Samstag, den
Samstag, den 7. Mai 1932
Unternehmen würde die Eigenverwendung fremder, gewissermaßen nur treuhänderisch verwalteter Gelder- wie es die Arbeitslosenbeiträge sind sicherlich böse Folgen haben. Gute faufmännische Sitten würden aber auch einer Behörde gut anstehen."
Wie wenig die deutschen Krankenkassen und ihre Verbände trotz aller üblen Erfahrungen gelernt haben, zu rechnen, zeigt ein Rundschreiben des Provinzialverbandes Rheinprovinz Deutscher Krankenkassen e. V. Der Verbandsvorstand empfiehlt darin nämlich ,,, auf ausdrücklichen Wunsch seiner Verbandstassen" alles daran zu setzen, um die Schließung verschiedener Genesungsheime zu vermeiden. In dem Schreiben heißt es u. a.:
Bei einer Belegung von zurzeit 30 Betten bei 110 vorhandenen Betten fallen die fast unveränderlich hochbleibenden Generalunkosten derart start ins Gewicht, daß zurzeit die Aufrechterhaltung des Betriebes nur mit sehr starkem Berlust möglich ist. Dies zu verhindern, liegt in der Hand unserer Berbandstassen. In Krisenzeiten muß sich die Solidarität zeigen, und so richten wir heute die dringende Bitte an jede einzelne unserer Verbandskassen, zu ihrem Teil dazu beizutragen, daß eine Schließung unserer Heime in... verhindert wird. Jede Krankenkasse muß in diesen Zeiten wenigstens einen Patienten dauernd in haben. Das ist möglich trotz aller notwendig gewordenen Einschränkungen."
„ Gießener Zeitung"
Freilich, es gibt auch unwürdige Mütter. Für diese aber aber hat der Muttertag richts zubedeuten. Die gute Mutter ist die immer bereite Mutter, die Sorgerin und Beforgerin ihres Kindes, die Stütze in allen Lagen seelischer und leiblicher Not, der gute Mitgänger, wenn schon alle anderen Begleiter sich abgewendet haben, die Trösterin, deren Hände so lieb streicheln fönnen, leidet das Kind Herzensnot, ist es viel leicht gar am Ende seiner Kraft. Eine gute Mutter versagt nie; sie läuft selbst dem irrenden Kinde nach und bittet für das schuldig gewordene Kind! Jhre Arme wachsen scheinbar noch aus dem Grabe heraus, um das Kind zu stützen, zu schützen. So groß und so beständig ist einer guten Mutter Liebe und Sorge um ihr Kind!
Drastischer tann die Ueberspannung in der Auffassung über 3wed und Ziele sozialer Einrichtungen nicht zum Ausdrud gebracht werden. Es muß als Verrat an jedem einzelnen Mitglied einer Krankenkasse bezeichnet werden, wenn der ProvinzialVerband in dieser Form zu Ausgaben auffordert, die nicht notwendig, sondern lediglich von seinem Standpunkt erwünscht sind. Richtig wäre es doch, die nicht mehr rentierenden Erholungshäuser bis auf weiteres zu schließen und die Erholungsbedürftigen den Heimen zuzuführen, die noch offengehalten werden können. Das sichert wicht nur noch den in Betrieb gehaltenen Kurhäusern eine zuschußfreie Existenz, sondern vermeidet gleichzeitig bei den unrentablen Anstalten die ewigen Zubußen. Dieser wirtschaftliche Gesichtspunkt wird aber von den Krankenkassen bewußt rein personellen Rücksichten, um nicht zu sagen parteiischer Mißwirtschaft, geopfert.
Lokales.
Einer alten Mutter.
Du hast mich einst empfangen, mit freudigem Verlangen An meines Lebens Tür- ich danke dir dafür!
Und wenn vom Erdengange, vom weiten, weiten Wallen, Vom Gleiten und vom Fallen die Füße müde sind, Dann Mutter, dann empfange am Tor der Himmelshallen Noch einmal du dein Kind!
Halbtraum.
Um mich die tiefe, dunkle Nacht. Da denke ich der Lieben mein, Und schau, da treten alle sie
Ganz sacht und still zu mir herein. Das Mütterchen, das treue, kommt. Auf meines Mädchens Arm gelehnt; Sie fühlten ja, wie sich mein Herz So schmerzlich heiß nach ihnen sehnt. Ich halte beider Hände fest
So froh wie ein beschenktes Kind, Bis mir vor lauter, lauter Glück Die Augen zugefallen sind.
Otto v. Leigner.
Zum Muttertag.
Darum werde heute eingedent, welchen köstlichen Edelstein das treue Mutterherz birgt unersetzbar, wohin du dich auch wenden magst! Dede Mutters Tischchen blüteweiß und stelle Blumen darauf; gib ihr etwas, das ihr eine besondere Freude bereiten und deine warme Liebe zu ihr zeigen fönnte. Streichle Sollten aber dich sie auch einmal, und sei recht lieb zu ihr. die Augen, die dich als Kind mit tausend Wonnen unzähligemal herzlieb gespiegelt, erstarrt, vereist sein durch den Tod, dann schmüde noch ihr Bild, taste dich mit Erinnerungen zurück, und halte in stiller Dämmerstunde Zwiegespräche mit ihr wie damals, da du ein Kind noch warst. Otto Promber.
*
* Von der Reichswehr. Am kommenden Montag wird der Chef der Heeresleitung, General der Infanterie Freiherr von Hammerstein- Eqword, hier eintreffen und das Bataillon be= grüßen und besichtigen.
Nr. 18
Watamusu einen Kranz zu Ehren der deutschen Gefallenen nieder. Die in den hessischen Landesfarben gehaltene Kranzschleife trägt die Aufschrift: Den deutschen Gefallenen von einem zum 1.( Hess.) Grenadier- Bataillon Inf.- Regt. 15 kommandierten taiserlich japanischen Offizier".
Gerichtspersonalien. Ernannt wurde am 21. April 1932 der Oberlandesgerichtsrat bei dem Oberlandesgericht in Darmstadt Dr. Gustav Maurer zum Landgerichtspräsidenten bei dem Landgericht für die Provinz Oberhessen mit Wirkung 1. Mai 1932 an.
Dom
* Aus dem Stadttheater. Die große Schlageroperette ,, Morgen geht's uns gut" mit der Musit von Ralph Benahky wird am morgigen Sonntag zu gewöhnlichen Preisen als Fremdenvorstellung gegeben. Die Leitung der Operettenaufführung wie auch die Hauptrolle hat Heinrich Hub.
Siden den Ver res Augenmert bare Fälle von werden. Ferner Der Straßenhand Sadfleisch in de Davernder polize
* NSDAP. Gestern abend fand im Café Leib eine Ver sammlung der NSDAP. statt, die sich ausschließlich mit der Frage, ob Einheitspreisgeschäfte, Warenhäuser und Konsum vereine volkswirtschaftsfördernd seien, beschäftigte. In fast zweistündigem Vortrag kam der Redner des Abends, Herr Bar tholomäus, zu dem Ergebnis, daß die mit dem Thema gestellte Frage zu verneinen sei. Sowohl Einlaufs- wie Verkaufstaftif dieser modernen Konzerne seien existenzvernichtend für alle, besonders aber für den gewerblichen Mittelstand, der nunmehr, wo es um das Ganze gehe, die Standes" politit, wie sie bisher von Interessensparteien gehandhabt wurde, aufzugeben habe, um sich in der NSDAP., die den Gemeinnutz vor den Eigennut stellt, zu gemeinsamem Kampf zu finden. Der Redner fand reichen Beifall des vollen Hauses.
* Personalien. Der Vermessungsoberinspektor Philipp Eisenhardt zu Gießen wurde mit Wirkung vom 1. Juni ab in den Ruhestand versetzt. Der Polizeihauptwachtmeister auf Probe Franz Medy zu Gießen wurde unter Berufung in das Beamtenverhältnis mit Wirkung vom 1. Juni ab zum Polizeihauptwachtmeister ernannt.
Von der Universität. Herr Dr.- Ing. Ernst Hamm, der sich für das Fach der Geschichte des Städtebaues habilitiert hat, wird Montag, den 9. Mai, 20 Uhr, im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts, Ludwigstraße 34, über das Thema Wandlungen im deutschen Städtebau" eine Antrittsvorlesung halten. Kirchen
Erten
* Evangelisch- kirchliche Nachrichten. Durch die regierung wurde dem Pfarrer Sigmund Fischer zur schwid( Westfalen) die evangelische Pfarrſtelle zu Nauheim, Dekanat Groß- Gerau, und dem Pfarrer Otto Crull zu Ulfa die evangelische Pfarrstelle zu Trais- Horloff, Dekanat Hungen, übertragen.
Die Pfingst- Rückfahrkarten. Die Festtags- Rückfahrkarten der Reichsbahn zu Pfingsten fönnen bis zum 17. Mai, 24 Uhr, einschließlich( Dienstag nach Pfingsten), benutzt werden.
Ein Blumenstrauß vielfacher Liebe und treuer Sorge ums Kind blüht im Herzen einer guten, wahrhaft berufenen Mutter! Freunde können auch lieb sein; aber wie oft siehst du Verrat, hörst du übles Bereden hinterm Rüden. Geschwister sind ein Blut und sollten darum auch eine Seele sein. Doch wie leicht wenden sich Brüder und Schwestern von einander ab, sind mißgünstig und berechenbar zueinander. Herrlich kann die Liebe zwischen Mann und Weib aufblühen! Aber bist du sicher davor, daß es nach Jahren heißt: ,, Meine Liebe ist erstorben; ich will dir Freundschaft bieten?" Einer guten Mutter Liebe hat nicht nur urwüchsige Kraft, sondern auch föstliche Beständigkeit. Wenn sich das Kind nur einigermaßen seiner Pflichten zu den Eltern bewußt bleibt und danach handelt, bleibt ihm die Mutter durch alle Stürme des Lebens treu zur Seite, redet nichts Schlechtes über ihr Kind, wendet sich nicht ab, verbilligt ihre Liebe nicht!
Ein Wunderpark jubiliert.
Von Dr. A. H. Kober.
Jagd in Hessen im Mai.
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( Mitgeteilt vom Hess. Jagdklub e. V. Darmstadt.) Für das Haarwild ist die Zeit gekommen, wo es sich ver färbt, dh. sein Wintergewandt mit dem Sommerbleid vertauscht. Es befindet sich in einer Uebergangsperiode und nimmt während dieser Zeit, während der es besonders empfindlich ist, Salzbecken mit Vorliebe an Deshalb jei den Revierbesitzern immer wieder empfohlen, Salzpfannensteine, die vom Hess. Jagdflub bezogen werden können, reichlich auszulegen. Die Hirsche schieben ihr neues Geweih, der Rehbock, dessen Gehörn voll ent widelt ist, verfegt es, soweit dies noch nicht geschehen ist. Die Jagd auf den Rehbod beginnt in Hessen am 1. Juni. Auer und Birkwild erreicht in der ersten Hälfte des Monats den Höhepunkt der Balz, ab 16. Mai hat der Auerhahn Schonzeit. Das Birkwild ist während des ganzen Jahres geschützt. Faja nenhähne können noch während des ganzen Monats geschossen werden, der Dachs ab 16. Mai. Alles übrige Wild bedarf der größten Ruhe, da es entweder setzt, bzw. brütet oder schon Junge führt.
* Störungen der Ruhe und Ordnung durch Musizieren pp. Das Polizeiamt weist darauf hin, daß anhaltendes Musizieren, insbesondere Klavierspielen, Spielenlassen von mechanischen Musitapparaten( Grammophonen, Radiolautsprecher und dergl.) im Freien oder bei offenen Fenstern meist eine erhebliche Belästigung der Nachbarschaft bildet und häufig den Tatbestand des§360, 3iffer 11, des Reichsstrafgesetzbuches( ungebührliche Erregung ruhejtörenden Lärms oder Verübung groben Unfugs) erfüllt.
Die Polizeibeamten sind, wie das Polizeiamt mitteilt, angewiesen, einzuschreiten.
Der Mahnruf: Hunde an die Leine" sollte gerade jetzt von jedem Spaziergänger, der glaubt, es schade nichts, wenn er seinen Hund draußen in Wald und Feld frei laufen läßt, streng befolgt werden.
Höchste Aufmerksamkeit widme der Heger allem Raubge sindel, besonders den Krähen und Elstern, streuenden HundenKazen und Füchsen und allen verdächtigen Elementen, die Tierraub treiben.
Die Arbeit der Nahrungsmittelpolizei
in der Stadt Gießen im Jahre 1931. Kontrolle der Nahrungsmittel.
Die Nahrungsmittelkontrolle wird im allgemeinen in der Deffentlichkeit wenig beachtet. Hin und wieder verschafft ein auffallendes Gerichtsurteil einen Einblick in diese wichtige Auf gabe der Polizei. In welchem weit größeren Umfang aber sich | diese polizeiliche Tätigkeit im Laufe eines Jahres auswirkt, möge zur Beruhigung der Bevölkerung und zur Warnung für gewissenlose Händler nachstehende Schilderung zeigen:
* Verkehrsregelung. Es wird oft beobachtet, daß den Fahrzeugen der Polizei und der Feuerwehr sowie denselben des Kranken- und Rettungsdienstes und den Spreng- und Kehrmaschinen von anderen Wegebenutzern nicht rechtzeitig und genügend Platz gemacht wird, so daß sie in ihrer Bewegung ge hemmt werden. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß nach § 25 der Verordnung über Kraftfahrzeugverkehr vom 15. Juli 1930 diesen Fahrzeugen rechtzeitig und genügend Platz gemacht werden muß. Die Polizeibeamten sind, wie uns das Polizeiamt meldet, angewiesen, streng auf die Befolgung dieser Bestimmung zu achten.
* Vom Elektrizitätswerk. Die bereits fälligen Stromgelder im Stadt- und Ueberlandgebiet für den Monat März 1932 fön nen noch bis zum 18. d. M. ohne Kosten bezahlt werden. Bei Nichtzahlung bis zu diesem Termin erfolgt Beitreibung und Stromsperre auf Kosten des Abnehmers.
Ein Wunderpart jubiliert, feiert sein 25jähriges Bestehen, auf deutschem Boden! Ein Park, in dem alle Wunder der erotischen Ferne eingefangen sind, der Zauber der tropischen Landschaft uns berüdt, die majestätische Einöde der Polarwelt ebenso sich abspiegelt wie der Duft japanischer Ziergärten, die Melancholie der afrikanischen Steppe, der geheimnisvolle Glanz asiatischen Hochgebirges. Ferne, fremde Zonen sind uns hier greipbar nahe, wir wandeln in ihnen, und es begegnen uns seltsame Tiere, das ganze Tierleben der Erdteile, die wir nur aus Reisebeschreibungen kennen, die wir einst als Kinder mit fiebernden Wangen, als Erwachsene mit brennender Sehnsucht Lafen, offenbart sich uns jetzt unmittelbar und zuweilen treffen wir auch Menschen fremder Farbe, fremder Rasse, aus Ländern, die wir wie geschaut. Ist es ein Traum? Narrt uns unsere Fantasie: daß wir dort jetzt nebeneinander Zebras, Kamele, Antilopen, Marabus und Löwen in einem einzigen paradie= sischen Panorama erbliden- Es ist Wirklichkeit! Wir sind in Carl Hagenbeds Tierpark in Altona- Stellingen, der am 7. Mai sein 25jähriges Bestehen feiern fann.
* Japanische Ehrung der deutschen Gefallenen. Am 116er Denkmal auf dem Landgraf- Philipp- Platz legte der zur Dienſtleistung beim hiesigen Bataillon tommandierte japanische Major
Aber am 7. Mai 1907 öffnete Carl Hagenbeck die Pforten seines Stellinger Tierparkes, und jetzt konnte sich Jedermann mit eigenen Augen davon überzeugen: Das Tierparadies war leibhaftige Wirklichkeit geworden, der Park der exotischen Wunder auf deutschem Boden war geschaffen, und heute ist er bekannt und berühmt in aller Welt.
Es wurden im Jahre 1931 vom Polizeiamt Gießen 412 Pro ben von Nahrungs- und Genußmitteln dem Chemischen Unter suchungsamt Gießen zur Nachprüfung übergeben.
Von sämtlichen untersuchten Proben wurden beanstandet: 50 Proben= 12,1 Proz. gegen im Vorjahre 13,4 Proz. Ein großer Teil der Untersuchungen erstredte sich auf Milch und Milchpräparate. Weiter wurden 1306 Milchproben durch die Nahrungsmittelkontrollbeamten vorgeprüft. Wegen Nahrungs mittelfälschungen pp. wurden 45 Anzeigen erhoben und erhebliche Strafen verhängt.
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Außerdem wurden 1916 Revisionen in allen Gewerbebetrie ben und Handlungen, in welchen Nahrungs- und Genußmittel zum Verkauf stehen, gelagert und hergestellt werden, auf Rein lichkeit, fachgemäße und vorschriftsmäßige Behandlung der Ware vorgenommen. Hier wurden einige Mängel festgestellt. Brot gewichtsrevisionen wurden 260 vorgenommen, wobei auch das von auswärts zugefahrene Brot der Gewichtskontrolle unter zogen worden ist. 44 Brote, die Mindergewicht bis zu 140 Gramm hatten, wurden weggenommen und die betreffenden Bäcker zur Anzeige gebracht. Auch auf die Kohlen, die in
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nehmungen: und dies alles betreiben Hagenbeds einzig und allein mit ihrer eigenen privaten Initiative, ohne jeden Zu schuß aus öffentlichen Mitteln, ohne jede Steuererleichterung! Der Stellinger Tierpark ist der einzige Zoologische Garten in Deutschland vielleicht in ganz Europa, der sich keiner Sub vention zu erfreuen hat; weswegen Hagenbeds vorläufig aud noch nicht alle Jdeen verwirklichen können, die sie für die Voll endung ihres Tierpartes schon lange hegen.
Die Eigenart dieses Stellinger Tierparkes besteht darin, daß dort alle Tiere in ihrer natürlichen Umgebung gezeigt werden sollen. Man sieht dort also- außer den üblichen Tierhäusern und Tiergehegen inmitten einer Polarlandschaft Scharen von Eisbären und Robben sich tummeln, an einer anderen Stelle sind wir plötzlich in der Antarktis, erfreuen uns an zahllosen drolligen Pinguinen, bewundern die gewaltigen See- Elefanten, dann wieder folgen wir gespannt den kühnen Klettsprüngen des Thars, Mähnenschafe und Moufflons im Hochgebirge, sehen auf einer großen Nilwiese Dutzende entzüdenden Flamingos träumen, auf afrikanischer Steppe 3ebras und Antilopen herdenweis spielen. Alle diese Anlagen sind nach sehr klugen tier- psychologischen und technischen Ueberlegungen derartig eingerichtet, daß die Tiere völlige Bewegungsfreiheit haben und dabei doch immer vom Publikum getrennt bleiben. Hagenbeds haben nach diesen Grundsätzen sogar Freisichtanlagen für Löwen geschaffen, jeder moderne Tiergärtner versucht heute nach Stellinger Muster wenigstens eine Anlage zu schaffen, und in Detroit, Toledo, Rom, Praig, Paris, Oxford, Chikago usw. sind neuerdings nach dem Stellinger Vorbilde, unter tätiger Mithilfe Heinrich Hagenbecks ganze zoologische Gärten aufgebaut worden. Innerhalb von 25 Jahren also ist die deutsche Kulturtat: Carl Hagenbeds Stellingen, Gemeingut der ganzen Kulturwelt geworden.
Als der Kommerzienrat Carl Hagenbed um 1900 von seiner Jdee eines Tierpartes, in dem alle Tiere sich frei in ihrer natürlichen Umgebung bewegen tönnen, etwas verlauten ließ, da hielt mancher freilich diese Idee für einen Traum, für den Wunschtraum eines begeisterten, leidenschaftlichen Tierfreundes.
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Hagenbeds Name ist in aller Welt volkstümlich als der des bedeutendsten Tierhändlers. Tatsächlich sind durch den Stellin ger Tierpart, der der Sammelplatz aller Hagenbedschen Tier transporte ist, viel mehr Tiere gegangen als es in sämtlichen Zoologischen Gärten der Welt gibt. Allein an Elefanten sind mehr als sechshundert in Stellingen gewesen. Aber nicht nur die Masse des Stellinger Tierbestandes ist imposant, sondern auch sein Wert. So nennt der Tierpark zurzeit u. a. sein eigen fünf Giraffen, sechs Flußpferde, acht Elefanten, drei afrikanische Nashörner, ein indisches Panzernashorn: im Gesamtwerte von dreihundertzwanzigtausend Mart. Wie solche enormen Unkosten zufammenkommen, begreift man, wenn man sich überlegt, wie Langwierig foſtspielig und oft auch gefährlich der Fang solcher Tiere ist. Um die riesigen Gee- Glefanten zum Beispiel einzu holen die allein Hagenbeds seit 1910 aus antarktischen Ge wässern importieren, muß die Expedition volle 5 Monate unter wegs sein; und Hunderte von Zentnern getrodneter Fische, dit einzeln mit der Angel gefangen werden müssen, vertilgt jebe einzelne dieser seltsamen Didhäuser während der Reise. Zuwei len nehmen solche Hagenbeckschen Tiertransporte geradezu gigan tische Dimensionen an. So wurden 1893 zur Weltausstellung nach Chitago nicht weniger als tausend Tiere verschifft, eben soviel 1910 nach Buenos Aires, und für die deutsche Regierung erwarb und verschiffte Hagenbed 1906 an der Ostküste Afritas zweitausend Kamele. Ungeheure Anforderungen an jeden Mit arbeiter stellen solche Unternehmungen, und nur die Liebe den Tieren, die leidenschaftliche Anteilnahme am Zauber de Tierwelt, die restlose Hingabe an pflegebedürftige Geschöp befähigt die Hagenbeds und ihre Leute zum Ertragen alle Strapazen solcher entbehrungsreichen Streifzüge in ferne Zone und solcher wahrlich nicht komfortablen Reisen. Es wird von einem Forschungsreisenden, der im ferne Lande Patagonien als erster Weißer dort hausende Indiane traf, berichtet, daß ihm das Wort„ Hagenbed" zugerujen wurd Diese Geschichte erweist besser als jede wortreiche Ausführun die weltumspannende Bedeutung des deutschen Unternehmen Hagenbed. Alle Zonen, die entlegensten Wintel der Erde haba. Hagenbeds durchstreift, um die Wunder der erotischen Tierwe zu fammeln, und in ihrem Tierpart zu Altona- Stellingen habe fie ein getreues Abbild dieser Wunderwelt geschaffen: dem deu ichen Volke zur Unterhaltung, der deutschen Wissenschaft u Studium, der deutschen Jugend zur Belehrung, und zur Ehr des deutschen Namens in der Welt. So fann Hagenbeds Ties part am 7. Mai das Jubiläum eines wahrhaften deutsche Kulturwertes feiern.
Sieben Jahre hat der Aufbau des Stellinger Tierparkes ge= dauert. Aber die Gedankenarbeit, die seiner Schaffung vorherging, hat ein paar Menschenalter gedauert: wie alle großen Jdeen erwuchs auch diese erst langsam aus einer geistigen Tradition, aus der Gedankenarbeit mehrerer Generationen. 1848 schon begründete Gottfried Claus Carl Hagenbed in Hamburg seinen Tierhandel. Sein Sohn Carl der spätere Kommerzienrat übernahm 1866 das väterliche Geschäft und baute es gewaltig aus. 41 Jahre also war Carl Hagenbed bereits prattischer Tiergärtner, Tierliebhaber und Tierpfleger par amour, als er seinen Stellinger Tierpark der Oeffentlichkeit übergab. Seine beiden Söhne Heinrich und Lorenz Hagenbed sind heute die Besitzer des Tierparkes, des Tierhandelsgeschäftes und aller damit verbundenen Unternehmungen, sie wahren und erweitern das kostbare Erbe im Sinne des Vaters, und ihre Söhne wiede rum jollen die echte alte Hagenbed- Tradition fortsetzen. Welche ungeheure Verantwortung das bedeutet, vermag man erst zu er messen, wenn man von dem ganzen, großen Umfang der Hagenbeckschen Unternehmungen eine Ahnung hat. Kurz aufgezählt bestehen sie in: Tierfang und Tierhandel in der ganzen Welt, Erhaltung und Ausbau des Tierparkes in Altona- Stellingen, Bau und Belieferung von 300s und Wildparts, Zusammenstel lungen von Truppen exotischer Völker, reisenden Zirkusunter
Ohne 3we bie Breisfrage. Jak bin ich ber gelebenen Breis
für zwölfhunder mit allen Schi
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treifte nachden Sie verge wir das Rad Lönnen! Aber
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Berzeihun
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Tageszeitungen
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