beitslojenfrage.
ir Mehrarbeit.
Nr. Eamstag, den 30. Mai 1931
für Gewerberecht und G beim Deutschen Handwer Reichsverband des deutide vom 27. April ds. Js. a hsregierung eingefesten G frage Stellung genomm Singewiesen worden, daß
einmal in der 41. und dam
Lokales.
Sonntagsgedanken.
Von Moskau aus haben sie die Brandsadel nach Spanien geworfen und Kirchen und Klöster vernichtet. Tausend Jahre alte Kunstschätze sind ein Raub der Flammen geworden und wertvolle Heiligtümer wurden geschändet.
Europa, du stehst an deines Schicksals Wende!
beit in Höhe von 25 Pro ir helfen. Die Brandfadel, die diesmal noch in einem großen
Keine Konferenz, kein Völkerbund und kein Genf kann
innen würden. Die dadure
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eitlichen Preisgestaltung Zusammenhängen heraus d fürzung der Wochenarbeit
isterialdirektor Schindler an um mitgeteilt wird, hat slofenfrage nicht daran g
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Bogen über ein Deutschland und ein Frankenreich von Moskau ausgeschleudert wurde, kann das nächste mal auch bei uns in Deutschland oder anderwärts herunterfallen. Böse Geister sind Don Mostau ausgeschickt worden und gehen durch die Länder der Welt. Für sie gibt es teine Landesgrenzen. Not und Glend der Völker arbeiten ihnen vor, neue Not und Hoffnungsfigkeit gehen ihnen nach. In Spanien bereits rauchen die Die Armee der Trümmer tausendjähriger christlicher Kultur.
nach der Größe des Betrieb Cottlosen ist im Anmarsch. Und da streiten sich die Völker in Der in der 49. Wochenstun Cenf noch herum über Zollunion und Tributzahlungen und
chter- Kommission sei lediglic daß die Ueberstundenzuschlag Beginnen hätten.
mollen nicht sehen, daß der viel gefährlichere Feind schon vor ihren eigenen Toren steht.
So laut sie es können, sollen es alle Christen hinausrufen, Daß sie gehört werden: Auf, kämpft gegen diesen gottlosen Feind, Der überall frecher als je sich breit macht; denn er will eure
gjuchenden fallen aus mifier vergiften und eure Existenzen verwüsten, damit ihr Intersuchungsergebnissen üben fein Familienglück mehr glauben könnt. Nur der eintönige Tag der Gegenwart soll das Leben ohne Treue zur Heimat und ohne Vaterlandsliebe ausfüllen.
er Zeit vom Syndikus von Großstädten bekannto ht des Oberbürgermeisters de sgabe von Mietberechtigung zwei Drittel der in den Liste als Wohnungsuchende an en rund 16 000 Wobnun Die Eintragung der We Bearbeitung, laufende For erhebliche unproduktive 3 = and bringt für die en, Verdruß und Kosten m s Rubrkoblenbezirks hat i lordnung die Schließung oder dergl. angeordnet, fe zen Verbandsbezirk die Zah ermitteln ist:
En Haushaltungen ist die Jab abzuziehen;
hl( z. B. nach dem Stand Summe der in einem bestimm Zeit vom 1. 1. bis 31.12 en abzüglich 35 Prozent fin
I ist die Summe der in der der Zeit vom 1. 1. ordenen Neubauwohnun
ht der Stadt Essen die noch en abzuziehenden 35 Prozent all derjenigen Haushaltes r, die keine selbständige eichend bei den Eltern wo zen( Witwer und Witw ließen, aber auswärts arbeitt ünden. Der Zugang an Codesfall, Wegzug usw. wa usgeglichen durch Abbruch gebäuden durdy Brand, 3
solchen Gelegenheiten, verju er nicht imitande gewefen, le der, obgleich er nicht zu kr iner der besten Mittelläufer n
Sefcheiden gemacht.
Kämpfet alle, die ihr noch zur Fahne des Christentums Galtet, um die heiligen Güter eurer Religion und eures VaterLandes, haltet Wacht über eure Kinder und überlaßt sie nicht unbeherrschten Trieben, wie es die neue Lehre haben will. Die Brandsäulen an der Grenze des Abendlandes sind die weithin Leuchtenden Flammenzeichen des höllischen Geistes von Moskau. Möchten doch endlich Staatslenker und Völker und die ganze christliche Welt die Bedeutung der drohenden Brandsadeln von Rußland im Osten und Spanien im Südwesten erkennen und ich zu fraftvoller Abwehr des verheerenden Feuerbrandes zuammenscharen. Europa, du stehst an deines Schicksals Wende! Der Sonntagsschreiber.
Wiedersehensfeier der chem. hess. Leib- Dragoner Nr. 24 und deren Feldformationen.
10 Jahre Verein ehem. hess. Leib- Dragoner im Kreise Gießen. An den beiden herrlichen Pfingstfeiertagen fand in Gießen die Wiedersehensfeier der ehem. hess. Leib- Dragoner und deren Feldformationen, verbunden mit dem 10. Stiftungsfest des Vereins ehem. Hess. Leib- Dragoner des Kreises Gießen statt. Von der Traditions- Schwadron des Reiter- Regiments 16 in Langenjalza nahm unter Führung des Rittmeisters Buch eine Abordnung und auch das Trompeterkorps der Traditions- Schwadron teil, wodurch die enge kameradschaftliche Verbundenheit dokumentiert wurde. Der Pfingstsonntag brachte Jubiläums- Fußballwettspiele um den Wanderpokal des Vereins ehem. hess. Leibdragoner des Kreises Gießen, die vor einer großen Zahl Don Zuschauern zum Austrag tamen und die zum Ausdruck bringen sollten, daß die alten Leibdragoner an der sportlichen Arbeit der Jugend reges Interesse haben. Den Pokal gewann zum erstenmal die Spielervereinigung 1900 Gießen. Der Abend vereinigte eine große Anzahl von Kameraden und deren Familienangehörige sowie Vereinsfreunde zu einem Festkommers in der Turnhalle. Der Vorsitzende, Kamerad Emil Eidmann, gab in seiner Begrüßungsansprache einen Ueberblick über das zehnjährige Wirken des Vereins ehem. hess. Leibdragoner des Kreises Gießen und sei erwähnt, daß der Verein heute rund
Erinnerungen an die Besatzungszeit.
1. Fortsetzung.
Unsere Zelle mündete nämlich mit der Oberlichtseite in den mit Grünanlage bepflanzten Vorhof. Um 7 Uhr früh läutete es, je Zugabe Brot. In gleicher Zeit bot sich auch die Gelegenheit,
das, was von diesem Verju ein Mann bekam einen Trinkbecher Kaffee, ohne jedoch eine Ce, auf die er in seinem Inn Wir stellten uns mit je zwei Mann auf und mußten erstmals die Zufall, daß ihm gegen Ende irgend einem Bedürfnis Rechnung zu tragen. Heraustreten!!! t hatte? Ein weiter Paß feire Wahrnehmung machen, daß man in der gleichen Nacht auch die Bewegung. Im Nu war er Wache im Mainzer Anzeiger ausgehoben hatte Unsere Abteior, Warriner, der ihm wie lung war dadurch auf 100 Mann angewachsen. Unser Marsch atte freie Bahn vor sich. Gejde hoch, und endete vor einem früheren Handwerkssaal. In diese glitt beim Versuch, zu remp führte durch ein Labyrinth von Gängen, verschiedene Treppen hen Verteidiger, und während Räumlichkeit brachte man uns zunächst unter, und einzeln wur
dzielicher schoß, entging er such des zweiten Verteidigers mit der Präzision einer Gewo
den die Personalien festgestellt. Es mochte unterdessen 4 Uhr geworden sein, außer dem Trinkbecher Kaffee am Morgen hatte man uns noch nichts verabsolgt. Da wir von abends um 9 Uhr
-erschien den Hollywood- Leve bis andern Tags 4 Uhr gehungert, machte sich in der Mageneine seltsame und beklagens gegend ein Rumoren bemerkbar, und wir ließen dies bei den Stürmer heutzutage an ein Militärs, die unsere Personalien feststellten, auch durchblicken. Canfen. Dieses Tor, aus ein Allgemein wurde auch über Schwellungen unter den Armen ge afenden Lauf geschoffen, ließ lagt, die durch das langanhaltende„ Hände hoch", das erst mit übergehen. Außer den Spiel der Einlieferung in das Militärgefängnis endete, hervorgerufen nen hatte. Der eine hieß Gam beförderte man dieselben in ein unteres Stockwerk
en die Ueberraschung, als fie Kanonier" Gage, der Traine 5 wenn der heilige Nitolaus tte, auf den wir folange gema onier". Aber hier fommt
grunzte der Manager.
kurz und bündig.„ Salt ihn en. Biete ihm die halbe Erde aber lasse ihn nicht mehr for
Jung folgt.
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el bringt es an den Tag.
en lieber Freund. Saft du e
ie im vorigen Monat verreift a
wurde. Nachdem circa die Hälfte der Gefangenen vernommen, Die Ge= fängnisleitung war so liebenswürdig, uns mit einem Napf Pelltartoffeln und Salz zu bewirten. Es sei hier besonders erwähnt, daß die Kartoffeln talt waren und auf den Mann ungefähr 4 bis 5 Stüd tamen. Dadurch, daß man uns sämtliche kleinere Gegenstände, wie Uhren, Geldbörsen, Feuerzeug und auch das Taschenmesser bei der Personalienfeststellung abgenommen, mußten wir die Kartoffeln mit den Fingernägeln schälen. Man stellte noch zwei Blechtannen in die Nähe mit dem Hinweis Wer Durst hat, fann einmal Rotwein trinken". Der französische Rotwein entpuppte sich aber als Leitungswasser. Im Anschluß an das opu= lente Essen brachte man uns in den Gefängnishof, wo wir zu 3weit gepaart mit vier Schritt Abstand unseren Kreislauf begannen. Stunden mochten wir wohl so verbracht haben in diesem Einerlei, ich passierte mit meinem Partner gerade eine Tür, aus der man uns zurief, einzutreten. Unter der Aufsicht eines Sergeanten brachte man uns in ein Vernehmungszimmer, wo wir einzeln von einem Kriminalbeamten über unsere Angelegenheit vernommen wurden. In meiner Brieftasche, die der Mitgliedskarte der Deutschen Turnerschaft noch eine Mitgliedsfarte der Volkshochschule und ein Militärbild aus der Zeit der englischen Offensive in Flandern. Nach Gutachten des Kriminalbeamten sollen diese Argumente den Wahrheitsbeweis erbracht haben, daß unsere Versammlung oder Zusammenkunft in der Druderei der Tageszeitung eine bestimmte politische Richtung verfolgt habe. Gegen diese Auffassung verwahrte ich mich ganz
zu Hause gewesen sei. Seut Vernehmende aus einem Regal zog, befanden sich außer einer
tzig Pfennig!"
auch recht,
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ht auf Bigamie?" antwortete der Kandidat
O Malho, Rio de Janei
,, Gießener Zeitung"
300 Mitglieder zählt. Er gedachte weiter der gefallenen und verstorbenen Kameraden in der üblichen ehrenden Weise. Die guten Ausführungen schlossen mit einer Strophe des Deutschlandliedes. Zur Verschönerung trugen neben dem Trompetertorps noch Fräulein Milli Beil und der ,, Quartettverein" GieBen bei. Der Pfingstmontag wurde eingeleitet durch drei Ständchen des Trompeterkorps, der sich eine Gefallenenehrung und ein Festgottesdienst, letzterem wohnten mehrere tausend Menschen bei, anschloß. Es folgte eine in der früheren Regiments- Uniform gerittene historische Festquadrille, die Erinnerungen an das alte stolze Heer wachriefen. Ein Festzug bewegte sich dann durch die Stadt und ein schönes Bild boten hier die verschiedensten militärischen Formationen. Den Mittelpunkt der Nachmittags veranstaltung in der Turnhalle bildete die Festansprache des Bundespräsidenten Kam. Rittmeister a. D. Dr. Châlons, die ausklang mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland und dem Absingen des Deutschlandliedes. Eine Anzahl von Vereinen und Organisationen überbrachten Glückwünsche, so für die Kriegerkameradschaft ,, Sassia" Kamerad Bezirksvorsteher Prof. Dr. Kraemer- Gießen.
* Vom hessischen Landtag. Aus Darmstadt wird gemeldet: Als Nachfolger des in der letzten Woche verunglückten Landtagsabgeordneten, Bürgermeister Jost- Bermuthshain, wird nach amtlicher Meldung nunmehr der Landwirt Friedrich Wilhelm Stein in Stumpertenrod in den Landtag eintreten.
* Die Gartenhauseinbrecher. Der Einbrecher Ludwig Bock aus Bergheim a. d. Eder, der hier mit einem Komplizen eine außerordentlich große Zahl von Gartenhauseinbrüchen verübte
und schließlich erwischt wurde, während sein Mittäter entfam, gestand der Polizei, daß von der reichen Diebesbeute nichts nach Frankfurt verbracht worden sei, sondern die Sachen im Wald Beim Nachsuchen wurden bei Lich vergraben worden waren. denn auch die Gegenstände, unter ihnen das angeblich nach Frankfurt verschleppte Koffer- Grammophon, aufgefunden. Nach dem zweiten Einbrecher wird noch gefahndet.
* Fundsachen- Versteigerung. Am Mittwoch, dem 3. Juni 1931, 14 Uhr, werden auf dem Polizeiamt, Landgraf- Philipps: Platz 1, beim Polizeiamt abgelieferte und noch nicht abgeholte Fundgegenstände öffentlich gegen Barzahlung versteigert.
* Monatsbahnsteigkarten. Vom 1. Juni ab werden von den Bahnhöfen Erlaubniskarten zum Betreten der Bahnsteige ausgestellt, die für einen Kalendermonat gelten und 5 Mk. fosten. Die Karten laufen auf den Namen einer Person und müssen mit Lichtbild und Unterschrift versehen sein.
* Gefahren des Badens. Die herannahende Sommerzeit mit ihrem umfangreichen Freibadebetrieb läßt es angezeigt erscheinen, auf die Gefahren hinzuweisen, die mit dem Baden an unbeaufsichtigten und verbotenen Stellen verknüpft sind. Es muß dringend vor der Benutzung solcher Stellen zum Baden ( gewarnt werden. Der Mangel an Hilfseinri htungen, plötzliche Tiefen im Flußbett, Versumpfung und Verkrautung des Bodens, Steilheit des Ufers usw. geben häufig Anlaß zu Unglücksfällen, die in den letzten Jahren einen erheblichen Umfang angenommen haben. Aufgestellte Warnungs- und Verbotstafeln, die auf die Gefährlichkeit des Badens an der betreffenden Stelle hinweisen, müssen durchaus beachtet werden.
* Ein Landesverband der hessischen Blinden gegründet. Zur Wahrung der Interessen der Blinden im Freistaat Hessen ist ein Landesverband der hessischen Blinden gegründet und in das Vereinsregister eingetragen worden. Es empfiehlt sich jedem Blinden, diesem Verband beizutreten und sich an der Landesversammlung am Sonntag, dem 7. Juni, im Saale des Feierabend" in Darmstadt zu beteiligen. Direktor Schmidt von der Blindenanstalt Friedberg wird über Blindenbildung, Blindenausbildung und Blindenfürsorge sprechen.
* Die Deutsche Vereinigung für Krüppelfürsorge hält ihren diesjährigen Kongreß vom 9. bis 11. Oftober in Gießen ab.
entschieden und erklärte, daß unsere Schutzwache nur den Zweck verfolgt habe, die Auszahlungen der Angestellten und Arbeiter für die laufende Woche sicher zu stellen. Ferner protestierte ich gegen die Haft und bat ihn, mich vor den Untersuchungsrichter zu führen. Mit dem Bemerken ,,, Sie haben gegen den Befehl der Besatzungsbehörde verstoßen, indem Sie nach 9 Uhr noch eine Versammlung abhielten", wurde ich entlassen und von dem Sergeanten auf 3elle 522 gebracht.. Es dauerte nicht lange, da erhielt ich Gesellschaft, so daß ich mit einem Leidensgefährten für die Zukunft die Zelle teilte. Das Tagesprogramm füllte sich wie folgt aus, 7 Uhr Wecken, Zelle reinigen, 8 Uhr Kaffee ohne Brötchen, 11 Uhr Mittagessen. Das Mittagessen setzte sich aus einem Napf Suppe, einem Stüd Brot und einer kleinen Fleisch portion zusammen. Für den Nachmittag gab es weiter feine Abwechselung, bis es um 7 Uhr abends wieder die obligatorische Suppe gab. Das Essen war nicht unübel, aber zu wenig. Audie Suppe aus dem Napf zu schlürfen, resp. mit den Fingern berdem gab man uns fein Bested, so daß wir gezwungen waren, nachzuhelfen. Waschwasser war da, aber keine Gelegenheit zum Abtrocknen, so daß das Taschentuch hier helfend einspringen mußte. Seife, Kamm und sonstige Toilettengegenstände bestanden für uns nur in der Fantasie. Bei der morgendlichen Entleerung des Bedürfniseimers hatte man Gelegenheit, auch einmal ein Wort unter uns zu sprechen. Allgemein flagte man über Hunger und über Langeweile, sowie das Bedürfnis nach frischer Luft. Wir einigten uns dahin, daß wir bei der Verteilung des Mittagessens uns bei dem aufsichtführenden Sergeanten beschwerten. Wie weit von der Beschwerde Gebrauch gemacht wurde, entzieht sich meiner Kenntnis, da das Essen zellenweise verteilt und immer die Tür wieder abgeschlossen wurde. Nach dem mein Napf gefüllt, erklärte ich dem Sergeanten kurz, daß ich gegen meine Haft protestiere und verlange, vor den Untersuchungsrichter geführt zu werden, ich protestiere ferner gegen die ungenügsame Verpflegung und verlange, daß ich mich täglich mindestens 20 Minuten in freier Luft bewegen dürfe. Als ich geendet, sagte er: ,, und was willst du noch? Du hier wie in Pension, nichts travaille und bodu menage". Dabei erhielt ich einen Kinnhafen, daß ich in die Zelle taumelte und mein Egnapf sich über den Fußboden ergoß. Ehe ich überhaupt wußte, woran ich war, war die Tür wieder verschlossen und ich hatte Zeit und Muße, über das Vorgefallene nachzudenken. Ueber das Vergeb liche meines Protestes war ich flar, umso erstaunter war ich jedoch am darauffolgenden Morgen, als wir in den Hof beordertwurden und zu zweien mit Abstand unseren Morgenspaziergang machen konnten. Von diesem Zwischenfall an hatte man auf mich ein besonders scharfes Auge. So vergingen ungefähr 8 Tage einer wie der andere, von meinen Angehörigen hörte ich so wenig, wie diese von mir. Wohl wußten sie, daß ich verhaftet war, wohin wir allerdings verbracht wurden, entzog sich ihrer Kenntnis. Ausgangs der zweiten Woche besuchte uns ein Delegierter des Roten Kreuzes, fragte nach unserem Ergehen, und ob besondere Wünsche vorliegen würden. Herr Dr. von Hymmen war von einem Dolmetscher begleitet, der unsere Unterhaltung
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Eine große Anzahl Fachwissenschaftler Deutschlands und des Auslands wird zu dieser Tagung hier anwesend sein. In Verbindung mit dem Kongreß soll die von dem Hessischen Verein für Krüppelfürsorge in Gießen unter der Bauleitung des Stadtbaurats Graoert errichtete orthopädische Klinik, die in Verbin dung mit der Universität Gießen arbeiten wird, eingeweiht werden.
* Reichsarbeitsgemeinschaft deutscher Föderalisten. Heute und morgen findet im Hotel„ Hindenburg" die Frühjahrstagung der Reichsarbeitsgemeinschaft deutscher Föderalisten statt. Der geschlossenen Beratung am Samstag folgt am Sonntag eine öffentliche Versammlung, wobei namhafte Persönlichkeiten sprechen werden. Vorträge werden gehalten u. a. von Geh.- Rat Dr. Sommer- Gießen, Prof. Dr. Hans Pfeifer- Emmendingen und Universitätsprofessor Dr. Rudolf Henle- Rostock.
* Gartenbesitzer, laßt eure Sträucher nicht durch den Zaun wachsen! Die oft mit Stacheln und Dornen besetzten vorstehenden Zweige lönnen Augen verletzen, Kleider zerreißen und sind ein Hindernis für Vorübergehende.
* Von der Jagd. In Hessen beginnt nach einer ministerielsen Anordnung die Schußzeit der Rehböde am 1. Juni; an dem gleichen Tage beginnt die Schonzeit der Fasanenhähne.
* Die Einfuhr an Getränken, in der Hauptsache Wein ( weitaus überwiegend), Bier und Branntwein, wies nach ,, Wirtschaft und Statistik", 2. April- Heft, einen Wert von 45,6 Millionen Mark auf. Das abgelaufene Jahr zeigt gegen die drei vorhergegangenen Jahre einen erfreulichen Rückgang auf. Dennoch ist dieser Betrag noch immer wesentlich über 1926. Im verflossenen Quartal dieses Jahres belief sich die Einfuhr an Wein 8,084 Millionen Mt., an Bier auf 749 000, an Branntwein auf 552 000 Mart. Mit Rücksicht auf die einheimische Industrie und unsere Armut sollte diese Einfuhr ganz unterbunden werden.
Rettigsaft, ein Mittel gegen Gallensteinkolik. Die Naturheilmethode wendet zur Heilung von Krank heiten, wie schon ihr Name sagt, natürliche Mittel, d. h. wie siie die Natur bietet, an und hat mit Kurpfuscherei nichts za tun. So empfiehlt sie u. a. zur Beseitigung der Gallensteinfolik den Saft von Rettigen. Geschälte Rettige, schwarze oder weiße, werden mittels Reibeisen oder Reibmaschine fein zerrieben und der erhaltene Brei durch ein sauberes Tuch gedrückt. In den ersten Tagen trinkt der Krante täglich eine halbe bis ganze Tasse davon; nach und nach seigt man mit der Menge bis zu zwei Tassen täglich. Diese Menge wird 2 bis 3 Wochen beibehalten, um dann nach und nach wieder herunterzugehen. Die Kur dauert gewöhnlich sechs bis acht Wochen, dabei sind die Urinausscheidungen des Kranken zu betrachten. Wahrscheinlich übt der Rettigsaft auf die Secretion der Galle einen fördernden Einfluß aus und hebt die entzündungswidrige Eigenschaft der Galle auf, so daß die Steine nicht weiter wachsen oder sich umbilden und die Schleimhaut sich nicht entzündet und anschwillt. In Süddeutschland, wo der Rettiggenuß viel größer Sch. ist wie im Norden, gibt es weniger Gallensteinfranke.
Aus Rab und Fern. Nah
Bad Nauheim. Die Weihe der Danteskirche vor 25 Jahren wird am 21. Juni d. Jahres gefeiert werden. Das Programm sieht u. a. einen Festgottesdienst und nachmittags eine Gedenkfeier in der Dankestirche vor, bei der Prälat D. Dr. Diehl über die kirchliche Vergangenheit von Bad Nauheim sprechen wird.
Bad Nauheim. Das Verkehrsamt der Bad- und Kurverwaltung teilt mit, daß bis zum 28. Mai der Gesamtbesuch 10 002 Gäste betrug, darunter 1410 Ausländer. Anwesend am 28, Mai waren 4004 Gäste.
| sehr aufmerksam verfolgte. Meine Beschwerden über unzulängliches Essen, Fehlen von Eßbested, Handtuch, sowie die Unmöglichkeit, mit seinen Angehörigen in Verbindung zu treten, versprach er auf dem schnellsten Wege zu regeln. Tags darauf tonnten wir uns schon in den Besitz von einem Suppenlöffel und Handtuch setzen, außerdem erhielten wir ein Kuvert und Briefbogen, mit dem Hinweis, daß wir einmal in der Woche unseren Angehörigen schreiben tönnten, die Briefe aber offen bleiben müssen, da dieselben durch die Zensur gingen. So war wiederum eine Woche vergangen. So allmählich fügte man sich in sein Schicksal. War ursprünglich die Hoffnung, daß wir mit Ablauf eines jeden Tages wieder aus der Haft entlassen würden, so mußte man bald die Feststellung machen, daß wir ganz der Willfür der Franzosen ausgeliefert waren. Unsere Gefangenschaft fonnte noch Wochen oder auch Monate dauern.
Im Laufe der dritten Woche erhielten wir durch die Vermittlung des Roten Kreuzes und auf Kosten der Stadt ein Laib Brot, ein kleines Camemberttäschen, ein paar Frankfurter Würstchen und eine Handvoll Rauchmaterial. War das ein Schmausen. Verschiedene hatten am Abend aber auch teinen Krümel mehr von diesen Leckerbissen. Was die besonders starten Esser waren, tranten zu ihrem Laib Brot noch eine Kanne Wasser, so daß sie am folgenden Morgen mit Magenbeschwerden zu kämpfen hatten. Durch die Vermittlung des Roten Kreuzes war es auch unseren Angehörigen möglich, fleine Pakete mit Butter, Lebensmittel für uns abzugeben. Fettigkeiten wie Wurst und Schmalz wurden allerdings schon bei der Abgabe von den Franzosen wieder an die Angehörigen zurüdgegeben, so daß es meistens mit Brot oder Kuchen, eventuell auch Obſt sein Verwenden hatte. Bei unseren täglichen Spaziergängen im Gefängnishof hatten die Franzosen ihr größtes Vergnügen, Leute mit besonders üppigem Haarwuchs ausfindig zu machen. Dieselben wurden in die Hände eines Scheinfriseurs gespielt. der dem Opfer dann den Stalp raubte. 3weimillimeterschnitt, dazu noch Treppenverschönerung, die Kerls sahen mitunter aus wie die Galeerensträflinge. Lange war ich den Peinigern aus den Augen gegangen, doch eines Tages erschöpfte sich das Refervoir, und auch ich tam an die Reihe. Selbstverständlich widersetzte ich mich ihrem Anliegen und gab ihnen zu verstehen, daß ich mir meine Haare in der Stadt schneiden ließ. Diesem Verlangen stand man nicht im Wege, und in sehr liebenswürdiger Weise forderte man mich auf, mit einem Soldaten in die Stadt zu gehen. Durch ein etwas laut gefallenes Wort wurde ich jedoch stuhig und konnte mich des Eindruds nicht erwehren, daß sie mit mir etwas Besonderes vorhatten. Als ich mit dem Begleiter im Parterre war, wies mir derselbe eine Tür, ich öffnete einen dunklen Raum, ein Stoß in den Rücken, und im gleichen Moment war auch die Tür wieder verschlossen. Das vorher aufgeschnappte Wort( Cachot) hatte seine Bestätigung gefunden. 24 Stunden dauerte der Spezialhaarschnitt und zeichnete fich besonders dadurch aus, daß die Verpflegung völlig ausblieb.


