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Nr. 27.

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Samstag, den 31. März 1928.

Alte Inka- Tänze im heutigen Chile.

Als die Spanier ein Jahrhundert, nachdem die Inkas unter ihrem Führer Yupanqui ihre Eröberungszüge in das mittlere Chile unternommen hatten, ebenfalls nach Nordchile einrückten, fanden sie dort bereits die Herrschaft der Inkas vor. Wie im alten Inkareiche, so stießen auch hier in den neuen Inkaprovin= zen die Spanier bei ihren Versuchen, dem Christentume mit allen Mitteln Eingang zu verschaffen, auf heftigsten Widerstand. Dieser war umso größer, als der inzwischen eingetretene Sturz des Inkareiches von Cuzco noch in frischeſter Erinnerung war und die ,, Pazifizierung" des Landes in heftigsten Kämpfen ihren Ausdruck fand, Die Inkas vermochten in der Form, wie ihnen das Christentum der Konquistadoren gegenübertrat, nicht eine Religion des Friedens zu erblicken, umso weniger, als der Kle­rus sich bemühte, alte überlieferte religiöse Gebräuche der In­tas als Satanswerk auszurotten, ohne zu begreifen, daß die Intas auch nach dieser Richtung hin ein Volk der Tradition waren, wie sie nirgends strenger als in Spanien selbst herrschte.

Die Geistlichkeit der späteren Zeit war flüger. Sie suchte die alten Bräuche und Gewohnheiten der Eingeborenen zu scho­nen und sie dadurch mit der neuen Lehre zu versöhnen. So ist denn heute noch Heidentum und Christentum in den alten Inkagegenden Perus, Boliviens und Nordchiles eng miteinan der verwoben und besonders die altheidnischen Tänze erscheinen noch heute in alter Form bei christlichen Festen. Sie werden stillschweigend geduldet oder gehören sogar zum Programm.

Die folgenden Schilderungen beziehen sich auf Tänze, Ueber­lieferungen und Gewohnheiten derjenigen Quichua- u. Aymara­Indianer, die an der Grenze von Bolivien und Chile ansässig sind oder im Bergwerksdistrikte von Tarapaca dauernd oder vorübergehend als Arbeiter Verwendung finden.

Von alters her sind es gewisse Ortschaften und gewisse Hei­lige, die sich besonderer Verehrung und Beliebtheit seitens der indianischen Bevölkerung erfreuen. An erster Stelle steht die Jungfrau Maria und die heilige Carmen, deren Erinnerungs­oder Erscheinungsfeste in der Ortschaft Tirana und in Anda= collo sich zu allgemeinen Volksfesten gestaltet haben, zu den n die Bevölkerung von nah und fern hinpilgert. Andacollo liegt im südl. Teil, Tirana im nördl. Teile der Atacamwüste, deren Silber u. Kupferbergwerke schon in alter Zeit von den Inkas u. vielleicht sogar schon den vorinkaschen Völkern ausgebeutet wur­den. Es sei hier nur daran erinnert, daß in den untersten Gän­gen des alten Kupferwerkes von Chuquicamata, das heute in nordamerikanischem Besit sich befindet, und zum zweitgrößten Kupferwerke der Welt ausgebaut ist, eine völlig versteinerte Mumie eines indianischen Bergmannes mit fupfernem Arbeits­gerät gefunden wurde, die sich heute im Britischen Museum be= findet.

Der Ort Tirana besteht aus einigen fünfzig kleinen Häu­

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sern, aus Brettern oder Luftziegeln gebaut, die sich um die alte Wallfahrtskirche herumgruppieren. Tirana gehört zu einem Komplex von Ansiedlungen, Oasen, die sich mitten in dem Teile der Atacama- Wüste befinden, der im besonderen den Namen ,, Pampa del temarugal" trägt. Es ist dies die Hochebene, die sich zwischen der Küste und der Hochkordillere ungefähr um den 20. Breitegrad herum erstreckt. Den Namen Tamarugal ver­dankt das Hochplateau einer Akazienart( prosopis tamarugo). die dort vereinzelt oder in kleineren lichten Hainen vereint vor­tommt. Jm allgemeinen ist dieses Hochplateau ein mit Meeresfalz­schollen der Vorzeit bedeckter Wüstenstrich, bei dem eintretende Verwitterung und andere atmosphärische Einflüsse die Salz­schollen allmählich mürbe machten, so daß der Wind die da­runterliegende süße Sandschicht freilegte, die geeigneten Boden für landwirtschaftlichen Kleinbetrieb abgibt, auf dem nun Pfef= ferbäume, Johannisbrot, Melonen und andere Südfrüchte und Gemüse bestens gedeihen. Auf diese Weise sind kleine Ansied­lungen entstanden, zu denen eben auch der Ort Tirana gehört.

Das Fest findet am 16. Juli zu gewissen Zeitläufen statt. Schon Monate lang vorher haben die Indianer sich ihre Tänze eingeübt und die Requisiten, wie Musikinstrumente, Masken und Schmuckgegenstände aus ihrer fernen Heimat besorgt. Den Weg über das Gebirge, sowie die weiten Strecken, welche sie auch dann noch von ihrer Heimat trennen, legen die Indianer noch heute, wie in alter Zeit, zu Fuß zurück. Nach welchen Merk­malen sie sich auf ihrer ca. 4 Monate dauernden Wanderung richten, weiß man vielfach nicht. Ist es angeborener Instinkt oder sagen ihnen die Steine, welche ihre Altvorderen mit Hieroglyphen bedeckt haben, den Weg an, den sie zu nehmen haben?

Der Forscher hat den Sinn dieser Zeichen noch nicht enträt­seln können. In alter Zeit gab man den Boten Holztäfelchen mit eigenartigen Zeichnungen und Einkerbungen mit. Verfas ser hat seinerzeit ein derartiges Täfelchen einem uralten Grabe entnommen, wo es die Mumie in einem Beutelchen bei sich trug, und ähnliche Zeichen dann auch in einigen Steinen und Felspartien wiedergefunden. Aller Wahrscheinlichkeit nach sind im alten Inkareiche die Wege in dieser Weise kenntlich ge= macht worden, und der Reisende, die Treiber der Lamaherden brauchten nur an der Hand dieser primitiven Karten und Weg­steine, sowie mit Orientierung durch den Stand der Gestirne zu vergleichen, um sich über den Standpunkt und die einzuschla­gende Richtung klar zu sein.

Geht man der neuerdings wieder aufgetauchten Vermutung nach, daß die alten Kulturvölker Südamerikas, besonders an der Seite des Stillen Ozeans, schon vor der Spanierzeit mit dem Christentum vielleicht via Asien in Verbindung getreten sind, so scheinen manche Zeichen dieser alten Weg- und Runensteine gewisse Anhaltspunkte zu geben. Man darf aber hieraus noch feine bindenden Schlüsse über unbewußte Erinnerungen an

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christliche Zeichen ziehen. Denn der Kult der Inkas war ein Sonnen- und Gestirnskult; das Herrscherhaus der Inkas stamme von der Sonne ab, die am Titicacasee ihr Hauptheiligtum hatte, abgesehen von den Sonnentempeln, die sich allenthalben im Lande vorfanden. Die Götterbilder selbst, wie sie sich aus edlen Metallen bisweilen in den Gräbern noch vorfinden, tru­gen ja auch das Bild der Sonne als Krönung.

Die Musikinstrumente für diese Festlichkeiten bestehen im allgemeinen aus Holzflöten, Quena genannt, mit 4-6 Tönen, die mit Bast zu einem einheitlichen Instrument verbunden sind, einer Pauke, um den Takt anzugeben, sowie bei einigen Tanz­figuren aus verschieden abgestimmten Holzknarren. Obwohl die Flöten nur so wenige Töne aufzuweisen haben, sind sie doch so abgestimmt, daß durch die Zusammenstellung verschiedener Größen der einzelnen Instrumente eine große Anzahl von= nen vorhanden sind, und es ist wunderbar, wie gut diese Or­chester zusammen spielen, obwohl jedem einzelnen Musiker nur so wenige Töne zur Verfügung stehen. Es gehört auf diese Weise ein ziemlich gutes Gehör dazu, um die wenigen für den ein­zelnen verfügbaren Töne an der richtigen Stelle der Melodie anzubringen, um gewissermaßen das musikalische Stichwort nicht zu verpassen. Bei vollem Orchester sind 12 Musikanten nötig, außer dem Paukenschläger, der auch nicht mittanzt, son­dern abseits steht. Zwölf ist auch die Anzahl der Tänzer, und man geht wohl in der Annahme nicht fehl, daß ursprünglich eine Beziehung auf die Anzahl der Sternbilder bestanden hat. Die Kirche legt die Anzahl jetzt als die Zwölfzahl der Jünger aus, an die erinnert werden soll. Die Zahl ist jedoch zweifel­los heidnischen Ursprungs.

Die Kostüme sind recht phantastisch. Jeder Tanz hat seine besonderen Trachten, bei denen ein recht großer Luxus mit Ge­weben aus Vicunawolle und altem Silberschmuck getrieben wird. Im übrigen bestehen die Kostüme meist aus Samt mit goldenen Bändern und Stickereien.

Jeder Tanz wird von einem Chorführer geleitet, der die einzelnen Tanzfiguren durch ein Glockenzeichen angibt. Eine in sich abgeschlossene Gruppe von Tänzern, die gleich gekleidet ist, und einen bestimmten Tanz aufführt, wird ,, comparsa" genannt; die Tänzer mit dem spanischen Namen ,, ballarines" und die darstellenden Personen, soweit ihnen eine bestimmte Rolle zu­fällt ,,, figurines". Die eigentlichen indianischen Bezeichnungen sind nicht bekannt und werden wohl geheim gehalten. wie der tägliche Kirchgang. Und da ein edler Wettstreit be= steht, möglichst viele geweihte Bänder an den ,, Mann" zu brin­gen, so sieht man bald aus, wie einstmals die deutsche Jugend am Gestellungstage. Die vom Bischof geweihten Bänder sind natürlich teurer, da sie in ihrer Wirkung kräftiger und segens­reicher sind. Zum Glück für die männlichen Besucher des Festes gibt es keine Erzbischöfe oder Kardinäle! Schluß folgt.

Mietwohnung, Dienstwohnung oder Eigenheim.

5 Milliarden jährlich für Miete.

Verlorenes Geld. Ein Ausweg aus der Not. Durch Selbsthilfe zum Eigenheim.

Rund 5 Milliarden Mark, also 5000 Millionen Mark gibt das deutsche Volk alljährlich für Miete aus. Genau ist die Summe nicht festzustellen, sie gilt für etwa normale Mietzins und für normale Kapitalzinsverhältnisse. Heute herrscht auf dem Wohnungsmarkt allgemeine Verwirrung. Für Althäuser erreicht die Miete vielfach nicht den Zins für den Herstellungs­wert derselben; in neuen, nicht unter Mieterschutz stehenden Häusern übersteigt der Mietzins infolge des teuren Kapitalzin­ses den Mietzins des alten Hauses nicht selten um ein viel­faches.

Durch Zahlung von rund mindestens 5 Milliarden Reichs­mark für seine Wohnungsmieten ist das deutsche Volk in Höhe dieser Summe jahraus, jahrein zinstributpflichtig. Diese Zah­lungen werden geleistet, ohne mit der Wimper zu zucken, ohne daß die meisten sich etwas dabei denken, das muß einfach so sein. Für die große Masse des Volkes ist das so althergebrachte Gewohnheit, daß sie gar nicht darüber nachdenkt, ob es nicht anders sein könnte und es könnte anders sein, ja és tann anders werden für alle, die ernstlich wollen.

Verlorenes Geld.

In England hat man schon seit Jahrhunderten erkannt, daß man für dasselbe Geld, für das man zu Miete wohnt, Zins und Tilgung für ein Eigenheim aufbringen kann, man hat er­tannt, daß, wenn man sein ganzes Leben lang zu Miete wohnt, man am Ende dieser lebenslangen Mietzeit nichts hat, daß das für Miete aufgewandte Geld verlorenes Geld ist, zahlt man aber für eine gleichwertige Wohnung Zins und Tilgung, so hat man am Ende der Tilgungszeit, die kürzer oder länger sein kann, für sich oder seine Familie ein schuldenfreies Eigen­heim!

Ja, das ist ja sehr schön, wird man sagen, aber erst muß man doch dazu tommen, sich ein Haus, ein Eigenheim bauen zu können, um dann durch Zahlung von Zins und Tilgung schließlich schuldenfreier Eigentümer zu werden. Woher aber das zum Bau fehlende Geld nehmen? Oeffentliche Baubei­hilfen sind knapp, sonderbarerweise werden sie zum beträcht­lichen Teil auch nur zum Bau von Mietwohnungen gegeben. Private fremde Leihgelder aber oder solche von anderen Geld­instituten erfordern so hohen Zins und werden auch nur selten gegen unkündbare Hypothek oder als feste Tilgungsdarlehen gegeben, so daß die damit verbundenen Lasten untragbar, daß ein solches Eigenheim für die Durchschnittsfamilie viel zu teuer wird.

Ein Ausweg aus der Not.

Auch da muß man wieder auf englische Verhältnisse zurüd­greifen. In England bestehen schon seit 200 Jahren sogenannte ,, buildings societies" oder Baugesellschaften. Man hat das englische Wort gewöhnlich übersetzt mit ,, Baugenossenschaften". In Wirklichkeit sind es aber keine Genossenschaften od. Gesellschaften, die da bauen, sondern es sind Bauspargesellschaften, die durch den Zusammenschluß ihrer Mitglieder gemeinsam das Baugeld für alle zu mehr oder minder billigem Zins aufbringen. Natür­lich können nicht alle auf einmal an die Reihe kommen, aber dadurch, daß das Geld nur für diesen Zweck des gemeinsamen Bauens aufgebracht wird, tommt die Gesamtheit aller dieser Sparer schneller und sicherer zu einem Eigenheim, als wenn jeder einzelne auf sich alleingestellt sparen wollte. Es ist auch ganz klar, daß eine größere, auf Grund fester Verträge zusam­mengeschlossene Gesellschaft, nachdem sie selbst schon eine größere Menge Geld aufgebracht hat, etwa fehlendes fremdes Leihgeld zur Beschleunigung des Bauens leichter bekommt, als wenn der einzelne, auf sich allein angewiesen, versuchen müßte, sich das fehlende Geld zum Bauen zu besorgen. Eine Gesamtheit bietet ében größere Sicherheiten als ein einzelner und kann die

Ein wichtiges Kapitel aus der neuen deutschen Eigenheimbewegung.

fehlenden Baugelder leichter, schneller und billiger bekommen.| Von England aus haben diese buildings societies" ihren Weg nach Nord- und Südamerika und in die meisten englischen Ko­lonien genommen. In England wohnen heute infolge dieser Einrichtungen 83 Prozent aller Familien in Eigenheimen, jede zehnte englische Familie ist Bausparer, in Australien jede fünf zehnte Familie. Man sieht, wie diese Einrichtung im Ausland einen ganz außerordentlichen Anklang gefunden hat, weil auf diese Weise der einzelne sicher, billig und verhältnismäßig schnell zu einem Eigenheim kommt.

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Durch Selbsthilfe zum Eigenheim.

Als in Deutschland vor gut drei Jahren eine ähnliche Ein­richtung geschaffen wurde, ohne daß der Gründer etwas vom Bestehen dieser ausländischen Bauspargesellschaften wußte, bil­neue, auf rein gemeinnütziger Grundlage aufgebaute Unternehmen den Gegenstand vielfacher Angriffe. Man wollte es einfach nicht glauben, und anerkennen, daß es auf dem Wege gemeinsamen 3wedsparens möglich sei, vielen Leuten auf vor­teilhafte und billige Weise zum Baugeld für ein Eigenheim zu verhelfen. Nachdem nun inzwischen dies Wert ganz außer­ordentliche Erfolge erzielt hat, sind die gegnerischen Stimmen verstummt, die meisten der ehemaligen Gegner suchen diese erste deutsche Bausparkasse nachzuahmen, was allerdings fast aus nahmslos in so unzulänglicher Weise geschieht, daß der gewollte Zweck, nämlich die Beschaffung freier Eigenheime, gar nicht oder nur in herzlich unvollkommener Weise erreicht wird. Es ist die Bausparkasse der Gemeinschaft der Freunde, die in dem kleinen Luftkurort Wüstenrot ihren Siz hat, die in der kurzen Zeit von gut drei Jahren

ganz außerordentliche Erfolge errungen hat, Erfolge, die so umfassend sind, daß niemand sich mehr der Richtigkeit des beschrittenen Weges verschließen kann. Inzwischen ist dem Werk auch von der Württembergischen Re­gierung im Einvernehmen mit dem Reichswirtschaftsministerium und der Reichsbank nach sorgfältiger Prüfung seiner gesamten Einrichtungen und seiner Geschäftsführung das Depot- und Depositenrecht erteilt worden, so daß das Werk berechtigt ist, in ganz Deutschland Spargelder für seine Zwede hereinzuneh­men. Aber nicht nur in Deustchland hat das Werk Anerken nung gefunden, sondern auch in Desterreich haben sich ihm schon eine ganze Anzahl von Bausparern angeschlossen und auch dort sind viele Bausparer schon zu ihrem Eigenheim gekom men. Im ganzen hat die Bausparkasse der Gemeinschaft der Freunde, gemeinnützige Gesellschaft m. b. S., Wüstenrot in Württemberg, einschließlich der Frühjahrsgeldzuteilung dieses Jahres nun schon herausgegeben

über 50 Millionen Reichsmark Baugelder an 3125 Bausparer, Darlehenszins 4% oder 5%. Angehörige aller Stände und Berufe sind auf diese Weise zu ihrem Eigenheim gekommen. Kleinste Arbeiter und Ange­stellte, bis zum selbständigen Geschäftsmann, Unterbeamte jeg­licher Art, besonders viele von der Post und der Eisenbahn, höhere und höchste Beamte bis zum Ministerialdirektor emp­fingen ihre Baugelder von der Gemeinschaft der Freunde zu dem oben erwähnten billigen 3ins, ebenso wie kleine Hand­werker, Geschäftsleute und Angehörige freier Berufe, Aerzte und Künstler. Alle diese hatten sich bei der Gemeinschaft der Freunde als große Volksgemeinschaft zu gemeinsamem Zweck sparen entschlossen, und immer aufs neue ist die Gemeinschaft der Freunde in der Lage, in gewissen Zeitabschnitten wieder neue Baugelder herauszugeben. Heute verfügt die Gemein­schaft der Freunde über

einen Barbestand von 15 Millionen Reichsmart, sie ist die kapitalkräftigste, die erfolgreichste und sicherste Bau­sparkasse Deutschlands.

Ganz besonders wichtig ist das Werk der Gemeinschaft der Freunde für Beamte in Dienstwohnungen.

Für jeden Beamten, der sich in einer Dienstwohnung be­findet, kommt die Zeit des Ruhestandes heran. Dann muß die Dienstwohnung geräumt werden. Sowohl der Amtsnachfolger wie die vorgesetzte Behörde drängen dann darauf. Für diesen Fall gibt es nichts besseres, nichts einfacheres, als rechtzeitigen Anschluß an das Werk der Gemeinschaft der Freunde, um durch ihre Hilfe ein billiges Baugeld für ein Eigenheim zu bekom­men, das dann zu einem Dauerbesitz für die Familie wird, aus dem keine Kündigung und keine Mietsteigerung den Eigen­tümer vertreiben kann, denn die Gemeinschaft der Freunde gibt ihre Gelder gegen unfündbare Hypothek zu dem festen, billigen Zins von 4 oder 5 Prozent. Jeder Beamte, der in einer Dienstwohnung ist, sollte so früh wie möglich für diesen 3wed Spargelder bei der Gemeinschaft der Freunde anlegen, je früher und je mehr man spart, je schneller und je sicherer tommt man zu seinem Baugeld. Aber auch der ältere Beamte, der vielleicht noch wenige Jahre bis zu seinem Ruhestand hat, kann sich bei der Gemeinschaft der Freunde für die Zeit des Ruhestandes das Geld verschaffen, wenn er in der Lage ist, am Anfang seines Sparens bei der Gemeinschaft der Freunde eine entsprechende größere Summe sofort einzuzahlen. Auf diese Weise kam eine größe Anzahl älterer Beamter, z. B. ein Pfarrer im Alter von 74 Jahren, in verhältnismäßig furzer Zeit zum eigenen Heim, in dem er nun sicher wohnt. Gerade für Beamte ist das Werk der Gemeinschaft der Freunde das Gegebene. Es erfolgen dort feine Zwangsabzüge vom Gehalt und der einzelne bekommt ein freies Eigenheim auf freiem Grund und Boden, bei dem er unbeschränkter Eigentümer ist. Der Bausparer der Gemeinschaft der Freunde fann bauen, wo er will, wie er will und durch wen er will, wenn nur die nö­tige Sicherheit für das ihm schließlich gewährte Darlehen ge­geben ist. Sofortige Darlehen gibt die Gemeinschaft der Freunde nicht; jeder Bausparer muß durch regelmäßige Ein­zahlungen seine Sparjähigkeit und seine Sparwilligkeit be­wiesen haben, damit ihm später mit gutem Gewissen sein Dar­lehen anvertraut werden kann. Es handelt sich bei der Ge­meinschaft der Freunde aber niemals um ein Zwangssparen, ist jemand also einmal nicht in der Lage, seine Sparverpflich tungen innezuhalten, so tann er auch einmal aussetzen, ebenso ist das Sparen bei der Gemeinschaft der Freunde durchaus ver­schwiegen, teine vorgesezte Behörde kann kontrollieren, wie­viel der einzelne Beamte von seinem Gehalt für ein Eigen­heim zurücklegen kann oder will. Geht einmal jemand im Spa­ren aus, so verschiebt er damit nur ein wenig die Möglichkeit seines An- die- Reihe- Rommens.

Bei den Frühjahrs- Geldzuteilungen dieses Jahres hat die Gemeinschaft der Freunde wieder für 852 ihrer Bausparer 13% Millionen Reichsmark Baugelder bereitgestellt.

Wer sich für die Beschaffung eines Eigenheims interessiert, wer aus dauernder Mietzinssklaverei heraus will, wer für die Zeit des Ruhestandes nach der Dienstwohnung sich ein Eigen­heim beschaffen will, der läßt sich von der Gemeinschaft der Freunde, Wüstenrot in Württemberg, sofort die Unterlagen tommen, damit er sich ein Bild davon machen kann, ob die ein­zigartige Einrichtung dieses rein gemeinnügigen Unterneh­mens für ihn zweckmäßig ist. Die Gemeinschaft der Freunde sucht an allen Orten in jeder Weise zuverlässige Vertrauens­leute, die für die Eigenheimbewegung Interesse haben.

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