Einzelbild herunterladen

Mittwoch den 7. Januar 1931

Grundbesitzes noch bestehen geblieben. Es haben Anteil an der Gesamtbevölkerung:

Haus- und Grundbesit Mieter

52,5% 47,5%

Das Märchen mit den 7 Prozent Hausbesitzern und 93 Prozent Mietern, mit welchem besonders die Mieterorgani­sation versuchte, ihre Reihen zu stärken und ihre Macht zu be­weisen, gehört nunmehr endgültig in das Reich der Fabel. In Medlenburg tommen auf 100 Haushaltungen nicht 7, sondern 37,5 Hausbesitzer und 62,5 Mieter, in den kleineren Städten so= gar 52,5 Hausbesitzer und nur 47,5 Mieter

Der Verband Mecklenburgischer Haus- und Grundbesitzer­vereine hat mit vorstehenden Zahlen den Schleier über die angebliche Bedeutungslosigkeit des städtischen Haus- und Grundbesitzes gelüftet und bewiesen, welchen ungeheuren Wert er in der deutschen Gesamtwirtschaft hat. Denn die Berech nungen erbringen den vollen Beweis, daß die deutsche Mieter­schaft bedeutend weniger als 90 Prozent des deutschen Volkes darstellt.

Lokales.

Die Beleuchtung unseres Arbeitsplaßes.

Von Dr. med. Flaschenträger.

Das Tageslicht übt auf das Wohlbefinden und die Stim­mung des Menschen einen angenehmen Einfluß aus, selbst für das Sehorgan ist bei anstrengenden Beschäftigungen, wie beim langen Lesen und Handarbeiten, das direkte Himmelslicht die wohltuendste und beste Beleuchtung. Diese notwendige Hellig­feit ist aber bei engen Straßen und hohen Häusern nur selten in den Erdgeschossen vorhanden, selbst wenn durch große Fenster, durch helle Wände, durch das zurückgeworfene Licht die Licht­menge zunimmt, denn nur in den höhergelegenen Zimmern oder bei freien Plätzen kann direktes Himmelslicht reichlich herein­stürmen. Für seine Arbeiten ist, soweit möglich, das Tageslicht jeder künstlichen Beleuchtung vorzuziehen.

Wenn auch die künstliche Beleuchtung das Tageslicht nicht ersetzen kann, so braucht die Naharbeit an trüben Tagen oder des Abends wegen der regulierbaren Helligkeit der elektrischen Beleuchtung durch die Entfernung und Stärke der Lichtquelle nicht eingeschränkt zu werden. Von allen künstlichen Lichtquellen ist am zweckmäßigsten das elektrische Licht mit Metallfaden­lampen, und zwar für Naharbeit eine Tischlampe mit einer die Lichtquelle einhüllende Metallglocke, welche keinen Lichtschimmer ins Auge dringen läßt. Die Lichtquelle soll wie durch einen Scheinwerfer auf die Arbeitsfläche geworfen werden ohne störende Spiegelungen. Der elektrische Beleuchtungskörper in Form einer über dem Tisch hängenden Krone oder das Gaslicht wirft ein spiegelndes Licht auf das Papier, so daß das Auge ermüdet.

Die Beleuchtung bei Handarbeiten mit weißem Stoff braucht wegen der Zurüdwerfung des Lichtes und wegen Blendung nicht sehr groß zu sein( 40 bis 50 Watt- Lampen), welche auch durch die Entfernung der Lichtquelle vermindert werden kann. Der milde Schein der Petroleumlampe kann im Notfalle für weiße Arbeiten ausreichen.

Für schwarze Handarbeit ist eine zwei bis dreimal so starke Lichtquelle notwendig( 80 bis 100 bis 150 Watt- Lampen), und starke Annäherung an die Lichtquelle; durch einen einfachen Kunstgriff tann die Helligkeit noch erhöht werden, indem der Arbeitstisch mit einer schneeweißen Tischdecke bedeckt wird. Deckenbeleuchtung( Gasbeleuchtung) oder indirekte Beleuchtung durch versteckte Lichtquelle kann dem Raum eine trauliche Stim­

Von Sportanzügen,

Abendkleidern und Frauentypen.

Vorüber das Weihnachtsfest und der Trubel des Neujahrs­tages! Jetzt gehört unser Interesse dem Wintersport, der immer mehr Anhänger aus allen Kreisen gewinnt. Wie klein war z. B. noch vor einigen Jahren das Häuflein der skifahren­den Städter! Und heute welch stattliche Gemeinde! Die Wetternachrichten und Prognosen aus den Gebirgsgegenden sind überall begehrte Lektüre, die Schneehöhen- Kurve ist eine vieldiskutierte Linie, und die Frage der zweckmäßigen Sport­kleidung ein beliebtes Thema.

Hier haben die praktischen Erfahrungen des ernsten Sport­lers dem Trainings- und Sfianzuge zu überraschendem Siege verholfen. In erster Linie dem für Damen und Herren unüber­trefflichen sog. Norweger" aus dem verschiedensten Material. Daneben bestehen aber hundertfältige Spielarten dieses Anzug­typs für die ungezählten Sportamateurinnen, enthusiastinnen und für das Gros der Wintersportplatz- Besucherinnen, die nur gelegentlich in der einen oder anderen Sportart dilettieren und das modische Moment weit über das sportliche stellen. Ihr Ehrgeiz gilt dem Erfolge auf dem Gebiet der Mode, und die Schneiderinnen schaffen für sie sehr schöne, phantasievolle Mo­delle, für die sie die verschiedensten Materiale heranzuziehen wissen. Da sind zuerst die praktischen Trikot- und Tweedstoffe, denen sich überaus praktisch und elegant zugleich. der Samt gesellt. Wie wundervoll waren in diesen Tagen im schönen Oberhof zwei Schwestern L in ihren schwarzen Samt­trainings, leicht mit schmalen Hermelinstreifen verbrämt. Origi­nell der Schnitt ihrer natürlich langen, unten mit Gummizug abgeschlossenen Hosen, die eine zadig geschnittene enganschlie­Bende Hüftpasse ergänzte. Das schwarze Glanzstoff- Jumperchen wurde von einer Samtjade mit kurzen Jaden- und leicht wel­ligen Schoßteilen gedeckt, die in Taillenschlußshöhe angesetzt

waren.

...

-

Die Ausstattung eines anderen, ähnlich geformten Sportanzuges aus somali- braunem Samt ergab naturgrauer Fehbesatz. Im allgemeinen dominierte aber auch hier ebenso das wie später beim gesellschaftlichen Treiben in den Hotels Schwarz, besonders für die vielfach prinzeßförmigen Schlittschuh­kostüme und Kleider aus Samt, und es ist ganz überraschend, wie auffällig- vornehm und wirkungsvoll diese Schwärze inmitten der allgemeinen Farbigkeit ist.

Sind für draußen die schwereren Sambarten das Material,

,, Gießener Zeitung"

mung geben, ist aber zum Arbeiten unbrauchbar und schadet dem Auge.

Als Voraussetzung für angestrengte Naharbeit gilt ein dem Auge, dem Alter und der Beschäftigung genau angepaẞtes Augenglas.

* Eine Stephan- Jubiläumspoftfarte. Zum 7. Januar 1931, dem hundertsten Geburtstage des Generalpostmeisters Heinrich v. Stephan, gibt die Deutsche Reichspost eine besondere Post­tarte zu 8 Rpfg. heraus. Die Karte trägt auf dem linken Teil der Vorderseite ein Bildnis Stephans und in der oberen rechten Ede eine eingedruckte Freimarke, die der 1875 für die ersten Postkarten verwendeten violetten Marke ähnlich ist. Bild und Marke der neuen Stephanstarte sind dunkelgrau.

* 50 Jahre Vogelsberger Höhenclub. Der Vogelsberger Höhenklub kann in diesem Jahre auf sein 50jähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlaß begeht der gesamte V. H. C. am 30. und 31. Mai in Schotten eine große Jubiläumsfeier, zu welcher die Vorbereitungen schon im Gange sind.

Aus Nah und Fern.

Kirchenvorstehertagungen.

Oberhessen, der Ausgangspunkt der unter Dr. von Lüpfe- Göttingen über das ganze Reich verzweigten Deutschen Dorfkirchlichen Bewegung, wird auch im Laufe dieses Winters wieder eine ganze Reihe von Kirchenvorstehertagungen erleben, die sich jedesmal als ein anregendes Aussprachetreffen, nicht allein für die Kirchenvorsteher, sondern ebenso für die Kirchen­gemeindevertreter und andere kirchlich interessierte Gemeinde­glieder darstellen. Als Tagungsorte wurden für den Bezirk des südlichen Oberhessen diesmal die Orte: Stockheim( 9. Fe­bruar), Echzell( 23. Februar) und Nieder- Wöllstadt( 9. März) gewählt. Die einleitenden Festgottesdienste werden von dem Prälaten der hessischen Landeskirche, D. Dr. Diehl- Darm­stadt und dem Superindententen der Provinz Oberhessen, Ober­kirchenrat D. Wagner- Gießen gehalten. Das Thema der Nachmittagsversammlung: Bauer und Bibel", wird von Lic. theol. Gerstenmaier Friedberg, dem Professor am Hessi= schen Predigerseminar, behandelt.

*

Ortenberg. Am Dienstag wurde in der Nähe von Selters aus der Nidder die Leiche eines 19jährigen Mädchens aus Oberfeemen i. Oberh. geländet, das seit dem vergangenen Sonn­tag vermißt wurde. Die Polizei nimmt an, daß das Mädchen von seinem Bräutigam in die Nidder gestoßen wurde, da er sich seiner Braut, die ein Kind von ihm erwartete, entledigen wollte. Der junge Mann wurde verhaftet.

Schlig. Dank der wiederholten Bemühungen des Vorstan= des der Bezugs- und Absatzgenossenschaft Schlitz gelang es end­lich, eine Eierverwertungs- Genossenschaft in Schlitz ins Leben zu rufen.

Gerichtliches Nachspiel zur Reichstagswahl. Offenbach. Vor dem hiesigen Schöffengericht hatten sich verschiedene Angeklagte zu verantworten, weil sie am 6. Sep­tember, in der Zeit vor den Reichstagswahlen, in einer Wäh­lerversammlung der Nationalsozialisten einen Trupp National­sozialisten überfallen und zwei von ihnen schwer verletzt haben; einer allein erhielt elf Messerstiche. Die Angeklagten wurden zu erheblichen Gefängnisstrafen verurteilt, und zwar erhielt Hoffmann 1 Jahr 6 Monate Gefängnis, Keller ebenfalls 1 Jahr 6 Monate Gefängnis, Schlehenbeder und Heßler je 1 Jahr Ge­fängnis. Die anderen Angeklagten wurden teils als nichtschul­dig, teils wegen Mangels an Beweisen freigesprochen.

Nr. 2

Rüsselsheim. Seit 15. Dezember hat unsere Stadt die Be­völkerungsziffer 10 000 überschritten und gehört somit zu den größten Landgemeinden in Hessen.

Trauerfundgebung für Geh. Gewerberat Falt. Mainz, 4. Jan. Von der außergewöhnlichen Wertschätzung und Beliebtheit, deren sich der verstorbene Geh. Gewerberat J. B. Falt erfreute und von der tiefen Trauer über seinen Heimgang zeugte die Teilnahme aller Behörden und zahlreicher Korporationen bei der Bestattungsfeier. Bei einem Traueraft in der Gewerbeschule hielt als ältestes Vorstandsmitglied der Handwerkskammer Ehrenmeister Schmud- Worms die Gedächt­nisrede. Er betrauerte aufs tiefste den Heimgang dieses aus= gezeichneten Mannes, der mit vorbildlicher Pflichttreue für seine Vaterstadt und das Gewerbe, besonders das Fleischerge­werbe, gewirkt habe. Er gedachte des Verstorbenen in unaus­löschlicher Dankbarkeit und Verehrung.

Herborn. Das im Innern völlig renovierte ehrwürdige Oranien- Schloß, der Sitz des theologischen Landesseminars, iſt am Dienstag mittag seiner Bestimmung wieder übergeben wor den. Aus diesem Anlaß fand in der Schloßkapelle eine akade­mische Feier statt.

Fliegertod.

Dillenburg, 7. Jan. Auf der Hirzenhainer Höhe stürzte ein Segelflugzeug ab, wobei der Pilot, der 24 Jahre alte Eckard aus Bebra, der mit einer Fliegergruppe aus Friedberg zu Schulzweden hierher gekommen war, lebensgefährliche Ver­legungen erlitt. Ecard ist gestorben.

Marburg. Die vorjährigen Marburger Festspiele schlie­zen, wie der Magistrat mitteilt, mit einem Fehlbetrag von 18 495 Mark ab.

Frankfurt a. M., 5. Jan. In der Angelegenheit des Fas­sadenkletterers Hecen erfolgte eine weitere aufsehenerregende Verhaftung. Es handelt sich um den im ganzen Frankfurter Wirtschaftsgebiet bekannten Textilwarenhändler S. Zeimann, auch seine Sekretärin wurde festgenommen. Inwieweit Zei­mann an den umfangreichen Hehlergeschäften beteiligt ist, konnte noch nicht in Erfahrung gebracht werden.

Beilegung des Lohnkonflikts in der Kasseler Metallindustrie

Kassel, 6. Jan. Unter dem Vorsitz des stellvertretenden Schlichters für Hessen- Nassau, Regierungsrat Dr. Kollath- Wies­baden, fanden gestern Verhandlungen zur Beilegung des Lohn­konflikts in der Kasseler Metallindustrie statt. Auf Grund der Vorschläge des Schlichters einigten sich die Parteien dahin, daß ab 12. Januar die Löhne in der Spitze von 85 auf 81 Pfennig für die Facharbeiter herabgesetzt werden. Die prozentuale Ver­ringerung der anderen Löhne ist geringer und beläuft sich auf 3 bis 4 Proz. Die Akkorde sind um 6 Proz. gesenkt worden. Das Lohnabkommen soll bis zum 31. Juli 1931 Geltung haben. Heidelberg. Nach Fertigstellung eines neuen Fernsprech­fabels zwischen Heidelberg und Mannheim wird auch Heidel­berg( das jetzt schon dem Schnellverkehrsnetz Mannheim- Lud­wigshafen Schwetzingen- Ladenburg angehört) dem Fern= Sprech- Schnellverkehr mit Frankfurt a. M. und Darmstadt ange= schlossen, der fürzlich für Mannheim zugelassen wurde. Die Vorarbeiten werden etwa Ende März beendet sein. Rheingönheim, 7. Jan. Eine Feldbahn stürzte eine Bö­schung hinab und versant sechs Meter tief im Wasser.

Das neue Hochwasser des Rheins.

Köln, 5. Jan. Das neue Hochwasser wird aller Voraus­sicht nach in keiner Weise den Umfang erreichen können, den es im November vorigen Jahres hatte. Der Pegelstand zeigte Montag vormittag 6 Uhr in Koblenz 5,38 Meter. Seit Sonn­tag ist das Wasser um 87 Zentimeter gestiegen, zurzeit steigt es stündlich noch um 2 Zentimeter. Die Rheinnebenflüsse Nahe, Sieg und Aar fallen.

leichte Panne- und Chiffonsamt am meisten verarbeitet. Diese| so ist für das Nachmittags-, das kleine und große Abendkleid der Kleider fallen auch durch die so vorteilhafte Großzügigkeit ihrer Schnittformen auf. Da sind keine kleinen Effekte, die Wirkung des Samtes bedarf ihrer nicht. Das Leibchen, von dem rück­wärts meist nicht allzuviel vorhanden ist, bleibt vorn ganz schlicht mit dezentem Ausschnitt, der Rock hat oft in Schößchen­oder Kniehöhe einen Glockenvolant und verzichtet auf alle Zipfel

nur das wirklich große Abendkleid rechnet mit der Schleppe. Reizend die große Mode der lebenden Blumen, durch die die mondäne Frau ihren besonderen Typ zu unterstreichen und zu betonen weiß. Ist die Blume nicht der Blickfang am Kleide, so ist sie es gewiß an der unerläßlichen kurzen Abendjade oder dem so feschen kleinen Cape- Umhang, die beide nicht aus Pelz zu bestehen brauchen, sondern für die ebenfalls Samt zu den be­vorzugten Stoffen gehört mit Pelzeinfassungen rolliert.

-

Doch ich sprach eben vom Typ der modernen Frauen, den jede von ihnen mit fabelhafter Sicherheit für sich erfüllt und fennt. Aus dieser Kenntnis heraus weiß sie sich von Aus­nahmen natürlich abgesehen anzuziehen und diese Selbstkennt­nis läßt auch Extravaganzen zu, sofern sie eben dem Typ ent­sprechen. Ein Beispiel: Taucht da vor ein paar Tagen in der Halle eines Hotels in M abends eine junge Dame auf, absoluter Girltyp, nicht auf ,, Dame" umzustellen, reizvoll- jungen­hajt in einer rockartig weiten Hose aus schwarzem Spiegel­samt und einem Laméleibchen. Gewiß, eine Sensation, aber so den Typ steigernd, daß gar nicht gejagt ist, ob die kleine Blon­dine nicht Schule macht, um so mehr, als das mit der Hose har­monierende Käppchen so ganz dazu stimmte. Aber bitte nur für den Jungenstyp!

Gibt es noch Analphabeten?

Fr. Gr.

Von Zeit zu Zeit hört die Deffentlichkeit auch etwas von jenen bedauernswerten Menschen, die weder des Lesens nom des Schreibens fundig sind. Der deutsche Staatsbürger glaubt gemeinhin, daß es solche Menschen bestimmt nicht in Deutschland, dem Land der Schulen und der Dichter und Denker, kaum in Europa gibt. Wenn er von Analphabeten hört, so erinnert er sich an entfernt liegende exotische Gegenden, an ausgedehnte überseeische Landgebiete, die bisher noch von aller Kultur abge­schlossen waren. Und dennoch ist diese Vermutung falsch. Haager Statistiker haben sich bemüht, das Analphabetentum, besonders der Welthauptstädte, zu erfassen. Sie stellen fest, daß sogar die

Reichshauptstadt Berlin noch 0,43 v. H. Analphabeten aufweist, das sind bei einer Bevölkerungszahl von rund 4,3 Millionen faſt 19 000 Menschen. Dabei steht die Hauptstadt des Deutschen Rei­ches in dieser Beziehung noch an der günstigsten Stelle. Jhr folgt Prag mit 0,69 v. S. lle anderen Hauptstädte weisen noch ungünstigere Ziffern auf. Die höchste Zahl von Analphabe= ten wird aus Teheran mit 82,2 v. H. gemeldet.

Die Zahl der Analphabeten statistisch zu erfassen, ist nicht immer ganz leicht. Die Feststellungen werden meistens bei den Eheschließungen oder beim Eintritt in den Militärdienst oder bei sonstigen öffentlichen Handlungen, die eine Unterschrift er= fordern, getroffen. Daneben gibt es auch Länder, wie z. B. Vo­len, die über keine Analphabetenstatistik verfügen sollen. Als das dunkelste Land in Europa wurde bisher wohl allgemein Rußland angesehen. Nach anscheinend zuverlässigen Nachrichten sind dort aber im letzten Jahrzehnt etwa 11 Millionen Erwach sene im Lesen und Schreiben unterrichtet worden. Wenn auch nicht alle die dafür veranstalteten Kurse bis zum Ende und mit Erfolg besucht haben, so haben doch schätzungsweise etwa 7 Milli­onen das Lesen und Schreiben noch im vorgeschrittenen Alter erlernt und die Zahl der russischen Analphabeten verringert. Man hat errechnet, daß heute noch in Rußland über 50 v. H. der Gesamtbevölkerung Analphabeten sind. Nicht uninteressani sind die Zahlen über das Analphabetentum, die aus anderen Staaten Europas vorliegen. Das Evangelische Deutschland" veröffentlicht z. B. folgende Ziffern:

Germanische Länder Deutschland 0,01 v. H.

Schweiz 0,09 v. H.

Dänemark 0,20 v. 5.

Schweden 0,24 v. H.

England 1,0 v. H.

Holland 2,10 v. H. Romanische Länder

Frankreich 4 v. H.

Belgien 7,87 v. H.

Italien 30,22 v. 5.

Spanien 68,20 v. H.

Portugal 83,0 v. 5.

Diese Zahlen beweisen mit unmißverständlicher Deutlichkeit,

in welchen Staaten Europas das Schul- und Bildungswesen am besten ausgebaut ist.

Be

B

Bo

Ge

бет

Spi

V.f

Ger Ode

Gro

Sur Geff

SV.

1.

Ge

Wa

Bre

Wie

1900

Sp.

Fro

2.2

Nie

Bu

Löt

Ch

Gr.

Al

Wei

Lau

Ehr

We

Bu

Löt

AR

Nie

Lau

fan

beit

mu

De

Do

tu

arb

die

mer

da

wer

gen

iche

Ve

We

ebe

10

di

tu

un

Ve

Wit

Re

Dig

un

we

Die

Ra

Der

Des

Bei

IU

De

tei

Kr

un