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Nr. 8

August 1931, RGB enfungsgefeßes mit mein en des Landes wird sich Sebäudeentschuldungsfle ngsjahre 1931 in der a fichtlichen Weise gestalte die Gestaltung echnungsjahr 1931.

Bemerkungen

4

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Samstag, den 7. November 1931.

Lokales.

Sonntagsgedanken.

Mit banger Sorge gehen wir den kommenden Monaten entgegen. Not und Elend schreien aus allen Gassen und Win­feln der Großstädte, Not und Elend aus jedem deutschen Bauern­haus.

Wie schön ist es doch und edel und christlich, daß in diesen Tagen im ganzen Lande aufgerufen wird, zu helfen. Wahr­haftig, es ist kein Mangel an guten Worten. Und wenn von den vielen Ermahnungen nur ein Bruchteil an gutem Willen in den Herzen derer, an die zur Christentat appelliert wird, wäre, dann gäbe es auch in diesem Winter feine Hungernden und leine Frierenden. Jeder trägt wohl ein Bild in sich, wie es aussehen sollte und könnte, wenn er und wenn die anderen wollten. Weil die anderen nicht entgegenkommen, so ist das der Grund vieler zum eigenen Versagen. Wie der Soldat seine Kriegsartikel, so kennen wir die Grundsätze des christlichen Le bens. Nicht nach den anderen sollen wir uns richten, sondern nach diesem Programm.

Die heutige Zeit erfordert Christen der Tat. Es genügt nicht Kirchgang zur Heiligung des Sonntags. Wir müssen mit­empfinden mit den Notleidenden, mit den Arbeitslosen, mit den Hungernden und Frierenden. Und in die Häuser gehen, aus denen die Not der Tage schreit. Wir dürfen nicht spielen mit dem äußeren Schein, denn wir müssen leben, denken und han­deln, wie es die guten Worte wollen.

Wie heißt das Gebot, das jenem ersten, das uns an den Ewigen bindet, gleich ist?

Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst! Und Nächstenliebe ist Christentum der Tat.

Gerade in der heutigen Zeit müssen wir Tatchristen sein. Dann werden die Sonntagsworte zum göttlichen Samen werden, aus dem unsere ewigen Werke wachsen werden.

Der Sonntagsschreiber.

Zahnschmerz durch Erkältung?

Unter dem Sammelbegriff Erkältung" faßt der Volks­mund eine große Zahl von angeblichen Erkrankungen oder deren Erscheinungen zusammen, die sich allerdings bei exakter ärzt­licher Untersuchung meistens auf mehr oder minder harmlose Leiden zurückführen lassen. Nasen-, Magen-, Darm- und rheu­matische Krankheiten werden oft allein der Erkältung zuge= schrieben. Merkwürdigerweise hat der Einzelne zunächst viel mehr Interesse für das Woher" der Krankheit als für die eigentlich viel wichtigere richtige Diagnose. Und so hören wir auch recht häufig von unseren Patienten: Meine Zahnschmer­zen habe ich nur durch Erkältung bekommen".

Bevor wir hierzu kritisch Stellung nehmen können, müssen wir uns zunächst einmal über die an den Zähnen möglichen Erkrankungen orientieren, die mit Schmerzen verbunden sein können. Wir nehmen zwei große Sammelbegriffe heraus, die natürlich noch durch viele Abarten dem erfahrenen Praktiker fenntlich sind. Allgemein bekannt und gefürchtet ist ja der Zahnnerv, richtiger Zahnmark genannt, eine Vereinigung von kleinsten Blutgefäßen und Nervenfasern, die dem einzelnen Zahne Ernährung und Empfindung vermitteln. Größere De­fefte an einem Zahn können natürlich leicht durch Fortleitung der Bakterien zur sogenannten Zahnmarkentzündung führen, die sich meistens durch Schmerzen bei Temperaturen( warm oder falt) fenntlich macht. Auch Speisereste, die sich in den Höhlen fangen, können durch weitergeleiteten Druck beim Essen Schmer­zen auslösen, die sich manchmal bis über das Ohr in die Schläfe hinzichen und jede Arbeitsfreude erstiden. In vielen Fällen, vorerst ohne sachgemäße Behandlung bleiben, geht die Ent­zündung des Zahnmarks auf die Wurzelhaut über, die die Ver­

Feuerschuß im Hause.

Von Branddirektor a. D. Düwer Berlin.

( Schluß)

Fast alle diese Gefahren lassen sich durch Vorsicht und Aufmerksamkeit vermeiden. Entsteht aber trotzdem ein Feuer im Hause, so ist es für alle Hausbewohner von größter Wich tigkeit, darüber unterrichtet zu sein, welche Löschmaßnahmen sich zum Löschen verschiedener brennbarer Materialien eignen.

So können gewöhnliche, im Entstehen begriffene kleine Brände bei einiger Geschicklichkeit mit Kleidungsstücken, Decken usw. ausgedrückt oder ausgeschlagen werden; vielfach führt auch schnelles Ausgießen mit einem Eimer oder einer Kanne mit Wasser zum Erfolg.

Wasser ist aber völlig ungeeignet zum Löschen von bren­nendem Benzin, Benzol, Petroleum und sonstigen feuergefähr­lichen Delen und brennenden Fetten. Solche Brände können jedoch, soweit es sich um kleinere Mengen handelt, durch Ueber­werfen von Decken oder auch mit Sand erstickt werden, der auch bei Bränden von und an elektrischen Apparaten und Ein­richtungen benutzt werden kann, bei denen Wasser ebenfalls zu vermeiden ist Dagegen kann die Verwendung von Sand bei Bränden von Maschinen schädliche Folgen durch Verschmutzen der Lager haben. Das erste Erfordernis bei allen elektrischen Bränden ist, zunächst den Strom auszuschalten.

Zweckmäßiger als die Anwendung der genannten Lösch­mittel ist die Verwendung der bekannten Handfenerlöscher, die in jedem Hause vorhanden und in deren Gebrauch die Haus­bewohner unterrichtet sein sollten. Dabei ist, da es Universal­apparate zum Löschen aller Brände nicht gibt, auch die Erkennt­nis von Nugen, welche Handfeuerlöscher sich zur Löschung von Bränden verschiedener Art eignen, z. B. für Brände fester Stoffe, brennbarer Flüssigkeiten und Gase, sowie an und in elektrischen Apparaten und Einrichtungen.

Als erstes Angriffsgerät bei Entstehungsbränden zum Ab­löschen fester Körper und Stoffe sind außer den Naßhandfeuer­löschern auch die Kohlensäuretrockenlöscher und die Schaumlöscher gut zu verwenden.

Zur Ablöschung von Bränden brennbarer Flüssigkeiten und Gase haben sich Trockenfeuerlöscher, Schaumlöscher, Tetrachlor­fohlenstofflöscher und Kohlensäureschneelöscher bewährt.

Zur Bekämpfung von Bränden an und in elektrischen

,, Gießener Zeitung"

bindung des Zahnes mit dem Kieferknochen darstellt. Damit ist auch gleichzeitig eine Knochenhautenzündung in die Wege ge­leitet, die sich durch oft recht heftige Schmerzen des Zahnes beim Essen und sogar manchmal bei jeder Berührung mit der Zunge fundgibt. Gar nicht selten werden die betreffenden Gesichts­weichteile durch mehr oder weniger starke Schwellungen entſtellt, die zugehörigen Lymphdrüsen sind ebenfalls angeschwollen.

Inwieweit kann nun eine sogenannte Erkältung" auf den Beginn oder Ablauf einer dieser Krankheiten maßgeblichen Ein­fluß nehmen? Zunächst müssen wir davon ausgehen, daß eine Disposition zur Erfrantung selbst vorliegen muß, also eine große Zahnhöhle oder Wurzelreste. Durch die Umstimmung des Organismus bei irgendeiner Unpäßlichkeit erliegt der Kör­per an den Stellen verminderter Widerstandsfähigkeit viel leich­ter Reizen, die ihn sonst nicht weiter berühren würden. Auf den Anfang oder den Verlauf einer Zahnerkrankung kann also eine Erkältung sehr wohl unangenehmen Einfluß nehmen, vor­ousgesetzt, daß überhaupt schlechte Zähne vorhanden sind. Zahn­schmerzen an einem sonst intakten Gebiß lassen sich allerdings durch Erkältung" nicht hervorzaubern. Es liegt daher im ganz besonderen Interesse jedes einzelnen, rechtzeitig für entsprechende Pflege und Instandsetzung seines Mundes Sorge zu tragen, um auch in Zeiten geschwächter Widerstandsfähigkeit allen Angriffen auf seine Zahngesundheit gewappnet zu sein.

*

* Für die Winternothilfe. Morgen nachmittag veranstalten auf dem Flughafen Gießen die Südwestdeutsche Sportflieger­vereinigung und die Luftverkehrs- A.- G. Oberhessen- Lahngau einen Flugtag mit Luftspielen und Fallschirmabsprüngen. Die eingenommenen Eintrittsgelder werden restlos der Winter­nothilfe der Stadt Gießen überwiesen.

* Weihnachtspakete nach überseeischen Ländern. Es emp fiehlt sich, Weihnachtspakete nach überseeischen Ländern schon jetzt zu Anfang November bei der Post einzuliefern, damit die rechtzeitige Aushändigung an die Empfänger gesichert ist.

* Einbruch. In vergangener Nacht drangen Einbrecher in die Keller des Hauses Wilhelmstraße 12 ein. Den Dieben fielen Flaschenwein, Obst und ein Damenfahrrad in die Hände. Sach­dienliche Mitteilung erbittet die Kriminalpolizei.

* Vom Polizeiamt. Am Abend des 2. ds. Mts. wurde das bisher in Laubach bedienstet gewesene Hausmädchen Minna Winn aus Rötghes in bedenklich erkranktem Zustande in das Krankenhaus in Laubach eingeliefert. Das Mädchen liegt an den Folgen eines bei ihm vorgenommenen Eingriffs an einer schweren Bauchfellentzündung danieder. Die hiesige Landeskrim.­Pol.- Stelle nahm im Auftrage der Staatsanwaltschaft die er= forderlichen Ermittlungen in Laubach und der dortigen Um­gebung vor. Außer dem Haupttäter, dem Seifenhändler Otto Konrad, aus Rainrod, wurden noch ein in Laubach wohnhafter Dentist und eine dort wohnhafte Schweinehändlerin, bei der die Winn bedienstet war, in Haft genommen. Der Dentist befindet sich, da Verdunkelungsgefahr nicht mehr besteht, wieder auf freiem Fuß. Konrad wurde inzwischen in das Landgerichts­gefängnis Gießen überführt u. in Untersuchungshaft genommen.

* Gefundene Gegenstände. Das Verzeichnis über die im Monat Oktober 1931 gefundenen bezw. abgelieferten Gegenstände fann an der Anschlagtafel im Flur des Polizeiamts, Landgraf­Philipp- Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangsberechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb 2 Monaten beim Fundbüro während der Dienststunden geltend zu machen.

* Lehrauftrag. Dem Studienrat an der hiesigen Ober­realschule Dr. Kiefer ist ein Lehrauftrag für deutsche Stillehre an der Universität erteilt.

* Hitler in Gießen. Am kommenden Montag wird Adolf Hitler, der Gründer und Führer der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiter- Partei, in der Voltshalle sprechen. Wie wir hören, sind die Einlaßkarten zu dieser Versammlung bereits vergriffen.

Maschinen, Apparaten und Leitungen eignen sich in erster Linie Trockenlöscher, Kohlensäureschneelöscher und Tetralöscher. Was­ser und also auch Naßlöscher sind zum Löschen dieser Brände ungeeignet, weil Dele auf dem Wasser schwimmen, brennend fortgetragen werden und das Feuer weiter verbreiten können, während bei elektrischen Bränden durch Wasser Kurzschluß entstehen kann.

Voraussetzung für die Brauchbarkeit aller Feuerlöscher ist, daß sie regelmäßig nachgesehen und in Ordnung gehalten werden, damit man sich bei einer Brandgefahr auf sie verlassen kann. Auch sonst ist es nötig, rechtzeitig Vorsorge zu treffen und sich zu überlegen, welche Maßnahmen man in einem Brandfall zu­erst ergreifen muß. Vorsorglich wird man einen Hinweis auf die nächste Feuermeldestelle oder den nächsten Feuermelder neben der Haustür, gegebenenfalls die Fernsprechnummer der Feuerwehr neben dem Fernsprechapparat angebracht haben.

Beim Ausbruch eines Brandes alarmiere man zuerst die Feuerwehr durch Fenermelder und Telefon. Beim Telefonieren melde man deutlich Straße und Hansnumminer, damit die Feuer­wehr nicht falsch fährt Bleibt nach Alarmierung der Feuer­wehr noch Zeit und Möglichkeit, so versuche man das Feuer mit Wasser aus einem Eimer oder Waschgefäß, mit einem Handfeuerlöscher, nassen Lappen, Sand oder dergl. zu löschen, was bei einem im Entstehen begriffenen Brande erfolgver­sprechend ist.

Bei Gefahr im Verzuge wecke man durch lautes Rufen ,, Feuer" die Aufmerksamkeit der Hausbewohner, schließe die Türen des brennenden Raumes, wenn möglich auch die Fenster, bringe möglichst viel Räume mit geschlossenen Türen zwischen sich und die Brandstelle und mache sich durch Rufen aus den Fenstern eines entfernteren Raumes bemerkbar, bis die Feuer­wehr kommt, die alle Arten Rettungsgeräte mit fich führt. Man vertraue auf sie und gehorche ihren Anordnungen. Bei Ver­qualmung der Räume bewege man sich kriechend zum Ausgang oder Fenster, da auf dem Fußboden am längsten gute Luft bleibt, weil der Rauch nach oben zieht, und halte ein nasses Tuch oder Schwamm vor Mund und Nase. Gerät die Kleidung in Brand, so laufe man nicht fort, sondern werfe sich hin und wälze sich, damit das Feuer erstickt wird Ebenso mache man es bei anderen Personen und versuche durch Ueberwerfen und An­drücken einer Decke oder dergl. das Feuer zu ersticken.

Ist ein höher gelegener Raum, in dem man sich befindet,

Nr. 89.

* Straßenbahn- Umleitung. Aus Anlaß der größeren poli­tischen Versammlungen in der Volkshalle am 7., 9., 13. und 14. November 1931 fahren die elektrischen Straßenbahnwagen Don 18.30 Uhr bis Schluß der Versammlungen durch die Markt­straße und Bahnhofstraße.

* Wahlversammlung. Heute abend spricht in einer öffent­lichen Kundgebung in der Volkshalle der Führer der Deutsch­nationalen, Hugenberg.

* Kennen Sie einen oberhessischen Blinden? Wenn ja, dann verweisen Sie ihn bitte an den ,, Landesverband der Hess. Blinden e. V.", Darmstadt, Alexanderstraße 4, denn mit dop­pelter Schwere lastet die Erwerbslosigkeit mit ihren wirtschaft­lichen und besonders auch mit ihren seelischen Folgen auf den Blinden. Auch sie drückt nicht nur der Alltagskampf um Brot und nützliche Betätigung, sondern auch die ganze Schwere der Blindheit. In welchem Maße die Not der Blinden, die in aller Stille ihr Los oft heldenmütig tragen, bereits fortgeschritten ist, davon hat der Landesverband gerade in letzter Zeit Kenntnis erhalten und ist nun bemüht, dieser Not nach Kräften zu steuern. Er bittet daher die Leser dieser Zeilen um Angabe von Adressen blinder Personen bezw. um Hinweis derselben auf den Blinden­verband. Es sollen in erster Linie oberhessische Blinde berück­sichtigt werden, für die z. 3. eine amtlich genehmigte Haussamm­lung erhoben wird, auf die auch an dieser Stelle empfehlend hingewiesen sei. Die Gründung einer oberhessischen Bezirks­gruppe innerhalb des Landesverbandes der Hess. Blinden zum 3wede persönlicher Fühlungnahme mit den einzelnen Blinden steht in Kürze bevor.

Bildung der Schöffen- und Schwurgerichte für das Jahr 1932.

1. Hauptgeschworene für das Schwurgericht:

1. Karl Kolb, Installationsmeister, Gießen, Ludwigstr. 40; 2. Georg Bedmann, Kr.- Kassenangest., Gießen, Hinter den Schießgärten 10; 3. Peter Schäfer, Wertmeister, Gießen, Hillebrandstr. 14; 4. Frau Marianne Hüter, geb. Weber, Gießen, Steinstr. 90; 5. Karl Beil, Schreinermeister, Gießen, Büdingstr. 1; 6. Georg Waldschmidt III., Landwirt, Leih­gestern; 7. Heinrich Steinmüller, Meurer, Alten- Bused; 8. Heinrich Karl Römer, Vorschlosser, Wiesed; 9. Karl Konrad Nern, Käsefabrikant, Langgöns; 10. Heinrich Lang, Arbei­ter, Steinbach.

II. Hilfsgeschworene für das Schwurgericht:

1. Georg Schwan, Wagnermeister, Gießen, Neustadt 55; 2. Franz Diener, Geschäftsführer, Gießen, Schanzenstr. 16; 3. Anton Wickert, Hausmeister, Gießen, Liebigstr. 20; 4. Karl Plant, Kaufmann, Gießen, Schottstr. 19; 5. Adolf Magen­heimer, Gewerbsch.- Angeſt., Gießen, Friedensstr. 43; 6. Georg Erhard, Bäckermeister, Gießen, Marburgerstr. 34; 7. Heinrich Baum, Glasermeister, Gießen, Bleichstr. 2; 8. Josef Freithof, Weißbinder, Gießen, Crednerstr. 23; 9. Frizz Flimm, Kauf­mann, Gießen, Marburgerstr. 10; 10. Theodor Judt, Kassen­diener, Gießen, Bleichstr. 15; 11. Gustav Koch, Landwirt, Hausen; 12. Heinrich Weiß IV., Schuhmacher, Allendorf a. Lumda; 13. Stephan Boßhammer, Former, Lollar, Haupt­straße 197; 14. Ernst Jung, Schaffner a. D. und Weißbind., Wagenb.- Steinberg; 15. Wilhelm Kissel I., Landwirt, Gar­benteich; 16. Wilhelm Gaub, Landw. und Gemeinderechner, Oppenrod; 17. Wilhelm Bingel, Landwirt, Grüningen; 18. Karl Wilhelm Weigand, Bahnarbeiter, Großen- Linden;

Immer weiße Zähne möchte Ihnen mitteilen,

baß wir schon über 15 Jahre die Zahnpaste Chlorodont be nußen. Noch nie hat sie uns enttäuscht! Wir hatten immer weiße Rähne und einen angenehmen Geschmad im Munde, umsomehr, da wir schon längere Zeit das Chlorodont- Mundwasser benutzen. Auch benußt die ganze Familie nur Chlorodont- Zahnbürsten". gez. C. Chudoba, Fr.... Man verlange nur die echte Chlorodont- Zahnpaste, Tube 54 Pf. u. 90 Pf., u. weise jeden Erfaz dafür zurüd.

selbst vom Feuer bedroht und der Rückweg nach außen über die Treppen abgeschnitten, so gieße man sich Wasser über Kopf, Arme und Kleidung und mache sich am Fenster bemerkbar. Kommt keine Hilfe, so kann man sich im Notfall vielleicht an einer an einem Fenster gut befestigten Wäscheleine herunter­lassen. In der allergrößten Gefahr bleibt nur als letztes, aber lebensgefährliches Mittel übrig, Betten, Matraßen, Kleider usw. nach unten zu werfen und aus dem Fenster hinaus darauf zu springen.

Bricht ein Feuer in Theatern, öffentlichen Versammlungs­räumen, Konzertsälen, Hotels, Schulen und sonstigen Räumen aus, in denen sich viele Menschen befinden, so beruhige man die Anwesenden, besonders Frauen und Kinder durch Zurufe und verhindere durch sein Beispiel den Ausbruch einer Panik, indem man zum ruhigen Verlassen der Räume auffordert. Kopfloser Flucht und dem Drängen der Menschen nach den Ausgängen wirke man mit aller Energie entgegen; denn durch Panik entsteht immer erst das größte Unglück. Besonnenheit und ruhiges Gehen nach den Ausgängen ist die beste Rettungemöglichkeit

Zusammenfassend kann gesagt werden, daß die Gefahr eines Brandansbruches und damit die Bedrohung von Leben und Gut verhindert oder mindestens vermindert werden kann durch vor­beugende Feuerschutzmaßnahmen, in erster Linie durch Umsicht im Umgange mit Licht und Feuer, und daß ein trotzdem ent­standener Brand sich in den ersten Anfängen durch geeignete Feuerlöschmaßnahmen mit Leichtigkeit löschen läßt, denn bei allen Sicherheitsvorkehrungen gegen Feuersgefahr muß man sich ständig vor Augen halten, daß jedes noch so ausgedehnte Schaden­feuer anfänglich nur ein ganz kleiner Brand gewesen ist.

Der vorbeugende und abwehrende Feuerschuß muß deshalb weit mehr als bisher Gemeingut des ganzen Volkes werden. Diese Erkenntnis in möglichst weite Volkskreise zu tragen, ist der Zweck dieser Zeilen

Gelingt es durch Aufklärung und Mitarbeit aller Volks­schichten dem aufflackernoen Flämmchen die Möglichkeit zur Ausdehnung und Entwicklung zu nehmen und es im Keim zu ersticken, dann haben die Feuerverhütungs- und Feuerbekämp­fungsmaßnahmen ihr Ziel erreicht:

Rettung von Menschenleben, Erhaltung von Volksvermögen und Förderung des Wohlstandes.