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es.

Gift.

Kayser.

herniederscheint, wenn

Samstag, den 23. Mai 1931.

Bollenertrafte gemacht, mit Erfolg auch besondere Medikamenie verabreicht, aber für diesen Erfolg ist von ausschlaggebender Bedeutung, daß der Kranke schon mehrere Wochen vor Beginn ber Blütezeit, also im März oder April, in sachgemäße ärztliche Behandlung tritt. Immerhin vermag heutzutage die ärztliche bei einer schon ausgebrochenen Erkrankung unit aber auch

id blauen Himmel leuas oft recht qualvolle Leiden wesentlich zu mildern.

n, dann juchst des Merid

er der Natur.

Wie man sieht, muß man auch den Frühling ,, mit Vorsicht genießen", aber das kann und darf uns trotzdem die Freude

Freie, um stets von newicht trüben an Blumen, Luft und Sonnenschein.

e lassen sich leicht viele Men hinreißen, allerlei Blum gel in den Mund zu nehm

Gedanken zum Pfingstfest.

Durch die Maienzeit läuten hell und feierlich die Pfingst­

Rojen gleich die Done locken und verkünden den Völkern der Erde das Fest. Und Blumen ein gefährliches Mutter Erde hat ihr schönstes Festkleid angelegt, als würde sie die Giftigkeit des Goldrega Sochzeit halten. Ihre Wiesenteppiche hat sie neu mit Blumen­, schwere Vergiftungserjée dernen bestidt, Strauch und Baum hat sich schön gemacht mit Sehr häufig wird die Spitzenkleidern aus Blüten und in all dieser Pracht und Herr­ähnlich sieht, von Kinde Lichkeit jubeln die Vöglein und verschwenden die besten Lieder. eine schwere Vergiftung, billes fündet von jenem großen, göttlichen Geist, der von allem woren. Besonders gejäh Anfang an über allen Welien schwebe und den Weg der Sterne Fierlingsarten, von denen d Bahnte und die Erde formte und allem auf dieser Welt eine Des alten griechischen B Drdnung gab.

Das ist der Geist des Ewigen, der Geist des

im Saierling jind besonde Rutes und der Stärke.

Träger des Giftes. Die blou

jenhutes rufen Bergiftung ämpfen, Koliten und Giet Medizin vielfach verwen

Digitalis, und in den, me ödchen enthalten. Schliest und Herbstzeitlose geran en für unsere Gesundheit en

her, ihre Kinder vor dem berhaupt zu warnen und be

Komm, Schöpfergeist, Geist de: Stärke, fomm heiliger Geist,

ringe hinein in die Herzen aller Völker, damit sie wieder ge= weckt werden zu guten, christlichen Taten! Seien wir alle des heiligen Geistes neue Jünger! Suchen besonders wir in unse­

rem deutschen Vaterlande diesen göttlichen Geist wie einst die zwölf bescheidenen Männer aus Galiläa und erwählen wir ihn zum großen Baumeister unserer deutschen Heimat, damit er das Berschüttete wieder ans Tageslicht bringe.

Der Sonntagsschreiber.

* Politische Agitationsjahrten auf Lastwagen. Wiederholte ngserscheinungen für jojoni Berstöße gegen die Noiverordnung zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen veranlassen die Behörden, auf die Vorschrift, betreffend Lastkraftwagentransporte von uniformierten Mit­gliedern politischer Parieien hinzuweisen. Solche Lastkraft­Dagentransporte bedürfen der landespolizeilichen Genehmigung cuch bezüglich der einzuschlagenden Wegrouten. Fahren die Lastwagen eine andere als die polizeilich genehmigte Route, dann gelten sie als nicht genehmigt. Die Beteiligung an nicht genehmigten Lastwagenfahrten politischer Parteien oder Ver­bände wird mit Gefängnis nicht unier drei Monaten für die Führer und mit Gefängnis oder Geldstrafen für die Teilnehmer bestraft.

Hervorrufen von Krankhei ihrung gewisser Pflanzen. Bege durch durch Primeln h Es handelt sich dabei ab ben Primeln, sondern um d tische oder chinesische, farb den, an der Unterseite th enhaaren einen Giftstoff, and austritt und oft betes aber erst nach Tagen, S ts dafür empfänglichen Re Naje fönnen, wenn jie ben Siftstoffen in Berührung ich, wie erwähnt, nicht jen tdlich ist, so muß do ga Brimeln gewarnt werden m gemacht, daß auch ftat Jasmin, Krankheitseng Benommenheit, hervorzuruin diese Blumen oder Pflan ustellen oder gar in der Nat schließlich noch jene Meni ngs" draußen stehen bleib natmung von Blütenftaub rten das als Heuschnupic heitsbild in Erscheinung tr fenthait an der Gee, tejp. Blütenstaub gibt, oder die ku

ie medizinische Wissenschaft enschen, denen ihr Leiden es Jahres vergällt, zu helf en mit Ginimpfung bestimm

Propagandamärchen ist die fen Lasten des Haushaltes

Manne und den Kindern, g Lebens hingeben. Wie peric aus der Tatsache, daß die nim heutigen Rußland fait

en, sondern fast überall Si Gohnungen, mit eigener Rad Sschluß von den Nachbarfamil jichtnahme auf den rüdjtändi ndern einfach Kapitulation stard. Dieser allgemeinen e paar follettiven Musterbi

, wenig bedeuten.

ofn.

arifer Parfümjabrifant von e Schulbant drüdte, oft im Verfassung in den schmu

aille auftauchte, feiner Tant n dafür erlöften Gelde verda

Er ging, nach Paris fam un schon mehr Geriffenheit- verschwemmi heute die halbe

in befizt zuf Zeit den

itungen, faufte das Prad Schloß Chambord, ist mebri ber gerade noch so auf die

nals, als er faum feinen je Damenwelt hat diejen

reich gemacht! Gie follte e jernen Vorjah machen, ni

verwenden und ausnahmsle der durchaus hochwertigen

anpreisen. Dieje riechen taramen!

* Eingeleitetes Verfahren wegen Landfriedensbruch. Der tommunistische Ueberfall auf das hiesige nationalsozialistische Verkehrslokal hat zur Verhafiung von sechs Leuten geführt, von denen vier Kommunisten sind. Gegen die Verhafteten, die sich im hiesigen Gerichtsgefängnis befinden, ist ein Untersuchungs­verfahren wegen Landfriedensbruchs im Gange.

* Straftammer. Die hiesige Große Straffammer verhan= delte Dienstag erneut gegen den früheren Stadtbaumeister Scherer von Butzbach, der vor kurzem wegen Urkundenfälschung rechtskräftig zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt worden

Gießener Zeitung"

war und mittlerweile nach Vereinbarung mit der Butzbacher Stadtverwaltung aus dem Butzbacher Dienst ausgeschieden ist. Dem gestrigen Prozeß lag eine Anklage wegen Kotsunterschla­gungen zu Grunde. Nach längerer Verhandlung kam der Ge­richtshof zu dem Ergebnis, daß der Angeklagte in dieser Ange­legenheit zum Schaden der Stadt gehandelt habe. Das Gericht sprach gegen den Angeklagten vier Monate Gefängnis aus. Diese und die oben genannte Strafe wurden zu einer Gesamt­strafe von sieben Monaten Gefärgnis zusammengezogen.

* Die Einleitung eines Disziplinarverfahrens gegen im Ruhestand befindliche Beamte ist unzulässig, weil die endgültig in den Ruhestand versetzten Beamten nicht mehr zu den Be­amten zu rechnen sind, die dienststrafrechtlich erfaßt werden fönnen. Anders verhält es sich mit vorläufig in den Ruhestand versetzten und auf Wariegeld gesetzten Beamten.

* Schlägerei. In der Nacht vom Donnerstag zum Freitag tam es zu einer Schlägerei zwischen Studenten und Reichsban­nerangehörigen auf dem Oswaldsgarien, bei der zwei Studen­ten verletzt wurden, einer am Auge, der andere durch einen Stich in den Rüden. Die polizeilichen Erhebungen sind im Gange. Im Interesse des guten Ruses unserer Stadt wäre erwünscht, daß derartigen Zwischenfällen, die sich in letzter Zeit häufen, mit aller Energie, d. h. durch exemplarische Bestrafung der Schuldigen, ein Riegel vorgeschoben wird.

* Verkehrsunfall. Auf der Landstraße Heuchelheim- Gießen wurde der auf Wanderschaft befindliche Heinrich Wörner aus Langd bei Hungen, als er einem Motorradler hilfsbereit die vom Kopf gefallene Mütze auf der Fahrbahn aufheben wollte, von einem andern Motorradler namens Sommeriad aus Wieseck angefahren und heftig zur Seite geschleudert. Er wurde mit sehr schweren inneren Verletzungen der Klinik zugeführt, wo er ernſt darniederliegt. Der Motorradler stürzte gleichfalls und trug erhebliche Verlegungen davon.

* Warnung vor einem Schwindler. Die Bevölkerung Ober­Hessens sei gewarnt vor einem Kolleftanten, der Geldgaben für das evangelische Schwesternhaus in Gießen sammelt. Wie die Leitung des Schwesternhauses mitteilt, ist zur Zeit niemand mit solcher Sammlung beauftragt. Beim Auftreten dieses ,, Samm­lers" wende man sich an die Polizei.

* Konsularnachrichten. Der zum Konsul bei dem General­konsulat der Vereinigten Staaten von Ameriba in Frankfurt a. M. ernannte Herr Sydney B. Redecker ist anerkannt und zur Vornahme konsularischer Verrichtungen im Volfsstaat Hessen zu­gelassen worden. Der zum argentinischen Generalkonsul in Ham­burg ernannte Herr Carlos A. Galarce ist anerkannt und zur Vornahme konsularischer Verrichtungen im Voltsstaat Hessen zu­gelassen worden.

*

Fleischvergiftungen. Das Polizeiamt teilt mit: In den Sommermonaten häufen sich erfahrungsgemäß die Erkrankungen infolge Genusses nicht einwandfreier Nahrungsmittel, insbe­sondere werden Erkrankungen nach dem Genuß nicht frischen Hackfleisches vielfach beobachtet. Aus diesem Grunde ist in den Fleischverkaufsordnungen das Verbot enthalten, Hadfleisch während der wärmeren Jahreszeit auf Vorrat herzustellen und feilzuhalten und vorgeschrieben, daß solches Fleisch bei Bedarf stets frisch zu bereiten ist. Die Polizeiorgane sind angewiesen, die Durchführung dieser Vorschrift genau zu überwachen. Die Bevölkerung wird auf die Gefahren ausdrücklich hingewiesen,

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die mit dem Genuß nicht frischen Hackfleisches, insbesondere von Pferden, verbunden sind, und es wird empfohlen, nur solches Hadfleisch zu laufen, das vor den Augen des Käufers frisch zubereitet wird.

* Eine Mahnung zu Pfingsten. Bei schönem Wetter wer­den viele auf ihrer Wanderung eine Rast im Freien, auf einer Waldlichtung, an einem schattigen Flecken einer Wiese oder an sonst einem idyllischen Platz vorziehen, die mitgebrachten Butter­und Wurststullen auspaden und mit Wonne im Schoße Mutter Grüns verzehren. Aber- laẞt fein Papier, laßt feine Abfälle herumliegen, wenn ihr von dannen zieht. Verschandelt die herrliche Natur nicht, auch andere Menschen wollen sich über sie freuen!

* Aufgehobene Straßensperre. Die Sperrung des Selters­wegs ist, da die Straßenbauarbeiten beendet sind, aufgehoben. Das Fehlen der Maitäfer. Eine eigenartige Erscheinung ist das bis jetzt vollständige Fehlen der Maitäfer. Nicht etwa, daß man diese unnützen Fresser und Verderber herbeisehnte, gewiß nicht, aber ihr Nichtvorhardensein fäilt einmal auf, da sie sonst um diese Zeit allgegenwärtig zu sein pflegen. Beson­ders starke Maitäferflüge wechseln je nach der Entwicklung der braunen Kerle alle drei Jahre, 1931 gehört nicht dazu.

*

Hauptversammlung des Gustav- Adolf- Vereins in Hessen. Der hessische Hauptverein der Gustav- Adolf- Stiftung beabsich= tigt, seine diesjährige Hauptversammlung vom 5. bis 7. Juíi in Groß- Umstadt abzuhalten.

* Der Verband der hess. Landwirtschaftlichen Genossenschaf­ten hat seinen 67. Verbandstag auf Samstag, den 30. Mai, nach Darmstadt, Städtischer Saalbau einberufen. Tags zuvor finden die ordentlichen Generalversammlungen der Landesgenossen­schaftsbank und der landw. Zentralgenossenschaft in der Turn= halle am Woogsplatz statt.

* Jubiläumstagung der hessischen und Bassauischen Friseure in Groß- Gerau. Der Landesverband der Friseure für Hessen und Nassau hält in Groß- Gerau in der Zeit vom 31. Mai bis 2. Juni seine Jubiläumsverbandstagung ab. Eine Fachaus­stellung und ein Jubiläumspreisfrisieren wird dabei stattfinden. Mit der Jubiläumsfestveranstaltung erfolgt die Ueberreich- ng der Gesellenbriefe an die Junggesellen und die Ehrung ver­dienstvoller Mitglieder. Gleichzeiiig mit der Tagung hält auch die Fachlehrer- Vereinigung der Friseure in Groß- Gerau eine Tagung ab.

*

Hessischer Hebammen- Verbandstag. Der diesjährige Hebammen- Verbandstag findet am 27. Juni, vormittags 10 Uhr, in Worms in der Festhalle statt.

* Die Deutsche Landsmannschaft( D.2.) hält wie alljährlich ihre Haupttagung( die 63.) zu Pfingsten in Coburg ab. Das Programm sieht ein Sportfest, eine Beleuchtung der Feste Co­burg, einen Festzug zum Gefallenendenkmal der DL. am Burg­berg, eine Gedenkfeier, einen Kommers, einen Grenzlandabend und ein Wohltätigkeitsfest zum Besten der Notleidenden im Co­burger Lande vor. Unberührt durch diese Rahmenveranstaltun gen tagen während der ganzen Zeit die Arbeitsausschüsse, unter­brochen von den Vollversammlungen der aktiven Landsmann schaften und der Altherren-- Vereinigungen. Als wesentliche Punkte der Beratungen sind zu nennen: Besprechung der Hoch­schulreform, Beitritt der Landsmannschaft zum Roten Kreuz, Beteiligung am Wehrsport, Bereitstellung von Geldmitteln für

Zahnpaste

Gesunde weiße Zähne: Chlorodont P, and so Pl.

Der Mittelstürmer von Hollywood.

Ein Fußball- Roman von Sidney Horler. 3. Fortsetzung.

,, Suchen Sie hier jemand?" schnarrte er in einem Ton, wel­der bei aller Schärfe doch nicht verletzend klang.

,, Jawohl," antwortete Marr ebenso entschieden. Wollte mich eben erkundigen, wo ich den Manager von Hollywood finden fann, wollen Sie die Güte haben, mich zu ihm zu führen?"

,, Sie brauchen teine Führung, mein Bursche, ich bin der Manager dieser Mannschaft. Was wollen Sie?"

Bei diesen Worten wandte er sich zum Gehen, und ehe noch Marr, dem vor Zorn über die scheinbare Unhöflichkeit das Blut in die Wangen gestiegen war, antworten konnte, fügte er, schon im Gehen hinzu: Ich gehe hinüber in meine Kanzlei; wenn Sie wollen, kommen Sie mit!"

..Setzen Sie sich," sagte der Manager, als sie in den ziemlich fahlen Raum eintraten, und wies auf einen etwas wadligen Stuhl. Ohne weiter auf seinen Besucher zu achten, öffnete er ein paar Briefe, die auf seinem Schreibtisch lagen, las sie auf­merksam durch und schwang sich schließlich auf seinem Stuhl herum. ,, Also, was wollen Sie? Fußball! Das ist wahrscheinlich Ihre Angelegenheit, nicht wahr?" Während er fragte, musterte er Marr prüfend unter einem Paar ungewöhnlich buschiger Au­genbrauen.

,, Gewiß ist Fußball meine Angelegenheit," sagte lächelnd der junge Mann. Es ist so sehr meine Angelegenheit, daß ich viele Meilen weit hergekommen bin, um Ihnen zu zeigen, was ich fann!"

Im Hinblid auf des anderen Art fühlte Marr, daß eine große Portion Selbstbewußtsein nicht schaden könnte, Warum kommen Sie zu mir? Anderswo vielleicht hinaus­gefeuert worden, he?" Der Grund, warum ich zu Ihnen tomme, ist meine private Angelegenheit, die ich Ihnen nicht erzählen werde, selbst wenn es Sie interessieren würde, was ich übrigens sehr bezweifle. Ich will gleich zur Sache kommen, da Sie scheinbar ebenso ungern Zeit verlieren wie ich. Leute, die es verstehen, meinen, daß ich gut Fußball spiele. Jd foste fein Ablösegeld, weil ich noch nie als Berufsspieler gespielt habe. Jetzt will ich es aber tun, und wenn Sie mich nicht aufnehmen, so werde ich wohl noch einen anderen Klub finden, der mich nimmt. Sie sind übrigens der erste, dem ich mich angeboten habe. Ich verlange von Ihnen nichts, als daß Sie mit mir einen Versuch machen; er wird Sie nichts fosten, wenn Sie mit dem Experiment nicht zufrieden sind, will ich gern weiterziehen. Sind Sie damit einverstanden, oder soll ich gleich wieder gehen?" Die letzten Worte warf der junge Mann hastig hin, beugte sich vor und blickte Mr. Samuel Holli­ster nun seinerseits ebenso scharf und durchdringend in das braune, verwitterte Gesicht.

Ein trodenes, kaum merkliches ticherndes Geräusch war die Antwort des Fußballfunktionärs.

Das Schwätzen verstehen Sie!" brummte er endlich. ,, Was spielen Sie, und wo haben Sie früher gespielt? Das werden Sie mir doch hoffentlich verraten?"

,, Aha!" Wir scheinen uns doch schon näherzukommen," ant­wortete der junge Mann. Ich bin Mittelstürmer, einer unserer berühmtesten Spieler meinte, daß mir dieser Posten besonders noch nicht; liegt. Seinen Namen werde ich Ihnen nicht sagen denn wenn der Versuch, den Sie mit mir machen sollen, fehl­schlägt, so würde das einen Zweifel an der Urteilsfähigkeit des Mannes bedeuten, und er ist ein guter Freund von mir. Ebenso denke ich nicht daran, Ihnen zu erzählen, in welcher Mannschaft ich bis nun gespielt habe. Wenn ich es täte, würden Sie viel­leicht zuviel von mir erwarten und dann enttäuscht sein. Was ich leisten kann, sollen Sie dort draußen auf dem Spielfeld sehen; aber ich wünsche faires Spiel für mich, ohne Vorurteile und je eber, je lieber!" Marr blidte, während er sprach, auf die Hand­tasche, die zu seinen Füßen lag.

Was haben Sie da drinnen?" fragte Hollister. Sein Ton flang diesmal um eine Nuance weniger hart. ,, Meine Referenzen!" lächelte Marr.

Referenzen?" Die Stimme des Managers hatte ihre alte Schärfe wieder.

,, Jawohl, ein Paar Fußballschuhe, das sind die besten Rese­renzen, die ich mitbringen fonnte!" Das Gefühl, in diesem klei­nen Duell von Frage und Antwort seinen Mann gestanden zu haben, erfüllte Marr mit unbändiger Lust. Er hatte die erste Furcht gebändigt und die alte Wahrheit gelernt, daß der Erfolg im Leben zum großen Teil von der Fähigkeit abhängt, sich richtig in Szene zu setzen.

Wieder kam ein Richern als Antwort, doch diesmal etwas le­bendiger als das erstemal.

,, Sie sind Amateur. Das steht Ihnen auf dem Gesicht ge­schrieben," sagte Hollister. ,, Soweit ich mir die Jungen selbst aussuchte, habe ich mit Amateuren nie gern zu tun gehabt, be­sonders mit den seinen Herren nicht. Die lassen einen gewöhnlich im Stich, gerade wenn man nicht im Stich gelassen werden will. Sie wollen das Training nicht genau nehmen, und wenn man - und weg sind mit ihnen deutlich spricht, paden sie ihre Koffer sie. Mander Fußballmanager verdantt seine grauen Haare den Sorgen, die er mit den Amateuren hatte, welche die Direktoren ihm in die Mannschaft eingestellt haben. Ich erinnere mich vor Jahren, als ich noch Robert Morrisons Assistent bei Clayton Athletic war, verloren wir durch einen dieser Herren die Meister­schaft. Er hatte, bevor er zu uns tam, rechtsinnen für Occasio­nals gespielt und war gewiß zu seiner Zeit ein guter brauchbarer Stürmer. Als er sich in unserer Stadt niederließ, waren unsere Direktoren hinter ihm her wie eine Rotte Wucherer hinter dem einzigen Sohn eines Milliardärs. Wir hatten damals eine prachtvolle Mannschaft, und es war ein Rennen Kopf an Kopf um die Meisterschaft; da mußte unsere Direktoren der Teufel reiten, und sie stellten den Mann rechtsinnen auf.

Das tostete uns die Liga. Der Herr ,, Amateur" fuhr elegant

Tube 54 Pf. 90

im eigenen Auto vor, und in der ersten Viertelstunde hätte nur o du mein ein Erdbeben ihn stoppen können. Aber dann Gott! Wir spielten den Rest des Wettspiels mit zehn Mann und verloren 21. Hätten wir Earp, unseren alten Rechtsinnen, aufgestellt, dann wäre der Sieg unser gewesen!

Ich erzähle Ihnen das alles," fuhr Hollister fort ,,, damit Sie wissen, daß ich von Amateuren nicht viel halte. Man hat immer Schwierigkeiten mit ihnen, das ist wenigstens meine Er­fahrung. Diese Fußballer aus Liebhaberei können mir gestohlen werden. Wenn ein Mann Fußball spielt, muß er mit Leib und Seele und mit seiner ganzen Zeit dabei sein."

Wollen

Er mußte nicht lange auf eine Antwort warten. Sie mit mir einen Versuch machen oder nicht?" fragte Marr.

,, Hm, ja! Wenn Sie ebenso gut Fußball spielen, wie Sie reden können, werden Sie Ihren Mann stellen! Kommen Sie mit!" Er führte seinen Besucher hinaus aus dem Gebäude und schritt über den schladengepflasterten Weg, welcher zur Anlage führte, den Ankleideräumen zu. Er stieß eine kleine Tür auf und trat ein.

Marr, der dem Manager auf dem Fuß gefolgt war, betrat zum erstenmal die geräumigen Anlagen, welche ein moderner Berufsspielerfußballklub seinen Spielern bietet. Sie passierten eine Reihe von Räumen, ein Billardzimmer, ein Lesezimmer, Badezimmer und ein Turnzimmer. Schließlich traten sie in einen Raum, der größer war als die anderen. Hier waren gerade eine Anzahl Spieler damit beschäftigt, ihre Fußballdreß anzu­ziehen, welche sie Kästen entnahmen, von denen jeder Mann jeinen eigenen besaß.

Sage!" rief der Manager, und ein Mann, der in seinem Aussehen einen bizarren Geschmad in Sweatern mit einem tind­lich freundlichen Lächeln und ungewöhnlich pugilistischen Bewe­er massierte gerade gungen verband, blidte von seiner Arbeit

jemandem das Bein auf und näherte sich den beiden. Er bedachte Marr mit einem freundlichen Grinsen, wodurch er Richard sofort unerhört sympathisch wurde, trotz seines un­geschlachten und einschüchternden Aussehens.

Jawohl, Chef!" sagte er.

,, Die Burschen hier kommen reichlich spät!" antwortete Hol­lister scharf. Die anderen sind schon gute zwanzig Minuten auf dem Feld."

,, Aha ja!" bemerkte der Trainer. ,, Das sind unsere neuen Refruten die sind nicht zu halten, so scharf sind sie auf den Ball! Das ist immer so im Anfang; wenn sie älter werden, werden sie auch nicht früher draußen sein, als sie müssen! Aber es sind gute Burschen, jeder einzelne, und ich sage nicht ein Wort gegen Ihr wißt ja einen von ihnen! Denn wenn es Ernst wird hier sind die Jungens, die es schaffen können! Das müßt Ihr bedenken, Chef, selbst wenn einer oder der andere einmal fünf Minuten zu spät tommt." Während er sprach, zwinterte er Richard, der ein Lächeln nicht unterdrüden fonnte, freundlich zu. Ein grimmiger Ausdrud trat in das Gesicht des Managers.

Fortsetzung folgt.