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Nr. 9

Camstag,

Samstag, den 31. Januar 1931.

Anträge

für die kommende Reichstagsjikung.

1. Preisabbau und Preisabbaupsychose.

Antrag Nr. 331: Jaeger( Celle), Dr. Jng. Wider, Dr. Wienbeck, Timm und Genossen. Der Reichstag wolle be­schließen:

Der Reichstag ersucht die Reichsregierung, bei den Be­strebungen auf Senkung der Lebenshaltungskosten darauf zu achten, daß die Lebensnotwendigkeiten der deutschen Wirt­schaftsstände ebenso wie die der reinen Verbraucherschaft in gerechter Weise gewahrt werden, und ferner insbesondere: a) die Deffentlichkeit sofort amtlich davon zu unterrichten, um wieviel Prozent die Lebenshaltungskosten seit dem 1. Juli 1927 bis zum 1. Dezember 1930 zurückgegangen bezw. erhöht sind:

1. für Ernährung,

2. für Bekleidung,

3. für Wohnung, Beleuchtung, Heizung,

4. für Verkehr;

b) die Deffentlichkeit sofort amtlich davon zu unterrichten, um wieviel Prozent im gleichen Zeitraum die Belastung der Wirtschaft gestiegen ist:

1. durch Lohntarifänderungen,

2. durch Steuererhöhung der Einkommensteuer, Gewerbe­steuer. Grundvermögenssteuer, Haussteuer( Zins), Aufbringungssteuer, Umsatzsteuer,

3. durch Erhöhung der Eisenbahnfrachttarife,

4. durch Erhöhung der Postgebühren,

5. durch Steigerung der sozialen Lasten;

,, Gießener Zeitung"

ger persönlicher ſelbſtändiger Wirtschaftsführung vor dem Teer oder Asphalt für deutsche Straßen?

Schicksal zu bewahren, wirtschaftlich zu verkümmern oder in Abhängigkeit Diener unpersönlicher kollektivistischer Wirt­schaftsunternehmungen zu werden.

3. Preispolitik und Vergebungswesen der öffentlichen Hand.

Antrag Nr. 433 Freybe, Drewitz und Genossen. Der Reichstag wolle beschließen:

c) die Preisbildung für Markenartikel, deren Angemessen­heit und volkswirtschaftliche Berechtigung vom Reichs­wirtschaftsrat anerkannt ist, unbedingt zum Schuße der Existenz des reellen Kaufmannsstandes aufrecht zu erhalten. d) Maßnahmen zu ergreifen zur Verhütung, daß die be­drohten Mittelstandskreise der Wirtschaft nicht unter Ausnugung der gegenwärtigen ,, Preisabbaupsychose" von fapitalstarken Warenhauskonzernen, Konsumgenossen­schaften und Werkskonsumanstalten durch offensichtliche Unterbietung wirtschaftlich reeller Preiskalkulationen auf diesem Wege unlauteren Wettbewerbs vernichtet werden; allen amtlichen Stellen zur Pflicht zu machen, sich aller Aeußerungen und Verlaufbarungen zu enthalten, die ge= eignet sind, Vertrauensstörungen der Verbraucher zu deutschen Wirtschaftskreisen zu erzeugen, um nicht das erforderliche unbedingte Vertrauen des Volkes in die Ehr­barkeit seiner Kaufleute anzutasten;

f) bei allen Maßnahmen, die seitens der Reichsregierung bei ihren Bemühungen um eine Verbesserung der Lebenshal tungskosten der Bevölkerung vorgesehen werden, auf die unbedingte Mitwirkung der öffentlich- rechtlichen Berufs­vertretungen der Wirtschaft sowie der Reichsspißenver bände der freien Wirtschaftschaftsorganisationen zurück­zugreifen.

2. Zur Durchführung des Artikels 164 der Reichsverfassung. Antrag Nr. 384. Jaeger( Celle), Dr. Everling, Dr. Wienbeck, Timm, Dr. Jng. Wider und Genossen. Der Reichstag wolle beschließen:

1. die Reichsregierung zu ersuchen, daß diese die mit reichsseitigen Subventionen unterstützten reichseigenen sowie halböffentlichen Betriebe verpflichtet, daß sie bei Ausschrei­bungen nicht mit Verlustpreisen, die nur auf Grund der Subventionen berechnet werden können, die Privatwirt schaft unterbieten;

2. die Reichsregierung zu ersuchen und diese zu veranlas sen, gleichfalls auf die Länder einzuwirken, daß durch ent­sprechende Maßnahme Vorsorge getroffen wird, daß lokale Aufträge der öffentlichen Hand sowie von Betrieben, die unter öffentlichem Einfluß stehen, an lokale Unterneh mungen desjenigen Wirtschaftsgebietes übertragen werden, aus dem die Aufträge stammen.

Handwerk und Arbeitslosigkeit.

Auf einer Versammlung der württembergischen Demokra­ten wies Reichsfinanzminister Dr. Dietrich darauf hin, daß wir zurzeit monatlich eine Viertelmilliarde für die Arbeitslosen ge­brauchen. Er führte aus, daß der Versuch unternommen werden müsse, mit diesem Betrage entweder die entscheidende Rohstoff­produktion anzukurbeln oder aber eine verarbeitende Industrie, die besonders viel lebenswichtige Rohprodukte verbraucht, in Be­wegung zu bringen. Es sei noch keine Subvention, wenn die Summe für die Arbeitslosigkeit zur Verbilligung und Vermeh­rung der Produktion verwendet würde. In einer Zeit, wo vier Millionen Menschen in Gefahr seien, in Verzweiflung getrieben zu werden, seien Bedenken nichts und positive Maßnahmen alles. Wir brauchten die Dinge nicht für die Ewigkeit zu machen, wir könnten sie einmal für ein viertel oder ein halbes Jahr probieren.

Die Reichsregierung zu ersuchen, dem Reichstag be­schleunigt ein Gesetz vorzulegen, welches in Durchführung des Artikels 164 der Reichsverfassung die erforderlichen Maß­nahmen bringt, die deutsche mittelständische Wirtschaft vor Untergang und Aufsaugung zu schüßen. Insbesondere ist vorzusehen, die individuell geführten Privatwirtschaftsbetriebe gegenüber den immer stärker vordringenden kollektivistischen Wirtschaftsunternehmungen der Konsumgenossenschaften, der Großwarenhauskonzerne und der Wirtschaftsbetriebe der öffentlichen Hand in besonderen Schutz zu nehmen, um die volkswirtschaftlich und nationalpolitisch unentbehrlichen Trä­

Was Frau Mode

uns im neuen Jahr verkündet

Die deutsche Wirtschaftsnot ist eine allgemeine Absatznot, unter der alle Gewerbezweige leiden. Die Absahnot für deutsche Waren kann nicht durch Preissenfung allein überwunden werden, sondern gleichzeitig muß jede überflüssige Einfuhr unterbleiben.

Es erscheint deshalb verständlich, daß auch deutsche Rohstoff­industrien sich gegen die Einfuhr von gleichartigen Rohstoffen oder Erzeugnissen des Auslandes wehren, wenn auch diese aus= ländischen Stoffe in Werksanlagen innerhalb Deutschlands noch eine geringe Formänderung durchmachen. In diesem Sinne wehrt sich die deutsche Teerindustrie gegen die Einfuhr von Erdölbitumen. Die Teerindustrien Deutschlands, Frankreichs und Englands behaupten, die Bedürfnisse des Straßenbaus an bitu­minösen Bindemitteln mit Erfolg durch einheimische Teere be­friedigen zu können, und machen für den Teer unbestrittene Vor­züge geltend, besonders, daß die Teerstraßen rauher, d. h. ver­tehrssicherer seien als Bitumenstraßen. Die Bitumenindustrie dagegen behauptet, eine ,, volkswirtschaftlich wertvolle Ver­edlungsindustrie" zu sein, die deutsche" Straßenbaustoffe her­stelle. Da der Straßenbau aus Steuermitteln finanziert wird, dürfte einiges über diese Fragen allgemein interessieren. es werden aus privat: Es handelt sich vor allem darum: wirtschaftlichen Gründen ausländische Rohstoffe( Erdölbitumen) in den deutschen Markt hineingepreßt, der durch rein deutsche Teererzeugnisse voll befriedigt werden kann, deren Rohstoff zwangsläufig anfällt. Deshalb ist die Bitumeneinfuhr auch für die deutsche Volkswirtschaft überflüssig. Deren Interessen stim­men also mit den privaten Interessen der Teerindustrie überein. Daß aber die Harburger Bitumenindustrie weder eine, volfs= wirtschaftlich wertvolle Verediungsindustrie" ist, noch eine zu­sätzliche Beschäftigung deutscher Arbeitskräfte mit sich bringt, sei im folgenden gesagt.

Diese Pläne des Ministers haben in den Tageszeitungen zu einer lebhaften Erörterung geführt, die den Minister ver­anlaßte, ergänzend noch zu erklären, daß seine Vorschläge mit Subventionspolitik nichts zu tun hätten. Bei der lebenswichtigen Produktion sei einzusetzen und nicht bei einem einzelnen Unter­nehmen. Trotz dieser Erklärung wollen die Bedenken nicht ver­stummen, daß die vorgesehenen Zuschüsse doch Subventionen sind.

Wir verweisen schließlich noch auf die Erklärung des Reichsverbandes des deutschen Handwerks vom April 1926, worin er staatliche Unterstützungen um deswillen ablehnte, weil sie aus einer fehlerhaften Konstruktion des Verhältnisses zwischen Staat und Wirtschaft stammen und zum andern die Betriebe zu einer wirtschaftlich ungünstigen Kreditaufnahme verleiten. Die bisherigen Erfahrungen mit staatlicher Subventionspolitik sollten vor weiteren Versuchen abschrecken.

am

Ein weiteres Mittel zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit glaubte man mit der Einführung der Arbeitsdienstpflicht gefun den zu haben. Hierüber hat im Reichsarbeitsministerium 12. Januar eine Besprechung mit den Spitzenverbänden, dar­unter auch dem Reichsverband des deutschen Handwerks, stattge= funden

Bis vor wenigen Jahren waren asphaltige Rückstände der Rohöldestillation in Deutschland schwer abzusetzen. Deshalb war bis dahin die Schmierölgewinnung Zweck der Rohöldestillation in Deutschland, zu der man an Edelölen reiche Rohöle einführte. Als nach 1924 ein zunehmender Bedarf an Bindemitteln für Stra Ben entstand, bot die Asphaltgewinnung der Erdöldestillation Aussicht auf große Gewinne und führte zum Bau der Harburger Raffinerien, die keine hochwertigen, sondern asphaltige Erdöle einführen. Es handelt sich also bei den Harburger Großraffine­rien nicht um eine ,, volkswirtschaftlich wertvolle deutsche Ver­edlungsindustrie", sondern um Umschlagdestillationen ausländi­scher Erdölkonzerne. Denn sie wurden nach den Zugeständnissen der Bitumenindustrie nur zwecks Ersparnis an Fracht und Ver­padungskosten errichtet.

Die Vertreter der Wirtschaftsverbände der Arbeitgeber und Arbeitnehmer lehnten nach eingehender Aussprache die Einfüh rung der Arbeitsdienstpflicht ab, weil man sich erfahrungsgemäß von einer erzwungenen Arbeit keine befriedigenden Ergebnisse ver­sprechen kann. Auch das Handwerk hat schon früher betont, daß die Frage, ob die Durchführung der Arbeitsdienstpflicht eine Herabsetzung der Arbeitslosigkeit mit sich bringen werde, einer ernsten Nachprüfung bedürfe. Es wurde dabei darauf hinge­wiesen, daß einmal die Bereitstellung geeigneter Arbeit starke Kapitalien beanspruche und daß zum andern Ernährung, Unterbringung, Bekleidung und Verwaltung der in Betracht kommenden Arbeiterkolonnen mit beträchtlichen Unkosten verbun den seien.

Was erhoffen wir alles vom neuen Jahr! Wie vieles soll es gut machen, wie vieles soll es bessern! Aber auch Frau Mode ist auf Gedeih und Verderb mit der wirtschaftlichen Lage verknüpft und so sehen auch die Modeschöpfer ängstlich und be= sorgt dem Kindlein in der Wiege in das noch ganz unausge= sprochene Babygesichtchen und wünschen sehnlichst, daß es wachse, blühe und gedeihe. Denn was nützen die schönsten, apartesten Modelle, wenn sie niemand kauft! Aus diesen praktischen Er­wägungen heraus wird das neue Jahr eine schlichte, sehr dezente Mode bringen. Die dunklen Farben werden sich für Kostüme, Mäntel und Nachmittagskleider noch halten, für den Abend sieht man schon wieder lichtere Töne, da böse Zungen behaupten, daß sich das schwarze Abendkleid bereits zur Uniform entwickelte und die Konzertsäle und Gesellschaftsabende Trauerversamm­lungen gleich zu werden drohen.

Der lange Rod bleibt bestehen und die Schleppe wird zum großen Abendkleid wieder gezeigt. Eine aparte, kleidjame Neuerung ist das kleine Schößchen, das den Nachmittagskleidern eine etwas frauliche Note gibt.

Alle Kleider aber, ohne Ausnahme, die am Abend getragen werden, sind ganz lang, meist am Boden aufliegend, so daß sie gerade noch die Schuhspitze heraus sehen lassen.

Eine neue, malerische Nuance bilden die vielen Verzie­rungen, Kragen, Spiken, Stickereien und Blumen, die der Mode etwas ausgesprochen weibliches geben.

In Stoffen bevorzugt man Marocain und Kunstseide für das einfache, Samte und Seiden für das elegantere Kleid. Eine streng vorgeschriebene Form gibt es eigentlich, soweit man es bis jetzt beurteilen kann, nicht. Die Phantasie der Mode darf sich, besonders in bezug auf das Abendkleid, frei entfalten und man sieht ganz strenge, schlichte Formen in glatten, stumpfen Tönen, neben fließenden, glänzenden Stoffen, die in verspiel­ten Volants und Verzierungen, Schlüpfen und Schleifen, schmüdendes Beiwerk erhalten. Stilkleider behaupten sich im= mer und sind, wenn der Stil der Trägerin entspricht, auch zu­meist eine angenehme Abwechselung bei Ansammlungen modi­scher Erzeugnisse; eine edle Unterbrechung des allzu Neuen.

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Entscheidend ist auch die Tatsache, daß das Bitumen, das in Deutschland abgeschieden wird, von anderen Bestandteilen des ausländischen rohen Erdöles, physikalisch und chemisch unverändert bleibt. Inländische Erzeugnisse werden aber aus ausländi­schen Rohstoffen nur dadurch geschaffen, daß die Rohstoffe bei ihrer inländischen Verarbeitung durch mechanische oder chemische Umwandlungen wesentlich verändert werden. Bei der Raffine­rierung von Erdöl im Inland entsteht überhaupt kein Erzeugnis, sondern es bleibt der ausländische Rohstoff, das Bitumen, unverändert und wird nur von seinen Beimengungen befreit.

Das so plötzlich zum Liebling erhobene Samtkleid be= hauptet seinen Platz, da es dem Geschmack der heutigen Mode so sehr entgegenkommt. Das Fließende, Weiche, Anmutige des Gewebes gibt dem Nachmittag- und Abendkleid die richtige Linie und die Vereinigung Abendkleid in schwarzem, weißem oder farbigem Panne mit dem dazugehörigen Jädchen für den Nachmittag hat sich sehr bewährt und wird als praktisch und schön von jeder Frau, die Sparsamkeitssinn mit Eleganz vereint, dankbarst als Ausweg empfunden.

neues

Deshalb sind auch die Bitumenemulsionen feine deutschen Erzeugnisse. Der Zusatz von etwa 50 Prozent deutschen Wassers und von etwa 2 Prozent Emulgatoren zum ausländischen Bitu­men macht die Bitumenemulsionen noch nicht zu deutschen Er­zeugnissen, denn Wasser und Emulgator sind nur Träger des unveränderten ausländischen Rohstoffes Bitumen.

In Mänteln und Kostümen wird die sportliche Note vor­herrschen; auch die wieder sehr beliebte Bluse wird strenger wer­den und somit wird die Frau am Vormittag das Sachliche", am Nachmittag das Frauliche" und am Abend das Grand­dame" hafte propagieren.

Hoffen wir nun, daß die Miesmacher, die heute, wenn sie nach der Mode des neuen Jahres befragt werden ,,, grau in grau" als führende Farbe angeben, unrecht behalten.

Die geographische Beule.

Auch zur Entlastung des deutschen Arbeitsmarktes tragen die Harburger Raffinerien nicht bei. Denn bei der Rohöldestillation wird je Gewichtseinheit höchstens die gleiche Anzahl Leute be= schäftigt wie bei der gleichartigen Destillation des Straßenteers aus Rohteer. Von einer zusätzlichen Beschäftigung deutscher Arbeitskräfte durch die Harburger Raffinerien kann nicht ge= sprochen werden. Ihre Errichtung hat lediglich eine Verschiebung von Arbeitskräften, aber, abgesehen von der Errichtung der Werksanlagen, keine Mehrbeschäftigung zur Folge gehabt. P. H.

,, Weißt du schon, daß mein Freund Wadenstolz seit vor­gestern eine geographische Beule hat?" fragte ich einen Kollegen, der ihn auch kennt.

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,, Nein... Uebrigens, was soll denn das bedeuten graphische Beule? Und wie sieht denn eine solche aus?" ,, Blau und rot. Mit dieser Stirnbeule läuft mein Freund Wadenstolz umher, als ob er sich zum Einhorn ausbilden wollte. Doch damit du die ganze Sache verstehst, muß ich dir den Her­gang genau erzählten. Wadenstolz lag mit seiner Gattin vor­gestern im Bett..."

..Jn einem Bett?"

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,, Ach was, unterbrich mich doch nicht immer; jeder Eheteil lag in seinem eigenen Bett. Mein Freund las die Zeitung. In der Zeitung stand etwas von Helgoland. Wadenstolz wollte seiner Frau auf den geographischen Zahn fühlen, der bei ihr nicht gerade der Weisheitszahn ist und fragte so leichthin: ,, Weißt du denn, Amalie, was Helgoland ist?" ,, Natürlich weiß ich das," meinte seine Frau, über die nichtsnutzige Frage gekränkt; Selgoland ist eine Hafenstadt."

,, Wo liegt sie denn?"

In Bayern."

Seine Frau überlegte ein wenig ..Jst Helgoland größer als Rügen?" ,, Selbstverständlich! Helgoland ist so groß, daß nur eine Hälfte der Stadt unten Platz fand und die andere Hälfte hoch auf das Felsenland gebaut werden mußte."

..Hm," meinte mein Freund zu seiner Gattin; ,, nur möchte

ich dir bemerken, Amalie, daß Helgoland keine große Stadt, son­dern zunächst eine Insel ist.

,, Ach so. Ja richtig!" rief seine Frau-

und daß diese Insel nicht in Bayern liegen kann, son­dern daß sie in der Nordsee liegt, und zwar nordwestlich von den Mündungen der Elbe und der Weser­

"

,, Allerdings, du ekelhafter Mann," rief seine Frau und blickte ihn tief beleidigt an

desgleichen ist Rügen eine Insel

,, Mag sein, aber sie ist ganz klein," brüllte seine Frau mit rotem Kopf verzweifelt

- auch das stimmt nicht, Amalie! Im Gegenteil! Rügen ist die größte Insel Deutschlands und Helgoland nimmt sich zu dieser aus wie ein Floh zu einem Bernhardinerhund

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Weiter kam er nicht. Denn plötzlich flog der Leuchter vom Nachttisch an meines Freundes unschuldige Stirn, wobei diesem das Licht aufging, daß man eine Frau nicht ungestraft mit Geo­graphie belästigen dürfe. Und siehst du, daher eben rührt die geographische Beule meines Freundes Wadenstolz!"

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