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Wittwoch, den 11. März 1931.

erweitert dieses Programm durch zwei weitere Filme( Ton­filme). Als Redner soll der Turn- und Sportlehrer der Gieße­ner Landesuniversität, Herr Dr. Moedelmann, gewonnen wer­den. Unkostenanteil für den Besucher 25-30 Pfg. Vorläufige Anmeldung siehe unter amtl. Bekanntmachungen des Gauvor­standes. Nähere Anzeige erfolgt in der nächsten ,, A. H. S. 3."

b) Der Jugendspieltag, der am 3. Mai auf dem Platz der Spielvereinigung 1900 Gießen zur Abwicklung tommt, sieht nach Jugendwettkämpfen am Vormittag und Mittagessen auf der Liebigshöhe, nachmittags im Café Leib einen Jugend­Werbetag mit abwechslungsreichem Programm vor, zu dem Als jämtliche Eltern unserer Jugendlichen geladen werden. Hauptredner hat Herr Ministerialrat Hassinger- Darmstadt zu­gesagt.

Wir freuen uns, daß trotz der Ungunst der Zeitverhält nisse und trotzdem in einigen Vereinen der Jugendbetrieb recht stiefmütterlich behandelt wird, der Gau- Jugendleiter und einige tatkräftige Vereins- Jugendleiter die Werbeidee der bei­den großen Jugendveranstaltungen nicht nur für unsere Sache selbst, sondern darüber hinaus auch für die Ertüchtigung un­seres Nachwuchses ganz allgemein so fräftig in den Vorder­grund rüden.

Des Interesses halber bringen wir im Anschluß hieran die Pflichtspiele sind ja tatsächlich abgeblasen die derzeitige Tabelle der A 1 Jugend, Gruppe Gießen: 16: 0 Punkte

1900 Gießen

VfB. Gießen

Lollar

Heuchelheim

Großen- Bused

Lich

8 Spiele

6

25: 5 Tore 7: 4

8: 4

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7

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9: 6 8:25 5:18

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4:12 4:12

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Fußball und Turn- und Sportabzeichen.

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In der letzten Vorstandssitzung des Deutschen Reichsaus schusses für Leibesübungen wurde beschlossen, das Fußballspiel als eine der Uebungen für das Turn- und Sportabzeichen anzu­erkennen. Die Uebung gilt in Gruppe 4 als erfüllt, wenn der Bewerber mit seiner Mannschaft an den Spielen um die Mei­sterschaft des Deutschen Fußballbundes teilgenommen hat. Die Kontrolle hierüber übt der Deutsche Fußballbund aus.

Aus Nah und Fern.

Heuchelheim bei Gießen. Vergangenen Sonntag wurde unter großer Anteilnahme von nah und fern Bürgermeister Kreiling zur letzten Ruhe gebracht. Der Verstorbene genoß all­seits bestes Vertrauen und war weit und breit beliebt.

Oppenrod( Kr. Gießen). Der Gemeindevoranschlag für das Rechnungsjahr 1931 liegt bis zum 17. März auf der hiesigen Bürgermeisterei zur Einsicht offen.

Tragit bei einer Beigeordnetenwahl.

Neu- Isenburg. Bei der am Sonntag hier stattgefundenen Beigeordneten- Stichwahl wurde der bisherige erste Beigeord­nete Ahl wiedergewählt. Er erhielt 3439 Stimmen, während sein Gegenkandidat, der Kommunist Ebner, 2709 Stimmen auf sich vereinigte. In der Nacht vom Wahlsonntag auf Montag ist der wiedergewählte Beigeordnete Ahl plötzlich gestorben.

,, Gießener Zeitung"

Sport in der Halle.

Von Dr. Mar Ostrop.

Ist das denn nicht geradezu widerfinnig und als eine Ab­fehr vom richtigen Wege anzusehen, daß es einen Sport in der Halle gibt? Was war es denn, was in den letzten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts die Welle des Sports, die über unser Vaterland hereinzubrechen begann, von dem bis dahin allein gepflegten Turnen so himmelweit und grundlegend unter­schied und ihn im Fluge alle Herzen gewinnen ließ? Doch in erster Linie der Umstand, daß er die Menschen aus den staubigen Turnhallen heraus ins Freie führte, sie mit Licht und Luft in Berührung brachte, sie die Wohltaten der Sonnenstrahlen fühlen und erkennen ließ. Und nun kehrt dieser Luft und Sonnen­spender selbst wieder in die Halle zurüd. Verleugnet er das, was er früher selbst gepredigt hat?

Darmstadt. Das Schwurgericht der Provinz Rheinhessen beschäftigte sich am Montag mit einem Totschlagsversuch. An­geklagt war der ledige Dreher Weider aus Darmstadt, der am 29. September v. J. aus seiner Wohnung ermittiert werden sollte. Er gab auf seinen Hausherrn und später auf das Ueber­fallkommando Schüsse ab, flüchtete dann in sein Schlafzimmer, wo er den Gashahn aufdrehte und sich zwei Verlegungen bei­brachte. Das Schwurgericht verurteilte den 50 Prozent friegs­beschädigten Angeklagten zu Jahren Gefängnis wegen Tot­schlagsversuch und Verstoß gegen das Schußwaffengesetz.

Nun, dem ist nicht so, der Sport ist feineswegs von seinen Grundsätzen abgewichen. Aber das Tätigkeitsfeld im Freien allein ist ihm schon zu eng geworden, die Freiluftzeit genügt seinen gesteigerten Bedürfnissen nicht mehr, er will nicht nur dann in Erscheinung treten, wenn es die Jahreszeit und die Witterung zulassen, sondern er will seinen Wirkungsbereich weiter spannen, davon unabhängig sein, auch dann sich betätigen, wenn es ihm draußen nicht mehr möglich ist. Aus diesem Grunde allein hat er sich entschlossen, auch die Halle wieder in Anspruch zu nehmen. Sie ist also gewissermaßen nur ein Not behelf, aber sie hat, namentlich in den letzten Jahren, auch bei uns in Deutschland mehr und mehr an Geliung gewonnen. Ja, man fann heute schon sagen: die Hallenzeit tritt immer stärker in den Vordergrund in unserm sportlichen Leben und steht fast gleichberechtigt neben der Freiluftzeit. Viele Sportzweige, die früher im Winter zur Ruhe verdammt waren, fönnen jetzt das ganze Jahr hindurch betrieben werden.

Mainz. Der Reichsverband der Büroangestellten und Be­amten im Bezirk Hessen und Hessen- Nassau veranstaltet Sonn­tag, den 15. März 1931, in Mainz eine öffentliche Kundgebung unter dem Titel Unser Berufsstand im Kampfe um seine Existenz."

Krofdorf( Kr. Wetzlar). Am fommenden Samstag bringt das Gießener Stadttheater in der hiesigen Turnhalle die Ope= rette ,, Meine Schwester und ich" zur Aufführung.

20 000 RM. unterschlagen.

Weylar. Beim Arbeitsamt, das dem Geschäftsbereich des Landesarbeitsamtes Hessen mit dem Site in Frankfurt a. M. untersteht, wurden Unterschlagungen eines Angestellten festge= stellt. Die abgeschlossene Prüfung der Geschäftsbücher hat er= geben, daß die veruntreute Summe rd. 20 000 RM. beträgt und sich auf einen Zeitraum von etlichen Jahren verteilt. den schuldigen Beamten wurde Strafanzeige erstattet.

Gegen

Gewiß ist diese Entwidlung nicht in jeder Beziehung freu­dig zu begrüßen. Der Sportler gehört nun einmal nach drau­Ben, in leichter Kleidung, von Luft und Sonne umflossen, das Er­ist sein eigentlicher Geltungsbereich, sein Tätigkeitsfeld. scheint er in der Halle, im Schein der Bogenlampen, auf engem Raum, umgeben von den Zuschauern, dann haftet seinem Auf­treten, ob er will oder nicht, etwas Zirkusmäßiges, Artistenhaf tes an, der Sport verfümmert bei künstlichem Licht, er ist Ersatz­ware. Aber trotzdem ist es immerhin besser, daß der Sportler in der sonst ,, toten" Jahreszeit nicht ganz stillzulegen braucht. Man muß um der höheren Vorteile willen Nachteile, die um= vermeidlich sind, mit in den Kauf nehmen.

Weglar. Die Buderusschen Eisenwerke begehen am 14. März dieses Jahres die 200. Wiederkehr ihres Gründungstages. Aus diesem Anlaß gibt die Gesellschaft eine in ihren Werken ausgeführte Plakette aus Gußeisen heraus. Mit Rücksicht auf die Zeitverhältnisse ist von einer besonderen festlichen Veran­staltung abgesehen worden.

Wie in so manchen sportlichen Dingen, so war uns auch im Hallensport Amerika das Vorbild. Dort ist er bereits seit lan­gem gang und gäbe, hat man ihm längst die Räumlichkeiten ge= schaffen, die er braucht. In Deutschland hat es lange Jahre an folchen Sporthallen gefehlt, aber die Entwicklung forderte sie. Wir standen hiermit vor einer neuen Aufgabe, es mußten, wie vor einem Jahrzehnt in den Kampfbahnen, neue Anlagen ge­schaffen werden.

Dillenburg. In der Nähe von Ehringshausen verloren zwei Arbeiter aus Dillenburg, die zusammen auf einem Fahr­rad fuhren, an einer abschüssigen Stelle der Sandstraße die Gewalt über das Fahrzeug und rasten in voller Wucht gegen einen Baum. Beide erlitten Schädelbrüche. Bei einem, der verheiratet ist, besteht Lebensgefahr.

UNIVERSITAT KÖLN Sommer Semester 1931 Wirtschafts- u. Sozialwissenschaftliche, Rechtswissenschaft­liche, Medizinische( auch vorflinische Semester) und Philo­sophische Fakultät. Kaufmännisches- u.Handelslehrerſtudium. Vorlesungsbeginn: Mittwoch, den 15. April. Die Ein­schreibefrist läuft vom 1. April bis 28. April einicht. Das Vor­lesung verzeichnis kann vom Universitäts Selretariat gegen Einsendg. v. 50 Rpfa.( dazu 15 Rpfg. Porto) bezogen werden.

Man versuchte es zunächst mit großen Hallen, die für an­dere Zwecke bestimmt waren. Diese wurden den sportlichen Be­dürfnissen entsprechend hergerichtet. Aber bald schon ging man weiter und baute neue Hallen, die vorwiegend, in erster Linie oder allein für den Sport bestimmt waren. Wie auf dem Ge­

Biedenkopf. Unter dem dringenden Verdacht, sein stark ver­schuldetes Anwesen in Brand gesteckt zu haben, so daß dieses vollständig niedergebrannt ist, wurde in Biedenkopf der Kriegs­beschädigte Pfalzgraf verhaftet.

Marburg. Nunmehr ist auch die zweite Leiche des bei einem Bootsunglüd ertrunkenen Studenten gefunden worden. Die beiden auf so tragische Art ums Leben gekommenen stan­den im Alter von 24 und 25 Jahren.

Druckarbeiten

Nr. 20

biete der Sportplätze, so darf Deutschland auch auf dem der Sporthallen jetzt schon den Ruhm für sich an Anspruch nehmen, in Europa führend dazustehen. Und zwar nicht allein durch die Menge seiner Sporthallen, sondern auch durch ihre zweckmäßige und schöne Einrichtung.

Es gibt natürlich eine ganze Reihe Sportzweige, die auf be­deckte Räume angewiesen sind, wenn sie auch bei günstigem Wet­ter wohl einmal nach draußen gehen mögen, wie Fechten, Rin­gen und Boren. Sie sind von jeher drinnen betrieben worden, aber auch ihnen sind jest diese Sporthallen zugute gekommen. 200 lang sind, wie in Dortmund, sind der gegebene Boden für Radrennen, namentlich der beliebten Sechstagerennen, die ja überhaupt nur in der Halle möglich sind. Hierbei tommt es am stärksten zum Ausdruck, wie sehr sich dieser Sensationssport von dem eigentlichen, dem gesunden Sport im Freien unterscheidet.

Kassel. In Hörle im Kreise Hofgeismar wurden drei Gebäude durch Feuer vernichtet. Das Feuer brach bei einem Landwirt beim Dreschen aus und ergriff die gesamten Ernte­vorräte, worauf es auf die Nachbargrundstücke übersprang und drei Anwesen vernichtete.

Daß dagegen auch die Leichtathleten und Tennisspieler im Winter in die Halle gehen, ist eigentlich erstaunlicher, da gerade diese beiden Sportzweige so ausgesprochene Sommersporte sind, daß sie nur in der Sonne gedeihen zu können scheinen. Und doch ist auch bei ihnen die Hallenzeit eine sehr wertvolle, fast unentbehrliche Ergänzung ihres Uebungs- und Wettkampfbetrie= bes geworden. Wir haben auch in Deutschland in diesen Sport­arten eine regelrechte Hallensaison erhalten.

Die Leichtathleten kommen jetzt ohne die Hallen wohl kaum noch aus, wenn sie in Form" bleiben wollen. Auch bei ihnen hat sich nach dem Vorbilde der in- door- season in Amerika eine Es werden allwinterlich regelrechte Hallensaison entwidelt.

eine Reihe von Wettkämpfen in den Hallen abgehalten, bei denen naturgemäß die Läufe vorherrschen. Die kurzen Streden fönnen bis 80, ja vereinzelt auch bis 100 Meter gehen; dabei sind Sprinter- Dreifämpfe über drei Streden sehr beliebt. Auch werden erhöhte Kurven eingebaut, so daß auch Rundläufe, na­mentlich über längere Streden, gut durchführbar sind. Natür lich fallen Speer- und Diskuswerfen ganz aus, während Kugel­stoßen und Sprünge nur in größeren, besonders dafür erbauten Hallen ausgeführt werden können. Noch sind wir allerdings nicht so weit gekommen, wie Amerika, eigne Hallenrekorde zu führen.

Tag der Nationalsozialisten in Frankfurt a. M. Frankfurt a. M. Hier fand ein Gautag der Nationalsozia­listischen Arbeiterpartei in der Festhalle" statt, an dem etwa 15 bis 20 000 Personen teilnahmen. Auf dem Hauptbahnhof ankommende Besucher wurden von Kommunisten angerempelt und teilweise verletzt. Die Polizei brauchte bei der Kund­gebung der Nationalsozialisten nirgends einzugreifen. Kommu nisten, die sich dem polizeilichen Verbot öffentlicher Demonstra­tionen unter freiem Himmel nicht fügen wollten, gerieten in der Altstadt mit der Polizei in Konflikt, wobei ein Polizei­beamter durch einen Messerstich in den Hals verletzt wurde.

London, 10. März. Acht Tote und viele hunderte Ver­letzte hat die Kältewelle allein am Montag in England ge­fordert. Der 9. März war der fälteste Tag seit 60 Jahren. Das ganze Land wird von einem heftigen Schneesturm heimgesucht, und an vielen Orten ist durch den Schnee jeder Verkehr lahm­gelegt.

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Daß auch der Schwimmsport seine Hallenzeit hat, die in den gedeckten Schwimmbädern durchgeführt wird, ist bekannt. Leider wiederholt sich dabei alljährlich die Erfahrung, daß es noch viele, nicht einmal kleine deutsche Städte gibt, die über fein Winterbad verfügen. Diese reichen Möglichkeiten, die die neuzeitlichen Hallen dem Sport in jeder Gestalt bieten, rüden den Gedanken an Veranstaltungen nahe, die möglichst viele Sportarten in knappen Ausschnitten zur Geltung bringen, also Wettkämpfe und Vorführungen in bunter Abwechslung. Diese Veranstaltungen nehmen denn auch in der Hallenzeit jedes Win ters einen bevorzugten Platz ein; ihren Höhepunkt finden sie in den Hallenfesten, wie die Sportpresse in Berlin, Dortmund, Breslau sie alljährlich austrägt. Hier kann man am besten erfennen, ein wie wichtiger Bestandteil der neuzeitlichen Leibes­spielbewegung der Sport in der Halle auch bei uns schon ge= worden ist.

Newyork, 10. März. Infolge Ausströmens von Gas frankten etwa 100 Arbeiter und Arbeiterinnen einer Kleider­fabrik unter Vergiftungserscheinungen. Sie wurden ins Kran­fenhaus gebracht. 50 von ihnen befinden sich in bedenklichem Zustand.

Sidney, 9. März. 95 lokale Verwaltungskörperschaften sind aufgefordert worden, eine Tagung am 7. April zu beschicken, auf der eine Verfassung für einen Staat ,, Neu- England" aus­gearbeitet werden soll. Dieses neue Staatsgebilde soll 130 000 Quadratmeilen des nordwestlichen Neu- Südwales umfassen.

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( Wir entnehmen diese Ausführungen einem längeren Beitrag von Dr. Mar Ostrop im Februarheft von Westermanns Mo natsheften". Jeder Sportfreund wird den ganzen Artikel lesen wollen.)

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