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Nr. 81.

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Seidenzucht.

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Gießener Zeitung

( Gießener Tageblatt)

Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Für Aufbewahrung oder Rüd­

Ein Schuljunge tann Redaktionsschluß früh 8 Uhr.

Flur, Dachboden der Endung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.

44 Jahrg.

heller, luftiger Kel hrung von 6-7 Staf upen, tönnen alfo über usgelegt, daß genügen aben in Deutschland fi einem Gramm Seiden Fennigbetrag tostet, tan für in abgetötetem un 20 RM., zum Teil jo rgebnis und Sortierung Normalzucht tann 1 bis zu 500 Mart dar

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Das ist die Frage, die hrift des Deutschen Flo an leitender Stelle be eindrucksvollem Zahler freich mit allen Mitte vor allem auch bei de

Jugend 1932/33. Führe Schülerinnen. Neu be ch illustriert, 380 6. mi in Ganzleinen geb, Berlin SW 11,

Bolitische Nundichau.

Der Hauptausschuß des Preußischen. Landtages nahm am Rontag bei Stimmenthaltung der Regierungsparteien mit den Stimmen der Rechten einen Antrag der Deutschen Fraktion an, der das Staatsministerium ersucht, auf die Reichsregierung ein­wirken, die sofortige Revision des Youngplanes zu verlangen

hw. die Einstellung jeder weiteren fünftigen Tributzahlung zu veranlassen.

Der preußische Finanzminister Dr. Höpter- Aschoff hat in einem Schreiben an den Innenminister Severing, der zurzeit den erkrankten preußischen Ministerpräsidenten Braun vertritt, am späten Abend des Montag um seinen Rücktritt nachgesucht.

Der Thüringer Landtag ist am Dienstag nach langer Som­crpause wieder zusammengetreten. Die Nationalsozialisten ahmen an der Sitzung nicht teil.

Der italienische Außenminister Grandi wird sich am 25. Ot­tober nach Berlin begeben, um dort gleichzeitig im Namen Mus­felinis den Besuchs Brünings und Curtius in Rom zu erwidern. In ganz Schleswig- Holstein haben am Samstag Bauern­handgebungen stattgefunden, in denen von der Erklärung des Steuerstreifs Abstand genommen und lediglich beschlossen wurde, daß alle Betriebsinhaber, die sich nicht in der Lage sähen, zu phlen, ohne den ererbten Hof preiszugeben, beim Gericht sofort ihre Zahlungsunfähigkeit erklären sollten.

eration als zuverlässiger Fährnissen des täglichen Zwei Mitglieder der Kommunistischen Partei in Nord­ben ist, präsentiert sich- hausen wurden wegen hochverräterischer Umtriebe und wegen des Weltkrieges in Geheimbündelei von der Polizei festgenommen.

ein Inhalt hat sich den

jen der heutigen Jugend

En unentbehrlichen Rat Des Alltags, neben prat usfünften über Allerlei

, Natur, Technik, Sport

eien über technische Pro s starke Berüdfihtigung Jugend.

Gesundheitspflege, Diät

Halb

Die letzten Meldungen vom mandschurischen Kriegsschau­platz lassen erkennen, daß jowohl die Japaner wie die Chinesen ihre Truppen tonzentrieren.

In der Provinz Honan wütet die Beulenpest, der in einem Bezirke bisher 4000 Menschenleben zum Opfer gefallen sind.

Der Stlaref- Prozeß, der am Dienstag seinen Anfang nahm, hat eigenartigerweise in der Oeffentlichkeit nicht das Interesse gefunden, das man angesichts der Größe und Bedeutung dieses Prozesses hätte erwarten müssen.

Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postschedtonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M.

Mittwoch, den 14. Oftober 1931

Rechtsfront gegen Brüning geschlossen.

Bad Harzburg. Harzburg stand am Sonntag vollkommen im Zeichen der Tagung der Rechtsopposition. Schwarzweißrote und Hakenkreuzfahnen, die braunen Uniformen der National­sozialisten und die grauen des Stahlhelmes veríiehen dem äußeren Bilde dieser Tagung das Gepräge. Die Beteiligung war sehr stark und erstreckte sich auf die Nationalsozialisten, die Deutschnationalen und den Stahlhelm auf führende Persönlich­feiten des Reichslandbundes und eine Anzahl bekannter Wirt­schaftler, unter denen das rheinisch- westfälische Industriegebiet besonders stark vertreten war. Von der Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei war dagegen nur Generaloberst von Seedt anwesend. Dafür waren aber zwei führende Mitglieder der Rheinisch- westfälischen Organisation der Deutschen Volkspartei erschienen, Hüttendirektor Kuhbier- Duisburg und Hembeck­Lüdenscheid. Von der Wirtschaftspartei sah man den Abgeord= neten Sachsenberg.

Das sachliche Ergebnis der gemeinsamen Besprechungen, mit denen die Hauptkundgebung vom Sonntag nachmittag vorberei­tet wurde, ist in vier Anträgen zu sehen, die die Fraktionen der Nationalsozialisten und der Deutschnationalen und außerdem die drei früheren Abgeordneten der Landvolkpartei im Reichstage einbringen werden. Ihr erster Antrag lautet: Der Reichstag entzieht der Reichsregierung das Vertrauen", der zweite Der Reichspräsident wird ersucht, den Reichstag aufzulösen und Neu­wahlen auf Sonntag, den 8. November, anzuberaumen". Der dritte Antrag bezweckt die Außerkraftsetzung der Notverordnun gen, der vierte verlangt, daß die Zahlung der Polizeikostenzu­schüsse an Preußen mit dem 31. Oktober eingestellt wird.

Die Spaltung der hessischen Sozialdemokratie

ist am verflossenen Sonntag in einer Versammlung in Offenbach endgültig erfolgt. Die neue Sozialdemokratischer Arbeiterpartei wird für die demnächstige hessische Landtagswahl eigene Kan­didaten aufstellen. Die Opposition in der SPD. Hessens ist be= sonders zahlreich in Offenbach, Mainz, Worms, Darmstadt, im Odenwald, in Rheinhessen und in Beamtenkreisen, die sich in großer Zahl von der SPD. abgewandt haben. Die Landes­Parteipersönlichkeiten in Offenbach, die sich an der Neugründung der SAPD. in Hessen beteiligt haben, offiziell aus der Partei ausgeschlossen.

chlauer. 37. Jahre Kabinett Brüning II vor dem Reichstag. parteileitung der SPD. in Hessen hat mehrere prominente

ag 5. Stoß, Berlin- Steg Oftoberheftes: Traubenjaft

Endung und Krampfadern ern? Immer wieder lejen e Flut von Verbrechen als je. Leichtsinn und

Der Reichstag trat am Dienstag zu seiner großen Plenar­fizung zusammen. Die Bänke der Deutschnationalen, der Natio­nalsozialisten und der Kommunisten waren bis auf einige Horch­poſten unbesetzt.

Präsident Löbe eröffnete die Sizung zunächst mit einem erstützen diese gefährliche Nachruf für die Abgeordneten Kerp( 3entrum) und Gemeinder es Zeitproblem auf.( Nationalsozialiſt), während sich die Abgeordneten zu Ehren bernummer Feinde der Verstorbenen von ihren Plätzen erhoben. Nach Erledigung und einer Fülle auff der Formalien ergriff

zelheiten dieser Frage.

der

und was er nicht sich Bilderartikels der neueste

Reichskanzler Dr. Brüning

seiner Erklärung das Wort. Er führte u. a. folgendes aus: Es ist mir ein inneres Bedürfnis, den ausgeschiedenen ustrierten Presse serren Ministern Dr. Curtius, Dr. Wirth und von Guérhard lich der Fremde, der den Dank der Reichsregierung für ihr pflichttreues Wirken im Theater und die Stätte dienste für Reich und Volk auszusprechen. Die Reichsregierung oder falsches Urteil übergänzt durch einen bewährten Vertreter der Wirtschaft. Die

hen Kontinents.

Leitung des Wehr- und Innenministeriums ist in einer Hand Bereinigt. Mehr als je zuvor zwingt uns unsere heutige Not­

n Klein in Gießen age zu einer einheitlichen Zusammenfassung der staatlichen

Gießen

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essen. Südanlage Nr. 21

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Union

Machtmittel, namentlich auch der von dem Herrn Reichspräji­denten erlassenen besonderen Machtbefugnisse, gegen alle Be­ebungen und Störungen, die den Staat zu bedrohen suchen. de Sicherung der Autorität des Reiches ist die Vorbedingung Festigung des Vertrauens nach innen und außen und für An politischen und wirtschaftlichen Wiederaufbau, an dem alle Fejitiven Kräfte mitarbeiten müssen. Die Leitung der Wehr­macht wird ihre bisherigen bewährten Grundsätze weiter ver­folgen. Das Justizministerium ist in die Hand eines Mannes gelegt, der seit einem Menschenalter dem Staate in schwierigster 3it besonders treu und erfolgreich gedient hat. Die Leitung Rs Außenministeriums wird in meiner Hand liegen. Ich werde Außenpolitik im Geiste der Besprechungen der letzten Monate, Tallem der jüngsten deutsch- französischen in Berlin, weiter­Deutschland fordert bei aller verständnisvollen Rücksicht­nehme auf die Lebensnotwendigkeiten der Nachbarn die Ver­tlichung des Grundsatzes der Gerechtigkeit und der Gleich­Berechtigung unter den Völkern. Ich warne vor Augenblicks­jungen unter dem Druck dringender, materieller Not. Sie winden, auf die Dauer gesehen, schlimmere Folgen haben, als Die gegenwärtigen Zustände.

Thren.

Die weitgreifende Zerrüttung der Kreditwirtschaft der Welt het die Reichsregierung von Woche zu Woche vor neue Aufgaben getellt. Was vor Wochen und Monaten in der Beurteilung der Wirtschafts- und Finanzlage richtig war, ist nach kurzer Zeit Durch die Wirkungen der Krise in anderen Ländern überholt. Die Aufgabe der Reichsregierung war es und der neuen Regie­ung wird es sein, die Regierungsmaßnahmen elastisch den je: Diligen neu auftreten Auswirkungen der Weltkrise anzupassen. Die Reichsregierung wurde durch Notverordnungen, die allerdings hart und unpopulär waren, in die Lage versetzt, ge­e in dieser Zeit zur Rettung der Privatwirtschaft schwebende Shulden in Höhe von 300 Millionen Reichsmark zurückzuzahlen.

Landesausschußsihung der DVP. in Hessen.

Der Landesausschuß der Deutschen Volkspartei im Wahlkreis Hessen Darmstadt trat am Sonntag in Frankfurt a. M. zusam­men, um den Wahlvorschlag für die am 15. November stattfin dende Landtagswahl aufzustellen. Der Fraktionsvorsitzende Dr. Keller verlas den Wahlaufruf, der eine entschiedene Kampf­parole gegen die hessische Regierung darstellt. Es wurde dann der Wahlvorschlag, so wie ihn der Wahlkreisvorstand vorberaten hatte, mit überwältigender Mehrheit angenommen.

Die Liste wird geführt von dem Landesvorsitzenden Bürger­meister Dr. Niepoth( Schlitz) und dem Fraktionsvorsitzenden Oberstudiendirektor Dr. Keller( Büdingen). Es folgen die Ab­geordneten Bäderobermeister Kunkel( Worms), Fabrikant Rich. Henne( Offenbach), Lehrerin Frl. Birnbaum( Gießen).

Die Sitzung fand ihren Abschluß mit einem Referat des Abg. Henne( Offenbach) über die am Vortag in Berlin statt­gefundene Sitzung des Reichsausschusses der DVP. Die Ein­stellung der hessischen DVP. zur Reichspolitik fand ihren Nieder­schlag in einer Entschließung, die dem Parteiführer Dingelden das Vertrauen seines Wahlkreises zum Ausdruck bringt.

Der Hessische Volksbund zur Reichsreform. Die Not der vergangenen Wochen hat die Fragen der Reichsreform erneut zum Gegenstande öffentlicher Diskussionen gemacht. Ueber die Notwendigkeit der Reichsreform besteht Einigkeit. Fraglich muß es nur erscheinen, ob die Reichsreform auf einseitige Weise gelöst werden darf. Hierzu hat der Landes­arbeitsausschuß des Hessischen Volksbundes Stellung genommen in folgender Entschließung:

Der

,, Der Hessische Volksbund, der seit nunmehr 12 Jahren für eine fortschrittliche Reichsreform eintritt, nimmt im Gegensatz zu den bekannten Aeußerungen des preußischen Finanzministers Dr. Höpter- Aschoff folgenden Standpunkt in Bezug auf die staatsrechtliche Stellung der Länder ein: Er verlangt, daß ent­sprechend der Reichsverfassung Länder und nicht nur Reichspro­vinzen mit zentralistischer Regierung gebildet werden. Hessische Volksbund lehnt jeglichen bürokratischen Zentralismus als undeutsch und verfassungswidrig ab. Ebenso wendet er sich gegen jeden Partitularismus im Sinne von souveränen Staa­ten. Der Hessische Volksbund spricht sich für eine einheitliche Gestaltung der Länder in ganz Deutschland aus. Die Schaffung von zwei verschiedenen Ländertypen, eines norddeutschen und süddeutschen, lehnt er aus Gründen der Reichseinheit und der Rechtsgleichheit der deutschen Landschaften und ihrer Bewohner ab. Für Südwestdeutschland fordert der Hessische Volksbund wiederholt die Bildung eines Landes Hessen, bestehend aus Hessen Kassel, Hessen- Darmstadt, Nassau, Frankfurt und Wehlar. Er weiß sich bei dieser Forderung einig mit dem Großteil der Bevölkerung der beteiligten Gebiete."

( Neueste Nachrichten)

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Nummer 82

Sozialistische

oder soziale Wirtschaftspolitik?

Die gereizte Art und Weise, in der die sozialistischen Gewerk­schaften und die Sozialdemokratische Partei, sekundiert von den christlichen und den Hirsch- Dunckerschen Gewerkschaften, der ge­meinsamen Erklärung deutscher Wirtschaftsverbände in soge= nannten ,, Antworten" entgegentritt, muß dem ruhigen Beob­achter der Dinge sehr zu denken geben. Obwohl weder die Ge­werkschaften noch die Sozialdemokratische Partei in dieser Er­klärung mit nur einem Wort genannt worden sind, scheint man sich in diesen Kreisen doch sehr getroffen zu fühlen und nach dem alten Grundsatz, daß im Angriff die beste Verteidigung liegt, greift man zu der berühmten Methode des Kinderschrecks.

,, Auf diese Weise soll der wirtschaftlich Schwache uneinge­schränkt der Willkür des wirtschaftlich Starken ausgeliefert wer­den. Das würde den hemmungslosen Kampf aller gegen alle und die Auflösung jeder gesellschaftlichen Ordnung bedeuten", heißt es da. Erneut wird der Kapitalismus als Moloch hinge­stellt, dessen ,, sinnlosen Experimenten" die ungeheure Mehrzahl der Bevölkerung geopfert werden soll. Erneut wird mit markigen Worten verkündet: Niemals wird die deutsche Arbeitnehmer­schaft( sprich Gewerkschaften) ihre wichtigsten sozialen Rechte fampflos preisgeben."

Diese hemmungslosen und im Tone der Straße geschriebenen Sätze sollen die breite Oeffentlichkeit hinwegtäuschen über das sachliche Schwergewicht dessen, was die gemeinsame Erklärung der Wirtschaftsverbände in folgenden ruhigen und sachlichen Worten feststellt: ,, Man darf nicht einen Kapitalismus schmähen, den man eines großen Teiles seiner Wesensart entkleidet hat. Wohl aber ist die schärfste Kritik am Plaze gegenüber einem politisch diktierten Wirtschaftssystem, welches zwischen Kapitalis­mus und Sozialismus hin- und herschwankt und zur Folge hat, daß dem Kapitalismus die Fehler des Sozialismus zur Last ge= legt werden.

Die deutsche Politik muß erkennen, daß es zwischen sozia­listischen und kapitalistischen Wirtschaftsmethoden kein Kompro­miß gibt. Sie muß sich offen und rückhaltlos zu einem Weg ganz bekennen. Daß jede verantwortungsbewußte Entscheidung nur zugunsten des individualistischen Wirtschaftssystems fallen fann, ist uns angesichts der erwiesenen schöpferischen Lebenskraft der freien Wirtschaft und des völligen sozialen und wirtschaft­lichen Versagens aller kollektivistischen Versuche unzweifelhaft." Verschleiert werden soll durch die Auslassungen der Ge­werkschaften und der Sozialdemokratie das völlige Versagen jener Wirtschafts- und Sozialpolitik, die gerade von diesen Kreisen unter sozialistisch- kollektivistischer Tendenz im letzten Jahrzehnt in Deutschland betrieben worden ist und ein soziales Trugbild errichtet hat, von dem sich heute immer mehr erweist, daß es den wirtschaftlichen Realitäten nicht entspricht, daß es infolgedessen den Massen des Volkes nichts nüht, sondern im Gegenteil schwersten Schaden zufügt, weil es ihnen die Grund­lagen eines wirklich sozialen Lebens immer mehr nimmt: Die Möglichkeit der Arbeit und damit des auskömmlichen Ver­dienstes.

Denn das muß das entscheidende Ziel aller sozialen Politik sein, daß eine möglichst große Anzahl von Menschen arbeiten und mit ihrer Arbeit so viel verdienen kann, daß sie bei steigendem Wohlstand lebt. Dieses Ziel zu erreichen, ist das individualistische Wirtschaftssystem durch Jahrhunderte mit größtem Erfolg bestrebt gewesen. Sozialistische, sogenannte soziale Politit hat demgegenüber in 12 Jahren erreicht, daß eine sehr große An­zahl von Menschen keine Arbeit und damit keine Möglichkeit zu steigendem Wohlstand hat, dafür aber von einem riesenhaft auf­geblähten sozialen Apparat unter schwerster Belastung derer, die noch Arbeit haben, fümmerlich erhalten wird.

Sozialistische Politik hat zu diesem Zustand geführt, weil sie sich aus ihrem Dogma heraus das höchste Ziel alles Sozia­len so vorstellt, daß es Aufgabe des Staates sei, eine möglichst große Zahl von sozial Schwachen zu betreuen. Weniger wichtig war und ist ihr aus dieser grundsäglichen Einstellung das Ein­zelschicksal des Menschen als vielmehr die Größe und Ausge­dehntheit einer staatlichen, sozialen Apparatur. In der Sturheit, in der sie ihr Dogma verfolgt, hat sie dem Jdol der sozialen Apparatur immer und immer alle bessere Einsicht der wirtschaft­lichen Vernunft geopfert. Riesenhafte Mittel entzog sie um die­ses Trugbilds willen der um ihren Wiederaufstieg aus Krieg und Inflation schwer ringenden Volkswirtschaft und hinderte im wachsenden Ausmaß die Rentabilität der einzelnen Wirt­schaftsbetriebe, aus denen sich die Volkswirtschaft zusammensetzt. Gleichzeitig zerstörte die sozialistische Sozialpolitik damit das Fundament, auf dem sie selbst beruhte und wurde offensichtlich nach außen zu dem, was sie ihrem inneren Wesen nach immer sein muß: soziale Fassade.

Es ist begreiflich, daß offizielle und bürgerliche Sozialisten sich gegen diese Erkenntnis zu wehren versuchen. So viel mensch­liches Verständnis man dafür haben kann, so ist doch die Not unseres Vaterlandes zu groß, als daß wir noch länger mitan= sehen könnten, daß um des Nichtsehenwollens der sozialistischen Kreise willen das unterbleibt, was allein zum schnellen sozialen Wiederaufstieg der breiten Massen unseres Volkes führen kann: Befreiung unserer Wirtschaft von den Fesseln und Belastungen, die ihr eine verfehlte sozialistische Sozialpolitik in den legten 12