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Samstag, den 20. Juni 1931

der Verzinsungs- und Tilgungsbedingungen fundierte. Im Zusammenhang mit dem Youngplan ist dann die interalliierte Kriegsverschuldung für Deutschland von besonderem Interesse geworden, und zwar deshalb, weil Deutschland nunmehr einen Rechtsanspruch darauf hat, seine Reparationsverpflichtungen automatisch herabgesezt zu sehen, wenn in der interalliierten Kriegsverschuldung eine Herabsetzung durchgeführt wird. In dem Sommermemorandum zum Youngplan, das diese Ver­fnüpfung zwischen Reparationen und interalliierten Schulden vorsieht, wurden diejenigen Anteile der deutschen Reparations­raten aufgeführt, die Jahr für Jahr zur Deckung der sogenann­ten Außenzahlungen" erforderlich sind. Unter Außenzah­lungen" werden die Beträge verstanden, die seitens der repa­rationsberechtigten Mächte aus den gesamten jährlichen Tribut­raten Deutschlands dazu verwendet werden sollen, ihre Ver­pflichtungen auf Grund der interalliierten Kriegsschuldenab­kommen abzudecken. Addiert man die im Youngplan vorgese henen 59 deutschen Jahresraten unter Wegfall der Nebenab­tommen und des Zinsen- und Tilgungsdienstes der Dawes­anleihe, so ergibt sich eine Summe von 110,74 Milliarden RM. Von dieser Summe werden 84,55 Milliarden RM. rund 76 Prozent für diese Außenzahlungen verwandt. Da die Vereinigten Staaten als Lektempfänger aller Außenzahlungen gelten können, fließt auf diese Weise auf Umwegen natür­lich­rund dreiviertel der gesamten Youngraten in 59 Jahren den Vereinigten Staaten zu. Mit anderen Worten: das Geld, das auf Grund der interalliierten Schuldenabkommen an Zins­und Tilgungszahlungen nach Amerika strömt, stammt letzten Endes aus einer Quelle: aus den deutschen Reparationen. Unter diesem Gesichtswinkel lassen sich Deutschland und Ame­rifa im gewissen Sinne als die beiden Gegenpole eines Sy­stems von Reparationen und Kriegsschulden ansehen, eines Systems, dessen Unhaltbarkeit, soweit die deutschen Reparationen in Frage stehen, sich deutlich genug offenbart.

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Die französische Umflammerung in Wien durch England verhindert.

Wien. In Wien hatte die französische Diplomatie mit der Ausstreuung von Gerüchten über Unvereinbarkeit von Zoll­union und Kredithilfe gearbeitet. In Paris zog man gleich­zeitig die Verhandlungen wegen Uebernahme der Hälfte von 150 Millionen österreichischer Schatzscheine künstlich in die Länge. Schließlich stellte Frankreich ein kurzfristiges Ultima­tum, das für die Placierung der Schatzscheine die völlige Auf­gabe der politischen und wirtschaftlichen Selbständigkeit Dester­reichs verlangte. Frankreich hielt den Mement für günstig, um nicht nur die Zollunion zu vereiteln, sondern auch Dester­reich ganz unter seinen Einfluß zu bringen. Die deutsche Dip­lomatie hat dieses Vorgehen rechtzeitig in Wien erkannt und die Hilfe Englands angerufen. England hat die Gefahr für die mitteleuropäische Situation und besonders auch für den Be­stand der Regierung Brüning begriffen und noch im letzten Moment die Finanzhilfe aufgestellt, die Desterreich von der französischen Umflammerung befreite. Der Kredit von 150 Millionen, den die Desterreichische Nationalbank Mittwoch in fremder Währung erhielt, ist kurzfristig bis zur Unterbringung der Schatzscheine gegeben. Wegen dieser Schatzscheine wird jetzt aber nicht mehr mit der bisherigen Gruppe verhandelt, die unter Führung der Banque de Paris stand, sondern mit einem internationalen Konsortium unter englischer Führung.

Hunger!

Der russische evangelische Pressedienst veröffentlicht nach­stehenden Brief eines Deutschrussen, der manchen falschen Schwärmer ernüchtern könnte:

Der Mittelstürmer von Hollywood.

Ein Fußball- Roman von Sidney Horler. 9. Fortsetzung.

Obwohl die Hollywood ,, Galerie" verhältnismäßig flein war, fonnte sie doch durch die Wärme ihres Beifalls manche große Zuschauermenge überflügeln. Und heute war die Hollywood­Galerie in guter Stimmung: der neue Mittelstürmer machte sich nicht schlecht, obgleich er bloß ein Amateur war. Beinahe hätte er mit diesem famosen Köpfer ein Tor geschossen. Man konnte also zufrieden sein.

Der tosende Beifall stieg Marr wie junger Wein zu Kopf. Er stimulierte Mittelstürmer war und berauschte nicht. Der junge mit Enthusiasmus geladen

Im Verlauf des Spiels war es offensichtlich geworden, daß der Hollywood- Mittelstürmer wohl niemals einem Konflikt mit dem riesenhaften Bartley aus dem Wege ging, daß letzterer es aber immer schwieriger fand, seinen leichtfüßigen Gegner in Schach zu halten. Marrs Fußtechnik war so vollkommen, daß er auf dem kleinsten Raum manöverieren und dann plötzlich mit unwahrscheinlicher Geschwindigkeit davonschießen konnte, wobei er Bartley, den feindlichen Mittelläufer, der ihm keu­chend folgte, hinter sich ließ. Doch nicht nur als Durchbrenner war der Hollywood- Rekrut gefährlich. Seine musterhafte Pla­cierkunst und das hervorragende taktische Verständnis, mit wel­chem er seine Stürmerreihe ins Treffen führte, standen seiner Geschwindigkeit in nichts nach.

Nicht einen Augenblick ließ der scharfe Kampf nach, und ob­gleich jede Sekunde des erbitterten Ringens mit Sensation er­füllt war, schien doch nichts so nervenaufpeitschend wie das un­aufhörliche Duell zwischen dem unbarmherzigen Zerstörer Bart­len und dem von ihm zuerst so verachteten Amateur.

Bartleys Härte war in der ganzen Liga bekannt und ge= fürchtet. Er war der Schreden sämtlicher gegnerischer Mittel­stürmer, denn mit seiner Rücksichtslosigkeit und Riesentraft war er eine ständige Gefahr für ihre gesunden Glieder. Es gab nur wenige Mittelstürmer im Lande, die ihm standhielten. Doch dieser Hollywood- Grünling, der niemals zuvor im Feuer eines Ligalampjes gestanden, tam mit unerhörter Ge= schicklichkeit unter dem beifälligen Tumult der Zuschauer an ihm vorbei. Und je begeisterter der Beifall tobte, um so besser schien der Rekrut zu spielen.

Bei einem Manne von Bartleys Temperament mußte es zu einer Katastrophe fommen. Und sie kam bei einem wunder­schönen Durchlauf des Mittelstürmers. Marr erhielt einen ge nauen Paßball von Ben Warriner, der ihm die Bälle wie mit einem Löffel servierte, stürmte vorwärts, aber im Nu war er von Feinden umstellt, daß er den Ball kaum rechts oder links abgeben konnte.

,, Gießener Zeitung"

Zu Ihnen dringen ja wenig wahre Gerüchte. Aber die Wahrheit ist furchtbar. Wenn man zusehen muß, daß vor Krankheit, Hunger und Ueberarbeitung angeschwollene Men> schen mit der Flinte auf Arbeit gejagt werden, bis sie naa zwölfstündiger Arbeit ohne Kraft niederfallen. Wenn man sehen muß, wie Leute sterben weil feine ärztliche Hilfe zur Hand ist und keine Medizin im ganzen Land! Wenn Frauen ihre kleinen Kinder( zwei- und dreimonatige) liegen lassen müssen, um auf Arbeit zu gehen in den feuchten, sumpfigen Wald, nur um ein Stüdlein Brot zu bekommen, weil sie sonst nichts zu essen bekommen. Und woraus besteht der Fraß? Er­bärmliches Roggenmehl und zwei Fingerhut Zucker für den Mo­nat. Vorigen Monat gab man uns Sauerkohl, der war so ge= mein, daß man ihn nicht essen konnte. Das nennt man: Wir werden gefüttert! Nein, wir werden gemartert. Unser Orga nismus wird geschwächt, wir sollen umkommen. Damit es nicht heißt: Wir werden erschossen". Ein Kommissar gibt einen Befehl, der nächste hebt ihn auf. Einer schreit ja", der andere ,, nein". Wir würden nicht mal unser Osterfest feiern aber unser Kommissar", der Kommunevorsteher", feierte Ostern bei verschlossenen Türen mit Pascha( Käsekuchen) und gefärbten Eiern und Saufgelage. So ist's überall

Lokales.

Sonntagsgedanken.

Uns Deutschen ist nach dem schrecklichen Kriege fast alles genommen worden. Und an dem Wenigen, was uns noch ge= blieben ist, zerren die Feinde wie an dem letzten Stück einer Beute. Nur eines tann uns teine Macht nehmen, das ist der Glaube und die Hoffnung auf ein Wiedererwachen des deutschen Frühlings. Der Glaube soll Berge versetzen und die Hoffnung soll die Menschen klar und freudig machen. Wenn wir das noch verlieren, dann gibts feine Sonne mehr, die über Deutsch­land scheinen wird. Aus geheimnisvollen Quellen fließt der Glaube. Wer aus diesem Wasser schöpft, der holt sich Kraft und Stärke. Der Glaube hat aus Menschen schon Riesen gemacht. Und diese Kraft brauchen wir, notwendiger als Waffen. Denn ohne Glauben gibts feinen Sieg. Siegen fann aber auch der ohne Waffen, denn der Glaube fann noch mehr, denn er ver­sett Berge.

Du deutscher Mann, glaube an deines Volkes Zukunft; du deutsche Frau verliere nur jetzt nicht deine Germanentreue; und du deutsche Jugend blättere in der Geschichte deiner Väter und die kann der Glaube an dieses Volk nicht verloren gehen! Dieser Glaube aber wird uns nicht als Geschenk vom Himmel in den Schoß fallen. Er muß errungen sein. Wer ihn dann besitzt, tritt auf festem Boden. Glaube ist Weihe der Kraft. Wer nicht mehr glauben kann, der hat den Stab verloren, der feine Stütze war. Wer aber glaubt, der wird jeden Nerv bis zum Zerreißen anspannen, er wird mit allen Kräften seines Seins das Aeußerste, das Letzte aus sich selbst herausholen.

Wir sind arm geworden. Das deutsche Kapital ist nur noch unser Glaube. Wir müssen es täglich vermehren. Dann wird es einst gute Zinsen tragen und die Sonne wird über der Vä­ter Land wieder scheinen, als wie in alter Zeit.

Der Sonntagsschreiber.

* Aufhebung der gewerbsmäßigen Stellenvermittlung. Nach dem Gesetz über die Entschädigung der gewerbsmäßigen Stellen­vermittler vom 25. März 1931 müssen alle gewerbsmäßigen Stel­lenvermittler mit Ausnahme der Konzertagenten spätestens am 30. Juni dieses Jahres ihren Betrieb schließen.

Verlangt beim Einkauf nur deutsche Waren

Plötzlich wich er blitzschnell nach links ab, denn Bartley und ein zweiter Wanderer- Spieler hingen an seinen Fersen Als Flügelstürmer raste er nun der Linie entlang.

Einen Augenblick hielt die tausendtöpfige Menge den Atem an und redte sich die Hälse aus vor Furcht, daß der Ball aus­gehen könnte, als Marr plötzlich in seinem Lauf innehielt.

Er zeigte seinen Gegnern einen Trid, den ihm sein Trainer Johnny gelehrt hatte. Mit einer blitzschnellen Drehung seines Fußes schlug er den Ball nach rüdwärts, und während die Wan­derer vorbeisausten, sah man, wie er seinen rechten Fuß nach­zog. Ein wunderschöner Schlag nach der Mitte war das Er­gebnis.

Einen Augenblid später wurde ihm der Atem aus dem Körper gepreßt wie Wasser, das man aus einem Schwamm drückt. In seinen Ohren dröhnte es dumpf, als er nach rüd­wärts fiel, dann verging ihm überhaupt Hören und Sehen.

5.

Ein alter Freund bringt einen neuen.

Mar fam unter Frösteln wieder zu sich. Sage, der Trai­ner, mit einem riesigen Schwamm dem Kennzeichen seines Amtes in der rechten Hand, goß ihm Wasser über Gesicht und Kopf.

Heiliger Michael," sagte der Trainer, der für den Augen­blid sein Lächeln vergessen hatte, ich bin froh, daß du wieder flar bist, mein Junge. Wenn du in der nächsten Minute nicht aus diesem Zustand erwacht wärest, hätte ich um den Klubarzt schiden müssen; er ist an Wettspieltagen gewöhnlich hier, wurde aber heute früh aus der Stadt geholt und ist noch nicht zurüd. Wie fühlst du dich jetzt?"

,, Oh, es geht mir ganz gut," lächelte Marr, der in Wirk lichkeit weit davon entfernt war, sich wohlzufühlen. Ich kann mich an gar nichts mehr erinnern, nachdem ich links vorge gangen war; irgend jemand muß mich zu Fall gebracht haben."

, Ganz richtig," erwiderte der Trainer. Der Rohling Bartley hat an dir ein gemeines Foul begangen, jedermann fonnte es sehen. Man hätte ihn sofort ausschließen müssen, nicht bloß verwarnen. Ich vermute, daß Sam wegen dieser Sache noch mit dem Unparteiischen sprechen wird.

Aber ich wollte dir ja erzählen, was los war, als du hin­gestreckt wurdest. Hast du noch das Gejohle der Leute gehört? Das war, als Pat Finnegan deinen Ball nach der Mitte mit seinem schweren Schädel erwischte und einköpfte."

Wie steht das Spiel jett?" fragte der Mittelstürmer schnell. ,, Noch immer 1: 0. Eine Leistung, es ohne Mittelstürmer zu erhalten! Ben Warriner dürfte zufrieden sein, vermute ich. Hallo! Es ist Halbzeit."

Jm Antleidezimmer der Hollywood- Spieler ging es wäh rend der kurzen Pause lebhaft zu, und Marr fonnte merken, wie gute Freunde ihm alle Hollywood- Spieler schon waren. Jedermann drängte sich zu dem Verlegten, um ihn nach seinem Befinden zu fragen, während Sam Hollister, der Leiter des

Nr. 49

Stadttheater. Am Dienstag, dem 23. Juni, findet ein Gastspiel des Intimen Theaters zu Nürnberg statt. Aufgeführt wird der dreiaftige Schwank von Reimann und Schwarz ,, Fa milie Hannemann". Beginn 20 Uhr, Ende 22 Uhr.

* Hessische Personalnachrichten. Die Wärter Richard Krause und Albert Schmidt zu Gießen wurden zu Pflegern an der Universitätsklinik für psychische und nervöse Krankheiten ernannt. Der Heizer und Reparaturschlosser Otto Espach wurde zum Wertmeister bei der Verwaltung der Universitätskliniken ab, 1. April 1931 ernannt.

Camstag, den 20 Die gekürzten

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* Konferenz der evangelischen Religionslehrer an den höhe ren Schulen Hessens. Es sind 25 Jahre her, daß die Konferenz der evangelischen Religionslehrer an den höheren Schulen Hej sens gegründet wurde. Sie wird das Ereignis. durch eine Ar beitstagung feiern, die am Mittwoch, dem 1. Juli d. J., in Frankfurt a. M. stattfindet. Im Mittelpunkt der Tagung steht ein Vortrag, den Herr Professor D. Cordier- Gießen über ,, Das Problem einer evangelischen Pädagogik und der evange lische Religionsunterricht" halten wird.

* Küfer- Verbandstag. Heute, morgen und übermorgen hält hier der Mitteldeutsche Küferinnungsverband seinen 11. Ber bandstag ab. Heute nachmittag findet im Restaurant Boller eine Vorstandssitzung und Delegiertenversammlung statt, heute abend ein geselliges Beisammensein im Café Astoria. Morgen findet die Verbandstagung im Aquarium statt. Es sprechen u. a. Syndikus Dr. Germann- Mainz und Syndikus Dr. Lindemann­Darmstadt. Morgen abend ist im Hotel Hindenburg ein Kom­mers und Vergnügungsabend, Montag um 9 Uhr ein Früh schoppen im Restaurant Boller; anschließend ist ein Auto- Aus­flug nach Lich zur Besichtigung der Brauerei Jhring- Melchior geplant.

in diesem Jahr nur werden follte, nämli der Studentenschaft

Stavorsitzenden, der weiten, einen Natio geidhidt. Der Forder non ihnen gestellten nach Graz zu beorde Mehrheit des schon Großdeutschen austra perfität aufgefordert, tijchen Selbstverwall unterbreiten. Bom Schöffeng macher, der im Mai litijchen Frauenheim Jahren Gefängnis ter, der unter falsche ron mehreren hiesig Shwindelt hatte, zu megen Diebstahls v

* Bezirkskriegerfest. An dem morgigen Bezirkskriegerfest in Klein- Linden nehmen teil: der Verein der Leibdragoner, der sich um 12 Uhr am Kath. Vereinshaus trifft, der Kriegerverein Gie ßen( Treffpunkt: Hof des Kameraden Albin Klein, Südanlage 21, 12.30 Uhr), der Artillerieverein( Treffpunkt: Café Weimar, Frankfurterstraße, 13 Uhr).

* Straßen- Münzjernsprecher. Am Oswaldsgarten und an der Licher Straße wurden neue Münzfernsprecher errichtet und dem Verkehr übergeben. Ein Stadtgespräch kostet 10 Pfg., Ferngespräche, die durch das Fernamt vermittelt werden und über deren Preis das Telephonamt Auskunft gibt, werden eben­falls am Münzfernsprecher bezahlt, da der neue Apparat für Mart-, 50- Pfg., 10 und 5- Pfg.- Stüde versehen ist. An den Telephonhäuschen befinden sich auch Briefmarkenautomaten.

*

Fernsprechverhinderungsgründe. Gründe, die die Be nachrichtigung der verlangten Sprechstelle oder das Zustande kommen des Gesprächs verhindern, werden nach einer Ergän zung der Dienstanweisung nur dann von der Deutschen Reichs post anerkannt, wenn eine Störung in den Anschluß- und Fern leitungen eingetreten ist oder wenn ein Versehen eines Be amten vorliegt. Die Gebühr ist aber zu zahlen, wenn die An meldung des Geschrächs nicht übermittelt werden konnte, weil der verlangte Anschluß entweder nicht besteht, oder aufgegeben oder gesperrt ist. Dies gilt sowohl für die Sperre von amtlicher Seite aus, als auch für die vom Teilnehmer selbst verlangte.

* Der Reit- und Fahrklub Gießen hält heute nachmittag eine reitsportliche Veranstaltung auf dem Universitätsreitplatz ab, besonders zwecks Erlangung des Deutschen Reit- und Fahrer­abzeichens. Auch andere Vorführungen, wie eine Quadrille in Kostümen, finden als Rahmenveranstaltung statt.

* Italienische Melde- und Aufenthaltsvorschriften. Es wird darauf hingewiesen, daß Jtalienreisende sich innerhalb 3 Tagen nach ihrer Einreise in Italien polizeilich anzumelden und die Aufenthaltserlaubnis zu beschaffen haben. Nichtbeachtung hat empfindliche Strafen zur Folge.

Klubs, sowie einige von den Direktoren ihn während der gan: zen Pause umstanden.

Marr fühlte sich noch ganz zerschlagen, aber er versuchte den Eindruck zu erweden, daß er ganz wohl sei und mit den anderen Leuten der Mannschaft bei Wiederaufnahme des Spiels wieder antreten könne.

Er konnte diesen Entschluß jedoch nicht zur Ausführung bringen, denn ein lebhafter, bebrillter Herr, der sich als Klub arzt vorstellte, trat unerwartet in den Ankleideraum, wo er vom Trainer mit sichtlicher Erleichterung begrüßt wurde.

,, Sie find mit fnapper Not einer Gehirnerschütterung ent­gangen," jagte der Doktor nach der Untersuchung. ,, Sie lönnen jetzt noch nicht hinausgehen, sondern müssen zuwarten und sehen, wie Sie sich später fühlen. Setzen Sie sich und verhalten Sie sich ganz ruhig. Wenn dieser Sturz ein Unglüdsfall war, haben Sie Pech gehabt; hat es der Mann aber absichtlich ge tan, dann hätte er sofort vom Spielfeld gejagt werden müssen."

Ich glaube, bald wieder hergestellt zu sein, Doktor," sagte Marr, den der Gedanke peinigte, untätig sein zu müssen, wäh rend seine Mannschaft gegen eine Uebermacht im Kampfe stand. Der Arzt rückte seine Brille zurecht und sah den Spieler beinahe grob durch die funkelnden Gläser an. Junger Mann," sagte er strenge, Sie gestatten schon, daß ich mein Geschäft selber so gut verrichte, als ich fann. Sie werden wieder aufs Feld gehen, wenn ich zu Ihnen sage, daß Sie dazu fähig sind, aber nicht früher."

Als die Mannschaft sich wieder hinausbegab, näherte sich Warriner und beugte sich über den Patienten.

,, Reine Angst, mein Junge, wir werden sie schon im Schach halten," sagte der Spielführer in seiner gewöhnlich heiteren Art. ,, Sorge dich nicht darum. Der Doktor hat gerade zu Hollister gesagt, daß dir nichts wirklich Schlimmes zugestoßen ist und du dich nur für eine Weile ruhig verhalten mußt. Wenn du dich nicht ganz wohl fühlst, tomme nicht hinaus, ich glaube, wir kön nen standhalten."

Jetzt, da bis auf den Arzt, der sich eine Pfeife stopfte und zu rauchen begann, niemand im Antleidezimmer war, begann die Ungeduld den Mittelstürmer immer mehr zu quälen. Zehn Minuten verstrichen, und noch immer gab der Dottor fein Zei chen. In Gedanten verloren, die die Rauchwolten scheinbar her aufbeschworen hatten, war er sich offenbar der Anwesenheit des anderen gar nicht bewußt.

Weitere fünf Minuten, die mit bleiernen Füßen dahinzu­schleichen schienen, waren vergangen, als von draußen ein Ge fumme der Aufregung und dann ein tausendfältiger Schrei in die Stille des Raumes hereindrang. In der nächsten Minute erschien der Trainer, ein Bild des Jammers, in der Tür. Halb stützend, halb schleppend brachte er einen Mann in scharlachrotem Dreß herein.

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