Ausgabe 
31.10.1928 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

97r. 87

Benehmen

ie Polizei be

u im bewußt

urde mit den

Amtsarzt be

Samstag, den 3. November 1928.

Zum 50jährigen Jubiläum

"

, Gießener Zeitung"

Vereins für Innere Mission am Dienstag, den 6. November, findet ein Vortrag von Herrn Universitätsprofessor D. Cordier

hes Oberhessischen Vereins für Innere Mission. statt, über: Die Krisis der modernen Wohlfahrtspflege und die

Das Jahr 1928 ist für die Innere Mission in Deutschland und insbesondere auch für unsere Hessische Innere Mission in mehr­

r Tod infolg jacher Beziehung ein Jubiläumsjahr. Vor 80 Jahren ,,, in dem

de auf Grun

lizei Bubba uzhaft genom

J

s Täters. sein Unwei Degehen. En Der Kriminal ichen Täter i mmene Dur

rgefunden, d

böjen Jahr" 1848, rief in Wittenberg in seiner berühmt gewor­denen Rede auf dem Kirchentag Johann Hinrich Wichern auf jum Werk der Inneren Mission in Deutschland. Jener Kirchentag mit seinen Beschlüssen bedeutet auch die Gründung des Zentral­ausschusses für Innere Mission der deutschen evangelischen Kirche. Das gleiche Jahr brachte das erste hessische Missionsfest in Op­penheim, auf dem zum erstenmal ein träftiges Zeugnis für die Innere Mission abgelegt wurde. Seitdem kam die durch Wi hern hervorgrufene Bewegung nicht mehr zur Ruhe. Auf Anregung und unter Führung warmherziger Männer und Frauen erstand ein Werk christlicher Nächstenliebe nach dem andern. Erwähnt sei hier nur der Oberhesse Johann Peter Schäfer, weithin be­fannt unter dem Namen Blinden- Schäfer, dem sowohl die Blin= Sein 70jähriges Jubiläum feierte

Würste, som denanstalt in Friedberg, als auch das Rettungshaus in Arns­

fannt wurde

Größen vorge d. Ein Schi

nichts betan

) gefunden, darunter e

befanden. teilweise as dienliche Mi ſtellten Sage eßen auf 3in

burg ihr Dasein verdanken.

-

vor einigen Monaten unser großes hessisches Diakanissen- Mutter­haus ,, Elisabethenstift" in Darmstadt. 60 Jahre sind es her, seit ebenfalls in Darmstadt die erste Herberge zur Heimat in Hessen

entstand.

Alle diese genannten und viele andere Werke der Inneren Mission verdanken ihr Entstehen der Südwestdeutschen- Kon­jerenz für Innere Mission. Aus dieser Konferenz heraus ent= widelte sich der Hessische Ausschuß der Südwestdeutschen- Kon­jerenz", der später, nachdem er die Rechte einer juristischen Per­nlichkeit erlangt hatte, sich den Namen Hessischer Landes­verein für Innere Mission" beilegte.

In Oberhessen, wo das Interesse für Innere Mission immer besonderes stark hervorgetreten war, wurde vor nunmehr 50 Jah­ren der Oberhessische Verein für Innere Mission" gegründet, der sich zuerst ,, Verein für Innere Mission für Gießen und Um­

mit seinen 20 d evangel e Angehöriga üttererholung gegend" nannte.

sspannung un

It. Auch f

5 Heim geda

Innere Mission". Jm Festgottesdienst in der Stadtkirche, abends um 6 Uhr, predigt der Direktor des größten Inneren Missions= werkes unseres Landes, der Nieder- Ramstädter- Anstalten, Herr Pfarrer Schneider. Für den Familienabend im Café Leib, der um 8 Uhr beginnt, ist ein Vortrag des bekannten Sozial­Politikers und Theologen, Professors Veidt Herborn, ange­kündigt über: Innere Mission und soziale Frage". Ebenso wie die Vormittagsversammlung am 6. November finden die Ver­anstaltungen des nächsten Tages im Saal der Johanniskirche statt. Nach der um 9.30 Uhr beginnenden geschlossenen Mitglieder­versammlung, hält um 11.30 Uhr Herr Pfarrer Schuhmacher­Frankfurt a. M. einen öffentlichen Vortrag über das Thema: ,, Wie rüsten wir uns auf das tommende Wanderergesetz?" Nachmittags pünktlich um 3 Uhr beginnt die Jahresversamm­lung des Landesverbandes der Inneren Mission in Hessen. Die Tagesordnung sieht neben dem Bericht des Geschäftsführers einen Vortrag von Direktor Vietor, dem Leiter des Wirt­schaftsbundes gemeinnütziger Wohlfahrtseinrichtungen Deutsch­lands, vor über: Zweck und Ziel des Zusammenschlusses der Anstalten der Inneren Mission im Wirtschaftsbund". So bringen die beiden Tagungen eine Fülle des Interessanten und werden es alle für die Wohlfahrtspflege interessierten Kreise begrüßen, daß ihnen diese Anregungen geboten werden.

*

Zur Gründung deutscher Elternvereine.

Es ist kein Geheimnis mehr, daß die Mitglieder des Deut­schen Lehrervereins in verschiedenen Bezirken an die Gründung eines Elternvereins herangehen, der ein Hand- in- Handarbeiten der Lehrerschaft mit der Elternschaft herbeiführen will, Wir haben ja bereits Elternvereine, die mit der Kirche oder mit den Freien Schulgesellschaften im Zusammenhang stehen, die auf der einen Seite die Bekenntnisschule" erstreben. Es fehlt aber ein durchaus neutraler Verein, der die Eltern zu ge­meinsamer Arbeit für den Ausbau der Schule zusammenfassen will. Solche Elternvereinigungen sind schon in mehreren Pro­vinzen entstanden.

Landstraßenunterhaltung, ein verkehrspolitisches Problem.

Das Jubliläum dieses Vereins, das am Dienstag, den 6. November, mit der öffentlichen Jahresversammlung, die einen Vortrag von Professor D. Cordier über Die Krisis der mo­bandes, Ihre dernen Wohlfahrtspflege und die Innere Mission" bringen wird, urde das Heir dem Festgottesdienst abends um 6 Uhr in der Stadtkirche und ehl am 24. D dem Familienabend um 8 Uhr im Café Leib( Vortrag von Pro­ist sehr shfessor Veidi Herborn über Innere Mission und soziale en und freun Frage", musikalische Darbietungen), gefeiert wird, wird Zeugnis ablegen von 50 Jahre langer segensreicher Tätigkeit. Männer der Kirche und Männer der Universität haben sich innerhalb des Vereins in all diesen Jahren mit Männern und Frauen des praktischen Lebens zu erfolgreichem Werk der christlichen Liebesgesamt über 150 000 Kilometer Straßen unterhalten. Diese

uch in dieser it Hassia Seihnachtsspend iteftens 16. zureichen. hritten werd inden die affung der auch nur nen Umständ werden.

Seffische Hand rige Hauptve bach a. M. al Landesausi

terfartell eine hen. Gonntag aptversammlung

n größter Wi . a. wird hen Das immer no

bständige hand Handwerk in juch der Topy

des 1. Deut

ns die Mit

ntrittstarten

ien, doch ge arten für gr

neinfame zu befchaffer undgebung

fonnten. Die

fte trot ibu

von 110

elt ein ante

Sänger, au

ine turma

fttribüne u gruppenwe

Buchstaben ot find.

rbare Atuf

An- und

find auf der

echer find

in der Hall

zu angebrad Don Gängern

fonnten, fro

ich um 12.3

erfcharen, di

heraufflute Der Bläfer

Fradagu

ger Chor m

wir eins­

nzen Auff

att und ni

brte Friedri

tätigkeit zusammengefunden. Die Herberge in Gießen, 1880 auf Anregung von Professor Dr. Harnad ins Leben getreten, die Herberge in Friedberg, die im Krieg leider nicht gehalten werden konnte, aber wie wir hören, in Kürze wieder eröffnet werden soll, das Eleonorenhospiz in Bad Nauheim, an dem der Berein als Hauptgesellschafter beteiligt ist, gehören dem ober­hessischen Verein für Innere Mission. Darüber hinaus durfte er auf allen Gebieten des sittlichen und sozialen Lebens anre= gend und fördernd wirken.

Nicht nur die genannten eigenen Häufer des Vereins sind Zeugen feiner Wirksamkeit, er hat, wo auch immer in Oberhessen Werke der Inneren Mission entstanden sind, irgendwie dabei mithelfen dürfen.

Innere Missionstage in Gießen.

Die Jahresversammlung des Hessischen Landesvereins für Innere Mission findet in diesem Jahre in Gießen am 7. Novem­ber statt. Ihr geht am 6. November das 50jährige Jubiläum des Oberhessischen Vereins für Innere Mission voraus. Die Vorstände beider Vereine hoffen, daß die angekündigten Veranstaltungen eine große Anzahl Innerer Missionsfreunde in unsere Provin­jialhauptstadt loden werden. Das Programm ist vielverspre= chend. In der öffentlichen Jahresversammlung des Oberhessischen

List, der Präsident des Deutschen Sängerbundes, zu seiner Ansprache aus:

Das Land, durch das die Nibelungen zogen, das als letztes Bollwerk deutschen Boden und deut­sche Kultur vor dem gewaltigen Ansturm der Tür­fen rettete, das die Großmeister der deutschen Kunst, vor allem deutscher Musik beherbergte, das einen Franz Schubert gebar- dieses Land ist mit tausend Ketten an uns gebunden, es ist ein Teil von uns selbst. Wir gedenken mit nie verlöschender, heißester Dankbarkeit der gefallenen Brüder, die ihr Leben opferten, damit wir leben...

Die Versammlung erhebt sich lautlos von ihren Sigen, leise fängt ein Chor an zu singen: Ich hatt' einen Kameraden", dann spricht List wieder weiter von der Aufgabe des Deutschen Sängerbundes, eine allge­meine deutsche Volksverbundenheit zu schaffen durch das deutsche Lied., unsre Seele dürste nach einem Groß­deutschland, aber unser Berſtand sagt uns, daß wir es nicht erzwingen, sondern daß wir nur Vorarbeit lei­ten können. Er schließt: Wir grüßen Dich, Du gro­jes deutsches Vaterland, wir erneuern das Bekennt nis zu Dir in den machtvoll dahinströmenden Klängen des Deutschlandliedes, das in seiner Verbindung der Worte des norddeutschen Dichters mit dem von einem bild deutscher Verbrüderung und unlöslicher deut­icher Schicksalsverbundenheit ist!"

Die Entwicklung der neuzeitlichen Verkehrsmittel erfordert eine schnelle Anpassung der Verkehrswege an die modernen Er­fordernisse. Dieses Problem ist hinsichtlich der Landstraßen feines­wegs leicht zu lösen. Der für die Anpassung an den Automobil­verkehr nötigste Umbau des Straßennetes würde 4% Milliarden Mart erfordern. wenn man sich vergegenwärtigt, daß Kreise und Provinzen ins­

mie bewerigheiten, werden noch deutlicher,

Straßen wurden im Jahre 1928 von annähernd 1 Million Kraft­fahrzeugen befahren.

In der richtigen Erkenntnis der Bedeutung dieses wich­tigen Problems für die gesamte wirtschaftliche Entwicklung beschäftigen sich Regierung, Parlamente und kommunale Spitzen­verbände mehr und mehr mit Lösungsversuchen. In der Tech­nischen Hochschule zu Charlottenburg hielt der Deutsche Land­freistag einen Landesstraßenkursus für die leitenden Verwal tungs- und Straßenbaubeamten ab, an dem Vertreter der Mini­sterien, der Verbände und Parlamente und ausländische Gäste, etwa 550 Personen teilnahmen.

D

Droht Husten. Grippe, Heiserkeit hall'

Rheila­

hilfsbereit!

Schachtel Mk.1.- nur in Apotheken u. Drogerien

,, Wir sind ein Blut, ein Wille, Herr mach' uns

Nr. 87.

Aus Rab und Fern.

Wölfersheim. Bei Reparaturarbeiten an der 100 000- Bolt­leitung des hiesigen Kraftwerkes geriet der Oberelektriker Kögel aus Bad Nauheim in die unter Hochspannung stehende Leitung und wurde sofort getötet.

Nidda. Die Einweihung unserer renovierten Stadtkirche soll am 2. Dezember erfolgen. Der Präsident des Landes­firchenamtes D. Dr. Diehl Darmstadt und Superintendent Oberkirchenrat Wagner- Gießen haben ihre Teilnahme an der Feier zugesagt.

Lauterbach. Ein Kinderluftballon aus Brüssel wurde auf dem Hainig von Förster Hempel aufgefunden. Der kleine Flie= ger hat etwa 350 Kilometer Luftlinie zurüdgelegt.

Darmstadt. Der Vorsitzende der Hess. Aerztekammer, Geh. Sanitätsrat Dr. Karl Habicht, ist am Donnerstag im Alter von 72 Jahren einem furzen Krantenlager erlegen. Er war 45 Jahre praktischer Arzt dahier mit ausgedehnter Praxis und als gewandter Operateur auch außerhalb viel gesucht. Er war lange Jahre Vorsitzender und zuletzt Ehrenmitglied des ärzt­lichen Kreisvereins und über 20 Jahre Vorsitzender des ärzt­lichen Landesvereins, den er auch auf den deutschen Aerztetagen regelmäßig vertreten hat.

Ein Gleis- Kraftwagen verunglückt.

Weglar. Am Dienstag abend fuhr der Gleiskraftwagen des Betriebsamtes Wetzlar, von Althausen kommen, kurz vor dem Bahnhof Wezlar auf eine dort haltende Lokomotive auf. Bei dem Zusammenstoß wurde der Vorstand des Betriebsamtes Wetzlar, Reichsbahnrat Hoffmann, schwer verletzt, der Wagen­führer und zwei weitere Insassen tamen mit leichteren Ver­legungen davon. Der Gleiskraftwagen ist schwer beschädigt. Jm Wetzlarer Krankenhause ist nun Reichsbahnrat Diplominge­nieur Hoffmann, an den erlittenen Verletzungen Mittwochabend gestorben. Reichsbahnrat Hoffmann stand erst im 50. Lebens­jahr. Er zählte zu den fähigsten und beliebtesten Beamten der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M.

Dillenburg. Auf der Eisensteingrube stießen zwei Bohrer auf eine Dynamitladung, die explodierte. Ein Bergmann wurde tödlich verlegt.

Diez( Lahn). Diez bereitet sich auf seine 600- Jahrfeier vor.

Wüster Auftritt in Kassel.

Ein unglaublicher Vorfall hat sich am Freitag früh in Kas­sel in der Kruggasje abgespielt. Der neunzehnjährige Kaufmann Albert Fett glaubte ein zweiter Heidger zu sein. Er stürmte mit einem Revolver in der Hand in die Schlafstube seiner Pflege­eltern und drohte diese zu erschießen. Glücklicherweise gelang es dem Pflegevater, dem Tobenden den Revolver aus der Hand zu schlagen und mit seiner Frau auf den Hausboden zu Flüch ten. Dies brachte Fett völlig zur Raserei. In der Küche bewaff­nete er sich mit einem langen Dolchmesser und bedrohte bald die übrigen Hausbewohner, die nur notdürftig bekleidet auf die Straße flüchten mußten. Als das alarmierte Ueberfallkommando der Polizei anrückte, hatte Fett inzwischen die Haustür abge­schlossen und sich mit Schränken und Matratzen verbarrikadiert. Er gab an, daß er jeden erschießen werde, der sich ihm näherte. Durch die eingeschlagene Hautür drangen Polizeibeamte bis zu dem Edzimmer vor, worauf Fett begann, auf sie zu schießen und mit allerhand Gegenständen zu werfen. Schließlich gelang es den Beamten, das Zimmer zu stürmen, den Rasenden zu über­rumpeln ihn festzunehmen und ihm Handschellen anzulegen. Er gab später bei seiner Vernehmung an, daß er durch übermäßigen Alkoholgenuß in den Wahnvorstand versetzt worden sei, Johann Heidger zu sein und daß er sein Leben in ähnlicher Weise, wie Heiger, verteidigen müsse. Durch diesen unglaublichen Vorfall sind vier Beamte des Ueberfalltommandos verlegt worden, in­dessen nicht erheblich.

Unser Gesellschaftsauto war als ,, Bad- Nauheimer Festwagen" hergerichtet. Er zeigte auf drei blumen­

geschmüdten Bögen wie drei Sprudel und wies durc die Inschrift der Bildseiten auf Bad- Nauheims Heil­wirkung für Herzkranke hin. Er wurde im Festzug viel bewundert und besonders stürmisch mit Heilrufen begrüßt. Die zur Schmückung zur Verwendung gekom­menen Rosen entsprachen den hessischen Landesfarben rot- weiß und boten ein farbenprächtiges Bild.

Musikalisch am Tiefſten wirkte an diesem Tage das einig, uns frei!" irtte Lied: Zu Straßburg auf der Schanz" aus Wilhelm Kienzl's Kuhreigen", das von 4000 Sängern mit großem Orcheſter in uns hineingesungen wurde. Wir lebten die Sehnsucht mit, die dem Schweizer Soldaten das Heimatlied aus der Brust preßt. Leise zuerſt, dann immer stärker anschwellend tönt das Lied, bis zuletzt die volle Leidenschaft losbricht und das Gebet zum Der alte Kienzl Himmelstönig in die Sterne zieht. betritt die Dirigentenkanzel, der Chorleiter umarmt ihn und streichelt die weißen Locken des Meisters. Ein ungeheurer Beifallssturm bricht los, der immer von dem Chorwerk: Deutscher Rhein!" neuem einjezt. Mit de das der Komponist Walter Dost selber dirigiert, fin­det die 3. Hauptfestaufführung ihr machtvolles Ende. Das Bundeskonzert in der Sängerhalle brachte heimat­liche und mundartliche Lieder, die in kennzeichnenden Stichproben den Liederreichtum der deutschen Landschaf bejonets utgreifenden Moment bildete der Vorbei­

Der

ten vor uns erstehen ließen. Alles in allem: Deutsche Sängerbund hat in den Festtagen vor unge­heuren Zuhörermassen das Tiefste und Beste zu Gehör gebracht, was deutsche Sangeskunst zu geben hat, und hat in seinen Liedern ein unzerreißbares Band deut­

öſterreichischen Meiſter, geſchaffenen Tönen das Sinner Abgeschlossen wurde das Fest durch den über alle

Anschließend singen alle Anwesenden brausend das Deutschlandlied und feierlich mengen sich die Glok­len hinein, die vor der Sängerhalle zu läuten beginnen. Danach folgen die Gesänge des musikalischen Pro­gramms. Nach jedem durchbrausen Beifallsstürme und Heilrufe die weite Halle. Besonders auch nach dem Priede: Deutsche Wacht!" mit den Schlußreihen:

,, Du starker Gott der Väter, hör' unsern Ruf und steh' uns bei!"

Vorstellungen hinaus gehenden Festzug am Sonntag, den 22. Juli, der die Einheit Deutschlands und Dester­führte. Etwa 150 000 reichs sinnfällig vor Augen Sänger mit über 7000 Fahnen und 500 Festwagen be­am Burgtor wegten sich nach der Schubert- Ehrung durch den Ring in den Prater, bejubelt von Hundert tausenden von Zuschauern, die auf eigens erbauten Tri­bünen und an jedem möglichen Platz den Zug an sich vorüber ziehen ließen. Tücher wurden geschwenkt, Blu­men geworfen, Handtüsse ausgeteilt: Ganz Wien war in ungeheurer Begeisterung wie noch nie zuvor!

Durch die begeisterte Menge, vorbei am Ehren­zelt, in dem die höchsten Beamten Oesterreichs und Wiens mit den hervorragendsten Ehrengästen Auf­stellung genommen hatten, vorbei an den schier end­los erscheinenden Tribünen und den dicht gedrängt stehenden jubelnden Zuschauern fuhren wir etwa drei Stunden, mit dem Hessischen Sängerbund an 3. Stelle im Festzug. Vor uns war nur die Spitze und der Zug der Auslandsdeutschen, unter denen Amerikaner und Südwestafrikaner besonders aufgefallen sind. Einen

marsch der Südtiroler, denen offiziell von der Bundes­regierung der politischen Folgen wegen die Beteili­gung am Festzug untersagt worden war. Es waren nur drei Männer, echte Andreas- Hofer- Gestalten, aus dem bekannten Passeiertal, die den großen Raum im Festzug inne hatten, der für ihre tausende und aber­tausende Zandsleute reserviert gewesen war. Erschüt ternd kamen diese drei ernsten Männer geschritten, der Mittlere trug das Bannerſchild mit der Inschrift Süd- Tirol und dem roten Adler. Die begeisterte Dor dem Zuschauermenge verstummte momentan ergreifenden Bild eine atemlose Stille sieht den Burgenländer Getreuen entgegen- und wird als­von brausendem Jubel und einem Heil"= Sturm abgelöst, der die Südtiroler soweit das Auge reicht begleitet.

"

dann

Fortsetzung folgt.