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Mittwoch, den 28. November 1928.

Lokales.

Hochwasser und Sturm in Oberhessen.

Am Totensonntag ging über Gießen und dem ganzen nörd­lichen Oberhessen den ganzen Tag über schwerer Regen nieder. Wieseck und Lahn sind gewaltig angeschwollen und stellenweise über die User getreten, wobei die Aecker und Wiesen weithin überschwemmt wurden. In den späten Abendstunden kam ein Gewitter zur Entladung, das furchtbare Regengüsse brachte. Damit zusammenhängend und dann die ganze Nacht andauernd brauste ein gewaltiger Sturm über das Land, der schweren Scha­den anrichtete, z. B. in den Außenbezirken von Gießen und im Gießener Stadtwald eine ganze Anzahl Bäume umriß, wodurch die elektrische Stromleitung und die Fernsprechverbindung teil­weise zerstört wurden.

* Ernannt wurde: am 13. November: der Veterinärarzt Dr. Dietrich Küst in Springe a. D. mit Wirkung vom 16. No­vember ab zum außerordentlichen Professor für Geburtshilfe und Poliklinik an der veterinär- medezinischen Fakultät der Landes­Universität Gießen.

* Der Polizeibericht meldet an Diebstählen: In der Zeit vom 13. bis 15. November 1928 wurden aus einer Wohnung im Seltersweg folgende Gegenstände entwendet: Eine Stahl­tassette mit 16 R. M. in bar, eine silberne Herrenuhr mit Doppelreihiger Unionkette, ein goldener Ring mit blauem Stein, ein silbernes Taschenmesser und ein silbernes Kragenkettchen. Außerdem Visitenkarten auf den Namen Heinrich Meister, Gießen." Die Uhr ist mit Goldrand und deutschen Ziffern ver­sehen und trägt das Lagerbuch Nr. 14 100, das Gehäuse die Nr. 286 800 und die Buchstaben H. M. In der Nacht vom 22. auf 23. November 1928 wurde in der Wagengasse ein neuer Mülleimer mit der Nr. 1334 entwendet.- Am 27. November 1928, während der Mittagspause, wurde in dem Geschäftslokal des Konsumvereins ein Einbruch verübt. Entwendet wurden aus der Registrierkasse etwa 140 R.-M. Bargeld und Sparmar­fen mi den Nummern 500 bis 750.

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Personen, die sachdienliche Angaben zur Herbeischaffung des Diebesgutes und Ermittelung der Täter machen können, wer­den gebeten, der Kriminal- Abteilung Nachricht zu geben.

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Eine Tagung des Provinzialverbandes Oberhessen und des Hessischen Landgemeindetags wird hier am kommenden Freitag unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Dr. Völsing- Alsfeld ab­gehalten.

* Die Adventszeit. Am Vorabend des 1. Advents( 1. De­zember 1928) sowie in der ganzen Adventszeit dürfen öffent: liche Tanzbelustigungen nicht stattfinden. Auch sind für den 1. Weihnachtsfeiertag und für den Vorabend desselben sonstige öffentliche Lustbarkeiten untersagt. Theatralische Aufführungen, Vorführungen in Lichtspielhäusern und Konzerte an den beiden Tagen werden nur dann zugelassen, wenn die Darbietungen ernsten oder belehrenden Inhalts sind und der besonderen Weihe dieser Tage angepaßt werden, ebenso rein sportliche Veranstal­tungen, die ohne öffentliche Umzüge oder Musik stattfinden.

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,, Gießener Zeitung

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der Universität begaben sich in die Vorhalle der Aula. Dr. Lic. Adolph weihte in burzen Worten die Ehrentafel, auf der die Namen von 18 gefallenen Dozenten und 243 Studenten stehen. Rektor Professor Dr. Herzog, Student Henningsen und Ober­bürgermeister Dr. Keller- Gießen legten Kränze nieder. Damit hatte die eindrucksvolle Feier, der zahlreiche Angehörige der Gefallenen beiwohnten, ihren Abschluß. Der Vorraum der Neuen Aula ist durch den Münchener Künstler Scherbaum in eine würdige Ehrenhalle umgewandelt worden. Unter den Namen steht der Wahlspruch der Universität Gießen: ,, Litiris et armis ad utrumque parati.

* Schützt die Wasserleitungen vor Frost! Vor Eintritt in die talte Jahreszeit ist es dringend erforderlich, Wasserleitungen und Wassermesser, die nicht frostfrei liegen, zu schützen. Die An­schlußnehmer der Wasserwerke sind für Schäden haftbar. Die Wasserleitungen in den Gärten dreht man am besten auf und läßt das Wasser im Keller an der Wasseruhr auslaufen, so daß das Rohr in der kalten Jahreszeit leersteht. Wasserleitungen und Wassermesser, die im Winter gebraucht werden, schütze man durch Umwickeln mit Stroh oder Lumpen. Vor allem soll man auf Wasserleitungen achten, die in Außenwänden liegen. Am besten entleert man auch diese vor dem Eintritt in die falten Nächte.

Für Fernsprechteilnehmer.

Die Arbeiten für die Errichtung des Selbstanschlußbetriebs im Gießener Ortsfernsprechnet sind bereits in vollen Gange. Die Auslegung der Kabel ist zum größten Teil schon durchge­führt. Demnächst soll nun mit dem Umbau der Teilnehmer­sprechstellen begonnen werden. Der Selbstanschlußbetrieb erfor­dert völlig andere Apparate, die wegen der großen Zahl der nun zu ändernden Sprechstellen nach und nach vor der Umstel­lung des Betriebs eingebaut werden müssen. Die bisherigen Apparate werden aber erst mit der Beiriebsänderung entbehr­| lich. Es läßt sich daher leider nicht umgehen, daß bis zur Inbe­triebnahme des neuen Amtes, die voraussichtlich im Mai zu erwarten ist, bei jeder Sprechstelle für eine gewisse Zeit neben dem bisherigen Apparat gleichzeitig der neue vor­handen ist. Die dadurch bedingte Unbequemlichkeit und Raum beschränkung muß mit in Kauf genommen werden; dafür sind auch die späteren Vorteile des Selbstanschlußbetriebs recht groß.

* Die Enthüllung des Ehrenmales für die gefallenen An­gehörigen der Universität fand Samstag in feierlicher Weise im Beisein der Vertreter von Regierung Ministerialrat Dr. Böhlein und sämtlichen Behörden statt. Die Feier wurde er­öffnet durch den Einzug der studentischen Korporationen in Wichs mit umflorten Fahnen, dann folgte der Rektor mit den Dekanen der Fakultäten, die Dozenten, Professoren und Be­amten der Universität. Nach einem Präludium hielt Rektor Professor Dr. Herzog die Gedächtnisrede, in der er die Gefal­lenen als. leuchtende Vorbilder für die jetzige und kommende Ge­neration feierte. Der Vorsitzende der Gießener Studentenschaft, stud med. Henningsen, fordert die Kommilitonen auf, im Geiste der Gefallenen zu handeln, der Volksgemeinschaft, dem Vater­land zu dienen. Hierauf wurde das Lied gesungen: Ich hatt' einen Kameraden". Die Fahnenabteilungen und der Lehrkörper

Aus meiner Husarenzeit. Jugenderinnerungen von Georg von Ompteda. ( 1. Fortsetzung.)

Uebrigens entstand mir bisweilen ein Retter in Gestalt des Premierlieutnants von Laffert. Er wußte, daß mein Tag schon um vier Uhr begonnen hatte. Sobald er nun meine Mü­digkeit sah, erhob er sich und nahm mich mit. Als er, über dreißig Jahre später, Kommandierender General des neun­zehnten Armeekorps im Felde war- wo er leider auch gestor­ben ist, haben wir solche und andere Erinnerungen im Trom­melfeuer der Sommeschlacht aufgefrischt.

Welch vornehme Seele in diesem Manne wohnte, will ich bei dieser Gelegenheit erzählen.

Jahrelang stand ich bei der Schwadron des Rittmeisters von Carlowitz, eines im Sattel ungewöhnlich befähigten Man­nes, bei dem man eins gewiß lernte, nämlich Reiten. Als ich nun mit solcher Vorbildung zu Lafferts Schwadron kam, über­gab er mir die Dressurabteilung, weil er bei langjährigem Dienste außerhalb der Front, wie der kluge Mann sehr wohl wußte, kein ,, Dresseur" war. Kurz vor der Besichtigung über­nahm er die Abteilung selbst und erntete großes Lob damit. Nun dachte ich im Stillen: Na ja, und ich habe die Schinderei gehabt! Doch mein Rittmeister meldete, warum er. im Inter­esse des Dienstes, mir die Ausbildung übertragen habe. Dem aufrechten Mann wurde das nur hoch angerechnet.

Nr. 94.

Aus Nah und Fern.

Friedberg. Auf unaufgeklärte Weise explodierte in der hiesigen Zuckerfabrik eine mit schwefliger Säure gefüllte Stahl­flasche. Durch den starken Luftdruck scheint der mit dem Anschluß beschäftigte Arbeiter gegen die Wand der Saturationspfanne geschleudert worden zu sein, wobei er schwere Verletzungen er­litt. Ein anderer Arbeiter, der ihm bei der Arbeit geholfen hatte, erlitt durch ausströmende Gase im Gesicht Verletzungen. Dieser Unglücksfall ist in furzer Zeit der dritte in der Zucker­fabrik. Bei den vorhergehenden Unglücksfällen waren zwei Tote zu beklagen.

Bei der neuen Betriebsweise fällt im Ortsverkehr jede Mit­wirkung der Bemtinnen der Vermittlungsstelle weg. Der Teilnehmer ,, wählt" mittels einer Nummernscheibe die ge­wünschte Anschlußnummer selbst und stellt damit die Verbindung auch selbst her. Ebenso wird am Schlusse des Gesprächs die Verbindung durch das bloße Einhängen des Hörers oder durch das Auflegen des Handapparats auf die Gabel von selbst ge­trennt. Ein Uebersehen des Schlußzeichens durch die Beamtin der Vermittlungsstelle und längeres Warten auf die Auftren­nung der Verbindung kann daher nicht mehr vorkommen. Auch Hörfehler bei der Nummernangabe sind künftig ausgeschlossen. Eine ganze Anzahl von Fehlerquellen scheidet aus dem Betrieb aus; infolgedessen wird fünftig mancher Aerger und mancher Zeitverlust wegfallen. Auch das so oft vermutete und beklagte Mithören seitens der Schrankbeamtinnen wird durch den Sa­Betrieb unmöglich gemacht. Die neue Betriebsweise erfordert aber auch größere Aufmerksamkeit des Teilnehmers. Es kann daher nur dringend empfohlen werden, die Gebrauchsanweisun­gen, die jedem Teilnehmer rechtzeitig ausgehändigt werden, recht genau zu lesen und gut aufzuheben, besonders aber auch die An­wesenheit des Telegraphenbaupersonals gelegentlich des Ein­baus der neuen Apparate zu benutzen um sich und den für die Bedienung des Apparats sonst in Betracht kommenden Per­sonen, Familienmitgliedern, Angestellten usw. deren Handha­bung erklären zu lassen.

Es war ganz lehrreich, als, Husar" Dinge kennenzulernen, die man als Fähnrich vielleicht, als Offizier aber niemals er­fahren haben würde. So nannten die Husaren ihren Ritt­meister bei seinem Vornamen Philipp". Immer wurde ge­meldet, welcher Laune ,, Philipp" sei. Als Gradmesser diente merkwürdigerweise seine Mütze. Und das kam so: Im allge meinen war ja die Uniform bis zur zulässigen Kragenhöhe in Zentimetern geregelt. Dennoch gab es wechselnde Moden", genau so wie bei den Damen die Keulenärmel oder den cul de Paris. In andern Armeen war es auch nicht anders. In Desterreich z. B. nahmen zu gewisser Zeit die Offizierskappen eine abenteuerliche Höhe an. Es war bekannt, daß man da­mit vor dem alten Franz Joseph nicht hätte erscheinen dürfen. Wie er denn einmal über die Kappe des Deutschen Kaisers tief

Jeder kluge Geschäftsmann

benutze die überall beliebten

Reichssteuer- Kaffebücher von Albin Klein, Gießen.

Grünberg. Jm hiesigen Stadtwald verunglückte am Mon­tagmorgen der etwa 18 Jahre alte Arbeiter Ernst Fißler, Sohn eines hiesigen Schuhmachermeisters, beim Holzfällen tödlich.

Laubach. Eine wichtige Neuerung für die Besucher und Aus­flügler unserer Stadt ist die Errichtung einer Schutzhütte auf dem schön gelegenen Ramsberg. Die Schutzhütte wird einen Flächeninhalt von 36 Quadratmetern erhalten und soll im Frühjahr fertig werden.

Schlitz. Die Rechner des Schliherlandes hielten hier ihre diesjährige Jahresversammlung ab.

Lauterbach. In dem Färbereianbau auf dem Grundstück der Witwe Jakob, in welchem der Viehhändler Straß ein Strohlager hatte, entstand aus bis jetzt noch nicht geklärter Ursache Feuer, das sich sehr rasch über das Gebäude und über die angrenzen­den Scheunen und Stallungen ausdehnte. Der Arbeit der Feuer­wehr war es zu danken, daß der Brand sich nicht noch weiter ausdehnen konnte.

gekränkt gewesen sein soll, obwohl sein Gast ahnungslos nur das trug, was ihm der Wiener Schneider angefertigt hatte. Auch die Knöpfe am Mantel, die von den Schultern herab sich ver­jüngten, rückten plötzlich oben ein, so daß sie schließlich gleich­läufig herabzogen. Ebenso war es mit den Mützen. Hatte der Oberteil bisher Tellerform gehabt, so war damals die Mode aufgekommen, daß er fast zum gleichen Umfang schwand wie das Stirnband, somit ein zündhütchenartiges Gebilde entstand. Wenn nun nachmittags der Rittmeister zum Fußdienst statt der älteren Tellermüße vom Vormittag das neue Zündhütchen trug, dann hieß es: Heute haut's!" Dabei war es in Wirk­lichkeit wahrscheinlich nur das Wetter: so wie in Huttens letz ten Tagen" Karl V., wenn es zu regnen droht, aus Sparsam­keit das ,, alte Hütlein aufſetzt.

Wetzlar. Am Totensonntagvormittag wurde die neue Fried­hofstapelle ihrer Bestimmung übergeben. Seitens der Stadt war keine Feier angesagt, nur die evangelische Gemeinde nahm die Weihe vor, zu der sich viele Andächtige eingefunden hatten. Kirchhain. Auch vom Unterlauf der Ohm werden große Ueberschwemmungen gemeldet. Dort sind einige Dörfer durch das Wasser von jedem Verkehr abgeschnitten.

Philipp war immer tadellos angezogen. Die Huſaren­uniform hob seine ebenmäßige Gestalt hervor, und er war ein guter Reiter, der manches Rennen gewonnen hat. Auf der Spinne", einem hochbeinigen, etwas spillerigen Halb­blütler, gab er ein schönes Bild. Aus ungarischen Juckern hatte er sich einen Viererzug zusammengestellt, den ich einmal, als er damit auf der Reitbahn erschien, derartig bewunderte, daß ich zu grüßen vergaß. Er fragte in seiner ein wenig weg­werfend mürrischen Weise, warum ich keine Ehrenerweisung gemacht habe. Ich fand, der Wahrheit getreu, das richtige Wort: Die Pferde gefallen mir so gut, Herr Rittmeister!" Nun war er nicht ohne Eitelkeit, und ein Wunder geschah, das mir in den Augen der Schwadron keineswegs geschadet hat: der Rittmeister forderte mich auf, mitzufahren. Ich konnte mich sogar nützlich machen, denn die Tiere scheuten unterwegs, so daß der Bursche und ich schnell abspringen mußten, um die Vorderpferde zu halten.

Sonst hatte ich es aber keineswegs leicht, denn an allem, was nicht klappte, schien der Fähnrich" schuld zu sein, wie ich nun mal gerufen wurde, obgleich ich noch gar keiner war Beim Exerzieren ritt der Fähnrich im Gliede immer zu weit vorn oder zu weit hinten. Gleichviel, ob es der Fähnrich war oder nicht, immer hieß es: F- ä- h- n- r- i- ch!" Wenn ich auf dem Marsch zum Rittmeister befohlen wurde, so gaben die Husaren den Ruf weiter, an die Kolonne hinab, indem ein=

Dein Kaffeekränzchen kommt zu Gast Weil heut' an Dir die Runde,

Das Backen wird Dir nicht zur Last Wenn Oetker mit im Bunde.

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Wegen seiner erfrischenden Cremefüllung wird dieser Kuchen nach folgendem Oetker- Rezept besonders geschätzt. Zutaten zum Teig: 100 g Butter, 1 Ei, 100 g Zucker, ½ Pfund Mehl, chen Dr. Oetker's Backin- Backpulver, 3 EBlöffel Milch, etwas Salz. Zutaten zum Belag: 100 g Butter, 100 g Zucker, 50 g Mandeln, ½ Päck­chen Dr. Oetker's Vanillin- Zucker.

Zutaten zur Füllung: 1 Päckchen Dr. Oetker's Vanille- Soßenpulver, 3/10 Liter Milch, 60 g Zucker, 20 g Kokosfett, 100 g Butter.

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Zubereitung: Zuerst bereitet man den Teig. Die Butter rührt man zu Sahne, fügt Zucker, Ei, das mit dem Backin gemischte und gesiebte Mehl, Milch und eine Prise Salz hinzu. Diesen Teig rollt man auf dem Blech der gefetteten Springform reichlich 2 Zentimeter dick aus. Die Butter zum Belag läßt man schmelzen, fügt den Zucker, Vanillin- Zucke gemahlenen Mandeln und 2 EBlöffel Milch hinzu, läßt alles noch einmal gut durch kochen, streicht die Masse auf den Teig und backt den Kuchen bei Mittelhitze reichlich 2 Stunde. Zur Füllung bereitet man eine Buttercreme, indem man 1 Päckchen Dr. Oetker's Vanille- So Benpulver mit 2/10 Liter Milch und wu g Zucker unter ständiger Umrühren zum Kochen bringt und dann die Creme bis zum Erkalten rührt. Man läßt 20 g Kokosfett über schwachem Feuer zer­gehen, rührt dieses bis zur butterweichen Beschaffenheit, gibt nach und nach die Butter hinzu und rührt löffelweise die Creme darunter. Den er­kalteten Kuchen schneidet man in 2 Scheiben, streicht die Buttercreme dazwischen und setzt sie aufeinander. Es empfiehlt sich, den Kuchen erst am Tage des Gebrauches zu backen.

Meinem neuen farbig Illustr. Rezeptbuch, Ausgabe F entnommen, aus dem Sie auch Näheres über den vorzüglichen Back-, Koch- u. Brat­apparat ,, Küchenwunder" erfahren. Das Buch ist für 15 Pfg. in allen einschlägigen Geschäften erhältlich, wenn nicht vorrätig, gegen Ein­sendung von Marken von

Dr. August Oetker, Bielefeld.

zelne Frechdächse das F- ä- h- n- r- i- ch!" im gleichen dump= fen Ton riefen wie Philipp": ,, Sauerei verfluchte!" Stil der dritten Schwadron.

Nun hatte ich einen Gaul bekommen, der zwar leicht zu reiten war, doch bei einem noch recht schwachen Reiter wie ich ., klebte", das heißt, von ausgesprochenem Herdentriebe beseelt, feine Neigung zeigte, die Schwadron zu verlassen.

daß das Spiel tes der Gerie 1 fegt ist; es wi penmeisterschaft der andere die jollte.

Sobald ich also gerufen wurde, beschloß die Stute, grund­sätzlich ihren Platz nicht zu verlassen. Sie schmierte sich mit der Kruppe an, sie beunruhigte die halbe Schwadron, aber von den anderen Pferden löste sie sich nicht. Ich war verzweifelt, denn vorn klang es fortwährend F- ä- h n- r- i- ch!" Da kam der Rittmeister selbst, um festzustellen, wo denn nur der ver­fluchte Fähnrich bliebe. Als er mich so kleben sah, war er mit einem Satz vom Pferde und klemmte sich auf meinen Schinder". Doch ein Wunder geschah: er richtete ebensowenig etwas aus wie ich. Ja, die Sache wurde noch ärger, indem der über den Schenkeldruck eines Meisters empört quiekende Gaul drohte, die ganze Kolonne aufzurollen, so daß man schon die halbe Schwa dron im Straßengraben sah. Natürlich behauptete Philipp, der Fähnrich, der ja an allem schuld war, habe den Gaul verdorben. Das ,, lange Regiment", wie einer der Unteroffiziere wegen seiner bei Husarenersatz ungewöhnlichen Größe hieß, hat mir je doch gestanden, der Mistbock" habe von jeher geklebt. Aber der F- a- h- n- r i ch!

Der Rittmeister schien einzusehen, daß er mir Unrecht ge tan hatte, er ließ mir ein anderes Pferd geben und lud mich beim Essen zu einer Flasche Sekt ein. Dabei bewies der große Bestricker sich so liebenswürdig, daß ich fühlte, wie manche Grob­heit eben nichts bedeutete, als eine Erziehungsmaßregel, denn sobald der Dienst zu Ende war, schien Philipp" wie ausge wechselt. Schlappschwänze werden sich bei ihm nicht wohlgefühlt haben, aber ganzen Kerlen sah er etwas nach.

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Ich habe schon gesagt, daß Sauerei verfluchte" bei der dritten Schwadron sozusagen Kriegsruf war. Ebenso bekam man das Wort, Sie reiten wie eine gesengte Sau" zu hören. Ursprünglich vom Rittmeister geprägt, war es Gemeingut ge worden. Der Vizewachtmeister gebrauchte es grundsätzlich, die Unteroffiziere wiederholten es, den Husaren war es alltäglich ( Fortsetzung folgt.)

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