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Donnerstag, den 31. Dezember 1931.

Lokales.

Zur Jahreswende!

Wie in die Nacht die Sonne sintt, so taucht das alte Jahr jetzt in die Ewigkeit. Wie ein junger Tag im Osten aufsteigt so hebt sich neu ein Jahr aus dem ewigen Dunkel der Zeit.

Das alte Jahr tragen wir zu Grabe. Mit seinen vie­len trüben Tagen und seinen wenigen Freudenstunden. Karge Bissen gab es dem deutschen Volke und viele Tausend hat es mutlos und stumpf gemacht. Gern wollen wir das alte Jahr ziehen lassen, dorthin, wo die anderen ruhen, versunken, aber nicht vergessen.

Das neue Jahr ist noch dicht verhüllt. Niemand weiß, was es bringen wird, ob Gutes oder noch Schlimmeres. Alle, die sich Deutsche nennen, müssen noch mehr im neuen Jahr bewußt ihre Pflicht erfüllen und im Handeln die Not der Stunde erkennen. Worte helfen nicht mehr.

Zwölf dumpfe Schläge!

alte Jahr ist zu Ende

Glockenklang!

Das

Das neue Jahr hat begonnen. Die Zeit schreitet weiter. Sie achtet nicht der Not und hält nicht ein Unbefümmert um Menschenleid und Glüd tauchen die Jahre auf und sinken wieder zurüd ins unendliche Meer der Ewigkeit

Für den Einzelnen wie für das ganze Volt ist die Zeit ein Talent Wir müssen mit ihm wirken, ob wir wollen oder nicht. Aber wie viele sind es, die am Anfang wohl den Wil­len haben, ihre Aufgabe zu erfüllen, die aber bald in ihrer Arbeit steden bleiben, wenn Schwierigkeiten sich ihr entgegen stellen. Und wieder andere kommen zu feinem Anfang, weil die Für und Wider und die vielen Wenn und Aber sie schwan­tend machen Sie bedenken nicht, daß der Anfang aller Auf­gaben nicht die Tat selbst ist, sondern der Wille dazu; der feste, eiserne Wille und der Glaube an die Kraft und die Voll: endung.

So ist es im Leben des Einzelnen und im Schaffen der Völker. In wie vielen Konferenzen saßen sie schon beisammen Immer wieder wurde das Heil der Gesamtheit aller Völker in den Hintergrund gedrängt.

Und warum?- Weil die Liebe fehlte, die Liebe zum Nächsten, die Liebe zur Menschheit. Erwache Welt und nimm die Binde von deinen Augen!

Das Jahr der Entscheidung hat begonnen. Deutsches Volk halte fest an deiner Mission; bleib treu deiner Väter Art, laz ehrliche Arbeit, Einigkeit und Nächstenliebe sich entfalten und das mahnt der Sonntagsschreiber sei standhaft zu deinem Herrgott, ohne den wird es keine Welt geben.

Zwölf dumpje Schläge sind verklungen. Der Gloden Klänge tönen lange nach. Des Schicksals Würfel rollen weiter. Lent sie zum Guten, neues Jahr.

Glück auf!

Neujahr 1932!

Von Wilhelm Reuter.

Ein fernig Wort zum neuen Jahre, Neig her dein Ohr, mein Kamerad, Daß ich dies Wort dir offenbare Als Auftakt einer neuen Tat.

Wir wollen teinem Schwätzer lauschen, Von wann er tommt und wer's auch sei, Uns gilt der deutschen Eichen Rauschen

Das Wort gilt: Deutschland werde frei! Der Wille werde start wie Eisen. Und unser Können werde Stahl Denn einmal gilt es, zu beweisen, Wir trotzen dir, du düstre Qual. Wir wuchsen start in tausend Nöten Wir wurden fest in Gram und Tod, Sie können unsre Leiber töten

Doch spricht der Geist ein Machtgebot. Ob deutscher Geist sein ahnend Schauen Der Welt in taube Ohren blies

Der Geist wird Deutschland neu erbauen, Wie unsern Vätern er's verhieß. Auf Jena mußt ein Leipzig folgen. Ein Sedan auf die Duldsamkeit,

Du gehst im Licht, mein Volk. mit solchen Erinnerungen großer Zeit

Erfüllbare Wünsche.

Volksbildung und Jugendpflege im neuen Jahr.

Von Heinrich Hassinger, Darmstadt. Selbst heute noch, da der Zweifel in jeden Wunschsatz hinein­flingt, besteht für die Tage um Neujahr herum das Vorrecht, daß sie angefüllt werden dürfen mit Wünschen vielerlei Art. Laßt uns von diesem Recht für eine Sache Gebrauch machen, deren un­aufhörliche Förderung ein dringender Wunsch aller Volks­genossen sein sollte, und dazu noch eines, dessen Erfüllung wir frog äußerer Nöte Schritt für Schritt näherkommen können. Ich meine die Sache der Volksbildung und die auf das engste mit ihr verbundenen Sache der Jugend.

Wünsche für Volksbildung und Jugend, d. h. zunächst Wünsche für die verschiedenen Organisationen, die Träger dieses Wollens, Wünsche einmal ganz äußerer Art: Wir wissen, daß auch das Leben unserer Vereine unter den harten Zeitverhält= nissen zu laden hat, um so stärker zu leiden hat, je selbstloser, je weniger ,, interessen- verknüpft" ihr Wirken ist. Daß jemand seiner Standesorganisation durch dick und dünn die Treue hält, das ist eine Selbstverständlichkeit, denn er schnitte sich ja ins eigene Fleisch, wenn er sich des Schutzes beraubte, den ihm dieser zwedzusammenschluß gibt. Aber da, wo nicht die gewissen not­wendigen materiellen Interessen gewahrt werden, wo man die Notwendigkeit nicht sofort einsieht, da setzt die Not am stärksten ein. Notwendig dünkt uns alles, was die äußere Not wenden oder abwenden kann. Darüber wird denn vieles vergessen, was niht minder notwendig ist, weil es neben den äußeren Nöten noch andere gibt, die auch zur Notwende gehören, oft stärker noch dazu gehören, als manches, was sich als notwendig ausgibt. Für unsere fulturellen Vereine, Jugendbünde und Jugendherbergs verbände ist aus dieser- wie wir meinen- abwegigen Denkart eine schwierige, vielfach verzweifelte Lage entstanden. Weitere Schichten ihrer Mitglieder müssen sich überlegen, wo und wie sie einsparen tönnen. Da wird dann die Reihe der Organisa­tionen durchgegangen, denen man angehört. Bei dem reichent widelten Vereinsleben, das wir in Deutschland in Stadt und Land haben, sind das meist eine ganze Reihe. Nun, so könnte man sagen, das wäre kein Schaden, wenn wir auch auf diesem Gebiet zur ,, Rationalisierung" fämen. Einverstanden! Niemand wird dagegen etwas einzuwenden haben, wenn der gedankenlosen Vereinsmeierei und dem Unfug, den sie vielerorts anrichtet, auf solche Weise gesteuert würde. Aber die Praxis sieht das hat sich in den letzten Jahren zur Genüge gezeigt doch meist anders aus. Jene Vereinsmeierei, die so oft berechtigten Grund zur Bespöttelung und Selbstbespöttelung der Deutschen angab, leidet nicht Not. Not aber leiden die ernsthaften Organisationen, die feinen Wert auf Reklame und Betrieb legen, die der wert­vollen Geselligkeit und der stillen, sich für Heimat, Jugend und Volk verantwortlich fühlenden Arbeit dienen. Es gibt eine ganze

,, Gießener Zeitung"

Drum weg mit Jammern und mit Klagen, Mit Büden vor der Tyrannei, Im neuen Jahre laßt uns sagen Zu jeder Stunde nur: Es sei! Es sei, daß wir die Knechtschaft brechen, Wenn auch das Schwert man uns zerbrach, Es sei, daß einst die Welt wird sprechen: Seht, deutscher Geist tilgt alle Sch ma ch." Silvester- Ansprache des Reichspräsidenten

im Rundfunt.

Reichspräsident von Hindenburg hält am 31. Dezember 21.30 Uhr im Berliner Rundfunk eine Ansprache, die auf alle deutschen Sender übertragen wird.

* Von der Universität. Die Landesuniversität ernannte den Präsidenten der Hessischen Landwirtschaftskammer, Dekonomierat Hensel, Dortelweil, für seine Verdienste um die hessische Land­wirtschaft zum Ehrensenator.

* Evangelisch- kirchliche Nachrichten. Durch die Kirchenre= gierung wurde dem Pfarrer Adolf Bausch zu Nieder- Florstadt die evangelische Pfarrstelle zu Nieder- Florstadt( Dekanat Fried­berg) und dem Pfarrverwalter Hanns Hemmes zu Lehrbach die evangelische Pfarrstelle zu Lehrbach( Dekanat Alsfeld) über­tragen. In den Ruhestand wurde auf sein Nachsuchen der Pfarrer Friedrich Landmann zu Mommenheim versetzt.

* Jubiläum. Das Gaswerk der Stadt Gießen konnte an den Weihnachtstagen auf ein 75jähriges Bestehen zurückblicken. * Ertrunken. Ein 26jähriges Mädchen, das am zweiten Feiertag seine Verlobung feierte, tags darauf aber verschwun­den war und bis gestern vermißt wurde, hat man nun in der Lahn ertrunken aufgefunden. Der Grund zu der Tat ist noch nicht geklärt.

* Diebstähle. In der Nacht zum 23. d. M. wurden aus einem Garten im Schiffenbergerweg drei silbergraue Stallhasen und in der Nacht zum 24. d. M. aus einem Hühnerpferch im Wie­sederweg drei Hühner gestohlen. Sachdienliche Angaben zur Täterermittlung erbittet die Kriminalpolizei Gießen.

* Aenderungen im Kraftpostverkehr. Ab 1. Januar 1932 treten auf der Kraftpostlinie Gießen Wiesed- Alten- Bused fol­gende Aenderungen ein: Die werktäglichen Fahrten ab Gie­Ben Bahnhof 6,50, ab Gießen Walltor 9,48, ab Wiesed 6,25 und 10,00 Uhr, sowie die sonntäglichen Fahrten ab Gießen Walltor 16,45, 20,15, 21,20, ab Wiesed 17,01, 21,32, ab Alten- Bused 16,12 und 20,38 Uhr fallen aus. Die bisher nur werftäglich verkehrenden Fahrten ab Gießen Walltor 20,20, ab Wiesed 16,40, 21,25 und ab Alten- Bused 20,42 Uhr verkehren für die Folge täglich. Die werktägliche Fahrt ab Wiesed 7,00 Uhr wird nur noch bis zum Walltor, diejenige ab Gießen Bahnhof 17,05 Uhr nur noch bis Wiesed durchgeführt. Die werktäglichen ab Wiesed 17,44 und ab Gießen Bahnhof 18,15 Uhr fallen Sonntags aus. Für die wegfallende sonntägliche Fahrt ab Alten- Bused 16,12 Uhr wird ein Wagen ab Alten- Bused 16,30 Uhr an Sonntagen eingelegt, der bis zum Bahnhof Gießen durchläuft.

* Wichtiges für den Inventur- Ausverkauf. Um zu ver­hüten, daß Ladeninhaber bei Veranstaltung ihres Inventur Ausverkaufs mit dem Gesetz über den unlauteren Wettbewerb in Konflikt geraten und bestraft werden, weist das Polizeiamt in Uebereinstimmung mit der Industrie- und Handelskammer Gießen auf folgendes hin: Die Inventur- Ausverkäufe dürfen nach einer freisamtlichen Bekanntmachung in der Zeit vom 5. Januar bis 15. Februar jeweils auf die Dauer von 14 Ta­gen stattfinden. Der Beginn des Inventur- Ausverkaufs ist demnach innerhalb dieser Zeit jedem einzelnen freigestellt. Weder unmittelbar vor noch unmittelbar nach dem Inventur­Ausverkauf dürfen irgendwelche Sonderveranstaltungen und Rabattgewährungen und ähnliches angekündigt werden, weil dies als Verlängerung der 14tägigen Frist anzusehen ist. Das Wort Inventur- Ausverkauf" ist in gleich große Schrift zu setzen; es ist unzulässig, das Wort Ausverkauf" in großer und das Wort Inventur" in fleiner Schrift zu zeigen. Ebenso sind Rabattankündigungen, bei denen verschiedene Rabattsätze ge= nannt werden, so zu setzen, daß nicht ein höherer Sah stärker in die Erscheinung tritt als der niedrigere, und im Falle die

Reihe von Geschichts- und Heimatsvereinen, die eine Massen lucht der einst sie stützenden Mitglieder beklagen. Nicht die gehen von ihnen, die dort selbstlose Arbeit leisten und auch nicht die, die diese Arbeit lieben und denen diese Arbeit etwas bedeutet, son­dern andere: solche Mitglieder, die sich einst zur Ehre anrechne ten, dabei zu sein, die die Verpflichtung empfanden, einzusprin­gen. Leider sind die Gründe der Abkehr mit notwendig gewor denen persönlichen Sparmaßnahmen" zu rechtfertigen. Viel­fach sind sie nur ein Zeichen für das Schwinden eines tulturel= len und auch sozialen Verantwortlichkeitsgefühls. Man läßt die Dinge eben laufen, weil das so der Zug der Zeit zu sein scheint. Es bringt persönlich nichts ein. Man kann gewiß niemandem vorschreiben. wo er helfend dabei sein sollte, auch wenn es un mittelbar feinen persönlichen Vorteil für ihn bedeutet. die Bitte soll doch an alle, die es angeht, ausgesprochen werden, zu prüfen. ob nicht der oder jener Beitrag für eine Sache, die man sonst als wertvoll und berechtigt anerkannte, nicht doch weiter geleistet werden kann und ob es nicht Sparmaßnahmen an anderen Stellen gibt, wo sie weniger zerstörend wirken. Sicher gibt es da viele Wünsche, die bei gutem Willen erfüllbar sind.

Aber

Aber auch an die Vereine, Verbände und Bünde geht der Ruf, in ihrer Arbeit sich auf das Notwendige einzustellen, auf das Notwendige: d. h. um zu wiederholen, auf das, was zur Notwende führen kann. Die Mittel der Organisationen und auch die Mittel, die etwa von anderen Stellen noch hinzukommen, gilt es, sorgfältigst zu verwalten und nur dort einzusetzen, wo Es ist die schon in fie auch einen inneren Ertrag bringen. besseren Zeiten ausgesprochene Bitte, an die Mitglieder feine Anforderungen zu stellen, die sie nicht vor sich selbst oder ihren Familien verantworten fönnen, daß den erwerbslosen Freunden der Beitrag erlassen wird und daß darüber hinaus einer dem andern beispringe. Das ist durchweg wohl bereits ausgeführt. Feste und Feiern sind eingeschränkt und erhalten ein dem Ernst der Zeit entsprechendes Gesicht. Der Wunsch aber, der als be= sonders dringlich für das neue Jahr ausgesprochen werden mag, ist, daß das Leben in unseren Vereinen, Bünden und Verbänden noch stärker voltsverbunden werde, als je, volksverbunden in dem Sinne, daß unsere Vereine, Bünde und Verbände nicht verstedte Herde für entzweiende Betätigung werden, nicht nur der innere Zusammenhalt mit anderen Organisationen soll von dem Willen zum Miteinander bestimmt sein. Nicht Brüden abzubrechen gilt es, sondern brüden zu bauen. Sind nicht auch das erfüllbare Wünsche?

Der weitere Kreis unserer kulturellen, volfsbildnerischen und jugendpflegerischen Organisation will aber auch angefüllt sein mit Menschen innerster Anteilnahme. Die wirkende und die aufnehmende Betätigung in ihnen erfordert fast durchweg fein besonderes finanzielles Opfer. Sie gibt aber innere Be reicherung, Weitung des Gesichtsfeldes, gibt edle Geselligkeit, treue Freundschaft, echte Kameradschaft und sinnvolle Ausfül­

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Worte bis zu" angewandt werden, müssen diese eben so groß erscheinen, wie die Ziffer des Rabattes. Ueberhaupt muß ver­mieden werden, durch Fettdrud einzelner Worte oder Ziffern eine Irreführung des Publikums herbeizujühren. Bei Antün digungen wie Preise bis zu 50 Prozent herabgesetzt" muß bei der Mehrzahl der zum Verkauf gestellten Artikel dieser Rabatt satz bewilligt werden, andernfalls sind sie unzulässig. Es iſt zu vermeiden, durch Ankündigungen vor Beginn des Ausver taufs bei dem Publikum den Anschein zu erweden, als ob der Ausverkauf schon vor der festgesetzten Zeit beginne. Für den Ausverkauf hergerichtete Schaufenster und Plakate dürfen frühe­stens am Tage vor Beginn des Ausverkaufs nach Geschäftsschluß sichtbar sein. Einladungsschreiben oder ähnliche Mitteilungen sollen erst unmittelbar vor Beginn des Ausverkaufs zum Ver sand kommen.

* ,, Hessischer Abend" im Frankfurter Sender, Am 4. Januar veranstaltet der Frankfurter Sender einen Hessischen Abend" in Form einer historischen Revue. Es werden Szenen aus der hessischen Vergangenheit rekonstruiert. So wird z. B. eine Kabinettsratssitzung mit dem Landgrafen Ludwig vorge führt, auch einiges aus dem Leben Büchners und Szenen aus dem Darmstädter Goethekreis.

Schafflers Wettervorhersage für Januar 1932. Das neue Jahr wird aller Wahrscheinlichkeit nach verhältnismäßig mild beginnen, doch dürften die Temperaturen bald allgemein lang­sam zurückgehen, so daß auch die Regenniederschläge wieder in Schnee übergehen werden. Veränderliches, niederschlagreiches Wetter mit Frost und Tauwetter wechselnd bis gegen die Mitte des Monates. Zu dieser Zeit Wetterumsturz, Uebergang zu Winterwetter, Frost. Wetterlage anhaltend bis nach Beginn des letzten Monatsdrittels. Nach dem 20. Januar wieder etwas wärmer, veränderlich, Neigung zu Niederschlägen, Schneefall. Gegen Monatsende nach vorangegangenen leichtem Temperatur­anstieg erneut winterlich.

Steuerermäßigung

durch Erhöhung der steuerfreien Beträge.

Die wertvolle Steuererstattungsmöglichkeit ist den Lohn­steuerpflichtigen zwar durch die Notverordnung vom 5. Juni 1931 genommen worden. Dagegen können Anträge auf Erhö­hung der steuerfreien Beträge unter den gesetzlichen Vorauss setzungen nach wie vor gestellt werden.

Eine solche Erhöhung ist davon abhängig, daß die als Werbungskosten und Sonderleistungen zugelassenen Abzüge den Betrag von 40.- R.-Mt. monatlich übersteigen. Als zu­gelassene Abzüge gelten hierbei Beiträge zu sämtlichen Zweigen der Sozialversicherung, also insbesondere zur Kranken-, Inva­Sterbegeld- und Lebensversicherungen, weiter Ausgaben für die Berufsfortbildung, Kirchensteuern, Gewerkschaftsbeiträge und schließlich Zuwendungen an Werksunterstützungs- und ähnliche Einrichtungen.

Weiter kommen als Werbungskosten in der Hauptsache hin­zu die Kosten für Fahrten zwischen der Wohnung und der Ar­beitsstätte, sowie Ausgaben für spezielle Berufskleidung. Go­weit alle diese Aufwendungen den Betrag von 40. R.-Mt. monatlich übersteigen, tann eine entsprechende Erhöhung der 40. R.-Mt. Pauschale beantragt werden.

Daneben kann auch eine Erhöhung des steuerfreien Be­trages im engeren Sinne( 60.- R.-Mt.) nachgesucht werden, und zwar wegen besonderer wirtschaftlicher Verhältnisse.

In Betracht kommen hier vor allem außergewöhnliche Be­lastungen durch Unterhalt, Erziehung und Berufsausbildung der Kinder, durch Unterhalt mittelloser Angehöriger, durch Krank­heit, Verschuldung und Unglüdsfälle.

Eine Erhöhung bann auch eintreten, wenn der Steuerpflich­tige im verflossenen Jahre arbeitslos gewesen ist und seinen Lebensunterhalt im wesentlichen aus Ersparnissen bestritten

hat.

Anträge sind unter Beifügung der neuen Steuerkarte und ausreichenden Belegen an das zuständige Finanzamt zu richten!

Unschön wirken rotes Gesicht und rote Hände. Ein probates Mittel: Creine Leodor. Versuchen Sie es mit einer Tube zu 60 Pf.

lung der freien Zeit. Unsere Organisationen ringen hart mit der äußeren Not, sie wollen aber noch härter fämpfen gegen die inneren Nöte unseres Voltes, wollen die Notwende herbeiführen helfen. Darum wenden sie sich zum Jahresbeginn an jeden ein zelnen unserer Volksgenossen mit der Bitte: Laßt nicht brach liegen das Bildungsgut unseres deutschen Volkstums und ver schüttet nicht die tiefen Quellen, aus denen das deutsche Gemüt, die deutsche Seele ihre Nahrung schöpfen. Es lebt eine Sehn­sucht nach Gesundheit von Geist, Seele und Leib in unserem Volfe. Zu der Sehnsucht muß sich der Wille gesellen, d. h. die Tat zwingend wünschen, deren Erfüllung nicht in der Hand der Einzelnen liegt, zu dem aber der Einzelne auch seinen Teil beitragen kann und muß, damit wir ihrer Erfüllung im neuen Jahr näherkommen.

O, diese Zeit hat fürchterliche Zeichen!

Das Niedre schwillt, das Hohe sentt sich nieder, Als tönnte jeder nur am Platz des andern Befriedigung verworr'ner Wünsche finden, Nur dann sich glücklich fühlen, wenn nichts mehr Zu unterscheiden wäre, wenn wir alle, Von einem Strom vermischt dahingerissen, Im Ozean uns unbemerkt verloren. O, laßt uns widerstehen, laßt uns tapfer Was uns und unser Volt erhalten tann, Mit doppelt neuvereinter Kraft erhalten! Laßt endlich uns den alten Zwist vergessen, Der Große gegen Große reizt, von innen Das Schiff durchbohrt, das gegen äußere Wellen Geschlossen bämpfend nur sich halten kann. Goethe.

Neujahrsglocken.

Von Otto Promber, Dresden.

Jm Himmel hängen zwei große Gloden, Die läuten die Engel zur Neujahrszeit; Die eine Die andre

-

von Golde heißt das Frohloden", von Gilber das Herzeleid". Zu jedem schlummernden Menschen tragen Die Lüfte den zitternden Glockenschall; Da träumt der eine von goldnen Tagen, Der and're von silbernem Tränenfall.

In manche Hütte flingt das Frohloden, In manche Kammer das Herzeleid; Im Himmel hängen zwei große Gloden, Die läuten die Engel zur Neujahrszeit.