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Samstag, den 7. Mai 1932

Siden den Verbrauchern zugefahren werden, wurde ein beson­te's Augenmerk gerichtet. Bei 243 Stichproben fonnten straf­bare Fälle von Mindergewichten in den Säden nicht festgestellt verden. Ferner sei hier noch erwähnt, daß der Wochenmarkt, Der Straßenhandel, der Fleischtransport, das Vorrätighalten von padfleisch in der Sommerzeit und die Fleischeinfuhr unter avernder polizeilicher Kontrolle stehen.

Um die Bevölkerung vor gesundheitlichen Schäden zu dpützen, ist reichsgejeklich geregelt, daß alle Tiere, deren Fleisch jum menschlichen Genuß bestimmt ist, und nicht restlos im eige­en Haushalt verwendet wird, vor und nach der Schlachtung on einem amtlich verpflichteten Fleischbeschauer oder Tierarzt arterfucht werden. In Gießen ist durch eine besondere Polizei­perordnung geregelt, daß alles frisches Fleisch von Rindvich, Shweinen, Schafen, Ziegen und Pferden, das von Metzgern, Händlern, Hotels und Wirten von außerhalb eingeführt wird, uf dem türzesten Wege zur Nachschau in den städtischen Schlachte ja zu verbringen. Hier sei zur Unterrichtung der Einwohner­haft noch erwähnt, daß die Einfuhr von frischem Fleisch in 5 legen in den Monaten April bis September nur in der Zeit DON 6 bis 20 Uhr und von Oftober bis März nur von 7 bis 19 Uhr stattfinden darf. Auf die Einfuhr von frischem Fleisch zur Nachtzeit mit der Eisenbahn wurde ein besonderes Augenmerk gerichtet.

Anzeigen wegen Zuwiderhandlungen gegen diese Verord­ung mußten in 23 Fällen erhoben werden.

Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, daß auch auswärtige Dekger, Bäder und Händler Fleisch, und Wurstwaren pp. nach der Ladenschlußzeit ihren Kunden in der Stadt Gießen nicht mehr Jubringen dürfen.

Bei aller Strenge, welche die Polizei auf diesem lebens­wichtigen Gebiete übt, ist die Beanstandungsziffer, 12,1 Proz. gegen 13,4 Proz. im Jahre 1930 immer noch verhältnismäßig hoch. Die Polizeibeamten haben Weisung, diejem wichtigen Gebiet ihrer Tätigkeit unausgesetzt die schärfste Aufmerksamkeit zu widmen.

Aus Nah und Fern.

Ober- Schmitten. Einem 1% jährigen Mädchen gelang es arn Dienstag, vom Bett aus das Feuerzeug auf dem Nachttisch 3 erlangen. In einem unbewachten Augenblid entzündete es ein Streichholz, wobei das Nachthemd Feuer fing. Mit schwe ren Brandwunden wurde das Kind in das Krankenhaus zu Shotten verbracht, wo es bald seinen Verletzungen erlag.

Bad Nauheim. Das Verkehrsamt der Hessischen- Bad und Rurverwaltung teilt mit, daß bis zum 4. Mai 1932 der Gesamt­befuch 3677 Gäste betrug; darumter 413 Ausländer. Anwesend waren am 4. Mai 1932 1387 Gäste.

Friedberg. Der Voranschlag der Industrie- und Handels­la mmer Friedberg für 1931/1932 schließt in Einnahme und Aus­gabe mit 25 900 Mart ab. Durch Einsparungen fonnte eine weitere Gentung der Voranschlagszahlen erreicht werden.

Roßdorf Der achtjährige einzige Sohn des Gemeinderats Johann Engert wurde am Dienstagnachmittag auf dem Heim­weg von der Schule von einem Lastauto überfahren und sofort getötet.

Ar­

Mainz. Innerhalb zweier Stunden suchten und fanden Mittwochnachmittag zwei männliche Personen den Tod auf den Schienen. Gegen 4 Uhr ließ sich der verheiratete 59jährige Berbert auf der Alzeyer Strecke zwischen Mainz- Mombach und Mainz- Gonsenheim von einem Personenzug überfahren. beitslosigkeit scheint die Ursache zu dem Selbstmord gewesen zu je in. 3wei Stunden später wurde auf dem Bahnkörper der Strede Mainz- Wiesbaden bei Mainz- Amöneburg die Leiche cimes unbekannten in den 50er Jahren stehenden Mannes ge­janden. Nach der Kleidung zu schließen handelt es sich wahr­Heinlich um eine dem Arbeiterstand angehörende Person. Der Tote trug feinerlei Ausweispapiere bei sich.

Rodheim. Die Bruderschaft Biebertal des Jungdeutschen Ordens hat gemeinschaftlich mit der Gemeindeverwaltung Rod­beim ein großes Projekt ausgearbeitet, das im Wege des frei­willigen Arbeitsdienstes den Bau von sieben neuen Straßen in

,, Gießener Zeitung"

ungedeckten Fehlbetrag von rund 1,2 Millionen RM. ab. Dieses gewaltige Defizit geht zum größten Teil auf das Konto des Kreiswohlfahrtsamtes, an das auch im Etatjahre 1932 ganz be­deutende Anforderungen gestellt worden sind mit der Frage, wie das Millionen- Defizit gededt werden soll, wird sich der Kreis­bag am 25. Mai befassen. Ohne Zweifel steht der Dillkreis mit feinem Defizit mit an erster Stelle aller Kreisgebiete in Preußen. Kassel. Der Magistrat hat Montag den Stadttheater- Jnten­

Nr. 18

danten Klitsch in Mainz einstimmig zum Intendanten des Kas­seler Staatstheaters gewählt.

Heilbronn. Der Gemeinderat der 5000 Einwohner zählen­den Gemeinde Nedargarbach hat beschlossen, die Unterstützung der Wohlfahrtserwerbslosen mit Wirkung von nächster Woche ab einzustellen, weil der Gemeinde für diese außerordentlich hohen Aufwendungen teine Mittel bzw. Kredite mehr zur Ver­fügung stehen.

Surnen und

Sport.

15 Teilnehmer für die..Deutsche" ermittelt| Mannschaften und Vereine treffen sich nach einer Sternwande­

Mit Ausnahme des süddeutschen Dritten alle Teilnehmer für die Vorrunde zur Deutschen" festgestellt.

Nach den Spielen am 1. Mai stehen nun 15 von den 16 Mannschaften, die am nächsten Sonntag die Vorrunde zur DFB­Meisterschaft bestreiten sollen, fest. Es fehlt lediglich noch der süddeutsche Dritte, der am Himmelfahrtstag im Spiel zwischen 1. FC Nürnberg und Stuttgarter Riders ermittelt wird. Die einzelnen Verbände entsenden die folgenden Mannschaften in die Bundesmeisterschaft:

Süddeutschland: Eintracht Frankfurt( Meister), Bayern

München;

Westdeutschland: Schalke 04( Meister), Borussia Fulda, VfL Benrath;

Norddeutschland: Hamburger SV.( Meister). Holstein Kiel; Mitteldeutschland: Pol.- SV Chemnitz( Meister), SBC

Plauen;

Brandenburg: Tennisborussia Berlin( Meister), Minerva

Berlin;

Baltenverband: Hindenburg Allenstein( Meister), Viktoria

Stolp;

Südostdeutschland: Beuthen 09( Meister), Breslau 08. Unter diesen 15 Vereinen sind nicht weniger als sechs, die zum erstenmale an einer Deutschen Fußballmeisterschaft teil­nehmen, und zwar Fulda, Minerva Berlin, Pol. Chemnitz, Plauen, Hindenburg Allenstein und Stolp.

DFB. Meisterschaftsspiele

Der Deutsche Fußball- Bund hat schon vor längerer Zeit seine Termine zur Austragung der Bundesmeisterschaft wie folgt festgesetzt:

8. Mai Vorrunde;

22. Mai 1. Zwischenrunde; 29. Mai 2. Zwischenrunde; 12. Juni Endspiel

Am kommenden Sonntag treten nunmehr die durch die Meisterschaftsspiele der Landesverbände ermittelten 16 Meister­schaftsanwärter in die Vorrunde ein, für die folgende Paarun gen bestimmt worden sind:

-

Spvgg. Hindenburg- Allenstein FSpGemd. Eintracht Frank­furt a. M. in Königsberg- Pr., VfB- Platz; Schiedsrichter: H. Dawczynski- Breslau. Beuthener SpuSp 09 Pol.SpV. Chemnitz in Chemnitz, Preußen- Play;

Schiedsrichter: K. Holtz- Berlin. Tennis- Borussia- Berlin FC Vittoria- Stolp in Berlin, SCC­Play;

Schiedsrichter: W. Peters- Hamburg.

Breslauer SC 08- Kieler Spogg. Holstein in Breslau, VFB- Play;

Schiedsrichter: W. Ruhland- Dresden.

FC Schalke 04 Plauener SpuBCI. in Dortmund, Stadion; Schiedsrichter: O. Bohn- Mannheim.

1. FC Nürnberg Borussia- Fulda oder Kickers Stuttgart in Fürth oder Stuttgart;

Schiedsrichter: F. Zimmermann- Leipzig. VFL Benrath in Altona, Stadion; Hamburger Sport- Verein FC Bayern- München Schiedsrichter: H. Fink- Frankfurt a. M. SC Minerva 93 Berlin in München, Play des SpV. München 1860; Schiedsrichter: E. Hund- Remscheid.

der Gemeinde und die Anlage von Umgehungsstraßen vorsicht. Zum Jugendtag des DFB. und der DSB.

Die Arbeiten wurden bereits durch das Landesarbeitsamt in Frankfurt genehmigt.

Weilburg. In der letzten Stadtverordneten- Versammlung wurde der Haushalt für das Jahr 1932/33 verabschiedet. Der Haushaltsplan für das Vorjahr war so vorsichtig aufgestellt, daß der Stadtverwaltung gelungen ist, das letzte Rechnungsjahr Jogar mit einem kleinen Ueberschuß abzuschließen. Durch weitere Ginsparungen von 20-50 Prozent ist auch der neue Haushalts­plan in sich ausgeglichen, und zwar ist dieser Ausgleich echt und im dem Plan nichts verschleiert.

1,2 Millionen Fehlbetrag. Dillenburg. Der soeben vom Kreisausschuß verabschiedete Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1932 schließt mit einem

Die Landsknechte

Sportroman von Emil Wöhner.

O blühe immer fort und fort

Du edler, frischer Fußballsport:

( Nachdruck verboten.)

Zu Männern erziehst du des Vaterlands Jugend, Begeisterst sie freudig zu männlicher Tugend. Sportfreunde, Brüder, schlaget ein:

Wir wollen Fußballspieler sein!

,, Damit hätten wir also den Typ des Motorrades, wie er heute verlangt wird: Schnittig in der Form und mit einem ertklassigen Motor. Haben Sie beobachtet, wie spielend leicht die Maschine jede Steigerung nimmt? Dabei liegt das Rad alsolut sicher auf der Straße. Jede Kurve ist damit zu neh­Mein Kompliment, Herr Röhrsen, mit diesem Rade hoffe ich, die Konkurrenz aus dem Felde schlagen zu können."

ment.

Ohne Zweifel, Herr Direktor. Es handelt sich lediglich um die Preisfrage. Bei dem sicherlich zu erwartenden großen Um­az bin ich der Meinung, daß wir von dem ursprünglich vor­gjehenen Preis noch ruhig achtzig Mark streichen und das Rad fir zwölfhundert Mart anbieten können. Eine solche Maschine mit allen Schikanen für diesen Preis, das fann gar nicht dief gehen."

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Johannisson, der Besizer der großen Motorradfabrik, tneifte nachdenklich die Asche seiner Zigarre ab.

,, Sie vergessen die Jahreszeit, lieber Röhrsen. Ja, wenn wir das Rad im Frühjahr hätten auf den Markt bringen tonen! Aber jetzt im August? Die paar Sommerwochen, fürchte ich, werden den Riesenumjazz, mit dem Sie rechnen, cum bringen. Und der Verkauf in den Wintermonaten Da werden Sie meine Ansicht teilen ist doch im Vergleich um Sommer nur minimal."

pflegebedürftige Ge Leute zum Ertragen Streifzüge in ferne tablen Reifen. sreifenden, der im jer dort haufende J Hagenbed" sugerujen jede wortreiche Aus Des deutschen Unterne nften Wintel der Erde

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Berzeihung, wenn ich da anderer Meinung bin. Gewiß it der Winterumsah nicht sehr groß. Aber ich darf vielleicht baran erinnern, daß wir durch Neueinrichtungen in der Fa­brit, die uns die Serienherstellung dieses neuen Motorrades be deutend erleichtern und verbilligen, na, sagen wir mal. täglich fünfzig Stüd herstellen können. Das macht für die Monate August- September, gering angeschlagen, zweitausend Stüd..."

"

,, Die wir aber noch nicht abgesetzt haben," warf Johannisson in ,, Sie sind wohl so freundlich und sagen Herrn Bork Be­hid, daß er gleich die Reklameanzeige für alle führenden Tageszeitungen und Zeitschriften aufsetzt. Den Entwurf tann

Alljährlich findet sich die deutsche Sportjugend, die im Deutschen Fußball- Bund und in der Deutschen Sportbehörde ihre Leibesübungen treibt, zum Jugendtag" zusammen. In diesem Jahre findet der Jugendtag als Fest der Jugend am letzten Mai­sonntag statt.

Der Jugendtag ist mehr als ein reines Sportfest! Er ist ein Feiertag der Jugend, in dem das rein Kämpferische des üblichen Sporttreibens zurüdtritt. Dafür gewinnt der Tag eine mehr festliche Gestalt. Ueber die bloßen Sportkämpfe hin­aus, die natürlich nicht fehlen, sollen Kameradschaft, freund­schaftliches Miteinanderleben und fröhliches Jugendtreiben zu ihrem Recht kommen. An vielen Orten verbindet sich der Sport an diesem Tage mit dem Wandern. Die einzelnen

sich das Rad von selbst empfohlen, so daß wir die Reklame ein­schränken können."

Der Chefingenieur erhob sich. An der Tür wandte er sich noch einmal zurüd.

,, Ein Wort noch, Herr Direktor. Bei der Entstehung dieses neuen Motorrad- Modelles ist mir die Hilfe eines jungen Schlossers sehr zustatten gekommen. Er heißt Theo Hansen, derselbe, der uns vorhin auf der Bahn das neue Rad vorge­führt hat. Intelligent und arbeitsfreudig hat er nach meinem Plan gearbeitet. Auch außer der Arbeitszeit. Aber nicht nur praktisch ist er tüchtig. Die Idee der fabelhaft bequemen Gangschaltung ist einzig und allein sein Wert. Ich glaube, daß seine Arbeit eine besondere Anerkennung wert ist."

"

Aber selbstverständlich. Wie war doch sein Name...?" Theo Hansen."

Ein paar Minuten später stand Theo Hansen vor seinem Chef. Johannisson musterte einen Augenblid wohlgefällig die sehnige, straffe Gestalt seines Untergebenen: Das braun­gebrannte Gesicht mit den energischen Zügen.

,, Bitte, Herr Hansen, nehmen Sie Play." Er wies auf einen der großen geschnitten Eichenstühle. Theo Hansen setzte sich, die Mütze zwischen den Knien.

Sie sind also der fleißige Mitarbeiter Herrn Röhrſens?" Theo Hansen errötete über das unerwartete Lob. Herr Röhrjen hat die Zeichnungen angefertigt und sie mir erklärt, danach habe ich gearbeitet."

Auch außerhalb der Arbeitszeit?" Ja, manchmal. Ich hatte Interesse daran und auch Spaß" so... Und die neue Gangschaltung?"

Theo Hansen drehte die Mütze in den Händen. ,, Die Kuppelung war erst anders gedacht. Da habe ich eine fleine Stizze entworfen mit einer Gangschaltung, wie ich sie mir dachte. Als ich sie Herrn Röhrsen zeigte, meinte er, der Plan sei auch nicht schlecht, vielleicht sogar noch etwas besser als sein Entwurf. Da haben wir meine Kuppelung genommen." Herr Röhrsen ist sehr mit Ihnen zufrieden.. Wie alt find" Sie, Herr Hansen?"

3weiundzwanzig Jahre."

,, Wohnen Sie bei Ihren Eltern?"

,, Meine Eltern sind tot. Mein Vater fiel im Felde, meine Mutter starb turz nach dem Kriege. Geschwister habe ich nicht." ,, Wie lange sind Sie schon bei uns?"

Fünf Jahre. Als meine Mutter starb, ging ich noch zur Schule. Unterprima. Ich bin dann abgegangen, weil ich Geld verdienen mußte. Da bin ich in Ihre Fabrik eingetreten." Na, Herr Hansen, es freut mich, in Jhnen einen so tüch­

er mir nachher vorlegen. Im nächsten Jahre, hoffe ich, hattigen Arbeiter gefunden zu haben. Als äußeres Zeichen meiner

rung an einem gemeinsamen Ziel. Irgendwo im Wald oder am Waldrand mag ein Sportplatz liegen, dort lebt dann die Sportjugend einmal einen Tag reiner und froher Kameradschaft zusammen, trinkt den Atem des Waldes und treibt ihr sport­liches Leben frei und ungezwungen.

Von einer gleichförmigen Organisation des Jugendtages wird abgesehen, vielmehr den örtlichen Verhältnissen Raum und Freiheit gelassen: nichts weiteres ist Richtlinie, als daß der Jugendtag ein Festtag sei oder werde! Wenn das einfach und gewöhnliche Sportsest auch nicht auf eine gründliche Organisa­tion verzichten kann, wenn es gelingen soll, so tann doch ein Fest, wie es der Jugendtag sein soll, in diesem Sinne nicht or­ganisiert werden, denn der tragende Geist eines Festes weht, wie er will und läßt sich nicht willkürlich herbeirufen.

Möge also auch in diesem Jahre der Jugendtag seinen noch verborgenen Sinn als Fest der Sportjugend eine Stüd weiter ins Licht treiben; möge er in noch größerem Maße als seine Vorgänger stärkende Freude tameradschaftlichen Erlebens und Festliche Stunden der Jugend werden.

Radsport.

Hochbetrieb herrschte am ersten Maisonntag im internatio­nalen Radsport, besonders die Straßenfahrer waren eifrig tätig, aber auch auf den Bahnen gab es zahlreiche interessante Veran staltungen. Auf der Berliner Olympiabahn siegte im Gesamt­ergebnis überraschend der Kölner Dederichs, der zwar keinen der fünf 20- Kilometer- Läufe gewonnen hatte, aber mit Welte meister Sawall Punttgleichheit erzielte. In der Schlußrunde fam Sawall fünf Meter hinter dem Kölner ein und mußte sich dadurch mit dem zweiten Platz vor Tholembeef, Prieto und Krewer begnügen. In den Rennen der Nationalmannschaft mußter der Berliner Dasch wieder eine Niederlage einsteden. Der deutsche Meister wurde nur Dritter hinter Frach- Breslau und Richter- Köln.

In Krefeld schlug erwartungsgemäß Großimlinghaus die Nachwuchsfahrer Hoden, van der Meersch und Bremer, während in Breslau- Lilienthal und Bielefeld nur Rennen von lokaler Bedeutung abgehalten wurden. In Basel siegte der Schweizer Rüegg vor Gilgen und Hopkins.

Die Rennen in Paris mußten wegen Regens für einige Zeit unterbrochen werden. Paillard setzte sich in den Steher­wettbewerben einmal mehr erfolgreich durch und verwies Wambst, Linart, Maréchal und Grassin auf die Plätze. Der Han­noveraner Erich Möller enttäuschte hier sehr und konnte nur den letzten Plaz belegen.

Von den Straßenrennen ist besonders die 175- Kilometer lange Fahrt der Breslauer Berufs- Bahnfahrer zu erwähnen, die Preuß in 5: 09.00 Stunden überlegen mit sieben Minuten Vor­Sprung vor Kuh, Kupte und Hante gewann. Der ausgezeichnete Breslauer Winterbahnfahrer Willi Rieger spielte keine Rolle und wurde nur Zehnter. Spurtsieger waren bei Rund um Kre­feld( 200 Kilometer) und Dresden Leipzig- Dresden( 200 Kilometer) Breuer- Köln in 5: 40.00 bzw. Leuscher- Leipzig in 6: 08.7. Den Meisterpreis von Hannover( 214 Kilometer) holte sich W. Schumacher in 6: 12.4 Stunden.

Das traditionelle Straßenrennen Berlin- Kottbus Berlin wurde im Endspurt von Lohmann- Bochum vor Bartholomäus­Berlin gewonnen.

Sportneuigkeiten.

Süddeutschlands Auswahlmannschaft wurde in Bordeaux von Frankreich B vor 15 000 Zuschauern mit 4: 3( 1: 1) geschla gen. Bei den Süddeutschen verjagte die Hintermannschaft, der Torhüter Jakob zog sich einen Schlüsselbeinbruch zu.

Paul de Bruyn, der in Amerika ansässige deutsche Mara­thonmeister, tommt am 19. Mai nach Deutschland Er wird sich hier an den Meisterschaftstämpfen beteiligen und zusammen mit der deutschen Mannschaft nach Los Angeles zu den Olympischen Spielen reisen.

Deutscher Rugbymeister wurde Hannover- Linden 97 durch einen 6: 5( 3: 0)-Sieg über die Rudergesellschaft Heidelberg.

Beim Bierländer- Borturnier in Berlin zwischen Deutschland, Italien, Ungarn und Dänemark haben sich von den acht deut­schen Teilnehmern sechs für die Entscheidung qualifiziert.

Amerika hat den Davispokalkampf gegen Kanada 5: 0 ge­

wonnen.

Anerkennung dürfen Sie das Motorrad, das Sie heute zur Probe gefahren haben, und das zum Teil mit Ihr Werk ist, be­halten. Außerdem bekommen Sie ab heute vierzehn Tage Ur­laub und eine Ihren Leistungen entsprechende Lohnerhöhung." Theo Hansen erhob sich mit einem Rud. Vielen Dank, Herr Direttor!"

Johannisson musterte noch einmal die elastische Gestalt seines Gegenüber.

,, Sie treiben wohl viel Sport?" fragte er,

Ich bin Fußballspieler," beantwortete Theo Hansen etwas überrascht die Frage.

Daß Sie sich viel in der frischen Luft aushalten, sieht man. So ist es recht. In einem gesunden Körper wohnt auch eine gesunde Seele. Und wir brauchen eine gesunde Jugend mehr als je. Ich bin überzeugt, daß Sie in Ihrem Fußballverein genau so Ihren Mann stehen wie in meiner Fabrit. Wenn Sie mal irgendein Anliegen haben, kommen Sie ruhig zu mir. Ich bin jederzeit für Sie zu sprechen.

Theo Hansen war wieder draußen. Er atmete tief auf. , So ein Glüd, so ein Glück!', dachte er nur.

Dann sprang er in großen Sätzen die Treppen hinunter, immer zwei Stufen auf einmal.

Ein paar Stunden später war Theo Hansen auf dem Nach­hausewege. Nicht weit von seiner Wohnung hatte er sich eine fleine Werstatt gemietet und eingerichtet. Hier verbrachte er nach Feierabend einen Teil seiner freien Zeit mit der Konstruk tion verschiedener Motore und Maschinen. Es war seine Lieb­lingsbeschäftigung, ungestört an der Lösung technischer Probleme zu arbeiten.

Auch heute lenkte er seine Schritte wieder dorthin. Als er sich den Schlüssel zur Werkstatt holte, den die Nachbarsfrau in Verwahrung hatte, sprang ihm dort auf dem Flur eine große Dogge entgegen. Es war Hasso", den Theo hier in Pflege gegeben hatte. Als großer Tierfreund war es ihm zu seinem Be­dauern nicht möglich, den Hund in seiner Etagenwohnung zu halten.

Schon gut, Hasso," lachte Theo, nahm die ungefügten Taken des Hundes von seinen Schultern und streichelte ihn ab. ,, Nein, wie der Hund sich jedesmal freut!"

jagte Frau Kaune und reichte Theo den Schlüssel. Er weiß genau, wann Sie fommen; dann ist er taum noch zu halten... In der Werkstatt legte Theo Jadett und Kragen auf den fleinen Kanonenofen, der in der Ede stand und zog sich eine blaue Arbeitsjade über. Hasso hatte sich unter den Tisch gelegt. Vergnügt vor sich hinpfeifend suchte Theo sein Werkzeug zusam­men und ging an die Arbeit

Fortsegung folgt.