dadurch eine Fördervermehrung erreicht werden.

In den letzten Jahren haben verschiedene dänische Städte mit großem Erfolg in ihren Geschäftsstraßen weihnachtliche Illumi­nationen durchgeführt in Gestalt von Tannengirlanden, die mit zahlreichen farbigen oder weißen Glühlampen besteckt sind und sich in vielen Bögen über die ganze Straßenbreite hinziehen. Es würde sich gewiß auch bei uns lohnen, ausgesprochene Ge­schäftsstraßen zur Weihnachtszeit derartig zu illuminieren. D-.

In solcher Gemeinsamkeit des Weihnachtserlebens liegt zweifellos ein schöner und tiefer Sinn. Ueber alles Trennende und Gegensätzliche im öffentlichen Leben hinweg, ist der Weih­nachtsbaum, den alle mit dem gleichen Gefühl einer warmher­zigen Freude betrachten, ein Symbol der Zusammengehörigkeit, der einenden Liebe.

Heute mehr als je sollten wir dementsprechend das zu allen

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Weihnachten in Bethel.

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Große Freude brachte die Weihnachtsbotschaft der auf den Heiland wartenden Welt; denn in Jesus wurde die Liebe des Vaters offenbar Mitten hinein in alle Not der Erde soll auch in diesem Jahre durch das Kind von Bethlehem große Freude kommen. Allen Sorgenden und Traurigen will es eine Freude bringen, die fein Leid zerstören tann Ein Abglanz die­jer unvergänglichen Gottesgnade sollen auch die Weihnachts­gaben sein, durch die alt und jung einander erfreuen.

Auch in den Häusern von Bethel hebt jetzt von Tag zu Tag immer stärker das Weihnachtsklingen an Elende Leute sind die Sänger: franke Kinder, Fallsüchtige, Gemüts- und Nerven franke Aber sie alle rüsten sich auf die Feier des Festes, das von der großen Freude redet. Zu diesen etwa 3000 Kranken tommt noch das große Heer der Heimatlosen und Wanderer in unseren Zweiganstalten, so daß insgesamt ungefähr 7000 Hilfs bedürftige aller Art bei uns auf eine fleine Weihnachtsgabe warten Darum fragen wir bittend: Wer hilft uns, den Krans fen, Kleinen und Heimatlosen von Bethel ein wenig Weihnachts­freude zu bringen? Alles nimmt unser Weihnachtshaus"( An­schrift: Weihnachtshaus Bethel b. Bielefeld, Bahnstation Brad wede) dankbar an. besonders Lebensmittel, Kleidungsstüde, Stridwolle, Schuhe, Spiele, Bücher usw Je eher das uns zuge dachte gesandt wird, desto besser fönnen wir verteilen. Ebenso willkommen ist uns jedes Geldgeschenk, das wir in Gaben der Liebe verwandeln fönnen, wie es gerade nötig ist( Poſtſched fonto 1904 Hannover)

Das Kind von Bethlehem, das arm wurde, damit wir durch seine Armut reich würden, schenke uns allen einen neuen Reich tum an Glauben und Liebe ins Herz. damit auch die Elenden es merken und sich freuen!

Mit herzlichem Weihnachtsgruß an alte und neue Freunde von Bethel F. v. Bodelschwingh, Pastor. Bethel b Bielefeld, im Advent 1932

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