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Mittwoch, den

Mittwoch, den 6. Mai 1931.

mittelbar mit dem Kriege und den von ihm verursachten wirt­schaftlichen Notständen zusammen. Vor dem Kriege wurden für diese Zwede nur 723 Millionen ausgeworfen. Ferner haben sich auch die Aufwendungen für das Schulwesen, desgleichen die für Wirtschaft und Verkehr erhöht, Aufwendungen, die sich aus den veränderten Verhältnissen der Nachkriegszeit und der durch die Inflation und die Folgen des Versailler Friedensdiktats zum großen Teil vernichteten Kapitalfraft Deutschlands ergeben. Diese Posten beliefen sich auf nicht weniger als 3,2 bezw. 2,2 Milliarden; d. s. also insgesamt rund 3 Milliarden mehr als

1913.

Die wirtschaftlichen und sozialen Nöte des reparationsbe­lasteten, tapitalarmen Deutschland spielen sich also in den Aus­gaben der öffentlichen Hand mit großer Deutlichkeit wieder. Ein schematischer Vergleich mit Vorkriegsverhältnissen muß allein aus diesem Grunde schon in die Jrre führen. Daß auf der an­deren Seite im Rahmen des Möglichen alles getan werden muß, um die öffentlichen Lasten wirksam zu vermindern und der schwer­ringenden Wirtschaft dadurch neue Impulse zu geben daran fann jedoch kein Zweifel bestehen.

II. Evangelischer Landeskirchentag.

,, Gießener Zeitung"

setzungsarbeiten beschäftigt, während Aufträge auf Neubauten nur wenig erteilt werden. Die Folge der herrschenden Arbeits­losigkeit ist naturgemäß ein starker Druck auf die Preise, durch den irgendwie nennenswerte Verdienstmöglichkeiten unmöglich ge­macht werden. Entsprechend der geringen Beschäftigung im Bauhauptgewerbe ließ auch die Beschäftigung der Bauneben­gewerbe zu wünschen übrig. Lediglich das Malerhandwerk hatte durch die üblichen Frühjahrsreparaturen in größerem Umfange Aufträge zu verzeichnen, und auch dem Dfensetzer und Töpfer handwerk gingen vermehrte Aufträge für Instandseßungsarbeiten zu. In den übrigen Zweigen des Baunebengewerbes blieb jedoch der Geschäftsgang ruhig. Den günstigsten Geschäftsgang wei sen auch im Berichtsmonat wieder die Bekleidungshandwerke auf. Unter dem Einfluß der Jahreszeit besserte sich namentlich im Herren und Damenschneidereihandwerk sowie im Putz macherhandwerk der Auftragseingang, wenn auch infolge des meist trüben und kühlen Wetters die Auftragserteilung erheblich geringer blieb als im Vorjahr. Das Sattler, Stellmacher, Schmiede und Schlosserhandwerk war ebenfalls, soweit es Auf­träge für Instandsetzungen an landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten, die durch die Frühjahrsbestellung der Landwirt­schaft notwendig wurden, zu verzeichnen hatte, etwas besser be­schäftigt als im Vormonat, jedoch wesentlich geringer als in den Vorjahren. Auch die Uhrmacher und Juweliere zeigten nur ge­ringe Befriedigung über die Geschäftsbelebung infolge der Kon­firmationen und Osterfeiertage. Die durchweg geringe Kauf­kraft der Kundschaft wirkte hier dem sonst üblichen Geschäfts­aufschwung entgegen. Auch die Nahrungsmittelhandwerke be­richten, abgesehen von einer vorübergehenden Belebung durch die Festtage, von einem ständigen Rückgang der Umsätze.

Vom 28. April bis 1. Mai trat in Darmstadt der II. Evan­gelische Landeskirchentag zu einer Tagung zusammen. Neben einer Reihe kleinerer Vorlagen standen namentlich zwei Gesetz­entwürfe zur Beratung. Das Gesetz zur Erhaltung der kirchlichen Ordnung und Sitte, und ein Gesetz die Geschäftsordnung des Landeskirchentags betreffend. Bei dem erstgenannten Entwurf, der von besonderer Bedeutung für die weitere Deffentlichkeit ist, handelt es sich darum, das Verhältnis der Kirche zu der sich mehrenden Zahl der Ausgetretenen festzustellen. Das Gesetz be­kam den Namen ,, Kirchengesetz die Erhaltung und Pflege der kirchlichen Ordnung betreffend". Es wird darnach den Pfarrern verboten sein, Ehen zwischen evangelischen Christen und Ausge­tretenen firchlich zu trauen, nur in besonderen Ausnahmefällen kann das Landeskirchenamt von dieser Vorschrift entbinden. Auch die kirchliche Bestattung wird grundsätzlich nur Gliedern der evangelischen Kirche gewährt. Ferner ist ernst gemacht mit dem Versagen des Patenrechtes, in den Fällen beharrlicher Ver­letzung der kirchlichen Ordnung. So wird durch das neue Gesetz eine schärfere Handhabung der kirchlichen Ordnung festgesetzt. Ueber den Wiedereintritt Ausgetretener, die dafür erforderlichen Voraussetzungen und die feierlichen Formen dafür, wurde in dem Gesetz nichts gesagt, weil diese Dinge demnächst auf dem Verordnungsweg geregelt werden sollen.

Der Landeskirchentag fonnte auch an der Frage der Ver­legung des Pädagogischen Institutes nicht vorübergehen. Nach sehr eingehenden sachlichen Gruppenbesprechungen nahm der Lan­deskirchentag einstimmig folgende Entschließung an:

Nr. 36

lich- grau farriertem Anzug, weißem Hemd und Stehumlegekra gen, rötlicher Krawatte, jeidenen rötl. Strümpfen, dunkelbraunen Halbschuhen. Es wird Freitod in der Lahn angenommen, da sein Fahrrad und weitere Anhaltspunkte an der Lahn gefunden worden sind. Evtl. Mitteilungen an die Landjägerei in Duten­hofen( Lahn) erbeten.

Entsprechend diesen Verhältnissen konnte von einer nennens werten Entlastung des Arbeitsmarktes noch nicht die Rede sein. Die Lohnabbaubewegung ist zum großen Teil zum Stillstand gekommen. Wesentliche Preisänderungen von Materialien und Rohstoffen werden nicht mehr gemeldet. Für die Nahrungs­mittelhandwerke wirkte sich die ständige Steigerung für Roggen und Weizenmehlpreise nachteilig ans. Die Preise für Schlacht vieh haben etwas nachgegeben.

Lokales.

* Erhöhung des Brotpreises. Da trotz aller Maßnahmen der Regierung die Meylpreise dauernd steigen( von 26.- Rmf auf 33 Rmf. der Doppelzeniner Roggenmehl im letzten Viertel­jahr) sehen sich die Gießener Bäder gezwungen, den Brotpreis für das Roggen- und Mischbrot um je 5 Pfg. für den Vier pfünderlaib zu erhöhen.

Berufsausbildung der Kriegerwaisen gesichert. Die Kriegerkameradschaft Hassia". Verband der Kriegs­beschädigten und Kriegerhinterbliebenen Provinzialgeschäfts= stelle Oberhessen, Gießen, Lindenplatz 1, bittet uns, Nachstehendes bekannt zu geben:

,, Zu der Frage der Verlegung des Pädagogischen Institutes von Darmstadt nach Mainz gibt der zweite Evangelische Lan= deskirchentag Bund: Der Evangelische Landeskirchentag bekennt sich zu den Einsprüchen, die von der evangelischen Kirchenregie­rung und von verschiedenen Körperschaften des Landes gegen die Aushebung des Pädagogischen Institutes zu Darmstadt er= hoben worden sind, und dankt allen, die sich für die Erhaltung dieses Institutes eingesetzt haben. Der Landeskirchentag nimmt mit Befremden davon Kenntnis, daß wichtige Interessen der Evangelischen durch die geplante Maßnahme der Regierung nicht gebührend berücksichtigt werden. Er hat volles Verständ­nis für die Beunruhigungen, die dadurch in weiten Kreisen der evangelischen Bevölkerung hervorgerufen wurde. Ohne sich gegen den Fortbestand des Mainzer Institutes zu wenden, for­dert der Landeskirchentag, daß das Institut zu Darmstadt er­halten bleibt, daß aber anderenfalls eine zweite Lehreraus­bildungsstätte geschaffen wird, die neuzeitlichen Forderungen entspricht, und auch den Bedürfnissen der evangelischen Land­bevölkerung Rechnung trägt. Sollte dies z. 3t. nicht mög lich sein, so spricht der Landeskirchentag die bestimmte Erwar­bung aus, daß die Leitung des Mainzer Institutes, solange nur diese eine Lehrerausbildungsstätte besteht, in dem zu zwei Drittel evangelischen Hessenlande in evangelische Hände gelegt wird.

Grundsätzlich fordert der Landeskirchentag ausrei­chende Sicherheiten dafür, daß der simultane Charakter der Lehrerausbildung und der hessischen Schulen und dabei die Lebensinteressen der evangelischen Kirche und der evangelischen Bevölkerung in keiner Weise beeinträchtigt werden."

* Stadttheater. Houte letztmalig im Abonnement:.3m Spiel der Sommerlüfte" von A. Schnitzler. Freitag: Wie derholung von Haus Rothschild" von Hanns Saßmann. Samstag: nachmittags ,,, Die Jungfrau von Orleans", als Schülervorstellung.

*

Jubiläum. Herr Georg Schellhaas, Ludwigplatz 3, fann heute auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Firma Dern & Co. zurückblicken.

Die Jagd in Hessen im Mai.

( Mitgeteilt vom Hess. Jagdklub, Darmstadt.)

ViB. Gie

VB. Kuz Well. Sp Sport Ra

Tura Kaj

Breidenba

Wiefenba

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GC. 03 R Schupo Ka GC. With Großalmer Polizei 5 Corbach SC. 05 6 Spogg. Gi

Alsfeld

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Holzhausen

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Weilburg

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Holzhaufen

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Wehl. Sp

Garbenhei

Garbenhei

Jugendtag:

1900 Gieße

1900 Gieße

1900 Gieße

1900 Gieße

Mit dem beginnenden Frühling verfärbt das Haarwild. es befindet sich in einer Uebergangsperiode, die es besonders empfindlich macht. Eingänge, namentlich an Rehwild, werden von überall her gemeldet, und namentlich schwache Stücke ver enden in dieser Zeit, wo auch die junge Saat im Uebermak aufgenommen wird, sehr leicht. Dies gibt einen Fingerzeig für den Heger dafür, daß er im Herbst überflüssige geringe Stüde wegnehmen soll, die auf diese Weise doch verwertet werden können. Besonders groß ist die Sehnsucht des Wildes nach Salzleden, deren Annahme auch beim Aufbau der Gehörne und Geweihe fördernd bemerkbar ist. Die Hirsche schieben ihr neues Geweih und dürfen deshalb, auch wenn der Jagdschein es erlaubt, vom anständigen Jäger nicht geschossen werden. Der Rehbod ist noch am Fegen und wird erst im Laufe des Monats damit fertig. Der Abschuß beginnt in Hessen am 1. Juni. Auer- und Birkwild erreicht in der ersten Hälfte des Monats den Höhepunkt der Balz, ab 16. 5. erhält der Auerhahn Schon zeit. Das Birkwild ist während des ganzen Jahres geschützt. Fasanenhähne können noch während des ganzen Monats ge schossen werden, der Dachs ab 16. Mai. Alles andere Wild be darf der größten Ruhe, da es entweder sitzt, bezw. brütet, oder schon Junge führt. Höchste Aufmerksamkeit widmet deshalb der Heger allem Raubgesindel, besonders den Krähen und Elstern, streunenden Hunden, Katzen und Füchsen und allen verdächtigen Elementen, die Eierraub treiben.

Die am 2. April ds. Js. vom Reichsarbeitsminister auf Veranlassung des Reichsfinanzministers verfügte Sperre über alle den Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen in Form von Beihilfen, Zulagen und Unterstützungen zu bewil­ligenden Bezüge hatte sich wegen des Fortfalls der Erziehungs­beihilfe u. ähnlicher Bezüge ganz besonders hart u. störend auf die Berufsausbildung der Kriegerwaisen u. der Kinder Kriegsbe= schädigter ausgewirkt und daher große Beunruhigung hervor­gerufen. Der Verband der Kriegsbeschädigten und Krieger­hinterbliebenen des Deutschen Reichskriegerbundes ,, Kyffhäuſer", der dieserhalb sogleich im Reichsarbeitsministerium ernste Vor­stellungen erhoben hatte, kann nunmehr die erfreuliche Mit­teilung machen, daß die Sperre rückwirkend vom 1. April d. J. insoweit aufgehoben worden ist, als die Erziehungsbeihilfen wie auch die Kinderzulagen über das 18. Lebensjahr hinaus unter den bisherigen Voraussetzungen uneingeschränkt weiterbewilligi werden können.

Der Vizepräsident der Landeskirchenregierung Dr. Dahlem erstattete Bericht über die Finanzlage der Landeskirche, die sich immer noch nicht besser gestaltet hat. Ueber die Verhandlungen der vier benachbarten Landeskirchen zur Vereinigung, die sog. Marburger Konferenz, erstattete Landeskirchenrat Lampas, Friedberg, eingehend Bericht. Zu Abgeordneten der hessischen Kirche bei den Marburger Verhandlungen wurden die Herren D. Dr. Diehl, Dr. Dahlem, Lampas, Ausfeld, D. Herrmann be­stimmt. Zum Vizepräsident des Landeskirchentags wurde an Stelle des verstorbenen Landeskirchenrat Bernbed, Landeskir­chenrat Ausfeld- Gießen gewählt. Es wurde weiter ein sogenann ter ,, Kleiner Verfassungsausschuß" eingesetzt, um die Frage des firchlichen Wahlverfahrens zu prüfen. Dann wurde noch eine Kundgebung angenommen, die sich mit der unparitätischen Be­setzung von Volksschullehrerstellen besaßt.

Bericht über die wirtschaftl. Lage des deutschen

Handwerks im Monat April 1931.

* Stadtratssigung. Zu einer kurzen öffentlichen Sitzung trat gestern nachmittag der Stadtrat zusammen. Zunächst wur­den die geprüften Abschlüsse der Stadtkasse für das Rechnungs­jahr 1927, des Wasserwerks, des Gaswerks, des Volksbades, des Elektrizitätswerks und der Straßenbahn für 1928 und die Niederschlagung der uneinbringlichen Ausstände aus dem Rech­nungsjahr 1927 genehmigt. Eine Reihe von Schant- Konzessions= gesuchen wurde nach einiger Debatte befürwortet. Ganz allge= mein kam dabei zum Ausdrud, die Befürwortung für neue Kaf­feewirtschaften und Erfrischungshäuschen für die Zukunft erheb­lich einzuschränken. Weiter wurde grundsätzlich um Klarstellung gebeten, ob die kleinen Kaffeewirtschaften, die in vielen Fällen an Bädereien angeschlossen seien, mit Ladenschluß zu schließen hätten, oder erst wie konzessionierte Vollbetriebe mit Eintritt der Polizeistunde. Bemängelt wurde auch die unpünktliche Schließung einiger Erfrischungshäuschen und scharfe Durch­führung der hierfür in Frage kommenden polizeilichen Vor­schriften verlangt. Zum Schluß der öffentl. Sitzung gab der Herr Oberbürgermeister eine Einladung des Gleibergvereins zu seiner Generalversammlung an den Stadtrat weiter.- Sehr beachtlich

Bei dem Darniederliegen der Gesamtwirtschaft ist es er­klärlich, daß auch die ganze Wirtschaftslage des Handwerks sich im Monat April ebenfalls noch in einer starken Krisis befindet. Die Hoffnungen, die man im Handwerk auf das Auftreten des Frühjahrsgeschäfts gesetzt hatte, haben sich daher auch in keiner Weise erfüllt. Eine leichte Belebung der Geschäftstätigkeit können nur die Handwerksberufe aufweisen, die besonders zu den Caifongewerben zu rechnen sind, jedoch ist auch hier die Besserung nur geringfügig und bleibt hinter dem Ausmaß normaler Jahre weit zurück. Besonders bemerkenswert ist die Stille, die nach wie vor auf dem Baumarkt herrscht. Die Belebung, die hier ein getreten ist, ist so geringfügig, daß ihre Auswirkungen fanm fühlbar werden. Vorwiegend war das Bauhauptgewerbe mit der Fertigstellung im Vorjahre begonnener Arbeiten sowie Instand

Aus Nah und Fern.

Butzbach. In der Nacht zum Sonntag drangen Diebe in das Gebäude der Butzbach- Licher Eisenbahn ein, wo sie sich bemühten, die Geldkassette zu finden. Sie fanden in der Tat auch eine Kassette, mit der sie abzogen. Als sie aber außerhalb der Stadt den Fund öffneten, sahen sie, daß sich in der Geld­kassette ein Verbandskasten befand. Die beiden Männer wur den festgenommen.

war dann die Anfrage des Stadtratsmitgliedes Launspach, der um Auskunft ersuchte, ob die Stadt das auf sie entfallende Drit­tel der Erhöhung der Hauszinssondersteuer erheben wolle oder nicht. Die Anfrage wurde zur Vorberatung an den Finanz­Ausschuß weitergeleitet.

* Straßensperre. Wegen Vornahme von Straßenbauarbei­ten wird der Seltersweg bis auf weiteres täglich von 7 bis 19 Uhr für Fahrzeuge aller Art polizeilich gesperrt. Umleitungs­schilder sind aufgestellt.

Nidda. Vom 15. Mai ds. Js. ab wird arschließend an den Sonntags verkehrenden Personenzug 4115 Frankfurt a. M. Lauterbach, der um 8.45 Uhr in Stodheim eintrifft, ab Stockheim ein Anschlußzug über Nidda eingelegt, nach Schotten, der Stod heim um 9 Uhr verläßt, in Nidda von 9.15 Uhr bis 9.30 Uhr Aufenthalt hat und in Schotten um 10.11 Uhr eintrifft.

Schotten. Aus dem Kreisorte Eichelsdorf wird über ein seit drei Wochen etwa im Gange befindliches Rehsterben geklagt und dasselbe mit dem Streuen von Kunstdüngern auf Feldern und Wiesen in Zusammenhang gebacht.

* Störungen der Ruhe und Ordnung durch Musizieren pp. Das Polizeiamt weist darauf hin, daß anhaltendes Musizieren, insbesondere Klavierspielen, Spielen lassen von mechanischen Mu­sikapparaten( Grammophonen, Radiolautsprechern und dergl.) im Freien oder bei offenen Fenstern meist eine erhebliche Be­lästigung der Nachbarschaft bildet und häufig den Tatbestand des § 360, 3iffer 11, des Reichsstrafgesetzbuches( ungebührliche Er­regung ruheſtörenden Lärms oder Verübung groben Unfugs) er­füllt. Die Polizeibeamten sind angewiesen, einzuschreiten.

Darmstadt. Der hessische Minister des Innern hat das auf Grund der Notverordnung des Reichspräsidenten erlassene Verbot der Ingelheimer Zeitung" auf drei Tage beschränkt.

Bensheim. In der Nacht auf Dienstag wurden zwischen­Bürstadt und Lorsch ein 20jähriger junger Mann von einem Lieferwagen überfahren und auf der Stelle getötet.

* Bermißt wird seit 3. Mai 1931 gegen 1.30 Uhr vormittags der Schuhmachergeselle Otto Kaiser, geb. 25. Juni 1906 zu Lüdringshausen( Kr. Lennep). K. hat bis zuletzt bei Schuh­machermeister Luh, Großen- Linden, Bachstraße, in Arbeit gejtan­den. Er ist ungefähr 1,68-1,70 Meter groß, fräftig, hellblondes welliges Haar, Scheitel rechts, breites Gesicht, graue Augen, spricht die Mundart wie im Kreise Wetzlar( wurde in Aybach großgezogen). K. war bekleidet mit blauer Schirmmütze, bläu­

Nieder- Ingelheim. Der 14jährige, einzige Sohn einer Wit­we bereitete in der Wohnung sein Abendessen auf dem Gasherd. Sierbei muß es ihm offenbar übel geworden sein. Er legte sich aufs Bett, ohne vorher den Gashahn zuzudrehen. Die heimkehrende Mutter fand ihn vengiftet tot vor.

Frankfurt a. M. Einem Hanauer Edelsteinhändler wurde im Zuge eine Handtasche mit Juwelen im Werte von zirka 40 000R.- Mark gestohlen.

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Frankfurt a. M. Als am Sonntag abend der Zug aus Richtung Mannheim- Darmstadt auf dem hiesigen Hauptbahnhof einlief, stieg eine 20jährige Sausangestellte zu früh aus. Gie trat neben die Plattform und fiel neben den Eisenbahnkörper. Der noch in Fahrt befindliche Zug fuhr über sie hinweg.. Es wurden ihr beide Beine abgefahren.

Wiesbaden. Das preußische Staatsministerium hat in An betracht der schwierigen finanziellen Lage der Stadt einen Ver treter des Ministeriums zur gründlichen Prüfung der Finanzen entsandt. Nach dem Ergebnis ieser Prüfung soll die Staats hilfe festgesetzt werden.

Kassel. Bei der hiesigen Gesellschaftsbrauerei wurden erheb liche Verfehlungen aufgedeckt. Ein Prokurist wurde verhaftet, er soll 20 000 R.-Mt. unterschlagen haben.

Wiesbaden. In der Nacht zum Sonntag wurden Einbrecher von der Polizei überrascht. Als sie flüchten wollten, wurde einer derselben von dem verfolgenden Beamten erschossen.

Marburg. Kinder fanden beim Spielen einen größeren Geldbetrag in Zehnmarkscheinen. Da sie annahmen, es handelte sich um Inflationsgeld, rissen sie es in Stüde. Der Verlierer fonnte noch nicht festgestellt werden.

Eschwege. Ein Kausmann, der seine Medizin nehmen wollte, verwechselte die Flasche und trant aus einer Lysolflasche. Er erlitt schwere innere Verlegungen und liegt hoffnungslos darnieder.

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