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Samstag, den 20. Juni 1931

Blitz in dem Wohnhaus eines Besitzers dessen 19jährigen Sohn und 32jährige Tochter. In Ortelsberg wurde die Familie eines Besizers bei einer Begräbnisfeier von einem Gewitter über­rascht. Der Blitz schlug in das Haus und tötete die Frau des Besitzers und den Sohn eines anderen Landwirtes. Auch die übrigen Trauergäste erlitten Brandwunden. Auch im Kreise Insterburg traf der Blitz das Haus eines Landwirtes. Der Be­sitzer wurde vom Blitz erschlagen, während die übrigen Bewoh­ner mit dem Schreden davontamen. Jm Kreise Preußisch­Holland wurde eine 57jährige Waldarbeiterin auf dem Heim­weg von ihrer Arbeitsstätte vom Blitz getötet. Mit den be­reits aus dem Osteroder Kreis gemeldeten zwei getöteten Per­sonen hat das Unwetter also acht Personen gefordert.

Ein kommunistischer Oberlehrer.

Dresden. In der Stadtverordnetensitzung am Donners­tag tam es zu einem schweren Tumult. Als der kommunistische Stadtverordnete Oberlehrer Schrapel die Worte ,, Euer verfluch­tes Christentum" gebrauchte, erhob sich im Hause von den Demo­fraten bis zu den Nationalsozialisten ein Sturm der Entrüstung. Schrapel wurde zur Ordnung gerufen und die Rechte verhinderte ihn am Weitersprechen. Als die Tribünenbesucher sich einmisch­ten, wurde die Räumung der Tribünen angeordnet. Als der Vorsitzende dem Kommunisten Schrapel wiederum das Wort erteilen wollte, erhob sich erneut auf der bürgerlichen Seite gro­ßer Lärm. Die Sozialdemokraten verließen geschlossen den Saal. Nachdem die Sitzung zum zweiten Male eröffnet war, forderte den Vorsitzende den Kommunisten auf, seine Aeußerungen zu­rückzunehmen. Als Schrapel sich weigerte und ein neuer Ent­rüstungssturm im Hause entbrannte, ohne daß der Vorsteher sich Ruhe verschaffen konnte, wurde die Sitzung geschlossen.

Gießener Zeitung"

fenversicherung von der Nachkriegszeit an einen ungeheuren Aufschwung genommen hat. so daß sie im Verlaufe weniger Jahre schon an dritter oder vierter Stelle der deutschen Ver­sicherungsunternehmen rangiert. Allein die zwölf Kranken­versicherungsgesellschaften, die dem Verband Privater Kran­tenversicherungsunternehmungen Deutschlands, Sitz Leipzig e. V., angeschlossen sind, wiesen im Jahre 1930 eine Zahl der ver= sicherten Personen von fast 2 Millionen auf. Hierzu muß man die Versicherten des sogenannten Dresdner Verbands rechnen. Endlich kommt noch dazu eine Reihe kleinerer und Beamten­frankenkassen, deren Mitgliederzahlen mit denen des Dresd= ner Verbandes mit weiteren 1,6 Millionen Versicherten geschätzt werden können, so daß heute über 3,6 Millionen Personen in der privaten Krankenversicherung versichert sind. Als Beweis für die wirtschaftliche Bedeutung der privaten Krankenversiche= rung als einem gleichberechtigten Faktor gegenüber den übrigen Versicherungsträgern sei die Tatsache erwähnt, daß allein jähr lich über 150 Millionen Mark an Schäden zur Auszahlung ge= bracht werden.

Ein deutscher Kommunist in einer Kirche aufgehängt. Mexiko. In der Kirche von Santana Mava in Morelos ist ein deutscher Kommunist gelyncht worden. Er hatte während des Gottesdienstes begonnen, an die versammelten Gläubigen eine antireligiöse Rede zu halten. Die anwesenden Dorsbe­wohner zogen ihn von der Kanzel herunter und hängten ihn an einen Querbalken der Kirchendecke auf.

Wie der Mittelstand sich hilft.

Daher soll der für sich verantwortliche, aus freier Entschluß­kraft handelnde Bünger rechtzeitig die Art der Deckung suchen, die für ihn und seine Angehörigen angenehm und hinreichend iſt. Er möge erwägen, daß gerade die private Krankenver­sicherung einzig und allein dem Bedürfnis des Mittelstandes, Deckung in jeder Höhe zu erhalten, auch durch Einführung sog. Katastrophentarife, die auch bei schwersten Krankheitsfällen einen vollen Versicherungsschutz bieten, Rechnung getragen hat.

Wissen Sie schon?

Durch kunstvolles Geigen eigener Art können große Glas­scheiben infolge von hunderttausend Schwingungen in der Se­funde zum Zerspringen gebracht werden. Wer dabei mit der Fingerspite an das Glas tastet, kann eine Brandblase bekommen.

Nr. 49

allein der Aufbau des Buches, sondern auch die Menge und die Zusammenstellung des wissenschaftlichen Materials machen es zu einem Standardwerk. Wie sehr der Verfasser sich auch innerlich mit dem Stoff beschäftigte, verrät die beschwingte, glühende Sprache, die selbst den gleichgültigen Leser mitreißt. Jaffé versteht es, durch seine logischen Ausführungen, durch seinen klaren, lebendigen Stil die schwere Materie verständlich. zu machen. Das Buch schildert nicht nur die elsäßische Ent­wicklung, sondern notwendigerweise mit ihr auch die Entwid­lung Deutschlands und Frankreichs. In der Einleitung bringt der Verfasser neue Ansichten zur elsäßischen Psychologie, im ersten Teil wird ,, Umwelt und Zwischenland" geschildert, d. h. Deutschland, Lothringen, Frankreich und das Elsaß. Dann folgt die geschichtliche Entwicklung des Elsaß bis zur Neuzeit. Da Jaffé nicht nur die rein historische, sondern auch die kul= turelle, religiöse, soziale und wirtschaftliche Entwicklung dar= stellt, wird die ganze Tragik des elsäßischen Geschickes offenbar. Welche Konflikte müssen allein eine Herrenschicht, die nach ein Bürger- und Bauerntum, Frankreich neigt, und

In Deutschland gibt es Dörfer, die mehr als 30 000 Ein­wohner haben, aber die ,, billig" weiter als, Dörfer" gelten wol­len. Die kleinste Stadt Deutschlands ist dagegen Hauenstein im südlichen Baden am Rhein mit 215 Einwohnern in 32 Häusern.

Ein Rätsel: Wo bleiben die vielen Nadeln? Jmmer neue Millionen Nadeln werden gekauft, ohne daß die alten abgenutzt sein könnten. Es besteht nur die Möglichkeit, daß sich fast alle Nadeln verkrümeln.

Die private Krankenversicherung in ihrer heutigen Ausge­staltung und Ausdehnung ist eine Errungenschaft der Neuzeit, ihre Anfänge reichen jedoch bis zum Anfang des 20. Jahr­hunderts zurüd. Der Gedanke der Krankenversicherung ist an und für sich kein neuer; denn das Bestreben, sich in Nöten und Fährnissen des Lebens gegenseitig Hilfe und Unterstützung zu leisten, ist eine alte Wurzel der Zivilisation. In der Folge der Entwicklung mußten jedoch die Krankenkassen, die im An­fang noch Privatunternehmungen waren, ihren reinen Ver­sicherungscharakter infolge staatlicher Gesetzgebung, deren Grundlagen heute in der RVO. festgelegt sind, verlieren. An dessen Stelle ist eine Fürsorge für die Kassen haupt­sächlich zwangsmäßig anvertrauer Mitglieder getreten in der Form der Naturalleistungen statt geldlicher Entschädigung. Als nun in der Kriegs- und Nachkriegszeit Vermögen und Spar­groschen des Standes, der als Kulturträger des deutschen Vol­tes anzusehen ist, des Mittelstandes, verschwunden waren, lebte von neuem der Gedanke der privaten Krankenversicherung auf. So wurde sie zu einer Notwendigkeit des Mittelstandes, der, von eigenen Mitteln entblößt, nunmehr einen Versicherungs­träger gefunden hatte, der gegen eine geringfügige Prämie ihm die Sorge und wirtschaftliche Schädigung langer Krankheiten abnahm. Durch individuell angepaßte Tarife trägt die private Krantenversicherung jedem Versicherungsbedürfnis Rechnung, vengütet seinen Versicherten im Krankheitsfalle die Kosten für Arztrechnungen, Arzneien, Krankenhausbehandlung und Ope= ration, zahlt Wachenhilfe, sowie Sterbegeld aus. Im Gegen­satz zu den reichsgesetzlichen Krankenkassen kann der Mittelständ­Ter, der den zwangsversicherungsfreien Kreisen angehört, sich als Mitglied einer privaten Krankenversicherung im Krant­heitsfalle jederzeit den Arzt seines Vertrauens wählen; ein Eingreifen in seine persönliche Freiheit und Selbständigkeit hat er nicht zu befürchten.

Es nimmt daher nicht Wunder, wenn die private Kran­

Die längste Straße unserer Erde ist die Western Avenue in Chibago- 30 Kilometer lang.( Entspricht zu vier Fünftel der Entfernung von Leipzig und Halle.)

Ein 12facher Lebensretter ist der erst 27 Jahre alte Berg­mann Edmund Kern aus Herten, Wests ,, der 12 Menschen von Tode des Ertrintens gerettet hat.

Linoleum darf niemals mit Sodawasser gewaschen werden. ( Verwende Seifenwasser und spüle ab!)

Dem Holländer Veraart ist es gelungen, fünstlich Regen zu erzeugen und zwar durch Abwerfen von 1500 Kg. pulverisierten Eises aus einer beträchtlichen Höhe.

In Aegypten darf sich keine Frau mit furzen Aermeln und nadtem Hals auf der Straße bliden lassen.

Verplappert.

das in seinem ganzen Wesen deutsch ist, hervorrufen! Durch die Jaffésche Schilderung der Zeit von 1870-1914 wird erklärlich, warum die elsäßische Bevölkerung zum Teil nicht zuletzt wegen der nicht sehr glücklichen Hand der deutschen Verwaltung, nach Autonomie strebt. Vielleicht hätten sich noch manche Gegen­jätze ausgeglichen, wenn nicht der Krieg eine solche Entwicklung gestört hätte. Aber auch unter französischer Herrschaft ruft ruft das elsäßische Volk nach Autonomie. ,, Dem deutschen Volke ist dem Elsaß gegenüber die Richtung gewiesen: Taftvolle Zurüd­haltung, aber nicht falte Gleichgültigkeit; herzliche Freundschaft, aber nicht unerwünschte Einmischung. Jmmer aber, was auch geschehen mag, wird der Ausspruch gelten, den ein Elsäßer vor hundert Jahren in schlichter Größe prägte: Auf beiden Rhein­ufern wohnt für uns nur ein Volk, Schlachten und Welten­händel können es zersplittern, die Herzen scheiden sie nicht."

Tante( zu Besuch tommend): Na Kinder, so spät habt ihr mich wohl nicht erwartet?"

Der fleine Michel: O doch, Papa hatte gerade gesagt: Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben!" Schlagfertig.

Sergeant: ,, Was würden Sie tun, wenn das Kommando fäme: Freiwillige vor!-?"

Rekrut: Ich würde rasch zur Seite treten, damit die Frei­Buen Humor. willigen vorbei fönnten!"

Neue Bücher.

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H. Jahrg.

Politif

Der bsherige deu Rinisterialdirektor er onalabteilung des A Während Botschaf im fich auf seinen Boj Belprechungen mit d Dr. Brittwig, stattgef des Präsidenten Hoor hen wurde, Botschafter v. Ho gelehrt ist, hatte gefter ine Unterredung mit Staatsjefretär S arichten, daß er im erion in Berlin wei eutschen wie mit de

Der Erdball", Illustrierte Monatsschrift für das Gebiet der Länder- und Völkerkunde, herausgegeben von Leo Frobe­nius, 5. Jahrgang, Heft 5, Preis vierteljährlich 3 RM., Einzel­heft 1,25 RM. Hugo Bergmüller Verlag, Berlin- Lichterfelde.

Die Nummer beginnt mit einem Artikel über die Inter­nationale Persische Kunstausstellung in London. Dann wird über das Kastenjoch in Indien berichtet. Von Kairuan, der heiligen Stadt Afrikas, spricht Dr. F. Wallisch. Die, weiße Stadt", die selten von einem Europäer betreten wird, ist seit mehr als einem Jahrtausend die heilige Stadt des Jslams auf afrikanischer Erde. Eine für jeden deutschen Volkskundler hochinteressante und ausschlußreiche Abhandlung bringt Dr. Wilh. Peßler, mit seiner Arbeit ,, Kulturkreis und Kernland Niedersachsen" Zum Schluß erscheint die Fortsetzung des Auf­sehen erregenden Aufsatzes von Leo Frobenius ,, Des Menschen Schicksal auf dieser Erde".

Friz Jaffé: Zwischen Deutschland und Frankreich.( Zur elsäßischen Entwicklung.) J. G. Cotta'sche Buchhandlung Nachf. Stuttgart und Berlin. Jaffé gibt uns mit diesem Buch eine Geschichte des Landes zwischen Rhein und Vogesen, wie man sie sich umfassender und lebendiger nicht vorstellen könnte. Nicht

Was gibt es neues in der Kunst?( 3um Juliheft der Mün­chener Monatsschrift ,, Die Kunst".) Ein größeres Verständnis für die Beziehung und Auswirkung der Kunst zu unserem Le= ben und zu den Dingen, deren Schönheit und gute Form wir als Selbstverständlichkeit hinzunehmen gewohnt sind, gewinnt der, der diese bekannte Münchener Monatsschrift liest. Im neuen Heft sehen wir Schöpfungen, die uns zeigen, daß es für das tünstlerische Erlebnis keine Grenzen gibt. ,, Die Kunst". Ver= lag F. Bruckmann A.-G. München. Im Abonnement monatlich 2,35 RM. Bezug durch jede Buchhandlung.

Es wird jeden interessieren, einem Bildberichterstatter ein­mal in die Karten zu sehen. So ein Bildermann muß schnell sein und darf nicht allzu große Bescheidenheit besitzen. In der neuesten Nummer der Münchener Illustrierten Presse( Nr. 25) schildert ein Journalist ein kleines Husarenstüd. Es handelt sich um die Fahrt der deutschen Minister nach Chequers. Dem Mitarbeiter der Münchener Illustrierten gelang es als einzi­gem Journalisten, bis nach Chequers vorzudringen. Wie er das machte und was dabei herauskam, schildern seine Bilder und sein Bericht in dieser Nummer.

Verantwortlich: G. Burgeleit, Gießen.

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