Mittwoch, den 21. Januar 1931.
diesjährigen ersten Begegnung fnöpften die Niedershausener den erfolgreichen Bissenbergern durch unentschieden 2: 2 wieder einen Punkt ab. Am Sonntag gelang mit 4: 1 Toren Bissenberg die Revanche. Zum vierten Male freuzten Oberbiel und Burgsolms die Klingen. Mit 4: 0 und 3: 0 blieb Burgsolms zu Hause erfolgreich. Einen 1: 0- Sieg erfocht Oberbiel im Gesellschaftstref= fen auf eigenem Plaze. In Oberbiel bestätigten die Burgjolmer am Sonntag wiederum ihre derzeitige Form und schlugen durch das bessere Können ihrer Stürmerreihe mit 5: 1 Oberbiel überraschend hoch. Fußballpech hatte Holzhausen, denn der bestellte Omnibus, welcher die Sportler nach Nauborn bringen sollte, blieb bei Seilhofen im Schnee steden. Bei drei kleineren Wagen gab es Pannen und mit Verspätung landete man in Nauborn. Hier hatte der Spielleiter bereits an- und abgepiiffen. Hier wäre eine Wiederholung des Spieles am Plazze, denn man konnte ja mit etwas Verspätung noch das Spiel aus= tragen.. Weylarer Sportverein 2." Biskirchen 1. ausge fallen.
Gau- Klasse 2, Gruppe 3. Ungeschlagen und ohne Verlustpunkte ist der Meister in Sp.B. Hermannstein ermittelt. Sein lettes Punktetreffen in Dutenhofen brachte einen 6: 2- Sieg. Vorspiel 14: 0. Mit der Refordtorzahl von 76:10 Toren erbrachten die H. den Beweis, daß sie im kommenden Jahre in der A- Klasse einen würdigen Vertreter präsentieren. Herzlichen Glückwunsch zur Meisterschaft. Eine Ueberraschung gab es in Nauborn. Büblinghausen, welches vor zirfa vier Wochen ein Gesellschaftsspiel gegen Nauborns 2. verlor, siegte hoch mit 1: 3 Toren über die mit zehn Mann spielenden Nauborner.
Gautlasse 2, Gruppe 5. Braunfels 2. Leun 1. ausgefallen.
Aus der Untergruppe Grünberg.
Stangenrod Villingen 1: 7( 1: 2).
Dieses Spiel nahm durch die Zuschauer gerade keinen sportlichen Verlauf. Der Schiedsrichter mußte alle Energie aufbieten, um das Treffen unter Dach und Fach zu bringen. Bald nach Anstoß gingen die Gäste durch Elfmeter in Führung; bis Halbzeit waren beide Parteien noch je einmal von Erfolg begleitet. Im großen und gangen war Villingen, das einen sehr anständigen Fußball spielte, dauernd überlegen und schoß dadurch bis Schlußpfiff noch fünf Tore. Hiermit waren die Zuschauer von Stangenrod nicht einverstanden; die Worte, die gefallen sind, unterbreite ich nur dem Gau- Vorstand.
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Aus dem Dillgau.
Aus Holzhausen.
wela.
Holzhausen 1.—- Weidelbach 1. 3: 1( 1: 1). Pünktlich begann das Spiel unter der sehr guten Leitung von Schiri Müller- Frohnhausen. Trotz des hohen Schnees gab es ein sehr flottes Spiel, bei dem W. in der ersten Halbzeit leicht überlegen spielte, aber trotzdem gelang es 5. durch eine schöne Kombination mit wuchtigem Nachschuß in der 2. Minute durch den Halbrechten ein Tor zu erzielen. Bald schien auch ein Tor für W. fällig zu sein, als der Halbr. frei vor dem Tore steht, aber mit elegantem Sprung faustet der Tormann den Ball über die Latte, Erst in der 40. Minute gelang es W., durch eine direkt verwandelte Ede den Ausgleich zu erzielen. Die 2. Halbzeit sieht dagegen H. im Vorteil und kann auch in der 52. Min. auf Flanke vom Linksaußen durch den Halbl. den Führungstreffer erzielen. W. drängt auf Ausgleich, aber die gute Abwehr von H. läßt feinen Erfolg zu. 5. fam dagegen in der 85. Minute durch seinen Linksaußen noch zu einem 3. Tor und damit auch zum verdienten Sieg. E. L.
Sporthumor.
Gute Lehrer: ,, Schau immer auf die glänzende Seite aller Dinge, außer beim Kauf eines Automobils aus zweiter Hand."
Ein Mann bekam 2½ Jahr Zuchthaus, weil er einem anderen die Nase brach... Wir kennen Leute, die für den gleichen Vorgang... 100 000 Dollar bekamen... Es kommt eben ganz darauf an...
,, Kennen Sie den Unterschied zwischen einem Meisterfechter und einem verkappten Fußballprofi?
,, Sehr einfach! Der Fechter gewinnt, wenn er getroffen hat, und der verkappte Fußballprofi trifft, wenn er was... verdient hat!"
Zwei Frauen unterhalten sich über ihre Töchter. Sagt die eine: Ihre Lotte tann Auto fahren, Tennis und Hoden spielen, ist die beste Bridgespielerin und tanzt ausgezeichnet auf allen Turnieren. Soll sie denn nicht auch einmal Kochen lernen?"
,, Ach wo," entgegnet die glückliche" Mama darauf ,,, sie wird einmal einen Mann heiraten, der früher bei den Pfadfindern war, die können doch alle vorzüglich kochen!"
,, Ein ganzes Jahr lang täglich geflogen," las man neulich irgendwo... Und wir dachten, es sei heutzutage unmöglich, jeden Tag eine neue... Anstellung zu finden.
Soldatenhumor.
Im Lazarett.
Der neue Divisionskommandeur besichtigt auch einmal das Lazarett.
Ein junger Assistenzarzt hat Dienst und führt Exzellenz durch die Räume.
Ueber dem Bett eines Kriegers steht auf dem bekannten Täfelchen die Krankheitsbezeichnung:„ Lungenspitzenkatarrh".
„ Gießener Zeitung"
Arbeitsjubilare im Bergbau.
Aus Essen wird uns geschrieben:
Das außerhalb der Kohlenreviere lebende Deutschland kennt den Bergmann fast nur aus der Unfallchronit, aus Berichten über Lohnkämpfe und aus den erschütternden Darstellungen, die Feuilletonisten bei den erfreulicherweise noch seltenen großen Grubenkatastrophen in den Zeitungen und Zeitschriften veröffentlichen. Und doch sind auch hellere und frohere Seiten da. Auch der Bergmann kennt noch Bodenständigkeit mit allen ihren menschlich schönen Begleiterscheinungen, auch im Bergban gibt es noch innere Verbundenheit zwischen Arbeit und Werk, zwischen Arbeitern und Beamten, zwischen Belegschaft und Grubenleitung. Nach Berichten von Lokalzeitungen fonnten allein in der Weihnachtswoche auf den Zechen„, Ewald“,„ Hugo" und„ Graf Bismard" 109 Knappen und Beamte ihr 25jähriges Arbeits- Jubiläum begehen. Die Grubenleitungen hatten die Jubilare zu einer Feier eingeladen, bei der ihnen in Wort und Tat Auszeichnungen und Dank für ihre treue Mitarbeit zuteil wurden. Im Zusammenhang damit mag erwähnt werden, daß die Zeche ,, Ewald" insgesamt 287 Jubilare hat, die 25 Jahre und länger zu ihrer Belegschaft gehören.
Da bleibt Exzellenz topfschüttelnd stehen und bemerkt: ,, Was, der Mann soll Lungenspihenkatarrh haben? Das glaube ich nie und nimmer, mein junger Freund".
Der junge Freund" wischt mit angefeuchtetem Zeigefinger die Krankenbezeichnung weg und fragt:„ Was befehlen Guer Exzellenz, das dem Mann fehlen soll?"
Marschrichtungspunkt!
In H. stand am Rande des Ererzierplazes eine Selterwasserbude, ein beliebter Marschrichtungspunkt auf dem sonst so punktarmen Platze. Doch wehe: eines Tages war und blieb diese Bude verschwunden.
Was tun? Not macht erfinderisch. Kurzentschlossen hieß es von nun an: Marschrichtungspunkt die abgerissene Selterwasserbude.
Aus Nah und Fern.
Inheiden. Am Sonntag abend brannten Schuppen und Scheune des Gastwirts Karl Raab bis auf die Grundmauern nieder. Die Brandursache ist noch unbekannt.
Lauterbach. Der diesjährige Lauterbacher Prämienmarkt findet am 10. Juli 1930 wieder in der altherkömmlichen Weise ſtatt.
Lauterbach. Städtische Ueberschüsse. Das Rechnungsjahr 1929 für die Stadtverwaltung Lauterbach hat einen sehr günstigen Abschluß, so daß sogar ein Ueberschuß von 72 000 RM. für 1930 verbleibt. Dazu kommen die günstigen Ergebnisse des städtischen Elektrizitätswertes von 20 600 RM., so daß ins Rechnungsjahr 1930 ein Rest von insgesamt 92 600 RM. übernommen werden konnte. Er bedeutet ein gutes Vorzeichen für das begonnene Jahr 1931.- Die Einführung der Bürgersteuer und Erhöhung der Biersteuer werden nicht notwendig sein. Schlitz. Bei einer hier abgehaltenen Polizeijagd auf Schwarzwild kamen zwei Sauen zur Strede. Keine Eingemeindung.
Rüsselsheim.
Das hier kursierende Gerücht, wonach zur Zeit wieder Verhandlungen betreffs Eingemeindung von Rüsselsheim zu Groß- Mainz im Gange seien, bestätigt sich, wie wir erfahren, nicht. Der Gemeinderat und die Stadtverwaltung haben bereits vor längerer Zeit in unzweideutiger Weise zum Ausdruck gebracht, daß eine Eingemeindung Rüsselsheim zu Groß- Mainz in absehbarer Zeit nicht im Interesse unserer Stadt liege. Rüsselsheim gehört zu den steuerlich am günstigsten ge= stellten Landgemeinden des Hessenlandes.
Darmstadt. Der Rechner der Spar- und Darlehnskasse ( Raiffeisen) Nieder- Beerbach wurde festgenommen, nachdem in den Büchern größere Veruntreuungen festgestellt worden sind. Die Höhe der Unterschlagungen ist noch nicht ermittelt.
Ein Lastzug im Gemeindehaus.
Fulda. In der Nacht von Montag auf Dienstag rannte in einer steil abfallenden Kurve im Dorfe Neuhof bei Fulda ein aus Köln kommender schwerer Lastzug mit Anhänger infolge Glatteises gegen das Neuhöfer Gemeindehaus. Die Edfront des Hauses stürzte infolge der Wucht des Anpralles vollständig ein und begrub eine direkt hinter der Wand schlafende Frau und ein Kind unter ihren Trümmern. Beide konnten alsbald gerettet werden. Die Fahrer famen mit leichten Verletzungen davon. Wagen und Anhänger, die auf ihrer Fahrt auch einen Telegraphenmast zersplittert hatten, sind schwer beschädigt.
Fulda. Aus der hiesigen Gegend liegen Meldungen von Telephonstörungen vor, die durch verunglückte Autos entstanden sind, die Telegraphenmasten umgerissen haben. Durch das Glatteis sind auf verschiedenen Streden mehrere Wagen in die Gräben gestürzt.
Frankfurt a. M. In der Mordsache Kappes sind bis jetzt trotz angestrengtester Bemühungen der Polizei keine Momente ermittelt worden, die irgendwelche Spur des Täters erkennen lassen oder den Charakter des Verbrechens Mord, Totschlag, Rachealt klären.
Caub. Hier stürzte ein Personenauto aus Lorsch in den Rhein. Die Insassen konnten gerettet werden.
Bad Schwalbach. Der Kassenleiter Hermann hat bei der Gras- und Forstkasse Gelder unterschlagen.
Verschüttetes Weinbaugelände.
Koblenz, 20. Jan. In der Nähe des bekannten Weinbauortes Lieser ist am linken Moseluser durch einen Erdrutsch ein größeres Weinbaugelände verschüttet worden. Der ganze Weinbau muß neu angelegt werden.
Nr. 6
Wechsel angesehenster westdeutscher Firmen im Gesamtbetrage von 1,9 Millionen Mark gefälscht worden sind und in Berlin und Leipzig in Umlauf gebracht werden sollten. Nur zwei dieser Wechsel konnten bisher beschlagnahmt werden. Von den übrigen nimmt man an, daß sie einem Berliner Notar, der von den Fälschungen nichts ahnte, zu treuen Händen übergeben worden sind.
Bremerhaven. Der auf der Werft der Deschimag umge= baute Lloyddampfer ,, General von Steuben"( die frühere ,, München") wurde nach erfolgreicher Probefahrt vom Norddeutschen Lloyd wieder übernommen.
London. Der 17jährige Sohn eines Goldgräbers in Lar= kinville fand, wie aus Perth( Weſtaustralien) gemeldet wird, einen Goldklumpen, der 153% Unzen schwer ist und einen Wert von 6000 Pfund Sterling hat. Es ist dies der größte Goldklumpen, der jemals in Westausstralien gefunden worden ist.
Köln. Der Bankbetrüger Leon Bernard, der in Wiesbaden, Frankfurt a. M. und Koblenz Banken geschädigt hat, hat auch der Dresdner Bank in Köln zwölftausend Mark abgeschwindelt. Für 1,9 Millionen Mark Wechsel gefälscht. Die Berliner Kriminalpolizei befaßt sich, nach einer Meldung Berliner Blätter, seit einigen Wochen mit einer geheimnisvollen Wechselangelegenheit, die anscheinend die Grundlage zu einem raffinierten, großangelegten Betruge bilden sollte. Die Polizei hat festgestellt, daß nicht weniger als neunzig
Was Frau Mode
uns im neuen Jahr verkündet
Was erhoffen wir alles vom neuen Jahr! Wie vieles soll es gut machen, wie vieles soll es bessern! Aber auch Frau Mode ist auf Gedeih und Verderb mit der wirtschaftlichen Lage verknüpft und so sehen auch die Modeschöpfer ängstlich und be= sorgt dem Kindlein in der Wiege in das noch ganz unausge sprochene Babygesichtchen und wünschen sehnlichst, daß es wachse, blühe und gedeihe. Denn was nützen die schönsten, apartesten Modelle, wenn sie niemand kauft! Aus diesen praktischen Erwägungen heraus wird das neue Jahr eine schlichte, sehr dezente Mode bringen. Die dunklen Farben werden sich für Kostüme, Mäntel und Nachmittagskleider noch halten, für den Abend sieht man schon wieder lichtere Töne, da böse Zungen behaupten, daß sich das schwarze Abendkleid bereits zur Uniform entwickelte und die Konzertsäle und Gesellschaftsabende Trauerversamm= lungen gleich zu werden drohen.
Der lange Rock bleibt bestehen und die Schleppe wird zum großen Abendkleid wieder gezeigt. Eine aparte, kleidsame Neuerung ist das kleine Schößchen, das den Nachmittagskleidern eine etwas frauliche Note gibt.
In Stoffen bevorzugt man Marocain und Kunstseide für das einfache, Samte und Seiden für das elegantere Kleid. Eine streng vorgeschriebene Form gibt es eigentlich, soweit man es bis jetzt beurteilen kann, nicht. Die Phantasie der Mode darf sich, besonders in bezug auf das Abendkleid, frei entfalten und man sieht ganz strenge, schlichte Formen in glatten, stumpfen Tönen, neben fließenden, glänzenden Stoffen, die in verspielten Volants und Verzierungen, Schlüpfen und Schleifen, schmückendes Beiwerk erhalten. Stilkleider behaupten sich im= mer und sind, wenn der Stil der Trägerin entspricht, auch zumeist eine angenehme Abwechselung bei Ansammlungen modischer Erzeugnisse; eine edle Unterbrechung des allzu Neuen. Alle Kleider aber, ohne Ausnahme, die am Abend getragen werden, sind ganz lang, meist am Boden aufliegend, so daß sie gerade noch die Schuhspitze heraus sehen lassen.
Eine neue, malerische Nuance bilden die vielen Verzierungen, Kragen, Spitzen, Stickereien und Blumen, die der Mode etwas ausgesprochen weibliches geben.
Das so plötzlich zum Liebling erhobene Samtkleid be= hauptet seinen Platz, da es dem Geschmack der heutigen Mode so sehr entgegenkommt. Das Fließende, Weiche, Anmutige des Gewebes gibt dem Nachmittag- und Abendkleid die richtige Linie und die Vereinigung Abendkleid in schwarzem, weißem oder farbigem Panne mit dem dazugehörigen Jädchen für den Nachmittag hat sich sehr bewährt und wird als praktisch und schön von jeder Frau, die Sparsamkeitssinn mit Eleganz vereint, dankbarst als Ausweg empfunden.
In Mänteln und Kostümen wird die sportliche Note vorherrschen; auch die wieder sehr beliebte Bluse wird strenger werden und somit wird die Frau am Vormittag das„ Sachliche", am Nachmittag das„ Frauliche" und am Abend das„ Granddame" hafte propagieren.
Hoffen wir nun, daß die Miesmacher, die heute, wenn sie nach der Mode des neuen Jahres befragt werden,, grau in grau" als führende Farbe angeben, unrecht behalten. Gerda Carstens.
Neue Bücher.
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,, Lebensfragen", die Briefe eines Philosophen seine junge Frau, beginnen in der neuesten Nummer von„ Das Heft", die Zeitschrift der Frau. Eine Reihe weiterer interessanter Aufsätze zeigt in verschiedenster Weise die Bedeutung der Frau im Berufsleben und auf geistigem Gebiet.
Das neueste Heft der„ Eleganten Welt"( Verlag Dr. SelleEnsler A.-G., Berlin SW. 68) bietet einen ganz besonderen Reiz. Das gewählte Programm einer ,, Tanznummer" hat in einer wirkungsvollen Bildausstattung von großer Anmut und Lebendigkeit seinen meisterhaften Ausdruck gefunden.
Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen.
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