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Nr. 5.

Samstag,

Samstag, den 6. Februar 1932.

,, Gießener Zeitung"

Zollgrenze verhaftet.

Saarbrüden. An der deutschen Zollgrenze bei Bruchmühl­bach sind vier Saarbrüder Kommunistenführer sowie der fom= munistische Reichstagsabgeordnete Kohlmann verhaftet worden. Sie befanden sich auf einer Autofahrt ins Reich. Wie es heißt, soll bei ihnen eine Reihe wichtiger Schriftstücke beschlagnahmt worden sein. Die Festgenommenen wurden in das Zwei­brückener Gerichtsgefängnis eingeliefert.

den und friedlicher Gesinnung weiter entfernt ist, denn je. In Fünf Kommunistenführer an der deutsch- saarländischen seinem ganzen Umfange wird der abgrundtiese Unterschied zwischen dem entwaffneten Deutschland und den Militärmächten erkennbar, die ihr Letztes an Rüstung und immer weitergehende Aufrüstung setzen und die trotzdem mit ihrem Schrei nach Sicher­heit gegenüber den Wehrlosen nicht verstummen wollen. Die Abrüstungsbestimmungen des Friedensvertrages stehen noch immer nur auf dem Papier; nur Deutschland und seine Ver­bündeten haben bis zum äußersten abgerüstet. Andere Mächte hingegen sträuben sich, ihren Verpflichtungen aus dem Friedens­vertrag und aus dem Artikel VIII der Völkerbundsjagung nach­zukommen und nach den gleichen Methoden abzurüsten, wie sie Deutschland auferlegt worden sind. Auch der Konventionsent­wurf, den die Vorbereitende Abrüstungskommission des Genser Völkerbundes aufgestellt hat, kommt den deutschen Lebensinter­essen in keiner Weise entgegen und könnte in bestem Falle nicht zu einer wirklichen, sondern nur zu einer scheinbaren Abrüstung führen. Auf der allgemeinen Abrüstungskonferenz verlangt Deutschland gleiches Recht in Rüstungsdingen für alle Staaten und allgemeine gleichmäßige Abrüstung aller Nationen.

Das deutsche Handwerk fordert Beseitigung der Reparationen.

70 000 Mann Sowjettruppen in Wladiwostot. Tokio, 5. Februar. Passagiere des aus Wladiwostok in dem japanischen Hafen Tsuruga eingetroffenen Dampfers ,, Amatasu­Maru" berichten, daß die Russen eine Armee von 70 000 Mann in und um Wladiwostok zusammengezogen haben. In Wladi­mostok sei das Kriegsrecht erklärt. Angesichts des dauernden Vormarsches der Japaner in der Mandschurei scheint auf russischer Seite die Frage wieder aufgelebt zu sein, daß Japan den Versuch machen wird, sich bei geeigneter Gelegenheit Wla­diwostoks zu bemächtigen.

Der Vorstand des Deutschen Handwerks- und Gewerbe­kammertages trat am 28. Januar nach vorausgegangenen Ver­handlungen seines Verwaltungsausschusses in Hannover unter dem Vorsitz des Präsidenten Pflugmacher Magdeburg zu wichtigen Beratungen zusammen. Generalsekretär Dr. Meusch erstattete den Geschäftsbericht, der sich mit der der­zeitigen Wirtschaftslage befaßte und auf die Beschlüsse ein­ging, die der Wirtschaftspolitische Arbeitsausschuß des Kam­mertages und Reichsverbandes zur Vierten Notverordnung ge­faßt hat. Die Fortführung der bisherigen einseitigen Defla­tionspolitik müsse zu einer immer weiter um sich greifenden Läh­mung der Handwerkswirschaft führen. Vordringlich sei daher eine Belebung des Arbeitsmarktes, wobei auch an einer gründ­lichen Ueberprüfung des Geld- und Währungsproblems nicht vorbeigegangen werden könne. Der Berichterstatter gab weiter seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß es sich bei der gegenwär­tigen Krisis nicht nur um eine vorübergehende Konjunkturkrisis handele, sondern allem Anschein nach um eine Wende des ka­pitalistischen Wirtschaftssystems. Hierzu müßten die Spigen verbände des Handwerks rechtzeitig Stellung nehmen, um dem mit der Verzweiflung ringenden Handwerk einen Weg aus der Not zu weisen. In Uebereinstimmung mit der berufsständi­schen Idee sei davon auszugehen, daß ein schrankenloser Wirt­schaftsliberalismus nicht in Frage käme, während andererseits sich das Handwerk auch mit einer staatlichen Planwirtschaft nicht befreunden könne. Eine mittlere Linie im Sinne einer planvollen Marktwirtschaft müsse gefunden werden. solche Marktwirtschaft sei durch berufsständische Selbstverant­wortung und Selbstverwaltung der wirtschaftlichen Erwerbs­stände durchzuführen, ohne daß dadurch der Grundsaz der selbstverantwortlichen Wirtschaftsführung der einzelnen Be­triebe ausgeschaltet werde.

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Neue Kämpfe in Schanghai.

Schanghai, 5. Februar. Die Japaner haben am Freitag= mittag ihre Offensive gegen den noch immer von den Chinesen behaupteten Nordbahnhof wieder aufgenommen. Die Vertei­diger leisten den zähesten Widerstand und erwidern kräftig das japanische Feuer.

Die Japaner haben bei Paoschan und Liuho 3000 bis 4000 Mann soeben aus Japan eingetroffene Verstärkung gelandet. Auf der Reede liegen noch weitere japanische Truppentrans­portschiffe. Trotz starker japanischer Artilleriebeschießung haben die Chinesen sich in ihren Stellungen am Nordbahnhof gehalten. Die japanischen Truppen haben Charbin besetzt.

In Anlehnung an den Geschäftsbericht betonte die Aus-, sprache, die Notwendigkeit einer Beseitigung der Reparations­lasten, ohne die eine Wiederbelebung der deutschen Wirtschaft nicht zu erwarten sei. Unter allgemeiner Zustimmung wurde hierzu nachstehende Entschließung gefaßt:

,, Die Vorstände der handwerkerlichen Spitzen organisationen haben schon bei den Beratungen zum Young- Plan darauf hingewiesen, daß die Lasten dieses Plans die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft übersteigen und damit zu einer schweren Erschütterung der Handwerkswirtschaft führen müßten. Die Entwick­lung der letzten Jahre hat diesen Befürchtungen recht gegeben. Durch die ungeheure Not der deutschen Wirt­schaft wird die Zahlung weiterer Reparationsleistungen unmöglich gemacht. Eine Gesundung der deutschen Wirtschaft und eine Erholung der Weltwirtschaft ist nur denkbar nach Beseitigung der politischen Tribute.

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Bürgermeister Eberle.

in jedem beliebigen Handwerksbetrieb Lehrlinge angeleitet werden dürfen, sondern nur dort, wo der Inhaber oder sonst jemand im Betrieb die Meisterprüfung abgelegt hat, oder ihm auf Grund der Uebergangsbestimmungen zur Abänderung der Gewerbeordnung vom 30. Mai 1908 die Anleitungsbefugnis ausweislich einer Urkunde des zuständigen Kreisamts verliegen worden ist. Wo Zweifel herrschen, erkundigte man sich bei der Handwerkskammer- Nebenstelle Gießen, Goethestraße 7 I. Die hin und wieder auftauchende Ansicht, wonach es genüge, wenn der Lehrherr die Meisterprüfung im Laufe der Lehrzeit ab­legt, ist unrichtig. Weiter dürfen in Handwerksbetrieben nicht beliebig viel Lehrlinge gleichzeitig gehalten werden; viel­mehr sind Höchstzahlen vorgeschrieben und der Lehrherr muß bei Verstößen die zuviel angenommenen Lehrlinge wieder ent­lassen. Ferner sei auch darauf aufmerksam gemacht, daß gemäß den Bestimungen der Gewerbeordnung innerhalb 4 Wochen nach Lehrbeginn ein Lehrvertrag schriftlich zwischen dem Lehrherrn einerseits und dem Lehrling und dessen Vater bzw. Vormund anderseits abgeschlossen werden muß. Hierzu empfiehlt es sich das von der Handwerkskammer herausgegebene Formular zu benützen und drei Exemplare derjenigen Handwerkskammer­Nebenstelle in deren Bezirk der Lehrmeister seinen Betriebssiz hat, spätestens drei Monate nach Lehrbeginn in Vorlage zu bringen. Lehrverträge zwischen Lehrmeistern, die einer In­nung angehören, mit ihren Lehrlingen müssen ebenfalls binnen 4 Wochen nach Lehrbeginn abgeschlossen und in vier Exemplaren der zuständigen Innung zur Eintragung in deren Lehrlings­rolle vorgelegt werden. bevormundete Lehrverträge über Lehrlinge müssen vom Lehrmeister mit dem Vormund ab­geschlossen und von diesem dem zuständigen Vormundschafts­gericht zur Genehmigung vorgelegt und nach erfolgter vormand­schaftsgerichtlicher Genehmigung der Handwerkskammer- Neben­stelle Gießen bzw. der zuständigen Jnnung zur Eintragung in deren Lehrlingsrolle in der vorerwähnten Anzahl vorgelegt werden.

Im Alter von 52 Jahren ist der frühere Bürgermeister und Landwirt Eberle in seinem Geburtsort Wolfsheim( Rhein­Hessen) einem Herzschlag erlegen. Der Verstorbene hat während der zwei letzten Landtagsperioden der demokratischen Partei angehört und sich insbesondere der landwirtschaftlichen und Winzerangelegenheiten angenommen.

Sturm in der Danziger Bucht.

Danzig, 5. Februar. Freitag wütete im ganzen Danziger der Küstengebiet eine Sturmflut. In Zoppot ist seit 1913 größte Schaden am 400 Meter langen Geesteg, der bekanntlich die größte Schiffsbrücke der ganzen Ostsee ist, zu verzeichnen. Alle Motorbootanlegestellen und große Teile des unteren Lauf­steges sind fortgerissen worden. Der große Wellenbrecher am Seesteg, der aus 40 Meter langen Pfählen besteht, wurde zum Teil fortgerissen. Auf der Halbinsel Hela sind weite Strecken überflutet. Der Bahnverkehr zwischen Edingen und Hela ist unterbrochen.

Die Mietsenkung in Hessen.

Zur Beseitigung von Zweifeln, die von verschiedenen Sei­ten erhoben wurden, sei nochmals darauf hingewiesen, daß sich die gesetzliche Miete gemäß§ 1 Kapitel 2 vom Zweiten Teil der Vierten Notverordnung vom 8. Dezember 1931 nur um zehn vom Hundert der Friedensmiete ermäßigt. Die Zuschläge wer­den von der vollen Friedensmiete wie bisher berechnet. Bei­spiel: Die Friedensmiete vom 1. Juli 1914 war 100 RM. und die gesetzliche Miete im Dezember 1931= 122 RM. Die Miete vom Januar 1932 ab beträgt demnach: 100-10= 90 RM., dazu der Zuschlag 22 RM., zusammen: 112 RM. In den Fällen, in denen das Wassergeld auf die Nutzungsberechtigten bisher umgelegt wurde, gilt die Bekanntmachung vom 22. De­zember 1930 auch weiterhin.

Lehrstellensuche im Handwerk.

Viele der an Ostern aus der Schule kommenden jungen Leute beabsichtigen ein Handwerk zu erlernen und suchen nach einer passenden Lehrstelle. Eltern und Vormünder seien dabei

Kauft nur deutsche Waren! zur Bermeidung von Nachteilen darauf hingewiesen, daß nicht

Rolli, der Stürmer.

Roman von Falk Heldburg.

( 5. Fortsetzung.)

Gott sei Dank! Jetzt spielte die Kapelle einen Schlagzeug durfte sich nicht austoben und jauchzten.

Wie ist's, Fräulein Gorenflo? stens diesen Walzer schenken?"

Hilde ließ sich gern bitten.

Wiener Walzer. Das aber die Geigen sangen

Wollen Sie mir wenig­

In der entgegengesetzten Ede des Lokals, ebenfalls am Fenster, aber vor Hilde gedeckt, durch die Drehtür, saß seit Stunden ein Mann, der auch den Eindruck eines Wartenden machte. Vom Kaffee war er schnell zu Bier übergegangen und schließlich bei Kognak gelandet. Die Marken des Kellners häuften sich auf dem Tisch.

,, Verteufelte Geschichte", knurrte der Mann vor sich hin. ,, Es gehört doch riesige Geduld dazu, den Detektiv zu spielen." Es war Hinrich Brachahn, der Chauffeur des Kornbergschen Privatwagens. Chauffeur? Er war mehr als das: Vertrau fer seines Chess, mit diesem schon durch gemeinsames Kriegs­erlebnis verbunden. Brachahn hatte im Felde, als Gefreiter des Kaiserlichen Kraftfahrkorps, den Wagen Hauptmann Korn­bergs geführt. Dieser hatte sich an den wortfargen Sohn der norddeutschen Heide so gewöhnt, daß er sich nicht mehr von ihm trennen mochte, Brachahn, für den Kornberg noch immer der Herr Hauptmann" war, hing mit fanatischer Verehrung und Ergebenheit an seinem Herrn. Durch Jahre hindurch gewöhnt, von Kornberg ins Vertrauen gezogen zu werden, war er er­schüttert, als ihm dieser den Inhalt des kurzen anonymen Te­lephongesprächs mitteilte. mit

,, Achten Sie darauf, wann Frau Hedemann heute Herrn Lichti nach Hause kommen wird."

Dieser Anruf hatte in seiner Kürze sogar den Direktor aus dem Gleichgewicht gebracht. Aber Hinrich Brachahn hatte so­fort gewußt, was die Lage verlangte. Herr Hauptmann kön= nen beruhigt sein. Herr Hauptmann müssen mir nur für heute abend Urlaub geben."

So saß er jetzt hier und wartete. Doch das untätige Lauern, das unablässige Spähen durch den zurückgeschobenen Vorhang auf die Straße, hatten den sonst so nüchternen Mann verleitet, mehr Alkohol zu sich zu nehmen, als er vertragen konnte.

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Vielfach besteht die irrige Auffassung auch in Handwerker­kreisen, daß der Lehrvertrag erst nach Ablauf der vereinbarten Probezeit abgeschlossen werde. Die Vertragsschließenden können eine Probezeit bis zur Höchstdauer pon drei Monaten verein baren, während welcher beiden Teilen das Recht zusteht, jeder zeit vom Vertrag zurüdzutreten.

Durch die Vereinbarung einer längeren Probezeit als 4 Wochen wird die gesetzliche Verpflichtung zum Abschluß eines schriftlichen Lehrvertrags binnen 4 Wochen nicht berührt. Tie Unterlassung des Vertragsabschlusses setzt beide Parteien er heblichen Nachteilen aus. Die Vorlage des rechtzeitig ab geschlossenen, schriftlichen Lehrvertrages ist übrigens auch eine der Voraussetzungen für die Zulassung zur Gesellenprüfung. Wenn in einzelnen Fällen der Lehrherr gegen die vorstehenden Bestimmungen verstößt, so setzt er sich der Gefahr einer Be strafung aus; jedoch sind die u. U. hieraus auch für den Lehr­ling hervorgehenden Schäden derart, daß die Eltern bzw. Vor münder auch ihrerseits die Beachtung der genannten Vorschrif ten genau kontrollieren sollten.

Die Wirkung spürte er erst, als er sich beim Vorfahren des Hedemannschen Wagens mit plöglichem Rude erhob, einen Behnmartschein auf die Marmorplatte legte und schnell durch die Drehtür ins Freie eilte.

Hier blieb er einen Augenblick stehen. Es schien, als wollte ihm der Boden entgleiten. Er schloß für einen Moment die Augen, schludte einige Male krampfhaft und biß die Zähne zu­sammen.

Da bog ja dieser Flaneur, dieser Herzensjunge in die Hu­

Der Lehrmeister fann unter Vorlegung des ordnungs mäßig abgeschlossenen Lehrvertrags beim Vorstand der zustän digen Krankenkasse den Erlaß der Beiträge zur Erwerbslojen versicherung beantragen. Falls derartigen Anträgen seitens der Krankenkasse entsprochen wird, so ruht die Beitragspflicht zur Erwerbslosenversicherung bis zum Beginn des letzten Jahres der Lehrzeit. Von diesem Zeitpunkt ab lebt die Beitragspflicht zur Erwerbslosenversicherung wieder auf.

Mit einigen wilden Sägen hat Bradhahn den Mann erreicht.

Schließlich seien die Eltern auch noch darauf hingewiesen, daß sie ihre Kinder nur solchen Berufen zuführen, für die ste körperlich und geistig am besten geeignet sind. Falsche Be rufswahl hat schon viele Menschen unglücklich gemacht. Soweit als irgend angängig, bediene man sich der Einrichtung der Eig nungsprüfung. Näheres über solche Prüfungen ist bei den Be rufs- bezw. Arbeitsämtern zu erfahren, die in der Lehrstellenver mittlung tätig sind.

In allen Lehrlingsangelegenheiten erteilt die Handwerks kammer- Nebenstelle Gießen, Goethestraße 7. I, Auskunft.

bertusallee ein. Der lief in sein Unglüd. ja, wahrhaftig, diesem Burschen würde er, Hinrich Brachahn, den verdienten Denkzettel geben. Es tam ihm wie ein Majestätsverbrechen vor, was dieser Fußballspieler gewagt hatte

Er spürte nicht, wie ihn der unablässig herabrauschende Regen durchnäßte, Ringsum brodelte ein Meer von Rebel und Wasser-er sah aber doch die schattenhafte Gestalt, die ihre Schritte beschleunigte. Er lachte auf. Da bog der Unglückselige sogar in den einsamen Weg ein, der nach den Laubengärten führte und

Der Verfolger taumelte einen Schritt zurück, blieb mit offenem Munde stehen: Dieser Weg führte an die Rückseite des großen Hedemannschen Parks! Ei, mein Goldjunge, so hast du dir das gedacht? Eine unwiderstehliche Flut schwemmte plöt lich jede weitere Ueberlegung hinweg. Nichts blieb zurüd als die blinde Wut des Heidjers. Mord und Totschlag konnte man begehen.

Hinrich Bradhahn rast durch aufplatschende Pfützen. Weit und breit kein Mensch als Verfolgter und Verfolger. Lastendes Schweigen. Nur in der Ferne heult ein Hund.

Mit einigen wilden Sägen hat Badhahn den Mann erreicht. Er duckt sich wie ein Raubtier zum Sprunge Urzeitinstinkte werden lebendig. Der Mann, dessen Genid er mit den Händen des gelernten Schmieds umklammert, bricht ausschreiend in die Krie.

Wehr dich doch, du Feigling, du Hund!"

Ein erstidter Hilferuf: Reglos liegt ein Mensch vor ihm. Brachahn steht ganz erschroden. Er starrt auf sein Opfer. Entsetzlich! Nur fort von hier!

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Die Zeitungen brachten am nächsten Tage im Polizeibericht folgende Notiz: In der Nacht zum Dienstag wurde um 1 Uhr am ersten Laubenweg im Zuge der Hubertusallee von der Po lizeistreise ein junger Obdachloser in ohnmächtigem Zustande aufgefunden und ins Lazarustrantenhaus eingeliefert. An scheinend handelt es sich um das Opfer einer Schlägerei. Die Verlegungen sind geringfügig. Die Papiere lauten auf den vielfach vorbestraften, Artisten" Fernando Colorado alias Fer dinand Kohlmann aus Regenhardt in der Steiermark, der von verschiedenen Staatsanwaltschaften seit langem gesucht wird. Auch Hinrich Bradhahn las die Notiz. Es fiel ihm ja ein Stein vom Herzen, als er es schwarz auf weiß fah, daß seine Fäuste tein größeres Unheil angerichtet hatten, aber es wurmte ihm doch, daß der Junge um seine Tracht Brügel gekommen ( Fortsetzung folgt.)

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