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Nr. 94.

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Mittwoch, den 28. November 1928.

Fußball.

Gießener Zeitung"

Surnen, Sport und Spiel.

Streife durch den Bezirk.

Da wohl nicht damit zu rechnen ist, daß Hermannia Kassel

Ockershausen

Kirchhain

Verein

Spiele gew. unent. verl. Tore Punkte

5

5

0

6

4

1

1

0 22: 3 17:11

Wallau

6

3

1

2

10: 0 9: 3 18:10 7: 5

Breidenbach

6

3

1

2

14:11

Wiesenbach

5

2

0

3

14:16

4

1

1

2

8:12

7: 5 4: 6 3: 5

5

1

1

3

4:12

3: 7

6

1

1

4

5

1

0

4

12:19 3: 9 6:21 2: 8

Weiter Allendorf Gladenbach

das letzte Spiel der Vorrunde gegen Kurhessen Kassel gewin­nen wird, kann man am Schluß der 1. Serie in der Südgruppe Frankenberg der Bezirksklasse 1 drei Gruppen unterscheiden: Borussia Fulda mit 9: 1 und Kurhessen Kassel mit 6: 2( bezw. 8: 2) Punkten, Germania Marburg und V. f. B.-K. mit je 4: 6 Punkten; Sport Kassel mit 3: 7 und Hermannia Kassel mit 2: 6( bezw. 2: 8) Punk­ten. Ob diese Gruppenteilung die Serie der Nachrundenspiele hindurch so bleibt und uns nach Beendigung derselben auch noch genau so vor Augen tritt? Oder ob die Reihenfolge eine große Veränderung erleidet? Wer will es voraus wissen?

Für den 25. November ist insofern im Terminkalender schon gleich ein Spielausfall zu verzeichnen, als das Treffen V. f. B.- Kurhessen Marburg gegen Sport Kassel wegen des Totensonntags verlegt worden ist und zwar auf den 30. De­zember. Am 6. Januar hat derselbe Verein dann schon sein zweites Spiel am Ort, gegen Hermannia Kassel. Das Lokal­treffen findet am 20. Januar auf dem Germanenplatz statt. Dort muß sich bereits am 9. Dezember Sport Kassel stellen. Die übrigen fünf Spiele der beiden Marburger Vereine sind auswärts zu erledigen, nämlich zwei in Fulda( Germania und V. f. B. je eins).

Es ist wohl fein Zufall, sondern eine Absicht des T. B. A. daß das Spiel Kurhessen Kassel gegen Borussia Fulda als letz­tes der Serie und einziges des Tages auf den 10. Februar an­setzt ist; es wird jedenfalls darüber entscheiden, wer die Grup­penmeisterschaft erringt, falls nicht vorher etwa der eine oder der andere die Chancen dazu aus der Hand gegeben haben sollte.

In der Bezirksklasse 2 hat die Gruppe Fulda am 18. No­vember die Nachrunde mit den Resultaten: Bebra gegen Neu­hof 6: 1 und Germania Fulda gegen Horas 1: 0 angefangen; Das dritte Spiel: Alsfeld gegen Salmünster scheint nicht ausge= tragen worden zu sein, denn man konnte darüber nirgends et­was erfahren. In der Gruppe Kassel fiel das Spiel: Groß­almerode gegen V. f. R. Kassel der schlechten Beschaffenheit des Spielfeldes zum Opfer. Warburg schlug in Kassel die Sport­freunde mit 2: 0, während Niederzwehren auf eigenem Plaz nur knapp mit 3: 2 über die Hessen- Preußen Kassel Herr wurde. Die Gruppe Südhannover konnte alle drei angesetzten Spiele durchführen; sie endigten: Grone gegen Blau- Weiß Göttingen 2: 3( erster Sieg der Blau- Weißen!) Hellas Münden gegen Ger­mania Osterode 0: 1 und Weende gegen S. V. Kreiensen 5: 4. In der Gruppe Marburg tam auch ein Spiel wegen schlech­ter Platzverhältnisse nicht zum Austrag: Kirchhain gegen Fran­fenberg; in Wiesenbach wurde Breidenbach überraschend mit 4: 2 geschlagen.

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Während in den anderen drei Gruppen am 25. November gespielt wird, hat man in der Gruppe Gießen- Wetzlar die auf diesen Tag angesetzten Spiele um einen Sonntag hinausgerückt und in der Gruppe Marburg schon von vornherein den Tag freigelassen; im Gau Gießen- Weglar lagen so viele Gesuche um Verlegung vor, daß sich der G.-A. zu der obigen radikalen Maßnahme entschloß. Am 2. Dezember spielen also: 1900 Gießen gegen Dillenburg( am 11. November ausgefallen), Niedergir=" mes gegen V. f. B. Gießen( ursprünglich nach Gießen ange setzt), Burg gegen Butzbach und Frohnhausen gegen Herborn; Wallau gegen Ockershausen, Allendorf gegen Wiesenbach und Wetter gegen Gladenbach.

Zur Orientierung für die Interessenten die Tabelle der Gruppe Marburg nach dem augenblicklichen Stand:

Für Reinheit im Radsport.

Ehrliche Geldpreisfahrer, ehrliche Amateure.

Auf seiner letzten Hauptversammlung in Erfurt hat der Bund Deutscher Radfahrer abermals der Ueberzeugung Aus­druck verliehen, daß nur eine scharfe Trennung zwischen den aus Freude an der Leibesübung und den aus materiellen Gründen dem Radsport huldigenden Fahrer einen einwandfreien Wett­bewerb zu erzielen und dem Radsport sein Ansehen zu erhalten vermag. Diese Ueberzeugung hatte der Bund bereits im Jahre 1895, als er, dem Zuge der Zeit folgend, die bis dahin unbe­kannte Gruppe der Geldpreisfahrer schuf, um allen denen ein Be­tätigungsfeld zu geben, die nicht in der Lage waren, aus eige­nen Mitteln den Radsport zu betreiben, oder deren überragendes Können eine Einnahmequelle auf radsportlichem Gebiet bot.

Nach der Trennung der Geldpreisfahrer von den Amateuren entwickelte sich eine Gruppe von Fahrern, die den Namen Ama­teur für sich in Anspruch nahm, in Wahrheit aber zu den Geld­preisfahrern gehörte. Gegen die Berufsamateure" wandte sich der Bund, und auch der Verband Deutscher Radrennbahnen er­flärte als Betreuer des Bahnrennsports den Berufsamateuren den Krieg. Im Jahre 1905 ließ der Verband Deutscher Radrenn­bahnen verkünden, daß er nur noch Rennfahrer anerkenne, je= doch erzwang die Union Cyclist Internaionale die Wiederein­führung von Geldpreisfahrern und Amateuren. Die Betreuung der Geldpreisfahrer übernahm der Verband der Deutschen Rad­rennbahnen, die Betreung der Amateure der Deutsche Rad­fahrer- Bund.

Trotz aller Versuche, den Radsport von den Berufsama­teuren zu befreien, sind die Verhältnisse schlechter geworden. Namentlich nach Wiedereinführung der jahrlang verbotenen Straßenwettbewerbe hat das Berufsamateurwesen sich stark ausgebreitet und einige Auslandsverbände haben diesem Uebel durch die Schaffung einer sogenannten Gruppe der ,, Unabhängi­gen" zu steuern versucht. Diese Unabhängigen" dürfen Geld­preise und geldliche Unterstützungen annehmen, dürfen sich aber keinem ihrer Wohltäter verpflichten. Ihre Pflicht ist es, das Fabrikat ihres Geldgebers zu benutzen und Reklametrikots zu tragen, wogegen es dem Geldgeber verboten ist, mit den Er­folgen der ,, Unabhängigen" Reklame zu treiben. Dieses Reklame­

Zu beachten: Der Beginn der Ligaspiele ist jetzt amtlich auf 2 Uhr im Gau Gießen- Wetzlar und auf 2.15 Uhr im Gau Marburg festgesetzt( ohne Wartezeit!).

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Westdeutschland hatte wenig Spiele.

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Nr. 94.

Wormatia präsentierte sich den Kasselanern als eine Mann­schaft von seltener Ausgeglichenheit. Schnelligkeit, präzises Flachspiel und große Durchschlagskraft der Stürmer waren die Hauptvorzüge der Gäste. Als ein besonders gefährlicher Durch­brenner mit großem Schußvermögen entpuppie sich der Stür­mer Winkler. Die Kasselaner waren nicht die Qualität des Gegners. Der S. C. 03 wurde fast ständig in die Verteidigung gedrängt. Meist waren sieben Mann im Strafraum, um den ge­fährlichen Ansturm der Wormaten zu hemmen.

Durch Philipp und Winkler holte sich Worms in der ersten Halbzeit zwei schöne Treffer, während Kassel nur zu einem Er­folg kam. Nach dem Wechsel legten die Einheimischen mit gre ßem Eifer los, aber die überlegene Spielweise der Gäste zwang sie schon bald wieder in die Verteidigung. Winkler schoß noch ein drittes Tor, dann wurde der Kampf 25 Minuten vor dem regulären Ende abgebrochen, da es in Strömen regnete. Bei den 800 Zuschauern, die trotz des unsicheren Wetters gekommen waren, hinterließen die Gäste den denkbar besten Eindruck.

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F. S. V. 05 Mainz 1: 0 abgebr. Nur 20 Minuten Spiel.

Fulda, 25. Nov.( Drahtber.) Borussia Fulda hatte sich für den Totensonntag den F. S. V. 05 Mainz verschrieben. Leider mußte der Kampf, der in Fulda ein starkes Interesse gefunden hatte, schon nach 20 Minuten abgebrochen werden, da die Platz­und Witterungsverhältnisse Einhalt geboten. Eine wirkliche Entfaltung ihrer Kräfte war beiden Manaschaften nicht mög­lich, es kann daher auch keine Kritik am Können und den Lei­stungen der Mannschaften gelegt werden. In der kurzen Spiel­dauer konnte man immerhin feststellen, daß die Gäste über ein beachtliches Können verfügen. Den einzigen Treffer schossen aber die Einheimischen. Der Torschütze war Enders. Wie das Treffen bei einer vollständigen Durchführung ausgegangen wäre, läßt sich schwer sagen.

Es waren mit Rücksicht auf den Totensonntag schon ohne­hin wenig Spiele im Westdeutschen Spielverband angesetzt. Weitere Ausfälle wurden dann durch die schlechten Witterungs­und Platzverhältnisse gebracht. Im Bergisch- Märkischen Bezirk Borussia Fulda und Bezirk Hessen- Hannover wurden alle Verbandsspiele abge= sagt. In Westfalen und am Niederrhein trug man je ein Spiel aus, beide Treffen mußten aber vorzeitig abgebrochen werden. Gewertet wurden lediglich das Treffen am Niederrhein. Die Spielvereinigung Oberhausen befestigte durch einen 2: 0- Sieg über den V. f. v. B. Ruhrort ihre führende Stellung in der Gruppe 1. Stärkeren Spielbetrieb wies lediglich der Rhein­bezirk auf, wenn es auch hier zu Ausfällen und Spielabbrüchen bam. Das interessanteste Spiel kam zwischen dem westdeutschen Meister Sp. Vg. 07 Köln- Sülz und dem alten Kölner Ballspiel­Club zur Durchführung. Die Sülzer, die sich nach einigen über­raschenden Niederlagen wieder gefunden, wenn auch noch nicht die alte Spielstärke wiedergefunden haben, siegten glatt mit 6: 2 Treffern. Der Tabellenführer der Gruppe 1, der Dürener G. C. 03 konnte gegen Godesberg überraschend nur 2: 2 spielen und büßte damit einen wertvollen Punkt ein. Die Kopfgruppe dieser Abteilung setzt sich zur Zeit aus folgenden Mannschaften zusammen: 1. Dürener S. C. 03 13: 3 Punkte; 2. Rheydter Spiel­verein 12: 4 Punkte; 3. Sp. Vg. 07 Köln- Sülz 12: 6 Punkte. Der ungeschlagene Tabellenführer der Gruppe 2, der V. f. R. Köln, setzte seinen Siegeszug mit einem 4: 1 über den S. C. Aachen fort. V. f. R. Köln führt mit 15: 1 Punkten vor Borussia M.- Gladbach 13: 1.

Westfalenbezirk:

Sparta Nordhorn

Niederrheinbezirk:

Sp. Oberhausen

Rheinbezirk:

-

Die Ergebnisse:

Münster 08 0: 0 abgebr.

- V. f. v. B. Ruhrort 2: 0

-

S. C. M.- Gladbach Blauweiß Köln 5: 0 Jugend Düren C. f. R. Köln 1: 0 abgebr. Bergisch Gladbach Odenkirchen 07 4: 1 Düren 03F. V. Godesberg 2: 2 Borussia M.- Gladbach Dohr 5: 0 V. f. R. Köln S. C. Aachen 4: 1 Alemannia Aachen Viktoria Rheydt 4: 0 Sülz 07 Kölner B. C. 6: 2

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S. C. 03 Kassel

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Wormatia Worms 1: 3( 1: 2) abgebrochen.

Kassel, 25. Nov.( Drahtber.) Der Hessenmeister Wormatia Worms stellte sich am Sonntag auch einmal in Kassel, und zwar S. C. 03 Kassel vor. Trotz des denkbar ungünstigen Wetters und trotz der miserablen Platzverhältnisse nahm die Begegnung ei­nen spannenden Verlauf. Die in bester Ausstellung antretende

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Die süddeutschen Verbandsspiele.

Der vergangene Sonntag stand auch in Süddeutschland im Zeichen der Spielausfälle und Abbrüche wegen unbespielbaren Geländes. Nur in der Gruppe Südbayern und Württemberg konnten die Kämpfe restlos durchgeführt werden, wenn man von Nordbayern absieht, wo nur ein Kampf angesetzt war. Eigent= liche Ueberraschungen gab es nicht. In der Gruppe Nord­bayern ist nach dem vom 1. F. C. Nürnberg mit 3: 0 siegreich beendeten Kampf anstelle der erwarteten Klärung eine noch größere Unklarheit eingetreten. Die Spielvereinigung Fürth hat ihren Zwei- Punktevorsprung eingebüßt und muß nun punktegleich mit dem Altmeister quasi wieder von vorne begin­nen. Wenn, was zu erwarten ist, beide Gegner gegen die üb­rigen Mannschaften der Gruppe keine Punkte einbüßen, so wird eventuell ein Entscheidungsspiel um die Gruppenmeister­schaft erforderlich. In Südbayern haben die Bayern durch einen wenig imponierenden 4: 2- Sieg über Teutonia nunmehr die Tabellenspitze übernommen, die sie nicht mehr abgeben soll­ten. In Württemberg verloren die Stuttgarter Riders in einem 2: 2 gegen den V. f. B. Stuttgart einen weiteren Punkt, so daß Brötzingen auf dem Weg zur Meisterschaft ist.

Die Ergebnisse: Gruppe Nordbayern: 1. F. C. Nürnberg Gruppe Südbayern:

Bayern München D. S. V. München Schwaben Augsburg Gruppe Württemberg:

Stuttgarter Kickers V. f. R. Heilbronn

-

- Sp. Vg. Fürth 3: 0 Teutonia München 4: 2 Schwaben Ulm 4: 1 Jahn Regensburg 4: 1

B. f. B. Stuttgart 2: 2 Stuttgarter G. C. 8: 1

| verbot steht ebenso auf dem Papier, wie die Unabhängigkeit"| die Geldpreisfahrer ihre Organisation nicht als Verbrecherko­der Nehmer von den Gebern, und der B. D. R hat sich daher nicht entschließen können, eine Gruppe von Geldpreisfahrern als Sondergruppe anzuerkennen, nur weil sie den Titel Geld­preisfahrer als Beleidigung empfindet und sich für ,, unab­hängig" hält. Für den B. D. R. gibt es nur eine Gruppe von Unabhängigen, und zwar die Amateure, von denen man mit Fug und Recht die Ausübung des Sports als Selbstzweck ver­langt, während man den Geldpreisfahrern die Ausübung des Sports als Mittel zum Zwed gestattet..

Die Pflicht zu einer scharfen Trennung von Geldpreisfah­rern und Amateuren und die Pflicht, die Interessen beider Grup­pen zu schützen, obliegt dem B. D. R. um so mehr, als er nicht nur der Betreuer der Amateure, sondern auch der Betreuer der Geldpreisfahrer und international anerkannter Veranstalter von Geldpreisfahrer- Rennen ist. In der Erkenntnis, daß der Berufs­amateur beide Gruppen schädigt, hat der B. D. R. diesem Nuzz­nießer des Radsports auf der Erfurter Hauptversammlung aufs neue den Krieg erklärt, aber, dem Zuge der Zeit folgend, auch denen ein Betätigungsfeld geschaffen, die materiell nicht in der Lage sind, den Radsport als Amateur ausüben zu können.

In letzter Zeit sind Nachrichten an die Presse gelangt, nach denen in Deutschland die Gruppe der ,, Unabhängigen" geschaffen für diese Gruppe aber der Name ,, Wertpreisfahrer" angenommen werden soll. Diese Wertpreisfahrer" sind nichts anderes als die Geldpreisfahrer, die materiell zu schwach sind, um als Ama­teur zu starten, und körperlich noch zu schwach sind, um als Geld­preisfahrer bestehen zu können. Für diese Wertpreisfahrer", die Geldpreise und geldliche Unterstützungen annehmen, sollen Gesetze geschaffen werden, wie sie sich bei den Amateuren als un­zulänglich gezeigt haben. Man will dem Wettpreisfahrer ver­bieten, in ein Abhängigkeitsverhältnis zu denen zu treten, die die ihm eine Rennmaschine usw. zur Verfügung stellen, die Reise­ſpeſen ersetzen und die Tagesgelder zahlen, und der Induſtrie will man verbieten, mit den Erfolgen der Wertpreisfahrer Re­flame zu treiben. Hinter jedem Gesetz muß die Macht stehen, es mit Gewalt anzuwenden, wenn es freiwillig nicht respek­tiert wird. Für einen gegen die Wertpreisfahrergeseze ver­stoßenden Fahrer gäbe es eine Versehung in die Gruppe der Geldpreisfahrer. Eine solche Versetzung ist ausgeschlossen, weil

lonie betrachten lassen und die Aufnahme anrüchiger Wertpreis­fahrer ebenso ablehnen, wie sie die Anerkennung anrüchiger Amateure abgelehnt haben. Die Firma zu bestrafen, hat kein Verband die Macht. Die höchste Strafe für eine gegen die Wert­preisfahrergesetze verstoßende Firma wäre das Verbot, Fahrer unterstützen zu dürfen, denen sie nichts zu sogen hat und mit deren Erfolgen sie keine Reklame treiben darf.

Um allen diesen Dingen aus dem Wege zu gehen, will der B. D. R. eine B- Gruppe der Geldpreisfahrer schaffen. Die kleinen Geldpreisfahrer sollen Geldpreise und Unterstützungen annehmen und sich auch den sie unterſtükennden Firmen gegen­über verpflichten dürfen, wogegen die Firmen das Recht haben, mit den Erfolgen der kleinen Geldpreisfahrer Reklame zu treiben. Der Bund will teine Sondergesetze schaffen, sondern durch eine reinliche Scheidung und ein offenes Bekenntnis der Fahrer das zu erreichen suchen, was durch Verbote und Bestim­mungen bis auf den heutigen Tag im Radsport nicht erreicht werden konnte. Wer klingenden Lohn für seine Leistungen zu haben wünscht, soll es bekennen, aber nicht unter dem Schein­namen ,, Amateur" hintenherum das zu erreichen suchen, was dem ehrlichen Geldpreisfahrer gehört.

Das System frankt an einer Verkennung des Begriffes Be­rufsfahrer. Es gibt in Deutschland vielleicht fünfzig Rennfahrer, die von den Einnahmen aus sportlicher Tätigkeit zu leben ver­mögen. Nur auf diese fünfzig Fahrer trifft der Begriff Berufs­fahrer zu. Alle anderen sind Geldpreisfahrer, die in der Aus­übung des Radsports gegen klingende Münze einen Neben­beruf sich geschaffen haben. Man muß sich aber von dem Ge­danken frei machen, daß alle um Geldpreise fahrenden Rad­fahrer Professionals sind. Die weitaus größte Mehrzahl sind heute bereits das, was der Bund mit der B- Gruppe schaffen will. Der Bund betrachtet es nicht als eine Echande, um Geld­

preise zu fahren, wohl aber als ein Verbrechen am Sport, un­

ter einer Maste Raubbau im Sport zu treiben. Auch im Rad­sport ist dem Tüchtigen freie Bahn gewährt, aber diese Bahn darf ein Sportsmann nur betreten, wenn er sich offen zu dieser oder jener Gruppe bekennt, nicht aber, wenn er von der einen Gruppe den Namen und den Nimbus entlehnt und von der an­deren eine unerlaubte Anleihe an materielle Gewinne erstrebt.