Einzelbild herunterladen

Samstag, den 29. September 1928.

Kann ein Lehrvertrag durch Tarifvertrag geändert

werden?

Die höchst wichtige Frage, ob ein Lehrvertrag durch Tarif­vertrag geändert werden kann, war in Schrifttum und Recht­sprechung viel umstritten. Nunmehr hatte sich auch das Arbeits­gericht, die höchste Instanz in arbeitsrechtlichen Dingen, mit dieser bedeutsamen Frage zu beschäftigen.

Für das gesamte Bankgewerbe gilt der für allgemein ver­bindlich erklärte Reichstarifvertrag für das deutschs Bankge­werbe, der auch die Verhältnisse der Lehrlinge regelt. Eine Kre­ditgenossenschaft hatte mit einem Lehrling einen Lehrvertrag mit einer dreijährigen Lehrzeit und einem geringen Taschengeld abgeschlossen und weigerte sich, den Lehrvertrag entsprechend den Bestimmungen des Bankentarifes abzuändern. Das vom Deut­schen Bankbeamten- Verein für den Kläger angerufene Arbeits­gericht Limburg verurteilte die Bank dem Klageantrag ent­sprechend zur Nachzahlung der Vergütungsdifferenz, weiter zur Zahlung einer Abgeltung für nicht gewährten Urlaub und stellte gleichzeitig fest, daß die Lehrzeit nach Jahren ende, wie es der Tarifvertrag vorschreibt. Die von der beklagten Bank gegen dieses Urteil beim Landesarbeitsgericht Frankfurt a. M. ein­gelegte Berufung wurde zurückgewiesen, gleichzeitig aber wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Frage Revision beim Reichs­arbeitsgericht zugelassen. Von dieser Revisionsmöglichkeit machte die Bank Gebrauch, indes hatte die Revision keinen Erfolg. Das Reichsarbeitsgericht hat durch Entscheidung vom 19. September 1928 die Revision kostenpflichtig zurückgewiesen und damit die Frage, ob ein Lehrvertrag durch Tarifvertrag geändert werden kann, in bejahendem Sinne entschieden.

Lokales.

Sonntagsgedanken.

PP

Gießener Zeitung"

Anlaß dieses Jubiläums herausgegeben ist, werden ohne Zwei­fel in der gesamten Gießener Bürgerschaft voll und ganz ge­würdigt. Wir wünschen ,, unseren Polizisten" auch für die näch­sten 50 Jahre eine gleich günstige Zeit und die hohe Achtung seitens der Bevölkerung, die ihr gebührt. Die Jubelfeier findet morgen, Sonntag, abends 8 Uhr, im Cafe Leib statt, über die in der nächsten Nummer ausführlich berichtet wird. Straßensperrungen,

Ein Vöglein sang einst im Lindenbaum das Lied vom Maien, von Lieb und Leben. Jezt ist es still geworden dort in den Zweigen, nur Blatt um Blatt fällt zur Erde nieder. Kein Singen hör ich mehr und keinen Wachtelschlag, vorbei ist Früh­lingszauber und Sommerpracht. Ein Hauch vom großen Sterben zittert über die Erde. Nicht achtlos geht der fühlende Mensch an diesem Welfen und Sterben vorbei. Er hängt an dem Leben und sein Herz kennt nur ein Sehnen nach Unvergänglichkeit, nach ewigem Leben. Und fragend schaut er über Gottes Garten: Soll all diese Pracht und Schönheit, aller Sonnenglanz, alles Leben dahin sein, verblüht, verwelkt, gestorben?

-

-

mitgeteilt v. Oberhess. Automobil- Club e. V.( A. v. D.) Gießen. Stockhausen- Flensungen, im Straßenzug Mücke- Laubach, am 2. und 3. Okt., von 7,30-17 Uhr; Umleitung: Klein- Eichen. Lindenstruth Grünberg, im Straßenzug Gießen- Fulda, vom 1.- 11 Oktober; Umleitung: Hattenrod- Harbach. Die Sperrung der Straße Friedberg- Staden ab Abzwei­gung nach Bruchenbrücken wird am 1. Oktober 1928 aufgehoben.

* Vom Arbeitsamt Gießen. Als Vorsitzender des Arbeits­amts Gießen ist der bisherige Geschäftsführer des Arbeitsamtes Harburg- Wilhelmsburg, H. Bues, bestellt worden. Seine Amts­einführung ist am Dienstag durch den Präsidenten des Landes­arbeitsamtes Hessen erfolgt. Dem Arbeitsbereich unterstehen die Kreise Gießen- Stadt, Gießen- Land, Alsfeld, Schotten, Büdingen, Friedberg( ohne die Gemeinden Büdesheim, Dortelweil, Groß­Karben, Harheim, Klein- Karben, Massenheim, Nieder- Erlen­bach, Nieder- Eschbach, Ober- Eschbach, Ober- Erlenbach, Rendel, Vilbel), Lauterbach( ohne die Gemeinden Bernshausen, Frau­Rombach, Hartershausen, Hemmen, Huzdorf, Uezhausen, Nieder­stoll, Ober- Wegfurth, Pfordt, Queck, Rimbach, Sandlofs, Schlitz, Uellershausen- Unter- Schwarz, Unter- Wegfurth, Willofs).

Herbstnebel wallen auf und nieder. Auch um die Seele des Menschen. Sie schaut im Sterben der Natur, was ihrem Leibe hier auf Erden naht. Wie die Herbstsonne noch einmal über Wald und Fluren leuchtet und glühende Farbenpracht zeugt, so schauen auch wir einst zurück nach Jugendzeit und Lebensmai und nach der Ernte des Sommers, in dem wir unsere Früchte reifen sahen. So kommt der Herbst auch einst zu dir. Wie die Blätter gelben, so bleicht dein Haar. Ein Blatt nach dem andern fällt, bis ein rauher Windstoß das letzte pflückt. Und alle Sommer­pracht, alles Leben ist dahin. Das ist das große Sterben. Doch Tod und Untergang ist nicht das letzte Ende. Auf der sterbenden Flur begegnen sich Tod und Leben. Ein kleines Körnlein in der Furche wartet schon auf den Frühlingstag. So fündet der Herbst Jahr um Jahr das alte Gottesgesez, daß ohne Sterben es kein Leben gibt.

Der Sonntagsschreiber.

Nr. 77.

Ersuchen wird die Schrift von dem Deutschen Museum den Schu­len kostenlos zur Verfügung gestellt.

* Für Pilzsammler. In der Zeit der Pilzernte werden all­jährlich zahlreiche schwere, zum Teil tödliche Erkrankungen durch den Genuß giftiger Pilze verursacht, die in den meisten Fällen selbst gesammelt sind. Da es allgemeine Erkennungsmale für die Eiftigkeit von Pilzen nicht gibt und gerade eine wirksame Behandlung der Erkrankungen infolge Genusses des gefährlich­ſten Pilzes( des Knollenblätterschwammes) bisher unbekannt ist, kann jedem Pilzsammler nicht dringend genug empfohlen werden, zu Genußzwecken nur Pilzarten zu verwenden, die als zweifellos ungiftig gelten können. Einen Ueberblick über die wichtigsten genießbaren und giftigen Pilze in gemeinverständ­licher Darstellung zu geben, hat sich auch das Reichsgesund­heitsamt veranlaßt gesehen. Das bei Julius Springer, Berlin W. 9, Linkſtraße 23-24, erschienene Pilzmerkblatt ist unter Mit­wirkung des Botanischen Museums in Berlin- Dahlem und der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde bearbeitet. Es werden darin 63 Pilzarten beschrieben, 57 davon ſind farbig in ½- ½ natürlicher Größe abgebildet. Das Pilzmerkblatt kann durch den Buchhandel bezogen werden. Um über die in Deutschland beobachteten Pilzvergiftungen genau unterrichtet zu sein, hat die Deutsche Gesellschaft für Pilzkunde eine Kommission von Aerzten und Pilzfachmännern gebildet. Ausführliche und mög­lichst sofortige Mitteilungen über vorkommende Vergiftungen werden an Sanitätsrat Professor Dr. Welsmann in Peltum bei Hamm( Westfalen) erbeten.

* Besorge deine Geschäftseinkäufe nicht kurz vor dem Laden­schluß! Aus Geschäftskreiſen wird uns geschrieben: Es ist eine alte Unsitte, daß ein großer Teil des Publikums die Warenein­käufe kurz vor Ladenschluß vornimmt. Nicht nur, daß die Ange­stellten des Ladengeschäftes darunter leiden, sondern auch für kaufende Publikum ist es vorteilhafter, die Einkäufe tagsüber vorzunehmen. Das Publikum wird dann schneller bedient wer­den und braucht nicht erst, wie es sonst in der Regel kurz vor Ladenschluß der Fall ist, lange Zeit auf Erledigung des Geschäf= tes zu warten. Der Einkaufende hat auch den Vorteil, daß er bei seinen tagsüber bewirkten Einkäufen die rechte Auswahl der Waren in aller Ruhe vornehmen kann.

50 Jahre Gießener Polizei. ,, 50 Jahre sind am 1. Oktober 1928 verflossen, seitdem in Gießen unter der Bezeichnung Schugmannschaft" die Sicher­heitseinrichtung begründet wurde, aus der sich Gießens Polizei in ihrer heutigen Form entwickelte. 50 Jahre harter Arbeit, schwerer Verantwortung und unentwegter Pflichterfüllung, eine lange Zeit des Strebens, des Kampfes und auch des Erfolges, aber auch der Anfeindung und der Verkennung der hohen Auf­gaben, die die Polizei im Dienste der Allgemeinheit, des Staa­tes und der Stadt, zu Schutz und Schirm der Bürger, zur Si­cherheit von Leib und Gut immer und immer wieder erneut zu erfüllen hat". Diese einleitenden Worte der Festschrift, die aus

Die Enteignung in Rußland und ihre Bedeutung für die Welt.

Schluß.

* Ratschläge für Schülerfahrten zum Besuche des Deutschen Museums. Eine von dem Deutschen Museum herausgegebene Druchschrift will den Schulen Ausschlüsse über die Belehrungs­möglichkeiten des Museums erteilen, den Wert hervorheben, wel­chen das Studium desselben in pädagogischer Hinsicht besitzt, und den das Museum besuchenden Schülern praktische Ratschläge über Reise, Unterkunft, Verpflegung, Kosten und dergl. geben. Auf

Weiterhin wird eine Revolution dadurch ermöglicht und be= günstigt, daß die große Masse( ganz unabhängig von ihrem Ausgangsniveau) den Weg zur produktiven und segensvollen, arbeitsamen Selbstbereicherung noch nicht findet( bei einem jungen Volke) oder nicht findet( bei einem alten und müden Volke). Dann entsteht bei der Masse die verhängnisvolle Jl­lusion ,,, es hätten die da oben alles für sich genommen, sie

gönnen, Gerechtigkeit aber fordere Gleichheit" usw. Daß man den Ausweg nicht findet( z. B. intensive Wirtschaft, Eigentum, Fleiß, Unternehmungslust) oder( wie im Kastenwesen), daß man ihn wirklich nicht hat- macht die Menschen neidisch und zur Gärung veranlagt; besonders da, wo ein Mittelstand die Entfernung zwischen oben und unten nicht gut durchschichtet und wo es nicht genügend Menschen gibt, welche die gegebene Verteilung des Vermögens zu verteidigen ein ausgesprochenes Interesse haben( dies trifft für Rußland zu).

Dann aber wird eine enteignende Revolution auch dadurch ermöglicht und begünstigt, daß breite Schichten entstehen, die den fördernden Einfluß des Eigentums, dessen Glück, Genuß und Macht verkennen und vergessen. Damit meine ich die pro­letarisierte Klasse. Und dies trifft bei den westeuropäischen Staaten zu.

Wenn alle wüssten

Der Eigentumslose verliert nach und nach die richtige Ein­stellung dem Eigentum gegenüber die schaffende, die schöp­ferische, die liebende, die aufbauende, die lebendig- tünstlerische. Dadurch wird das Eigentum als solches entweiht; der Instinkt des Privateigentümers wird fade, flach, leichtsinnig, verant­wortungslos; das Eigentum wird nicht im Lichte der Produktion und der Vervollkommnung erlebt, sondern als Konsumtions­

was Millionen täglich tun, sie würden ihu ebenfalls nur noch

Kornfranch

Onis

esund

das

tägliche Brot!

Tassen 100 bud für 30Pfg

aus 2 Pfd.

100 Jofunn Franck

1828-1928

Camstag, den

Der Stan chaft in

Die nun sei

ngszwangswir überschritten. Ei zeitig mit dem 2 tigen Erfenntnis Vorteil gereichen in die freie Wi und es fann ni Wirtschaftsleben hat Reinesfalls tishe Lösung wo Nachteile gezeiti Der eigentli nigt mehr der G welcher Vermiet jen, als viel Geldwert nicht Borteile zu erho nis einzelne po Recht der Miet weiteren 3wed, teil an der Mi Diese Mietf aufrecht erhalte nungen überstei hin für die Reg der Steuermitte fehbarer Zeit a Die obigen Einfluß ausüber schaft möglichst icher Anhänger grinde fommer dort, wo die N reicher politisc Die seit 10 wangswirtscha

Aus Nah und Fern.

Wieseck. Die für nächsten Sonntag vorgesehene Wahl der Kirchengemeindevertretung braucht nicht stattzufinden, da nur ein Wahlvorschlag beim Vorsitzenden eingegangen ist.

Trais a. L. In unserer Gemarkung ist der Kartoffelkrebs gefunden und angemeldet worden. Die nötigen Maßnahmen da: gegen sind getroffen worden.

Oberlais. Die Wahl der Kirchengemeindevertreter des Kirch­spiels Oberlais- Glashütten, die für nächsten Sonntag angesezt war, unterbleibt, da nur ein Wahlvorschlag in beiden Gemein­den eingereicht ist. In Oberlais sind die bisherigen 18 Gemeinde­vertreter damit wiedergewählt. Jn Glashütten sind neugewählt Lehrer Lehmer und Beigeordneter Erk. Glashütten hat 12 Kir­chengemeindevertreter.

Schotten. Am 2. Oktober soll nachmittags 12 Uhr eine Ge­dächtnisfeier für die gefallenen Forstbeamten auf dem Alten­burgskopf stattfinden. Da zur selben Zeit der Verband der Hess. Staatsförster hier seine Hauptversammlung abhält, ist mit einer starken Beteiligung von Forstbeamten zu rechnen.

möglichkeit bewertet und erkämpft. Aber damit wird es eben zur Konsumtionsangelegenheit, zur Frage nach Geschick, Macht und Lust; es heißt nun Eroberung, Enteigung und Genuß. Ein ganzer Proletarier ist psychisch und sozial verstümmelt in Fragen des Privateigentums. Da kommen die Kommunisten und machen aus dieser Not eine Tugend, indem sie seine Ver­stümmelung zu einem Kennzeichen der wahren und neuen, der sozialistischen Daseinsweise erheben. Und der proletarisierte Massenmensch, der diese gegebene Verteilung des Eigentums den Reicheren eigentlich abstreiten möchte, sieht sich durch seine Klassenparteiideologie zu einem prinzipiellen Verneiner des Eigentums überhaupt stilisiert und degradiert.

Langen. Selbstmord im D.- Zug. In dem aus Frankfurt tommenden D.- 3ug 76 hat sich kurz vor Langen ein bis jetzt noch unbekannter Mann erschossen. Der Tote hatte keine Ausweis­papiere und kein Gepäck bei sich.

Weglar. In vielen Straßenzügen sind die Verkehrsverhält­nisse zu einem Problem geworden, dessen Lösung die Stadt durch Anlage einer großen Umgehungsstraße anstrebt. Jetzt weilten der Landeshauptmann der Rheinprovinz mit dem Präsidenten der Rheinstrombauverwaltung, der Vizepräsident der Rheinpro­vinz, sowie Regierungspräsident Dr. Brandt in Wetzlar, um sich persönlich von den unhaltbar gewordenen Zuständen zu über­zeugen. In längerer mündlicher Erörterung wurden alle in Betracht kommenden Fragen geprüft. Wenn auch mit einem gewissen Entgegenkommen der Provinz zu rechnen ist, so dürfte das Objekt mit einer bedeutenden Summe an dr Stadt hängen bleiben.

Das Problem der großen Eigentumskrise wird damit nicht als ein ungelöstes Problem, sondern als die gefundene Lösung behandelt; das Kind wird mit dem Bade zum Fenster hinaus­geschüttet. Die verkehrte Einstellung des Proletariers wird als Ideal hochgepriesen und es werden kolossale Maßregeln getroffen, um die verkehrte Einstellung der ganzen Welt zwangs­weise aufzudrücken und die ganze Welt( auf einmal oder nach und nach das hängt von dem jeweiligen Temperament des berufenen Enteigners ab) zu proletarisieren.

Frankfurt. Internationaler Verband für Wohnungswesen. Nach Mitteilung des Sekretariats des Internationalen Ver­bandes für Wohnungswesen ist Frankfurt a. M. zum Siz des Sekretariats, das sich bisher vorläufig in Wien befand, gewählt worden.

Es wird nun klar, daß der von mir kurz geschilderte Ent­eignungsprozeß in einem genau zu erörternden und zu erwä genden Zusammenhang mit der großen Weltkrise des Eigen­tumsbewußtseins steht. Er ist als ein einzelnes, höchst bezeich nendes und bedeutsames Symptom einer alleuropäischen Krank­heit aufzufassen 12). Nicht nur deswegen, weil die an der Spitze der russischen Enteignung stehende kommunistische Organisation ( genannt ,, Die dritte Internationale") ihre ganze Jdeologie und ihr Programm der westeuropäischen Arbeiterbewegung ent= nommen hat und wirklich aus Proletariern aller Länder" be­steht, sondern hauptsächlich darum, weil die anderen europäischen

Frankfurt. In der Nacht zum Freitag wurde auf der Strecke Darmstadt Frankfurt ein Postwagen der Eisenbahnpost beraubt. Von dem oder den Tätern fehlt jede Spur.

12) Es ist interessant zu notieren, daß Europa rund ein Viertel der ganzen Menschheit umfaßt( 25 Prozent) und dabei 65% der gesamten organisierten revolutionären Arbeiterschaft liefert.

Länder manche überaus günstige Bedingungen für so eine( oder vielleicht etwas andersgeartete) Enteignung in sich bergen und langsam heranreifen lassen. Gewiß kann eine Enteignung ver­schiedenartig vor sich gehen, namentlich im Tempo, in der Blut­badfrage und in einigen anderen Hinsichten; sie bann auch nicht sozialistisch ausfallen,' sondern entweder rein demagogisch( sei es cäsaristisch oder republikanisch, das alte Rom kannte bei­des), oder nationalistisch, wie im heutigen Polen usw. Aber im Grunde genommen kommt doch alles auf dasselbe, sei es revolutionäre Enteignung oder kalte Enteignung: man orga­nisiiert auf ,, demokratischen" Wegen, um das Eigentum in an= dere Hände zu bringen; ob man aber dabei das Eigentums­prinzip als solches kommunistisch verhöhnt oder nicht, ist in reel­ler Hinsicht Nebensache.

Es ist für Europa höchste Zeit, das einzusehen und sich zu überlegen, ob man wirklich und ernst am Prinzip des Privat­eigentums festhält und ob man die schon angefangene und vor­rückende Weltenteignung gutheißt oder nicht. Denn, wahrlich, sie ist eine Weltbewegung. Sie hat die alte kommunistische Unidee erfaßt, modernisiert, nationalökonomisch und soziologisch theoretisiert( Marxismus) und durch eine suggestive, demago gische Propaganda zu einer Masseneinstellung, zu einer Massen­psychose, gemacht. So wurde sie auch nach Rußland importiert, wo sie, als Mentalität und als Programm des westeuropäischen Proletariats, dem kulturell rückständigen Bauern durch List, Gewalt und Terror aufgezwungen wird.

Merkwürdig aber ist, wie an dieser Einstellung und Psychose die geschichtlich ererbte Konzeption des Christentums und das materialistisch- kommunistische Antichristentum gewissermaßen noch bis jetzt zusammenwirken. Das Christentum nämlich, in­sofern es, sich dem Jenseits zuwendend, an einer gewissen, teil­weise verborgenen und passiven Weltverneinung hängenbleibt; insofern es eine Vollkommenheit und eine weltloses Heilighein predigt und die Absagung vom Privateigentum als eine höchste Stufe anempfiehlt. Und das Antichristentum, insofern es, aus materialistischen Gründen und einer Klassenkampfdoktrin zufolge,

En teignung ei widerspricht ni

sie verstößt aud im Wohnungs rung der Gem gebung der Limie nicht E saften bevor Liggt. Die Pr der Zwangsw überwiegend i fith dieser end Nie Gemeinde Bukunft über her verstorbe firchtung, die Gemeinden a Bedauerl Fernwirtunge

tann und erh Parteien und Scandlungswe bleiben, die Ausmaße nur

und Demokra

tiien damit e des auf einen

luft, ist ihne

bmlten worden ennen, daß d

gierung höher

u einer Erf Piso einersei bateigentum

dischen

uus Klassenh

jn". Oder,

igne dich se

Die schö gentums is riftlichen G Christen beson

unisten ein hitgegenzusetze Fierenden und

Tielleicht zu er

och teine füh

wee hervorgeb

greifen, imm Die beider

Problemlöjung rundlegenden teigentum.

erneinung un

nur auf Beha

at das Prin

hagen, auf Retsphilosoph

eine allgemein

privaten, wiri Eigentums( D Schwungrad d

blühens zu le

Es foll nic

wohl aber

Des Privateig