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Nr. 2

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Mittwoch den 7. Januar 1931

Fußball.

,, Gießener Zeitung"

Turnen, Sport und

Ergebnisse aus dem Bezirk.

Bezirksliga und Bezirksklasse.

Borussia Fulda

Hersfeld Kurhessen Marburg 3: 5( 2: 2)

Hermannia Kassel Germania Fulda 2: 0( 1: 0)

Ockershausen

SV. Göttingen­Kurhessen

Großalmerode Einbed ausgefallen

Oberbiel 1.

Burgsolms Holzhausen

Niedershausen Biskirchen

Bieber

Wetzlar SV. 2. 1: 1 Bistirchen, ausgefallen Burgsolms 5: 1

VfB. Gießen 3. 2: 3( 6.)

Daubringen 2. 1900 Gießen 4. 1: 9

Garbenteich 1.1900 Gießen 3. 5: 3( 1: 1)

Wetterfeld Flensungen 0: 2( 0: 0)

Nieder- Ohmen 2. Harbach, ausgefallen

Dutenhofen

Verein

Stockhausen

Wezlar 3a, W. nicht angetreten

Nauborn 1.

Bissenberg

Steindorf

Niedershausen 4: 3

Verein

Spiele

Tore

Punkte

Spielverein Kassel 4: 2( 1: 0)

Steindorf

10

23:20

16: 4

Wetzl. Sp- Verein II.

8

26: 7

15: 1

Bissenberg

9

28:14

13: 5

Nauborn

8

20:24

Berein

Spiele gem. unent. verl.

Tore Punkte

9

22:21

7: 9 7:11

VfB- K. Marburg

12

9

0

3

40:29 18: 6

9

21:31

7:11

Sport Kassel

13

7

3

3

38:20 17: 9

Oberbiel

10

13:21

Borussia Fulda

10

6

1

3

22:10 13: 7

9

14:21

Hessen- Hersfeld

13

4

5

4

20:20 13:13

8

6:14

7:13 5:13 3:13

Hermannia Kassel

11

4

2

5

26:30 10:12

Spielverein Staffel

11

4

1

6

27:28

9:13

V. f. B. Gießen

12

4

1

7

19:30 9:15

Germania Fulda

12

4

1

7

13:26 9:15

10 2

2

6

14:26 6:14

-

05 Göttingen 1: 8

Grone 5: 1( 2: 1)

Büblingshausen verlegt

Wetlar 3.

Schwalbach ausgefallen

Hessen Kassel

03 Kassel ausgefallen

Holzhausen 2.

Verein

Spiele gew. unent. verl.

Tore Punkie

Braunfels 2.

Stockhausen 3: 2

SC. 03 Kaffel

10

7

2

1

45:18 16: 4

Spiele

Tore

Punkte

efährliche Ber

Großalmerode

11

6

3

2

22:21 15: 7

9

23:16

14: 4

SC. 05 Göttingen

10

6

0

4

45:18 12: 8

Braunfels

8

19:13

11: 5

Festspiele schlie

Kurhessen- Kassel

9

5

2

2

30:14 12: 6

Tiefenbach

8

12:10

9: 7

Fehlbetrag von

Hessen 09 Kassel

10

5

05

23:25 10 10

Oberndorf

8

12:18

7: 9

SV. 05 Einbed

9

3

1

5

Spvgg. Göttingen

10

2

2

6

FC. Grone

11

0

2

9

15:28 7:11 17:36 6:14 12:49

Oberbiel II.

9

12:16

7:11

Leun

6

7:12

0:12

2:20

Merenberg

Hirschhausen 3: 4( 1: 2)

VfB. Gießen

Verein

Spiele

Tore

1. Bezirksklasse:

Hirschbausen

8

29:14

15: 1

Merenberg

8

26:15

11: 5

8

Wetzlarer SpV.

27:16

8: 8

Wallau 2: 2( 1: 1)

8

20:21

4:12

Essershausen

8

9:44

2:14

Spiele gew. unent.

verl.

Tore Punkte

Germania Marburg

9

7

1

1

26: 9

15: 3

Jugend:

9

4

0

28:13

14: 4

Lollar A 1-

1900 Gießen A 1 0: 4( 0: 3)

Breidenbach

9

0

4

27:25

10: 8

Gau Marburg.

Wiesenbach

9

2

5

17:21

6:12

1. Gauklasse:

1900 Gießen

7

0

4 14:23

6: 8

Germania 2.

Endbach 1. ausgefallen

Sp. V. Wetzlar

7

0

5

11:18 4:10

Niederwalgern 1.

Frohnhausen

8

1

1

6

9:23 3:13

Erdhausen 1. 0: 3

2. Bezirksklasse:

Ehringshausen

Weilburg ausgefallen

Aẞlar Laubach ausgefallen

Großen- Bused

Verein

Niedergirmes

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7.

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Bildungswefen am

Wallau

Ffm.- Fechenheim( 6.) ausgefallen

Germania Marburg 1900 Gießen ausgefallen

Frohnhausen ausgefallen

Wiesenbach

Verein

Butzbach Löhnberg Ehringshausen

Gr. Bused

Azlar

Weilburg

Laubach

15523211

SC. Wetzlar 3: 1( 2: 0)

Spiele gew. unent. verl. Tore Punkte

12 5

4

3 24:23

9

6

1

2

14:10 23:12 13: 5

8

5

1

2

28:16

11: 5

9

4

2

3

22:20 10: 8

10

4

1

5 26:27

9:11

8

4

0

4

19:14

8: 8

8

3 1

4 20:31

7: 9

10 0

2

8 14:32

2:18

Wommelshausen Wetter, W. nicht angetreten

Frankenberg Biedenkopf 2: 2

Marbach Laasphe, L. nicht angetreten

Feudingen Bottenhorn ausgefallen

Gladenbach Allendorf, A. nicht angetreten Offdilln, Offd. nicht angetreten Sechshelden 2: 0

Dillenburg

-

Offenbach

Niederscheld

Merkenbach

Burg 0: 2

Herborn 1: 1

Neuhof Lauterbach 7: 0( 3: 0)

Gau Gießen- Wezlar.

Ehringshausen 2.- Weilburg 2. ausgefallen

Aẞlar 2.

Verein

Ehringshausen Weilburg Butzbach Löhnberg

Azlar

Niedergirmes Laubach

Bermbach

Grävened

Dreihausen 1. Sarnau 1.

Wallau 2.

Hesselbach

Biedenkopf 2.

Hartenrod 1. 0: 0

Buchenau 1. 5: 2

Banfe 1, 1: 2( 1: 0)

Breidenstein 2: 3( 1: 2)

Edelshausen 1. 2: 6( 1: 3)

Obereisenhausen- Niedereisenhausen 6: 0( 3: 0)

2. Gauklasse:

Sarnau 2. Germania 3. 3: 4 Unterrosphe Bürgeln 2. 1: 4

Goßfelden Sterzhausen 0: 1

Caldern Friedensdorf 2: 1

Mornshausen a. D. Wolfgruben 2: 1( 1: 1) Cölbe Mellnau 19: 0

Frankenberg 2.- Oberrosphe 3: 2

Niederofleiden 1.- Gemünden 0:10

Heskem 1. Dreihausen 2. 3: 1 Niederwalgern 2. Cappel 2. 7: 2 Lohra Sinkershausen 1: 2

Jugend:

Endbach 1. Wommelshausen 1 2: 5 Biedenkopf 1. VfB.-K. Marburg 1. 2: 0 Laasphe 1. Edelshausen 1. 2: 3( 0: 3)

2. Mannschaften:

Gau Dill.

Dillenburg 2. Sechshelden 2. 4: 0

Niederscheld 2.- Burg 2. B. nicht angetreten

=

Herbornseelbach 7: 3

Medenbach Donsbach 1: 6

Frohnhausen 2. Haiger 1. 0: 2

Spiel.

Hessen Hersfeld- VfB.-K. Marburg 3: 5( 2: 2)

Nr. 2

Die bisher auf eigenem Plaze unbesiegten Hersfelder muß­ten eine verdiente Niederlage einsteden. Leider vertrug das weder Publikum noch Mannschaft, so daß es zu Exzessen kam ( Siehe Streife durch den Bezirk).

Borussia Fulda- Spielverein Kassel 4: 2( 1: 0) Beide Mannschaften kämpften mit großer Energie. Erst furz vor Halbzeit tam die Playmannschaft zum ersten Erfolg und ging dadurch in Führung. Nach der Pause griffen sie mit Elan an, erhöhten auf 3: 0, um dann von den munter geworde nen Kasselanern zwei Tore zurückzubekommen. Zehn Minuten vor Schluß fönnen die Fuldaer eine Ede zum vierten Tore ver­wandeln. Sie haben verdient gewonnen.

Hermannia Kassel Germania Fulda 2: 0( 1: 0) Das Spiel war ausgeglichen. Beide Mannschaften boten gute Leistungen. Die Playmannschaft verdankt ihren Sieg ihrer ganz vorzüglichen Hintermannschaft.

Aus Gießen und Umgegend.

Großen- Bused 1.

-

SC. Weglar 3: 1( 2: 0).

Mit diesem, für Großen- Bused beachtenswerten Sieg, der auf Grund besserer Leistungen und der Zusammenarbeit un­bedingt verdient ist, fonnte eine höhere Punktzahl erreicht wer­den. Die Mannschaft Großen- Buseds lieferte ein spannendes Spiel, das durchdacht und mit viel Verständnis bestritten wurde. Besonders der rechte Flügel der Einheimischen arbeitete sehr gut, der linke Verteidiger war in der Abwehr vollkommen sicher. Alles in allem. es flappte. Wetzlar- Niedergirmes stellte eine auch körperlich gute Mannschaft, in der alte Rönner mitwirkten, Punkte doch reichte es nicht aus, die jungen Spieler des Buseder FC. zu schlagen. Dörr- Grünberg griff nicht immer durch, sonst war er gut. Ph.

Laubach 2., ausgefallen

1. Gautlasse:

Hörbach

Spiele

Tore

Punkte

7

17:10

11: 3

d

6

20:10

10: 2

7

12: 8

8: 6

7

16:18

8: 6

Allendorf Langenaubach. A. verz. auf Punkte. Nanzenbach Oberroßbach 2: 3

2. Gauklasse:

6

10:16

5: 7

Fleisbach

Herbornseelbach 2. 3: 5

9

12:19

8

4:10

5:13 3:13

1900 Gießen 2.

Steinberg 2: 1( 2: 0)

Lollar VfB. Gießen 3. 4: 2( 2: 1)

Das deutsche Sportjahr 1930.

Wieder ist ein Jahr zur Neige gegangen, wieder einmal fann der deutsche Sport die Bilanz dessen ziehen, was er erar­beitet und erstrebt und auf der anderen Seite erreicht hat. Man muß sich dabei hüten vor einem all zu schnellen Urteil, beein­flußt von einigen besonderen Ereignissen, die im Brennpunkt des Interesses standen, muß auch die verschiedenen Sportgebiete von einander trennen u. muß sich schließlich neben den Spizenlei­stungen, den Kämpfen mit anderen Ländern usw. auch der Klein­arbeit, den wirtschaftlichen Verhältnissen, der Aufbautätigkeit, die erst in der Zukunft sich in Ergebnissen auswirken kann, auf­merksam widmen.

Wägt man das alles gegeneinander ab, wird festzustellen sein, daß große sichtbare Fortschritte 1930 im deutschen Sportleben nur wenig zu sehen sind, daß sich sogar verschiedentlich Stillstand, ja Rückschritt und gewisse Verfallserscheinungen zeigten. Demge­genüber steht als bedeutendstes Aktivum die Einigung, die zwi­schen Turnerschaft, Fußball- Bund, Sportbehörde und Schwimm­Verband zustandegekommen ist, und die nicht dadurch getrübt werden kann, daß manche andere Träume, insbesondere eine ebensolche Einigung im Radsportlager, bisher nicht verwirklicht wurden. Viel bleibt noch im neuen und in den kommenden Jahren zu tun.

Die normale Entwicklung, die wir erhoffen, bedarf aller­dings gewisser Voraussetzungen, nämlich einer zielbewußten Füh rung des deutschen Sports und dazu einer von Opferwilligkeit und Idealismus gleicher Weise getragenen Kleinarbeit in den Verbänden und Vereinen auf breitester Linie.

Die wirtschaftliche Not, unter der unser ganzes Volk leidet, wird sich hierbei außerordentlich erschwerend bemerkbar machen. Reich, Staat und Gemeinden haben bei der zugegebenen notwen digen Sparsamkeit zu allererst die für die Förderung von Sport und Turnen bisher bewilligten, ohnehin fargen Mittel, noch weiter zusammengestrichen und verweisen Vereine und Verbände, die gerade unier fistalischen Maßnahmen, vor allem steuerlicher Natur, am schwersten leiden, auf den Weg der Selbsthilfe. Nun, der deutsche Sport hat noch nie danach gestrebt, ein Rentner des Staats zu werden, er wird sich auch durch die jetzige Not­zeit durchbeißen.

Lassen wir einmal die einzelnen Sportarten in der Erinne­rung an uns vorüberziehen.

Die Deutsche Turnerschaft,

der Welt größter Verband für Leibesübungen, hat ein Jahr reicher Arbeit, aber auch schöner Erfolge hinter sich. In 13 Kreisturnfesten tam zum Ausdrud, welche gewaltige Arbeit an unserem Volk und unserem Volkstum diese festgefügte Millionen­

Uckersdorf Biden 1: 2

Würgendorf Holzhausen 0: 3, abgebrochen.

Lützeln Straßebersbach 4: 0

Eibelshausen Breitscheid 1: 1

Gemeinschaft leistet. Ueberall ist es trotz der Not der Zeit in der Deutschen Turnerschaft vorwärts gegangen. Die deutsche

Leichtathletik ist auch 1930 wieder unbesiegt aus allen Großlämpfen mit anderen Nationen hervorgegangen. Die Bilanz im Frauensport, erwiesen durch unser hervorragen­des Abschneiden bei den Frauen- Weltspielen in Prag, geht da hin, daß Deutschland auf diesem Gebiet führend in Europa ist. Die Leichtathletikmeisterschaften zeigten zwar keinen Leistungs­fortschritt, prüft man dagegen das Leistungsniveau auf breiter Basis, ergibt sich, daß Unkenrufe von Stillstand oder gar Rüd­schritt keine Berechtigung haben.

Aehnlich bei den Schwimmern.

Hier könnte man eher sagen, daß wir nicht vorwärts ge­fommen sind. Der Abstand zwischen den Leistungen anderer Nationen und denen unserer Spigentlasse ist zweifellos ver­mindert worden. Daß aber auch im Schwimmen tüchtige Brei­tenarbeit geleistet wurde, zeigen am besten die zahlreichen Ver­besserungen der Staffelrekorde.

Die schwerste Zeit hat 1930 von den deutschen Sportver­bänden zweifellos

der Deutsche Fußball- Bund durchgemacht.

Er kann zwar eine Mitgliederzunahme verzeichnen, seine Fi­nanzen sind, oberflächlich gesehen, gut in Ordnung, aber weder in sportlicher, noch viel weniger in organisatorischer Hinsicht fann der DFB. zufrieden sein. Er trägt die schwere Verant­wortung, daß er, ohne den Mut zu einer reinlichen Scheidung zu finden, den Amateurgedanken im deutschen Sport in einer Weise verwässert hat, die die schwersten Befürchtungen für die Zukunft hegen läßt.

Deutschlands Tennisspieler fämpften 1930 unglüdlich. Einzig allein unsere Damen, voran Frl. Aussem, stellen 3. 3t. wirklich internationale Klasse dar. Um den Nachwuchs sieht es ziemlich trüb aus.

Der Deutsche Hockey- Bund fonnte seine Spielstärke in zwei Länderspielen gegen Dänemark und Holland erneut unter Beweis stellen. Auf diesem Sport­gebiet haben wir außer England kaum einen gleichwertigen Gegner. Ebenso weit zurüd sind wir dagegen im Ruby.

Boyer, Ringer und Schwerathleten haben erneut bewiesen, daß diese Sportarten in Deutschland festen Boden unter sich haben und im internationalen Wettbe­werb etwas gelten.

Der deutsche Rudersport

fann mit den letzten Jahren zufrieden sein. Die Leistungs­höhe dokumentierte sich in allen Kämpfen, die uns mit anderen Nationen zusammenführten, während die Meisterschaftskämpfe

Aus Lollar.

Lollar 1.

-

BfB. Gießen 2. 4: 2( 2: 1). Beide Mannschaften lieferten sich in stärkster Aufstellung ein flottes Spiel. Auf beiden Seiten wurde sehr hart um die Punkte gerungen. Dem VfB. galt es, seinen Vorsprung in der Tabelle zu halten, während Lollar die im Vorspiel erlittene Schlappe wettzumachen suchte. Da der angesetzte Schiri nicht erschien, übernahm Herr Krug von Dutenhofen die Leitung. Leider war derselbe in seinen Entscheidungen zu weich, so daß öfters unliebsame Störungen vorkamen. Das Resultat entspricht dem Spielverlauf, hätte sogar für den Plazzbesitzer besser lau­ten können. Lollar hatte stets ein leichtes Plus.

Lollar 1. Jugend 1900 Gießen 1. Jugend 0: 4( 0: 3). Hier mußten die Einheimischen mit nur 10 Mann und da­runter noch Ersatz, den in guter Aufstellung erschienenen 1900ern entgegentreten. Dennoch war Lollar durchaus nicht allzu viel schlechter als die Gäste.

Garbenteich 1. 1900 Gießen 3. 5: 3( 1: 1).

Die 3. Mannschaft der SpVg. 1900 mußte in Garbenteich eine 5: 3- Niederlage hinnehmen. Gleich vom Anpfiff des Un­parteiischen an entwickelte sich ein flotter, harter Kampf, bei dem die Gäste in den ersten 15 Minuten tonangebend waren. 1: 0 für Gießen. Ein unhaltbarer Treffer war das erste Tor. Dann fanden sich auch die Garbenteicher und drängten zeitweise start. Ein Elfmeter für Garbenteich brachte nichts ein. Kurz darauf ein zweiter Elfmeter, der verwandelt wurde. Bald da rauf Pause. Nach dem Seitenwechsel ließ die Gießener Mann­schaft nach und mußte sich in regelmäßigen Abständen noch vier Tore gefallen lassen. Erst wenige Minuten vor Schluß famen die Gäste noch zu zwei Toren. Der Endspurt der Gießener setzte zu spät ein. Garbenteich spricht nach diesem Spiel ein wich­tiges Wort um die Meisterschaft mit. Schiri Pfaff- Wetzlar­Niedergirmes leitete sehr korrekt.

Meßlar- Weilburger Brief.

Nach älterer gewohnter Sitte ruft der Freund dem Freun­de zu beim Jahreswechsel Ein glückliches neues Jahr!". Gau­leitung, Verlag, Schriftleitung etc. riefen Euch bereits ihr Prosit Neujahr" zu. Auch ich ihr lieben Sportler wünsche Euch ein Glückliches newes Jahr!" Glüd und Segen unserer Sportsache; eins tut not: Gemeinschaftsgeist, denn durch ego­istische Bestrebungen, gespalten in viele Parteien, tommt unser Deutsches Volk nicht zur Ruhe und gewinnt nicht den Boden des Wiederanstieges. Da muß sich die Sportjugend wenigstens zu ehrlicher, aufrichtiger und zweckbewußter Arbeit zusammen­finden und geeint unser hohes Programm zu verwirklichen juchen

das seltene Ergebnis hatten, daß von sechs Titeln nicht weniger als fünf im Besitz der vorjährigen Meister blieben. Amicitia Mannheim war der überragende Verein 1930.

Der Radsport fann weniger froh auf das zu Ende gegangene Jahr zurückblicken.

Am betrüblichsten ist die Tatsache, daß sich die beiden großen Verbände BDR. und VDR. trok der gerade im Maschinen­sport sich besonders auswirkenden Not der Zeit nicht einigen können. Der schönste Erfolg im Berufssport war der Welt­meistersieg des Hannoveraners Möller in Brüssel.

Der Automobilsport

hat ein arbeitsreiches, aber auch von äußeren Erfolgen geseg­netes Jahr hinter sich. Deutschland stellte mit Caracciola und v. Stuck die beiden Europameister 1930. Unsere Motorradfahrer haben sich allen anderen Spizenkönnern auf diesem Gebiet, auch den Engländern, als ebenbürtig gezeigt.

Mit besonderer Freude fann die deutsche Luftfahrt ihre Geschichte über das jetzt abgelaufene Jahr schreiben. Der Europa- Rundflug wurde zum zweiten Male von einem Deut­schen, Friz Morzik, gewonnen. Wolfgang von Gronau über­querte im Etappenflug den Ozean in ostwestlicher Richtung auf einem Dornier- Wal.

Unsere Reiter

haben schon bei den Olympischen Spielen in Amsterdam gezeigt, daß sie feinen Konkurrenten zu fürchten brauchen. Die vier Reichswehroffiziere, die jetzt am Jahresende an den großen internationalen Turnieren in Amerika und Kanada teilnahmen, haben erneut den Beweis durch ihre glänzenden Erfolge dafür geliefert.

Bliebe noch

der Wintersport.

Der Winter 1929-30 ist schneearm, wetterlaunijch, furzum ein Winter des Mißvergnügens gewesen. Zahlreiche Wettbe­werbe mußten immer wieder verschoben werden, manche fielen ganz aus. Den größten Erfolg fonnten unsere Eishodeyspieler buchen, denen es gelang, den Europatitel zu erringen. Hoffent­lich entschädigt der Winter 1930-31, der Deutschland die Durch­führung einer Reihe großer internationaler Veranstaltungen bringt, für all das, was man von seinem Vorgänger vergeblich erwartet hatte.

Wir stehen am Anfang eines neuen Jahres, des letzten vor den Olympischen Spielen in Lake Placid und Los Angeles, eines Jahres, dessen Beginn gekennzeichnet ist durch schwere wirtschaftliche Not des ganzen Voltes. Möge Zähigkeit und Tatkraft alle Widerstände, die der Ausbreitung und Förderung der Leibesübungen entgegenstehen und entgegengestellt werden, überwinden.