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Samstag, den 5. November 1932

Veröffentlichung der Wahlergebnisse.

Die Bekanntgabe der Wahlergebnisse am Abend des 6. November 1932 und in der Nacht zum 7. November 1932 durch Lautsprecher, in der Art der Lichtreklame, durch Aushängen in Schaufenstern oder in den Verlags- und Druedrei- Gebäuden der Zeitungen, ihrer Filialen und den Zeitungsfiosten ist verboten, weil diese Art der Verkündung der Wahlresultate zu Ansamm­lungen und bei der herrschenden großen politischen Spannung zu Störungen der öffentlichen Ordnung und Sicherheit führen fann. Die Mitteilung durch Rundfunk gibt jedermann eine ausreichende Gelegenheit, die Wahlergebnisse ungestört und ungefährdet zur Kenntnis zu nehmen.

Deutsches Wirtschaftsprogramm für ausländische Arbeiter?

Es wird uns geschrieben:

Die Reichsregierung hat im Rahmen des Wirtschaftspro­gramms 700 Millionen Mark für öffentliche Arbeiten bewilligt. Davon sind u. a. bereits 100 Millionen Mark für Straßener­neuerung zur Verfügung gestellt. In den Vorschriften über ihre Durchführung wird bestimmt, daß nach Möglichkeit nur inländische Baustoffe zu verwenden sind. Denn leider gibt es noch immer Straßenunterhaltungspflichtige, die ohne Rücksicht auf die Not der deutschen Erwerbslosen Auslandsbaustoffe verwenden, obwohl wir eine leistungsfähige Stein- und Teer­industrie haben, die deutsche Rohstoffe verarbeiten.

Seit dem Erlaß der Durchführungsbestimmungen mehren sich in der Presse Darstellungen, die mit umständlichen Be­rechnungen und weitläufigen Begründungen nachzuweisen versuchen, daß die aus ausländischem Rohöl in Deutschland ge­wonnenen Bindemittel für Straßen zu den inländischen Bau­stoffen zu rechnen seien; ihre Gewinnung im Inland brächte ,, volkswirtschaftliche Gewinne". Solche Berechnungen mit aller­lei Unbekannten schaffen nicht die Tatsache aus der Welt, daß Asphalbitumen aus dem Ausland, zum Teil fertig und der Rest als Rohöl, eingeführt wird. Dadurch fließen Steuergelder ins Ausland und schaffen ausländischen Arbeitern Verdienst, während unsere Arbetislosen weiter darben müssen. Das gleiche gilt bei der

Einfuhr schwedischer Pflastersteine.

Die Absatznot der Pflastersteinindustrie in dem Vogels­berg, in Ostbayern, Schlesien und dem Westerwald ist bekannt. Die trostlose Lage der Steinarbeiter darf unter feinen Um­ständen durch Einfuhr von Pflastersteinen verschlimmert werden. Auch die deutsche Teerindustrie leidet unter Absatzmangel. Ob­wohl sie in der Lage ist, den deutschen Bedarf an Straßen­bindemitteln reichlich zu decken, werden große Mengen von Auslandsbitumen eingeführt. Die deutsche Teerindustrie ge­winnt ihren Teer aus deutscher Steinkohle, bei deren Förde­rung heute noch rund 300 000 Bergleute beschäftigt sind. Die Erlöse aus dem Teer kann der notleidende Bergbau nicht ent­behren. Der deutsche Straßenteer darf nicht durch eingeführte Rohstoffe aus seinem natürlichen Absatzgebiet, dem deutschen Straßenbaustoffmarkt verdrängt werden, selbst wenn im Au­genblick noch gewisse Ausfuhrmöglichkeiten für deutschen Teer vorhanden sind. Damit kann aber schon im nächsten Jahre bei der zunehmenden Abschließung der Auslandsmärkte nicht mehr gerechnet werden. Wo sollen wir dann unseren deutschen Straßenteer absetzen, wenn es inzwischen einer anderen Indu­strie gelingen sollte, sich mit ihren ausländischen Baustoffen des deutschen Marktes zu bemächtigen? Nicht nur die Land­wirtschaft bedarf kaufträftiger Abnehmer im Inlande, sondern auch die übrigen Erzeugnisse des deutschen Bodens, wie Steine, Kohle und Teer sind mehr und mehr auf den Binnenmarkt angewiesen.

Die Landsknechte

Sportroman von Emil Wöhner.

26. Fortsetzung

( Nachdruck verboten.)

,, Sonntag in vierzehn Tagen ist das Fußballspiel Deutsch­land Dänemark," erklärte Theo lachend, und Dr. Bargmann hat mir eben geschrieben, daß ich als Mittelstürmer fstr dieses Treffen vorgesehen bin. Es ist mein erstes internatioales Spiel."

,, Da gratuliere ich auch, Herr Hansen."

,, Dante schön. Wenn es nur erst so weit wäre! Ich kann faum die Zeit abwarten."

Theo ging wieder in die Stube. Mit verlangenden Augen sah er auf Marieliesens Brief, der noch ungeöffnet auf dem Schreibtische lag. Aber er wollte ihn jetzt nicht lesen. Nachher, wenn die Weihnachtskerzen brannten.

Frau Bauer brachte das Abendessen. Ein paar Minuten später hörte Theo Adolf Müllers Stimme auf dem Flur.

,, Jst wohl der internationale Fußballspieler zu Hause?" Da stand der Mittelläufer auch schon in der Tür und reichte seinem Vereinskameraden lachend die Hand.

,, Also herzlichen Glückwunsch, Theo. Das ist eine feine Sache, was? Wie ich vorhin nach Hause tomme, liegt da ein Brief von unserm 1. Vorsitzenden. Ich denke, na nu, dent' ich, da muß doch irgend etwas nicht in Ordnung sein. Und wie ich dann den Brief lese, glaube ich zuerst, mich laust der Affe. Ne, so was. Endlich kapiere ich ja, was los ist. Ich habe dann einen Freudentanz aufgeführt, daß die Leute, die unter uns wohnen, schon das Ueberfallkommando alarmieren wollten, weil ihnen bei diesem Erdbeben so einiger Christbaumschmud auf den Fußboden geplattert ist.

,, Du bist auch dabei, Adolf? Das ist ja großartig Davon hat mir Dr. Bargmann nichts geschrieben."

,, Natürlich bin ich mit dabei, Theo. Was ist überhaupt ein Länderspiel ohne Adolf Müller? Ein glatter Reinfall." ,, Na, da gratuliere ich dir ebenfalls," lachte der Mittel­stürmer.

,, Vielen Dank, Theo. Wir beiden würdigen Vertreter der Landknachtself wollen dem erstaunten Publikum mal zeigen, was Bringhoff uns beigebracht hat. Ich verspüre schon jetzt so ein gewisses Kribbeln in den Hinterfeulen. Aber nun

,, Gießener Zeitung"

Kinderland und Spargedanke.

200 Schülerzeichnungen ausgestellt zu Gießen vom 29. Oftober bis 2. November 1932 in der Pestalozzischule

Unsere gegenwärtigen schlechten Wirtschaftsverhältnisse lassen den Sparsinn, wie er in der guten alten Zeit und noch bis zur unheilvollen Inflation bestand, recht schwer wieder auf­tommen. Unser deutsches Volk ist arm geworden. Und dennoch hat es in sich seinen guten Kern behalten. Können wir mit dem Sparen auch nicht mehr beim Silbergeld anfangen, so soll es mit dem Pfennig wieder sein, wie es unsere Urgroßeltern getan haben. Es ist ein gutes Zeichen, daß unsere kleine jüngste Generation mit Hilfe der Schule den Wert des Pfen­nigs und die Vielseitigkeit des Sparens gelehrt bekommt.

Große Verdienste um das Sparen der Kinder hat sich der Frankfurter Lehrer Schweighöfer erworben, der seinen Schülern die Aufgabe machte, bildlich das Sparen im Zeichenunterricht zum Ausdruck zu bringen. Was Kindergedanken und Kinder­phantasie und Kinderideen da alles so vielseitig auf dem Zei= chenbogen einfarbig und mehrfarbig festgehalten haben, das zu sehen wäre wert gewesen für alle Einwohner unserer Stadt. 200 Zeichnungen und 200 verschiedene Spargedanken aus dem Tierreich, aus der Natur, aus der Technik, aus der Welt­geschichte, aus dem Familienleben, aus der Jugendzeit, vom Wandern, vom Beruf, von den Jahreszeiten, vom Krieg, von vielen den Naturereignissen und anderen Gesichtspunkten.. Welche große Freude und auch welcher Ernst über das Sparen spricht aus diesen Kinderzeichnungen.

Die Ausstellung wurde am vorigen Freitag im Beisein vier ler geladenen Gäste von dem Direktor der Bezirkssparkasse, Herrn Zacheis, mit einer Ansprache eröffnet, in der er u. a sagte:

,, Sparen"

,, Spargedanke", sind diese Worte in der heu­

tigen Notzeit noch am Plaze? Von Sparen heute zu reden, zu= mal in diesen schlechten Zeiten, ist eine gewagte Sache. Und doch sollte nicht eine Notzeit" gerade eine Sparzeit" sein? Noch vielmehr als in Zeiten des Ueberflusses gilt heute das Wort Spare". Als ich auf die Ausstellung der Schülerzeich= nungen der Frankfurter Westend- Mittelschule durch Herrn Leh­ter Schweighöfer in Frankfurt a. M. aufmerksam wurde, da

Kohlendiebstähle unter Feuergefechten.

Räuberromantik im Nordsternhafen der Vereinigten Stahlwerke.

Vor dem Einzelrichter in Gelsenkirchen- Buer wurden an­läßlich der Verhandlung eines Strafbefehls, gegen den ein Kohlendieb Einspruch erhoben hatte, geradezu phantastische Dinge über Kohlendiebstähle riesenhaften Umfanges im Nord­Sternhafen der Vereinigten Stahlwerke bekannt. Hätte der Wächter, der darüber vernommen wurde, nicht unter Eid aus­gesagt, so würde man seine Darlegungen für ein romantisches Märchen halten.

Im Nordsternhafen werden dauernd Kohlenschleppkähne beladen, die dann oft über Nacht auf die Abfahrt warten müssen. Namentlich in den warmen Sommernächten haben sich die Kohlendiebe diese Wartezeit zunuze gemacht. In grö ßeren Gruppen und mit Messern zwischen den Zähnen schwam­men die Diebe an die sog. Flieben", die Beiboote der Schlepp­fähne, heran, zerschnitten die Halteseile und machten die Bei boote flott. Wieder andere Personen fletterten auf die bela= denen Schlepper und warfen in großen Mengen schwere Stüd kohlen in die seitlich liegenden Beiboote. Zeigten sich in der Nähe Zechenwächter oder Schiffer, so wurde nicht selten aufi diese ,, lästigen Leute" ein regelrechtes Feuergefecht eröffnet, wenn nicht die im ganzen Gelände rings umher verteilten Schmierensteher schon vorher Wächter und Schiffer verscheucht oder abgelenkt hatten. Eines Nachts veranstalteten Zeche und Staatspolizei gemeinsam eine große Razzia, in deren Verlauf

muß ich wieder nach Hause

Was ist das denn für ein Segelschiff? Das hat du wohl von Frau Bauer zu Weih nachten bekommen? Du, das ist ja eine drollige Deern. So in Geschenk! Das ist sicher das Schiff, mit dem Klumbumbus nach Amerika gesegelt ist."

,, Darüber laß deine Wize, Adolf, sonst fliegst du breikantig die Treppe runter!"

,, Kerl, Theo, du machst ja ein ganz böses Gesicht!" Er legte ihm die Hand auf die Schulter. ,, Nichts für ungut, Theo. Du weißt ja, ich sage nicht viel, aber das wenige, was ich sage, ist... Unsinn." Der Mittelstürmer lachte.

,, Wer könnte dir wohl ernstlich böse sein, Adolf? Du findest im richtigen Augenblid immer das richtige Wort. Ein Witz, eine lustige Bemerkung und alles ist wieder in bester Ordnung."

,, Die Hauptsache ist, daß wir Spieler uns gegenseitig so leicht nichts übelnehmen," meinte der Mittelläufer, sich ver­abschiedend. ,, Unser Ton ist rauh, aber herzlich, so wie es sich für Fußballkameraden geziemt

"

Frau Bauer zündete in ihrer Stube die Lichte des Tannen­baumes an. Durch die geöffnete Tür sah Theo, wie eine Kerze nach der anderen aufflammte. Ein Duft von Tannen grün und braunen Kuchen lag in der Luft. Er setzte sich ans Klavier und spielte ein Weihnachtslied.

Kindheitserinnerungen stiegen in ihm auf. Früher, als seine Eltern noch lebten, hatte die Mutter immer am heiligen Abend vor dem Klavier gesessen und die alten schönen Weih­nachtslieder gespielt. Als er dann zehn Jahre alt war, hatte sie ihm Klavierstunden gegeben. Wenn draußen seine Spiel­fameraden lärmten und ihn riefen, mußte er in der Stube am Klavier sitzen und üben. Das war ihm sehr schwer gefallen, und eines Nachmittags hatte er kurz entschlossen den Klavier­deckel zugeklappt und war ins Freie gestürmt, freudig begrüßt von seinen Spielgenossen, die ihren Häuptling beim Indianer­spielen schon stark vermißt hatten.

Aber am Abend hatte der Vater ihn vorgenommen. ,, Deine Fortschritte im Klavierspiel sind mangelhaft, Theo. Du hast keine Lust zum Ueben?"

,, Nein."

Warum nicht?"

Ich will doch kein Musiker werden. Klavierspielen ist überhaupt nur was für Mädchen."

Nr. 44

Samstag,

war ich beim Anblick der kleinen Zeichnungen und Bildchen der Kinder schnell eines anderen belehrt. Kinderland und Spargedanke" nennt Herr Lehrer Schweighöfer die Sammlang von etwa 200 kleinen, von Kindern im Alter von 10-14 Jah­ren selbst entworfenen und selbstgezeichneten Bildern! Herrn Lehrer Schweighöfer gebührt großer Dank für die Erstehung und für die Ueberlassung dieser Sammlung. Anspruchslose Kinderkunst, die aber doch viel Freude bereitet. Interessant ist es, wie das Kind Geschautes und Erlebtes tombiniert, wie es Gegebenes übernimmt und zu seinen Zweden umgestaltet. Dieses Mal zum Zwecke des Spargedankens"!! Eine Ham burger Zeitung schreibt gelegentlich der Ausstellung in Hamburg im Januar 1931:

Ueber da

ubige Befor

Der Winter

Rommen für Beniter ftröm

wird es ftille Säume, oder och stiller. Die pul and prunte Saft wird ja des Jahres Gebet. Es ist 5 lehr, neuer Der

vember, find Der Wahldi Bahlen, wie life deutiche th tongertier

Den Baujen 22 Uhr ab Das Konzert fetgeftellt ist genen Jahre

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bis 28. Febr

ten- Bertauf

briefmarken Juri 1933. lerij ausge Schloffer. G

Wartburg) Marte( Schl rine 12- Pig.

In Frankfurt gab der Sparlehrer" den Kindern der unteren und mittleren Klassen einer Mittelschule den Auf­trag, über das Motiv Der Segen des Sparens" Bilder und Verse zu machen. Der Erfolg übertraf alle Erwartungen! Beinahe die Hälfte der Kinder hat eine Ansicht über das Sparen in irgendeiner graphischen Form dargeboten. Die ausgestellten Bildchen überraschen durch ihre Vielseitigkeit, Originalität und die für die Kinder so typische Farbenfreudig­feit, sowohl in der Jdee, als auch in der Ausführung. Alle möglichen Motive werden verwandt, um den Segen des Spa­rens und die Propaganda für den Spargedanken deutlich aus­zudrücken."

Die Ausstellung verfolgt den Zwed, den Spargedanken in der Jugend zu wecken und Eltern und Lehrerschaft für seine Vertiefung zu gewinnen!

Bei der Eröffnungsfeier waren anwesend von der Aufsichts­behörde Herr Reg.- Rat Dr. Krüger, von der Stadtverwaltung Herr Bürgermeister Dr. Seib, von dem Stadt- und Kreisschul amt die Herren Reftor Reul und Dr. Enz sowie Rektor Kling und Reftor Kaufmann und Vertreter der Presse. Den Aufbau der 200 Zeichnungen hatte Architekt Rust recht übersichtlich be sorgt.

man in der Nähe des Nordsternhafens vor dem unscheinbaren: Häuschen eines Invaliden eine regelrechte Umschlagstelle für gestohlene Stücfohlen entdeckte. Beim Erscheinen der Beamten fanden sich rund 200 Zentner prächtige Stüdtohlen ,, am Lager", die im Verlaufe weniger Nachtstunden von den nahegelegenen: Schlepptähnen entwendet worden waren. Jn zwei Nachbars häusern fand man noch 20 bezw: 60 Zentner aufgestapelter Stückfohlen, die gleicher Herkunft waren. Die Polizei war noch im rechten Augenblick an der Umschlagstelle erschienen;: denn schon furz darauf wäre das ganze Diebesgut restlos ver schwunden gewesen, da regelmäßig im Morgengrauen von allen Seiten her aus Essen, Horst, Karnap, Altenessen usw. mit Handkarren und Fuhrwerken die ,, Käufer" tamen, um sich ihre Ware" abzuholen. Wieviel hundert oder tausend Tonnen Kohlen auf diese Weise und in dieser organisierten Räuber manier bereits aus dem Nordsternhafen ganz zu schweigen von allen anderen Kohlenhäfen allein im Laufe des letzten Sommers verschwunden sind, läßt sich wohl faum annähernd feststellen. Der hier verzeichnete Fall beleuchtet aber mit schla gender Deutlichkeit zur Genüge, melch ungeheuren Umfang die organisierten Kohlendiebstähle in diesem Bezitt ange nommen haben. Der Invalide M, vor dessen Haus übrigens sich das vorgefundene nächtliche Kohlenlager befand und in dessen Stallung man den erwähnten Stapel von 20 Zentnern Stückohle vorfand, hatte gegen einen Strasbefehl in Höhe von 15 Mark Einspruch erhoben. Das Gericht beantwortete den Einspruch mit einer Erhöhung der Strafe auf 25 Mart

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,, Das ist Unsinn. Aber zwingen will ich dich dazu nicht, mein Junge. Deinen Wunsch, in einen Sportverein einzu treten, kann ich dir natürlich unter diesen Umständen auch nicht erfüllen. Dort tönnen sie solche Jungs nicht gebrauchen, die gleich den Mut verlieren, wenn es gilt, etwas durch Fleiß und Ausdauer zu erreichen. Nun weißt du Bescheid."

Noch in Gedanken mußte Theo lächeln ,, wenn er daran dachte, mit welcher Verbissenheit er sich von nun an zu den verhaßten Fingerübungen am Klavier gezwungen hatte. Als er dann ein halbes Jahr später am heiligen Abend seinem Vater ein Weihnachtslied vorspielen fonnte, fand er unter seinen Geschenken auch die so sehnlich gewünschten Fußball schuhe..

,, Darf ich num gleich in eine Schülermannschaft eintreten, Vater?" Gewiß. Aber das merte dir: Erst tommt die Schule und dann das Fußballspiel...

Seine Matter, die etwas ängstlich und besorgt um ihren Jungen war, sah es im Anfang nur ungern, wenn er zum Fuß ballspielen ging. Aber fam er dann abends müde und hungrig zurück, war sie die Liebe und Güte selbst und freute sich, wen es ihm schmedte. Und kam er einmal mit einem verschrammtem Knie nach Hause, ließ er es sich nach anfänglichem Strauben auch gefallen, daß sie einen Verband um die abgeschürfte Stelle legte.

Junge, Junge," meinte sie dann jedesmal ,,, kannst du nid etwas vorsichtiger sein?"

,, Ach Mutter," antwortete er dann, ,, da ist bloß das Fel abgescheuert. Das geht bei der Wäsche wieder raus."

Und sein Vater stand ihm bei: Das stimmt. Bis zu Hochzeit ist das längst wieder verheilt."

Da mußte sogar die ängstliche und besorgte Mutter lacher. Ja, seine Mutter! Er hatte mit findlicher Liebe an i gehangen, wenn er es sich auch nie so hatte, merken lassen. G lag ihm nicht, seine tiefsten Gefühle nach außen hin zu zeigen Sein Vater war sein bester Kamerad gewesen. Dre Grundsätze hatte er ihm von Jugend auf immer wieder eit gehämmert: Ein richtiger Junge darf nicht bange sein, nid weinen und nicht lügen. So hatte er ihn zur Mannhaftigkeit, Wahrheitsliebe und Furchtlosigkeit erzogen und dadurch di Grundlage geschaffen zu seinen jetzigen Erfolgen. im Ber und Sport.

( Fortsetzung folgt.)

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