Samstag, den 21. März 1931.
Bier verbrauch ist im Sommerhalbjahr 1930 ein Rüdgang von 13 Prozent eingetreten. Diese Senkung des Alkoholkonsums wird von amtlicher Seite der wirtschaftlichen Not, aber auch der zunehmenden Alkoholgegner- und Sport- Bewegung zugeschrieben.
Provinzialparteitag der Staatspartei.
Stellvertreter wurde Die politische Aus
Diese für Oberhessen in Friedberg stattgefundene Tagung war gut besucht. Im Anschluß an ein Referat des Generalse: tretärs Dr. Neubauer- Darmstadt über Organisationsfragen, erfolgte Neuwahl des Provinzialvorstandes und ergab die Wiederwahl von Schulrat Fischer- Gießen; Oberamtsrichter Dr. Andrae- Ortenberg. sprache wurde eingeleitet durch ein Referat des Vorsitzenden der staatsparteilichen Reichstagsfraktion Dr. Weber- Berlin, der besonders darauf hinwies, daß es in der heutigen ungeheuren Rotzeit außerordentlich schwierig sei, die Interessen und Bedürfnisse der einzelnen Gruppen und Berufsstände mit einander in Einklang zu bringen. Der Kampf der Parteien im Reichstag mache es der Staatspartei zur Aufgabe, zwischen links und rechts in ausgleichendem Sinne zu vermitteln. Seine Ausführungen gipfelten in einem Appell zur Rückkehr zu einem stärIn gut be teren Solidaritätsgefühl des deutschen Volkes. suchter öffentlicher Versammlung der Deutschen Staatspartei sprach am Mittwoch Abend Dr. Weber über die Not des deutschen Volkes im Zusammenhang mit der Weltwirtschaftskrise.
Geht die Zahl der weltlichen Schulen zurück? Durch die Presse gehen einige statistische Angaben, mit denen man beweisen will, daß die Zahl der weltlichen Schulen zurüdgeht. In Groß- Berlin werde zu Ostern zum ersten Male seit dem Jahre 1926 feine neue weltliche Schule eingerichtet; in Görlitz wurden Ostern 1930 168 Schulanfänger zur weltlichen Schule angemeldet, 959 zur evangelischen, 120 zur katholischen. Ostern 1931 wurden in demselben Orte nur 137 zur weltlichen Schule, dagegen 1068 zu evangelischen, 115 zur katholischen Schule angemeldet. Als Gründe für den Rüdgang werden an= gegeben die Rechtsunsicherheit der dissidentischen Lehrer, sowie die Zurückhaltung der Kommunisten von diesen Schulen.
Die Zahlenangaben sind an sich belanglos, weil sie auf Zufälligkeiten beruhen und sich daher schon im nächsten Jahre wieder ändern können. Eine Vermehrung der Sammelschulen wird aber ganz sicher eintreten, wenn man von gewissen Seiten dahin strebt, die Bekenntnisschulen zu vermehren und ihren firchlichen Charakter immer mehr herausarbeitet. Ein Reichsschulgesetzentwurf im Sinne des Christlich- Sozialen Volksdienstes fördert genau so die Sammelschulen wie seinerzeit die Umwand lung der gemeinsamen Schulen in Bekenntnisschulen durch den braunschweigischen Minister Marquardt. Das beste Mittel gegen die Absonderung im Sinne von Weltanschauungsschulen sind gemeinsame Schulen, wie sie in Hamburg, im Freistaat Sachsen, in Hessen und Baden und teilweise auch in Preußen bestehen.
Stillstand der Kirchenaustrittsbewegung in Hessen. In der kürzlich veröffentlichten Statistik der evangelischen Landeskirche in Hessen sind besonders interessant die Zahlen über Kirchenaustritte. Werden diese Zahlen mit denen der letzten fünf Jahre verglichen, so ergibt sich die Tatsache, daß die Kirchenaustrittsbewegung zum Stillstand gekommen oder im Abflauen begriffen ist. 1925 traten aus der hessischen evangelischen Landeskirche zur Religionslosigkeit bezw. zum Freidenkertum aus: 2045 Personen, 1926: 2 222, 1927: 1548, 1928: 1826, 1929: 1783. Gleichzeitig sind in diesen 5 Jahren mehr wie 600 Personen wieder aus der Religionslosigkeit in die evangelische Kirche zurückgetreten. In der Oeffentlichkeit besteht vielfach die Meinung, als ob die Kirchenaustritte in starkem Anwachsen begriffen seien. Es ergibt sich, daß diese Auffassung durchaus nicht den Tatsachen entspricht. Damit soll
nen.
,, Gießener Zeitung"
nicht der Ernst der an sich bedauerlichen Zahlen abgeschwächt werden. Anderwärts ist genau dieselbe Erscheinung zu verzeich= Aus ganz Mitteldeutschland wird gemeldet, daß die Kirchenaustrittsbewegung im Rüdgang begriffen oder überhaupt gänzlich zum Stillstand gekommen ist. In einigen Städten überwiegen die Rücktritte bereits die Austritte. Diese Mißerfolge haben freilich die verschärften Methoden der„ Gottlosen": Agitation zur Folge, die überall spürbar sind, denen jedoch hoffentlich endlich einmal die Regierung ein deutliches ,, Halt" entgegensetzen wird.
Die Reformation in Hessen
eine soziale Sat.
war das Thema, über welches Prälat D. Dr. Diehl in der Verbandsversammlung der hessischen evangelischen firchlichen Frauenvereine am 19. März in Darmstadt sprach. In freiem Vortrag schöpfte der Redner aus dem überreichen Schatz seiner Urkundenforschungen, formte daraus ein mit vielen fesselnden Einzelzügen geschmücktes, künstlerisch abgerundetes Bild im begrenzten Rahmen der Zeit und des Raumes und fügte dieses mit geschichtlichem Weit- und Tiefblick in das Gesamtbild der gleichzeitigen und weiteren geschichtlichen Umgebung.
Das soziale Gebiet ist weder der Ausgangspunkt noch der Angelpunkt der Reformation auch in Hessen, sondern das religiöse Gebiet. Aber die kennzeichnende Frucht der religiösen Bewegung, und eine in keinem Land so reiche Frucht, wie in dem Land Philipps des Großmütigen, erwuchs auf dem sozialen Ge= biet. Der Ertrag von der Fülle der Klöster und Pfarrstellen, die es vor der Reformation in Hessen gab, und die im Lauf der Zeit von ihren Insassen und Inhabern verlassen wurden, wurde von dem Landgrafen nicht für staatliche und politische Zwecke, sondern zum Dienst am Volk, zur Hebung des Volkes, für so= ziale Zwecke verwendet, z. B. zur Gründung des Philippsho= spitals bei Goddelau, ursprünglich nicht bloß für Geisteskranke bestimmt, sondern für Anormale und Asoziale aller Art. Obwohl in staatlicher Verwaltung, ist der Besitz dieser Anstalt auch heute noch nicht Staatsgut, sondern Stiftungsgut aus kirchlichem Besitz. Eine soziale Tat war diese reiche Versorgung Pflege= bedürftiger, eine Vorläuferin der heutigen Inneren Mission, und soziale Gesinnung war die des Landgrafen und die Opferwilligkeit der beisteuernden Gemeinden, die ja hätten sagen können: Haben wir heute keine sechs Geistlichen mehr, sondern nur einen zu versorgen, so könnten wir die fünf leerstehenden Pfründen ganz oder teilweise für andere örtliche Zwede verwenden. Aber der Einfluß der neuen Lehre, das Vorbild des Landgrafen und seine eifrige und kluge Tätigkeit schufen eine soziale Gesinnung im Volt, das bis dahin durch die Unterschiede von Adel, Bürger- und Bauersfrau, von Geistlichkeit und Laienschaft oft schmerzlich zerklüftet war. Auch die Stiftung der Universität Marburg als einer„ Führerschule" und die Errichtung der damit verbundeten Stipendiaturanſtalt wie auch die lange und sorgfältige Ausbildung der Geistlichen, von denen nachweislich 87 Prozent vor ihrer Anstellung einen fünf- bis zehnjährigen Dienst in städtischen und ländlichen Volksschulen durchmachen mußten, war nicht bloß eine pädagogische, sondern auch eine soziale Großtat. Hierdurch wurde die Errichtung von Landschulen überhaupt erst möglich. Und während durch eine spätere Verordnung, daß niemand konfirmiert werden dürfe, der nicht lesen und schreiben könne, eine allgemeine Volksbildung angebahnt wurde, wurde jedem begabten Jungen ohne Unterschied des Vermögens und des Standes der Aufstieg ermöglicht und durch jene Stiftungen gesichert, wobei die Gemeinden das Recht hatten, ihre Söhne zu präsentieren.
Durch den Geist des 18. Jahrhunderts und die Inflation des 20. wurde jene Gesinnung verdorben und jene Einrichtungen 3. T. zerstört. Aber hier dürfte die Geschichte doch den Zwed haben, daß man aus ihr lernt, und sich durch sie zu neuer sozialer Gesinnung und Tat ermuntern läßt. Die fesselnden
Fördert das deutsche Handwerk! Ausführungen des fachkundigen Redners fanden den wohlver
Das Frankfurter Goethemuseum
ein Nationaldenkmal.
Am 22. März dieses Jahres, zum 99sten Todestag Goethes wird in Gesamtdeutschland zu einer großen deutschen Volksspende aufgerufen, zu der das Hessische Ministerium bekanntlich als erstes der deutschen Länder seine Genehmigung auf Abhaltung einer allgemeinen Haussammlung bereits erteilt hat. Die Erhebung der Spenden erfolgt durch die Schulen.
In einer Pressebesprechung vor Vertretern des engeren Rhein- Main- Gebietes über den damit bezweckten Ausbau des Frankfurter Goethemuseums als„ Nationaldenkmal des deutschen Geistes" hielt Direktor Prof. Dr. Beutler am 19. März einen einleitenden Lichtbilder- Vortrag, in dem an Goethes Geburtsund Elternhaus angrenzendem Gebäude des Freien Deutschen Hochstifts, das als Erweiterungsbau für das neue zu erweiternde Goethemuseum mit einbezogen wird.
Ueber den in zweckmäßigster Weise ausgestellten Neubauplänen zeigte eine reichhaltige Lichtbilderreihe eine Auswahl der in den neuen Museumsräumen der Oeffentlichkeit nunmehr zugänglich zu machenden zahlreichen Schätze aus der Goetheschen Zeitepoche, die neben einer Bibliothek von über 46 000 Bänden in unzulänglichen Räumen, zum größten Teil jedoch noch unerschlossen und verstreut bleiben mußten. Ein klares geschlos senes Bild aus dem Goetheschen Leben und seiner Zeitgenossen, wie auch aus den einzelnen Perioden des Goetheschen Schaffens ( Weimarer Zeit, Italien, Romantik) wird dieses ein voll pulsierendes Leben jener Epochen widerspiegelndes Archiv unserer heutigen Zeit vermitteln können. Alle Stätten des Wirkens dieses großen Sohnes nicht nur unserer rhein- mainischen Heimat und nicht nur Deutschlands, werden hier zur Geltung und in jenem Zeitgeist zur Darstellung kommen. Es wäre dankenswert sich rechtzeitig noch bis zum 100. Todestag, der eine Nationalfeier werden soll, zu bemühen alle Berührungspunkte unseres engeren Heimatgebietes mit dem großen Genius aufzuhelfen und noch Unbekanntes oder zu wenig Bekanntes jener Zeit der Allgemeinheit zugänglich zu machen; so z. B. interessanter Rei
dienten Beifall.
sen, Schilderungen, Begebenheiten, Zeichnungen, Gemälden, Plastiken zu vermitteln, das geeignet sein dürfte unsere Heimatlichen Kenntnisse aus jener Epoche im Zusammenhang mit Goethe und dessen Zeitgenossen zu bereichern und damit auch durch praktische Heimatkunde an dem Ausbau des Frankfurter Goethemuseums zu einem Nationaldenkmal deutschen Geistes mitzuhelfen. Die„, Gießener Zeitung" ist gerne bereit Anregungen und Mitteilungen der Leserschaft der Museumsleitung zu übermitteln. Möge der Wunsch in Erfüllung gehen mit dem Prof. Dr. Beutler seine Ausführungen einleitete und beschloß, daß trot unserer heutigen wirtschaftlichen Nöten die Sammlung of= fene Herzen und Hände finden möge und damit auch manches Unbekannte aus dem Leben eines unserer Größten uns wieder: geschenkt werden möge.
Flurnamen der Gemarkung Beuern.
Von Wilhelm Arnold, Beuern.
Lokales.
Sonntagsgedanken.
Nr. 23.
Von Osten her gellt der Ruf: Es gibt feinen Gott! In Moskau hat man zuerst alle Fäden abgeschnitten, welche den denkenden Menschengeist zu Gott führen und mit brutaler Gewalt hat man die Kirchen geschlossen und den Gläubigen ver riegelt. Die Gottlosen haben aber nicht an den russischen Grenzen Halt gemacht, sondern sind schon vorgestoßen bis in das Herz unseres Vaterlandes.
Gott ist die Welt selbst mit dem Menschen an der Spizze! Das ist die neue Lehre, in der die Welt glücklich werden soll! Und als Beweis dieses wuchtigen Sazes soll dienen, daß die Welt aus lauter Zufälligkeiten aus ewigem Stoff geworden ist. Indem sie Gott leugnen, machen sie sich selbst zum Gott.-
Die Menschen haben schon immer das Bedürfnis gehabt, das als Gottheit zu verehren, was sie als das Höchste erkennen. Nun soll es der Mensch selbst sein!- Der Mensch mit allen seinen Schwächen und Fehlern; die Unvollkommenheit soll Gott sein! Nur Narren fönnen glauben, daß ein Gott in eine Menschenlarve geschlüpft ist. Dort muß er sich Allmacht vorlügen und Allwissenheit. Nur der leugnet Gott, der einen Nutzen davon hat. Dies Spiel mit der Wahrheit führte dann zur Selbstvergötterung und zum erbärmlichen Hochmut. So groß der gottgläubige Mensch sein kann, eine Jammergestalt wird der Ungläubige. Denn er muß sich einen Schein von Wahrheit, Moral und Tugend erlügen, um wenigstens bei denen noch etwas zu gelten, denen er vorlügen muß.
Samstag, den 21
noll berüdfichtigt wor indigen Finanzamt trägen beantragen, je 31. März jedes Jahre Die Frist läuft de nicht geftellte Anträg Formulare dazu find
+
Handwerker- W
stalten während der R werfer Jnnungen un Ortsgewerbeverein un große Werbe- Rundgeb im Rahmen der Veran wert und die Zukunft erworten, daß für die serts und Gewerbes * Luftbarkeiten in des Herrn Ministers M. d. J. 7792 und 19 am Palmsonntag, den unterbleiben. Theatre dann zugelassen, wenn den Inhalts sind un diefer Tage angepaßt find nach wie vor öffe mit ernitem Hinterg Tagen der Karwoche e Vorführungen und K mufit bei Lichtspielen lehrenden Inhalts si Tage angepakt werde dieje Tage grundi woche vorgesehenen K Bimmer 4, weds in doppelter Ausferti Bug- und Bettag
Der große, weite Sternenhimmel mit all seiner abgemessenen Ordnung und Pracht soll von sich selbst sein? Der Zufall soll all den Pflanzen, den Tieren und zuletzt den Menschen Form und Sinn gegeben haben? Dann hat auch ein Zufall einen Felsenblock zur Statue geformt und Metallstücke zur Taschenuhr.
Sind das nicht Narren, die das predigen?
1
Fasse die Welt an wo du willst, von allen Punkten führt dieselbe bei normalem Denten schließlich zu einem Schöpfer. Wer kann das kleinste Produkt der Natur, nur einen Wurm im Graje ohne Schöpfung erklären? Wer kann die Urelemente, Raum und Zeit, wer fann Bewegung nach ewigen Gesetzen ohne Gott erklären? Aus jedem Blümlein am Weg, von jedem Baum und Strauch, auch jedem Menschen und Tier und von den Sternen herunter hören wir die Offenbarung Gottes. Der Grund aller Dinge ist Gott. Lobet und preiset ihn. Der Sonntagsschreiber.
Der Handwerker.
Zur Reichs- Handwerks- Woche vom 15. bis 22. März. Nichts Schöneres weiß ich, und es rührt mich immer, Das Handwerkszeug, gerichtet an der Wand In eines Schreiners saubrem Arbeitszimmer, Die helle Säge mit gezahntem Rand,
Der Maßstab hier, die schnurgerade Elle, Der Hobel mit dem schöngebognen Griff, Die Bohrer, Meißel und mit blankem Schliff Die Zahl der Aerte. Alles an der Stelle,
Wo es zur Hand. Man sieht, wozu es fromme, An jedem Stüd. So oft ich dorthin komme ich gehe gern zu jedem Handwerksmann. Seh' ich mir alles immer wieder an.
Und sage: Ja, da weiß man, was man treibt! Das edle Holz, Werkzeug, geschickte Hand!
O Meister, segnet euch... Doch wir? Was bleibt Von unsrem Tun? Ein Vers, ein Traum, ein Tand. Will Vesper.
Nach dem 31. März 1931
werden keine Lohnsteuererstattungsanträge mehr berücksichtigt. Die Art der Steuererhebung von den Lohn- und Gehaltsempfängern bringt es mit sich, daß auch Steuerbeträge durch den Arbeitgeber an die Finanzbehörden abgeführt werden, die, auf das ganze Kalenderjahr berechnet, ungerechtfertigt sind. Denn jeder Arbeitnehmer hat gesetzlich den Anspruch, für jährlich 1200 RM. seines Einkommens und entsprechende Zuschläge für Familienangehörige steuerfrei zu bleiben. Sind im Laufe des Jahres 1930 durch Krankheit, Arbeitslosigkeit( auch teilweiser), Streif, Aussperrung, Kurzarbeit die Freibeträge nicht
noch das Wort ,, Bauer", im letzteren ,, Nachbar"( althochdeutsch: gaburi, der Mitwohnende, mittelhochdeutsch: nahgebur, später nachbaur, ferner neuhochdeutsch: Vogelbauer. Wie Gießen die Vereinfachung von ursprünglich ze den Gizzen oder Geizzen ( Wassertiefen) ist, so führt Beuern auf ,, ze den buoron", zu den Häusern, zurück. In einer fuldischen Urkunde aus dem 8. Jahrhundert kommt neben Bused der Ortsname„ Bramaren" vor, wahrscheinlich entstellte oder verschriebene Form für Beuern. Erstes sicheres Vorkommen Beuerns findet sich in den späteren Urkunden des Klosters Arnsburg aus dem 13. Jahrhundert. Einfach tommt sonst m. W. der Ortsname ,, Beuern" nur noch zweimal vor: Beuern bei Genfungen und Beuern auf dem Eichsfelde, in Zusammensetzungen dagegen mehrfach: oberdeutsch: Blaubeuren, Otto- Benediktbeuren usw.; niederdeutsch: Jbbenbüren, Wesselbüren auf Ditmarschen.
Mit dieser Aufstellung steht allerdings in scheinbarem Widerspruch die Tatsache, daß es auch unbebaute und unbewohnte Stellen und Dertlichkeiten gibt, an denen der Name ,, Beuern" haftet oder gehaftet hat, so( nach Landau) 1000 Schritte nordwestlich von Kirchhain auf einem 12 Fuß hohen Hügel am rech ten Ufer der Wohra. Jm Saalbuch des ehemaligen Amtes Burggemünden vom Jahre 1582 fand Pfarrer Schid- Burggemünden den alten Flurnamen in der Gemarkung Bleidenrod
Verschwundene Gewann- und Flurbenennungen zu Beuern sind folgende: Sommersweid",„ Seilbuchersgarten", wahrscheinlich nach Eingewanderten von Ober- und Unterseilbach benannt, ,, Pizzehannessegarten" am Katzenloch,„ Berggarten" am roten Holzberg, der Pfarrei gehörig ,,, Mühlenweg", durch den Bechelsgarten nach der Neumühle ,,, Sittichader" unter der Drauschel ,,, auf den Beuern"***) und in Bezug darauf, daß die fragliche ( der Sittichacker ist eine Zuwendung Wilh. Christoph's v. Bused an die Pfarrei.) ,,, Bechelsgarten"( Bechtolsgarten) ,,, Bornelse= garten“,„ Jörgader", der Pfarrei gehörig, bewahren die Namen der Stifter. Die ,, Kastenäder" sind noch Reste von dem ehe= maligen Kastengut, welche s. 3. unverkäuflich waren.
Der Ortsname Beuern weist auf ein hohes Alter unserer Heimstätte hin. Beuern, Buren, Büren leitet sich ab von althochdeutsch bur oder pur*): Bau, Haus, Wohnung. Das Zeitwort buwan, buan bedeutet ebensowohl bauen( das Haus, den Acker), als auch wohnen**). Im ersteren Sinne haben wir
*) Im Hildebrandslied; 20 u. 21: her jurlaet in Tante, Inttila fitten, prut in bure. **) Ter in himile puet. Notter Pfalmus II, 9.
Stelle am Zusammenfluß der Ohm und der Felda sich befindet, glaubt er schließen zu dürfen, daß auf den Beuern" ,, auf den Wassern" zu deuten sei, wozu er noch keltisch bior( Wasser) heranzog. Indessen ist jedoch nicht ausgeschlossen, daß man es in den vorliegenden Fällen nicht doch mit einstigen Wohnstätten zu tun hat, und wie könnte man sich die Zusammensetzungen mit Eigennamen, wie Otto- oder Benedikt- Beuren anders denken als bewohnte Stätten?
***) Nach einer Mitteilung des Bürgermeisters von Blei= denbach wird die Benennung auf den Beuern" daselbst nur im Gemarkungsgrundbuch geführt, während sie beim Volk unge bräuchlich ist, das statt dessen auf den Staare" sagt. Die frag liche Stelle sei fumpfiges Wiesengelände und es sei sehr unwahr scheinlich, daß daselbst sich ehemals Wohnstätten befunden hätien
wird nach alter fromm den 29. März begange lande im Bewußtsein habt. In der Zeit de ift es wichtig, daß u daß die gemeinsame
hat, daß nur durch g
beruht. Der tiefste zu suchen. Die eva Das ganze evangelijd Fahrplanänder
in den letzten Woc jelnen Kraftpoftfahr 21. März ab folgende Die beiden Werktag 11.05 werden aufgeh
und ab Holzheim 15 tagsjahrten ab Gie ebenfalls aufgehober Tinitig taglid, nad
heim 12.27, Grün
13.03. Die täglid Sonntags auf folg heim 7.10, Grüning Die Samstagsjahrt fünftig bis nach Ga * Gestohlen. Kaufhaus Elfoffer fastens eingeschlage entwendet. Es han armbanduhr aus
mit Verzierungen a eine jolde aus Mi band. Bor Antau Rohlinge. 3
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Dieselbe ist angebli
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