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Nr. 85

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Samstag, den 24. Oftober 1931.

Lokales.

zu Ende denken.

Die heimische Kapitalbildung ist 3. 3t. ins Stocken geraten; die Quellen, die auch in der bisherigen schweren Krise sich er­giebig zeigten, haben vorübergehend fast gänzlich zu fließen auf­gehört. Geht man den Gründen dafür nach, so stößt man bald auf den Zentralpunkt aller wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten der Gegenwart, auf Mangel an Vertrauen. Die fer Grund mag gerade heute erklärlich erscheinen, aber er hilft nicht weiter, im Gegenteil, er ist sehr schädlich. Was geschieht 3. B. mit dem Geld, das bisher zur Sparkasse gebracht wurde? Es wird in sehr vielen Fällen gehamstert, d. h. zu Hause an einem mehr oder weniger sicheren Ort in Verwahrung gehalten, oder es wird zum Kauf großenteils unnötiger Waren verwendet. Auf der anderen Seite verlangen aber die Sparer, daß die Geld­institute die bei ihnen abgerufenen Gelder prompt auszahlen. Daß ein solches Mißverhältnis auf die Dauer nicht möglich ist, liegt auf der Hand. Denn alle Geldinstitute sind auf neue Ein­lagen angewiesen; aus ihnen bestreiten sie in erster Linie die Auszahlungen; nur der über den täglichen Auszahlungsbedarf hinausgehende Betrag wird normalerweise bekanntlich in Hypo­theken und sonstigen Wirtschaftskrediten angelegt. Bleiben Ein­zahlungen aus, so sind Banken, Genossenschaften und Sparkassen gezwungen, Kredite zu kündigen, um dadurch die Mittel für die Auszahlungen zu gewinnen. Diese Kreditkündigungen treffen das Handwerk, die Landwirtschaft, den Hausbesitz, also alle die Kreise, aus denen auch die Sparer stammen, sehr schwer. Aus diesen kurzen Ueberlegungen ergibt sich von selbst die notwendige Folgerung:

Wenn, wie bis zur Mitte des Jahres, ein geregelter Ein­und Auszahlungsverkehr von statten geht, der sich weitgehend in sich selber ausgleicht, so werden wir auch über den kommenden Winter genau so gut ohne irgendwelche Stodungen hinüberkom men, wie es im letzten gleichfalls schweren Winter der Fall war. Es hängt also von uns selber ab, und die vernünftige ruhige Einstellung der Bevölkerung während der Zahlungskrise des Juli läßt die Hoffnung berechtigt erscheinen, daß die Einzahlun= gen wieder stärker in Gang kommen.

* Wahllisten. Bis morgen fönnen die Wahllisten auf der Bürgermeisterei eingesehen werden. Keiner versäume, sich zu überzeugen, ob er am 15. November stimmberechtigt eingetragen ift.

* Gewerbesteuer der freien Berufe. Auf Grund einer von den Anwaltsorganisationen beim Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich erhobenen Klage hat dieser dahin entschieden, daß die Heranziehung der Angehörigen der freien Berufe zur Gewerbesteuer zulässig ist und insbesondere nicht gegen die Reichsverfassung verstößt.

*

Postnachnahmeverkehr mit Oesterreich. Die österreichische Postverwaltung hat den Paketnachnahmeverkehr aus Deutschland nach Desterreich mit sofortiger Wirkung vorübergehend gesperrt. Patetnachnahmen aus Desterreich nach Deutschland sind bis auf weiteres noch zugelassen.

* Krankenbeförderung auf der Eisenbahn. Zur Beförde rung von Kranken besitzt die Deutsche Reichsbahn in ihrem Wa­wie in genpart eine ganze Anzahl von Spezialwagen, die der Deffentlichkeit noch wenig bekannt ist gegen eine Son= bergebühr zur Verfügung gestellt werden. Insgesamt verfügt die Reichsbahn zur Zeit über einen Bestand von 69 Krankenwagen, und zwar 11 Krankensalonwagen und 58 Abteil- Personenwagen 3. Klasse mit besonders eingerichtetem Krankenabteil. Auch im gewöhnlichen Abteil eines Personenwagens, im Gepäckwagen oder im Güterwagen können Kranke in Krankenkörben, auf Trag bahren, Fahr oder Rollstühlen befördert werden. Auf bestimm= ten Bahnhöfen hält die Reichsbahn außerdem eigene Tragbahren, Fahr- und Rollstühle sowie Treppen( Trittstufen) bereit, die franken und gebrechlichen Personen innerhalb der Bahnanlagen gebührenfrei zur Verfügung gestellt werden.

* Aus dem Gerichtssaal. Am Abend des 27. März über­

Der Mittelstürmer von Hollywood.

Ein Fußball- Roman von Sidney Horler. 24. Fortsetzung.

Schön," antwortete der Führer des Hollywood- Sturms und lachte mit den anderen. Wenn ich aber zwei Tore schieße?"

Dann geben wir Ihnen einen Extrazug!" Der Beamte wintte freundlich und trat zurüc

,, Das kommt davon, wenn man berühmt ist, Did," sagte Margery und sah ihren Verlobten mit Stolz an. Sogar Sta­tionschefs beugen sich vor dir! Ich möchte so gern mit dir den Platz tauschen, bis morgen abend wenigstens."

,, Auch ich!" mischte sich Mr. Armitage, ein sehr gepflegt aussehender Herr, dem man sofort den erfolgreichen Kaufmann ansehen fonnte, in das Gespräch. ,, Es mag tomisch flingen, aber ich würde viel darum geben, wenn ich morgen in Ihren Schuhen steden würde, Mr. Marr. Es muß herrlich, eine der wundervollsten Sensationen des Lebens sein, von tausenden Menschen bejubelt und gefeiert zu werden. Das ist so etwas, was man für Geld nicht kaufen kann."

Marr nickte zustimmend und sah einen Moment nachdenk lich vor sich hin.

Was Sie da sagen, Mr. Armitage, ist zweifellos wahr," bemertte er dann, aber eine große Verantwortung begleitet diese Freude. Viel, sehr viel wird von morgen abhängen."

,, Sie glauben, wenn morgen Hollywood gewinnt, daß Ihnen dann der Pokal sicher ist? Ich sage Ihnen, meine Anteilnahme am Fußballsport hat mich um Jahre jünger gemacht. Wenn Die Mannschaft den Cup gewinnt, wird niemand begeisterter sein als ich!"

Marr ließ den reichen Industriellen, der in so späten Jah­ren sein Interesse dem Sport zugewandt hatte und darin die tärtite, lebensbejahendste Anregung seines Lebens fand, weiter­plaudern, während er selbst in tiefites Nachdenken verfiel. Wenn ez vorhin behauptet hatte, daß so ungemein viel von dem morgi­gen Spiel abhänge, hatte er doch etwas anderes gemeint als die Tatsache, daß durch einen Sieg Hollywood das stolze Vor­recht, in den Endtampf zu kommen, beschieden sein würde. Am Abend vorher hatte Margery ihre Wange an seine gepreßt und gefagt: Did, Liebling, ich mag nicht mehr allein wohnen, und außer Mrs. Horrell, die nicht mehr zählt, und Stanley, der in egypten ist, habe ich nicht einen einzigen Verwandten auf der ganzen Welt! Nun möchte ich mit Dir einen kleinen Handel abschließen- mein sehnlichster Wunsch, außer einem ganz gro Ben, von dem ich Dir aber jetzt noch nichts verraten will, ist,

,, Gießener Zeitung"

fuhr der Kaufmann Lotz aus Leun( Kreis Wetzlar) auf der Landstraße Gießen- Heuchelheim mit seinem Auto den auf dem Fahrrad radelnden Gesangvereinsdirigenten und Ehrenchor meister des Hessischen Sängerbundes, Lehrer i. R. Otto Gör= I ach und verletzte ihn so schwer, daß er auf der Stelle tot war. Am Mittwoch verhandelte das Schöffengericht über den Vorfall und verurteilte den Angeklagten Lotz wegen fahrlässiger Tötung unter Würdigung mehrerer mildernder Umstände zu zwei Mo­naten Gefängnis.

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am

* Diebstähle. Ende September wurden aus einem Bahnübergang Wakenborn- Steinberg gelegenen Bienenhaus mittels Einbruchs etwa 75 bis 80 Pfund Bienenhonig entwen­det. Der Honig war in Büchsen( Bonbonbüchsen) aufbewahrt. Geschäftsleute oder sonstige Personen, die Honig aufgekauft haben, werden im eigensten Interesse ersucht, bei der Kriminal­abteilung, Zimmer 24, vorstellig zu werden. In einer im Leihgesternerweg gelegenen Autogarage wurden von einem Per­sonenwagen Ersatzteile, wie Magnet, Scheinwerfer, Licht­maschine usw. abmontiert und entwendet. Am 14. Oktober wurden vor dem Volksbad von einem abgestellten Fahrrad eine elektrische Boschlaterne und am 22. Oftober ein Boschdynamo entwendet. Personen, die über den Verbleib der gestohlenen Sachen Auskunft geben können, oder sonstige Beobachtungen gemacht haben, die zur Ermittlung der Täter führen werden, wollen ihre Wahrnehmungen der Kriminalpolizei mitteilen.

* Festnahme. Auf Ersuchen einer auswärtigen Behörde wurde der Kaufmann Hans Wolf aus Nürnberg wegen Diebstahls usw. Hier festgenommen und dem Amtsgericht zuge­führt.

* Vom Kreisamt. Für den in ein Disziplinar- und Straf­verfahren verwidelten Bürovorsteher des Kreisamtes Alsfeld wurde Kreisverwaltungsinspektor Heberle vom hiesigen Kreisamt nach Alsfeld versetzt. An dessen Stelle rückt Verwal­tungspraktikant Degen von hier.

*

Evangelisch- kirchliche Nachrichten. Durch die Kirchenregie­rung wurde der Pfarrer Heinrich Wolf zu Ranstadt auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste mit Wirkung vom 1. November 1931 in den Ruhestand versetzt.

* Probealarm. Es liegt keine Veranlassung zu irgend­welcher Beunruhigung vor, wenn heute nachmittag um 3 Uhr die Feuersirenen ertönen. Es handelt sich nur um einen Probealarm.

* Stenographielehrerprüfung. Die achte staatliche Prüfung für Stenographielehrer findet Montag, den 11. Januar 1932, und folgende Tage in Darmstadt statt. Meldungen sind mit den vorgeschriebenen Nachweisen und den Stempelmarken im Betrage von 1.50 RM. bis 5. Dezember ds. Js. bei dem Vorsitzenden des Prüfungsamts, Regierungsrat Schaible, Darmstadt, Landtag, einzureichen.

* Grundstücksverpachtungen. Die Stadt Gießen verpachtet ihre freigewordenen Grundstüde in der nächsten Woche von Montag bis Donnerstag auf weitere 6 Jahre.

Schäferhund- Körung. Für den Bezirk Rhein- Main hält morgen der Verein für deutsche Schäferhunde, Ortsgruppe Gießen, die Körung deutscher Schäferhunde für das Jahr 1932­1933 ab.

* Weltbund der Natur- und Vogelfreunde. Diese inter­nationale Organisation, unter dem Protektorat von Kommerzien­rat Carl Wenglein, Schwabach, stehend, die vollständig ehrenamtlich geleitet wird, hat in einer verhältnismäßig furzen Zeit fast die ganze Welt erobert. Der Weltbund der Natur- und Vogelfreunde ist vertreten in Europa, Asien, Afrika und Amerika.

* Wahlversammlung. Heute abend spricht der Fraktions­vorsitzende der Deutschnationalen Reichstagsfraktion, Abg. Dr. Oberfohren, in der geheizten Turnhalle am Oswaldsgarten.

* Vortrag. Am Montag abend hält für den kaufmännischen Verein Professor Walter Josephson unter Mitwirkung der Sängerin Erna Bubenzer in der Aula einen Vortrag: ,, Wie tommt eine Opernaufführung zustande?"

* Militär- Streichkonzert. Morgen abend veranstaltet das Musikkorps des Bataillons auf der Liebigshöhe" ein Streich fonzert unter Leitung von Obermusikmeister Krauße.

daß Hollywood den Pokal gewinnt. Wenn Hollywood gewinnt, dann heirate ich dich am nächsten Tage!"

,, Und wenn wir nicht gewinnen?" frage der lichterloh bren nende Mittelstürmer.

Zuviel darfst Du nicht fragen," scherzte das junge Mädchen. ,, Wirtlich, Dick, Du bist schredlich neugierig."

Damit

einschließlich einem Kußmußte sich Dick beschei= den. Er wußte, daß Margery ihn am Tage nach dem Cup­finale heiraten würde, gleichgültig, ob Hollywood die große Sporttrophäe erobert haben würde oder nicht. Aber weil sein Herz mit Hollywood war, betrachtete er Margerys Handeln" sehr ernst.

Er blidte auf und begegnete den lächelnden Augen Mrs. Armitages.

,, Einen Penny für Ihre Gedanken," sagte sie. Aber ich kann mir ja denten, wo Ihre Gedanken jetzt waren. Vir. Armi tage hat übrigens mit Mr. Hollister vereinbart, daß sie heute abend mit uns essen und dann den Abend mit uns verbringen sollen. Wir werden uns sehr freuen, wenn Sie mit uns tommen ich meine Mr. Armitage und ich, ganz abgesehen von die­sem, entzüdenden, jungen Geschöpf hier," fügte sie hinzu und drückte freundlich Margery Kirtbys Hand.

Ich werde mich freuen, wenn ich tommen darf- ganz abgesehen von diesem entzüdenden, jungen Geschöpf hier," ant­wortete der Fußballer scherzend.

Der Abend war in jeder Beziehung ein Erfolg. Die Armi­tages wohnten in einem viel besseren Hotel als das Quartier, welches Hollister für seine Mannschaft ausgesucht hatte, und das Diner ebenso wie die Gesellschaft erinnerte Did an die Tage, als er mit einem stattlichen Banttonto hinter sich das Leben leicht nehmen durfte.

Ich kann Ihnen nicht genug dankten," sagte er beim Auf­bruch, mit etwas Bewegung in der Stimme, zu seiner Gast­geberin. Ich muß heute abend an viele ähnliche Abende denken, die ich früher verbracht habe."

,, Und Sie werden noch viele solcher Abende verbringen, Mr. Marr", war die freundliche Antwort. ,, Sie müssen mir ver sprechen, uns zu besuchen, wenn wir wieder in Hollywood sind. Mein Gatte wird darauf bestehen, nur müssen Sie darauf ge= faßt sein, die halbe Nacht aufzubleiben und unausgesetzt von Fußballspielen reden zu müssen."

Nachdem Margery ihrem Verlobten im Bestibül des Hotels Gute Nacht" gewünscht hatte, lehnte sie sich plötzlich zärtlich an. ihn und flüsterte:

" Ich habe eine große, wunderbare Neuigkeit für Dich, Did, aber" fügte fie schalthaft hinzu ich fann es Dir jezt nicht sagen, weil es Dich vom morgigen Spiel ablenken und in der

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* Kulturfilm. Morgen früh läuft ein Kulturfilm, betitelt ,, Jm Lande der Mitternachtssonne" im Lichtspielhaus in der Bahnhofstraße. Zwei Beifilme Die Schweiz, das Berner Ober­land und feine Bahnen", und Zehn Minuten Mozart", vervoll­ständigen das Programm.

Kirchengemeindetag zu Vilbel.

Zu dem am morgigen Sonntag, 25. Oktober, in Vilbel statt­findenden Kirchengemeindetag sei besonders darauf hingewiesen, daß der erste der beiden vorgesehenen Vorträge, der Vortrag von Oberreallehrer Frank- Darmstadt, über die männliche Dia­fonie unmittelbar nach dem Festgottesdienst in der Kirche statt­findet, während der Vortrag von Professor D. Matthes über ,, die Verwirklichung des Gemeinschaftsgedankens im Gemeinde­leben" nachmittags 2 Uhr im Gasthause zum Pfau" gehalten wird.

Warnung vor übereilten Siedlungsplänen. Der ev. Siedlungsdienst Bielefeld schreibt uns: Der Deutsche Siedlerbund Berlin, der auch in Hagen i. Wests. eine Haupt­geschäftsstelle, und im ganzen Reich Nebenstellen unterhält, be­müht sich durch reklamemäßig aufgezogene Versammlungen um die Gründung neuer Ortsgruppen. Die in den Werbeschreiben und Merkblättern gemachten Mitteilungen über die Finanzie rung der ländlichen Siedlung enthalten Angaben, die mit den tatsächlichen Verhältnissen nicht in Uebereinstimmung zu bringen sind, aber geeignet erscheinen, Mitglieder für den Verband zu werben. Die in Frage kommenden amtlichen Stellen, auf die der deutsche Siedlerbund sich beruft, sind von demselben völlig ab­gerüdt. Es wird daher vor dem Zahlen von Eintrittsgeldern und Mitgliederbeträgen dringend gewarnt.

Aus Nah und Fern.

Hungen. Ein jugendlicher Motorradfahrer aus einem be­nachbarten Ort ging eine Wette ein, mit seinem Kraftrad die 25 Kilometer von Hungen nach Gießen in 10 Minuten zurückzu­legen. Der Fahrer raste durch einige Dörfer und gefährdete die Passanten. Kurz vor Langsdorf bohrte sich das Rad, als der Fahrer eine Kurve nicht mehr nehmen konnte, tief in die Stra Benböschung ein. Der Soziusfahrer Schmidtbender aus Hungen wurde von seinem Sitz geschleudert und erlitt einen schweren Schädelbruch. Der leichtsinnige Fahrer kam mit leichteren Ver­legungen davon.

Bad Nauheim. Die bekannte Wohltäterin Bad Nauheims, Frau Kerchoff aus Los Angeles, die dieser Tage der Ein­weihung des Kerdhoff- Instituts beiwohnte, hat den Betrag von 5000 Mt. zum Besten der Bad Nauheimer Winterhilfe gestiftet.

Bad Nauheim. Das Verkehrsamt der Hessischen Bad- und Kurverwaltung teilt mit, daß bis zum 22. Oftober 1931 der Gesamtbesuch 29 922 Gäste betrug; darunter 5260 Ausländer. Anwesend waren am 22. Oftober 1931 1226 Gäste.

Friedberg. Am Mittwoch abend wurde am Ortsausgang von Oberrosbach nach Friedberg die in den 60er Jahren stehende Witwe Franz von dem Personenauto eines Friedberger Bau­unternehmers überfahren und sofort getötet. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt.

Zwangsweise Biersteuern.

Büdingen. Das hessische Kreisamt Büdingen hat mit Wir­fung vom 1. November d. J. am 17. Oktober die Erhebung von Gemeindebiersteuern für nachfolgende Kreisgemeinden verfügt: Bingenheim, Effolderbach, Lorbach, Langenbergheim, Orles­hausen, Vonhausen und Bösgefäß, desgl. am 19. Oktober für

Immer weiße Zähne möchte Ihnen mittellen,

baß wir schon über 15 Jahre die Zahnpaste Chlorodont be nußen. Noch nie hat sie uns enttäuscht! Wir hatten immer weiße 3äbne und einen angenehmen Geschmad im Munde, umjomehr, da wir schon längere Zeit das Chlorodont- Mundwasser benutzen. Auch benutzt die ganze Familie nur Chlorodont- Zahnbürsten". gez. C. Chudoba, Fr.... Man verlange nur die echte Chlorodont- Zahnpaste, Tube 64 Pf. u. 90 Pf., u. weise jeden Ersatz dafür zurüd.

Nacht nicht schlafen lassen würde. Aber morgen sollst Du es erfahren. O Did, mein Liebling, ich bin ja so glüdlich!"

Sie füßte ihren Verlobten stürmisch vor dem diskret zur Seite schauenden Hotelportier und schlüpfte dann fort.

Eine wunderbare Neuigkeit!" lachte Did mit zärtlichem Spott, als er in die Finsternis hinaustrat. Ich könnte wetten, es hat ihr jemand irgend etwas für den fünftigen Haushalt gespendet!"

Verloren in seligen Träumen, schritt der junge Mann die Straße entlang, ohne die Gestalt zu bemerken, die sich, als er das Hotel verlassen hatte, aus einem dunklen Hauseingang los löste und ihm leise folgte. Nur mit dem Instinkt, der die Ge­fahr wittert, riß er sich plötzlich herum und stand vor seinem Verfolger.

Was wollen Sie?" fragte er scharf. Die Straße war schlecht beleuchtet und fast menschenleer, und der Bursche, der die Kappe tief über die Stirn gezogen hatte, sah recht verdächtig

aus.

,, Mr. Marr, nicht wahr?" flüsterte der Mann heiser. ,, Did Marr, der Mittelstürmer von Hollywood? Ich möchte Ihnen etwas betreffs des morgigen Spiels verraten, wenn Sie es hören wollen." Er drängte sich näher heran.

,, Zurüd!" warnte Marr, aber es war schon zu spät. Der andere schwang bereits die Hand, welche er hinter dem Rüden verborgen gehalten hatte.

Instinktiv hob Marr den Arm, um sich Gesicht und Kopf zu schützen, und der turze, mit Blei gefüllte Stod, welchen der Angreifer in der Hand hielt, traf ihn mit betäubender Wucht.

Ungeachtet des Schmerzes und zornentbrannt über diese feige, heimtüdische Attade, warf sich der Mittelstürmer über seinen Angreifer.

Brrrgh! Der mysteriöse Angreifer taumelte vor der Wucht des Schlages zurüd, erholte sich aber überraschend schnell und gab Fersengeld.

Noch immer erbittert, machte sich Marr jofort an die Ver­folgung, sein Fuß glitt aber aus, und er stürzte zu Boden.

Als er aufzustehen versuchte, fühlte er einen stechenden Schmerz im rechten Fußknöchel. Einige Minuten lang tonnte er sich nicht erheben.

Sein 3orn war sofort verraucht, nur um einem Gefühl banger Furcht Platz zu machen. Wenn er den Knöchel gebrochen oder sich eine Sehnenzerrung zugezogen hatte! Wenn er am nächsten Tage- nicht spielen könnte!

Als er halbtot vor Schmerz und Angst an der Mauer eines Sauses gelehnt stand, rollte ein Auto vorbei. Erleichtert rief er es an und ließ sich in sein Hotel fahren. Fortsetzung folgt.