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Der Schließli

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Samstag, den 26. Mai 1928.

Völklein. Und dieser Geist sprengte alle Fesseln der Menschen­jurcht, löste diesen Männern ihre Zungen, gab ihnen überir­dischen Mut und erfüllte die ganze Gemeinde mit dem Geiste der großen Bekenner, Glaubenskämpfer und Propheten. Diese einfachen Männer aus Galiläa eroberten mit diesen Geisteswaf­jen dann eine ganze Welt. Das ist das große Wunder des Pfingsttages.

Das einigende Land, das die Menschen von damals um= schlang, war die Liebe. Sie hat heute leider nur wenig Heim­stätten mehr auf dieser Erde. Wie der Maien die Mutter Erde neu geschaffen, so könnte aber auch die Menschheit sich wieder zur neuen Blüte entfalten und kostbaren Früchten entgegen­reifen, wenn die große Welt- Christengemeinde da wieder be­ginnen würde, wo einst ihre Urgemeinde angefangen hat. Die­ses Reich des Heiligen Geistes, das diese einst gründeten, müs­jen wir uns wieder zurückerobern. Es fehlt unserer Zeit der heilige Pfingstgeist, der mit seiner Sprache allen verständlich wird, der die Gaben der Weisheit und des Verstandes in den Führern der Völker und in diesen selbst wieder wirksam macht. Das Volk, das sich zuerst zurückfindet zu diesem Reiche des Gei­stes, das als Erstes in heiliger Feindschaft gegen alles Unrecht und Elend in der Welt dem heiligen Gottesgeiste wieder den gestürzten Altar errichtet, dieses Volk wird auch als Erstes gesunden und die Ernte eines solchen Pfingstwunders geläutert einbringen.

Heil dem deutschen Volke, wenn es diesen Weg betritt! Sei­en wir des Heiligen Geistes neue Jünger! Schaffen wir Licht, Sonne und Freude wieder in unser Dasein! In jedem deut­schen Herzen glimmt noch die Sehnsucht nach besseren, reineren und friedsameren Zeiten. Suchen wir den Heiligen Geist wie einst die zwölf bescheidenen Männer aus Galiläa und erwählen wir ihn zum großen Baumeister unseres Vaterlandes, damit er das Verschüttete wieder ans Tageslicht bringe.

So mögen morgen die Glocken voll und freudig hinaus­fingen in den Pfingstmorgen und hineindringen in die Herzen dieses Volkes, damit diese wieder geweckt werden zu christlichen guten Taten. Dann wird es wieder gesegnete Pfingsten geben in deutschen Landen.

Geh. Medizinalrat Professor Dr. med. Bostroem ist Don­nerstag ganz plötzlich nach der Rückkehr von einem Spaziergang verschieden.

* Die Vermögenssteuererklärung, die Ende Mai abgege ben werden sollte, wird erst für die zweite Junihälfte notwendig.

Straßensperrungen,

mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil- Club E. B., Gießen. Ortsdurchfahrt Niedermörlen, im Straßenzug Gießen- Fried­berg- Frankfurt, ab 29. Mai bis auf weiteres; Umleitung: Ziegenberg- Usingen, bezw. Butzbach- Steinfurth. Utphe- Berstadt, im Straßenzug Grünberg- Hungen- Fried­berg, ab 29. Mai bis auf weiteres; Umleitung: Bellers­heim Wohnbach.

Bernsdorf- Schönstadt, im Straßenzug Fritzlar- Kassel, halb­feitig gesperrt vom 1. bis 15. Juni.

Oberflorstadt- Staden, im Straßenzug Friedberg- Staden, vom 21. Mai bis auf weiteres; Umleitung: Stammheim. Ara. 22,7-21,4, im Straßenzug Herborn- Hachenburg, vom 18. bis 22. Mai; Umleitung: Willingen.

Rm. 26-25,6, im Straßenzug Herborn- Hachenburg, vom 26. Mai bis 2. Juni; Umleitung: Waldaubach. Drtsstraße in Chringshausen, im Straßenzug Wetzlar- Herborn, vom 29. Mai bis 10. Juni; Umleitung: Bechlingen- Ober­Temp Kölschhausen.

Lean- Stockhausen, im Straßenzug Wetzlar- Weilburg, vom 22. Mai bis 5. Juni; Umleitung: Burgfolms- Braunfels­Weiherstieg.

Stockhausen- Biskirchen, im Straßenzug Wetzlar- Weilburg, vom 4. bis 12. Juni; Umleitung: Burgsolms- Braunfels- Wei­herstieg.

Bahnhof Braunfels Philippstein, im Straßenzug Leun- Phi­

Auf dem Wege nach Rußland.

Die historische Aufgabe des deutschen Mittelstandes. Von Dr. Alfred Schmidt- Soepke, Düsseldorf. Schluß.

25 Milliarden Reichsmart hat der deutsche Hausbesitz bis­her schon an Steuern und sonstigen Opfern aufgebracht. Dabei ind gerade in seinen Reihen die um ihre Ersparnisse betrogenen Zeichner von Kriegsanleihen, Kleinrentner und Pensionäre zu finden. Und immer noch ist's nicht genug. Es wird Mißbrauch getrieben mit einer Wohnungsstatistik, die eigentlich nur be= weist, daß die Wohndichte heute geringer ist als in der Vor­friegszeit, ein schlagender Beleg für die Verfehltheit des Sy­tems der Zwangswirtschaft, das erst durch die falsche Vertei­lung der Wohnräume, durch die Ausschaltung eines freien Woh­nungsmarktes die Wohnungsnot hervorruft und verewigt. Es wird Mißbrauch getrieben mit der Unterstützung asozialer Mie­fer, die auf Kosten der anständigen Leute gehegt und gepflegt werden. Neue uferlose Pläne drohen von den demnächst neu gewählten Parlamenten der gesetzgeberischen Verwirklichung entgegengebracht zu werden. Auch in den bürgerlichen Par­

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,, Gießener Zeitung"

Nr. 43.

lippstein, v. 29. Mai bis 12. Juni; Umleitung: Burgsolms| festgestellt, daß es sich um eine echte Stradivarius aus dem Jahre Braunfels Weiherstieg.

Niederaula- Hersfeld, im Straßenzug Gießen- Alsfeld- Hers­feld, bis 30. Mai; Umleitung: Kirchheim- Reckerode­Meisebach.

Die Straßensperrung zwischen Lauterbach und Angersbach im Straßenzug Lauterbach Fulda ist ab 25. Mai aufgehoben. Die Sperrung Bellnhausen Km. 97,3 im Straßenzug Gießen ist aufgehoben.

Aus Nah und Fern.

Lindenstruth. Hier legte die Frau eines Weißbinders ihr Jahre altes Töchterchen ins Bett, um ihren Arbeiten nach­gehen zu können. Als es Zeit war, das Kind wieder zu wecken, fand die entsetzte Mutter das Kind tot vor; es war in den Kis­sen erstickt.

Gedern. Auf bisher unaufgeklärte Weise entlud sich am Mittwoch auf die Prämiierungsmarkt ein Tesching des Schieß­budenbesitzers. Die Kugel drang einem 17jährigen Burschen aus Kaulstoß in die rechte Lungenspitze. Der herbeigerufene Arzt verbrachte den Bewußtlosen ins hiesige Krankenhaus. Es be= steht Lebensgefahr.

Darmstadt. Burg Otzberg soll als Hessische Jugendburg" als Erinnerungsstätte für die im Weltkrieg gefallene Wander­vogeljugend ausgebaut werden.

Wetzlar. Am Mittwoch wurden hier drei schwere Ein­brüche verübt. Es wurde in das Goethe- Café, in ein dabei be­findliches Delikatessengeschäft und in die Städtische Badeanstalt eingebrochen. Den Dieben fielen in allen Fällen Geldbeträge in ziemlicher Höhe, sowie Vorräte an Zigaretten, Schokolade, Seife usw. in die Hände.

Frankfurt. Im Geschäftsraum einer hiesigen Großbank wurde Freitag einem Kassenboten seine Mappe mit etwa 12 000 Mark Inhalt gestohlen. Er hatte die Mappe unvorsichtigerweise auf dem Schreibpult liegen lassen, als er am Schalter seine Auf­träge erledigte.

*

Professor Junkers Ehrenbürger von Dessau. Der Dessauer Gemeinderat hat auf Vorschlag des Magi­strates aus Anlaß des geglückten Ost- West- Fluges und der er= folgten Fertigstellung des 1000. Flugzeuges den Besitzer der Junkerswerke und Schöpfer des Ganzmetallflugzeuges, Profej­sor Dr. Junkers, zum Ehrenbürger ernannt und ihm zu Ehren eine Straße Junkersstraße" benannt.

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Nobile am Nordpol.

Wie General Nobile dem italienischen Unterstaatssekretär für Luftschiffahrt und Marine durch Radio mitteilt, hat er Donnerstagmorgen 1,15 Uhr den Nordpol erreicht, 1,20 Uhr die italienische Flagge und 10 Minuten später das Kreuz des Pap­stes abgeworfen, worauf er mit der Italia" den Rückflug an­trat.

Die Geige im Kohlenkasten.

New York. In Port Chester, einem Städtchen im Staate New York, hat der Polizist John Dyer ganz unerwartet in einem Kohlenkasten einen überaus wertvollen Schatz entdeckt. Er wollte eine Geige, die er von seinem Vater geerbt und die 30 Jahre lang unbeachtet in dem Kohlenkasten gelegen hatte, für den Musikunterricht seiner Tochter vom Staub reinigen lassen. Der Geigenhändler, dem das Instrument zu diesem 3wed anvertraut wurde, merkte sofort, daß er eine ungewöhn­liche Marke in der Hand hatte. Er entdeckte im Innern der Geige Schriftzeichen, die ihn in seinem Glauben bestärkten, und bot dem Besitzer für die Ueberlassung der Geige 1500 Dollars. Der Polizist erklärte später, für 35 Dollar hätte er die Geige verkauft. Das Angebot von 1500 Dollar habe ihn aber stuzzig gemacht. Er gab die Geige nicht her, sondern ließ sie in New York bei einem Sachverständigen untersuchen. Dort wurde

1736 handelte. Der New Yorker Musiker Robert Kahn bot dem Besitzer 22 000 Dollars. Er gab sie aber auch für diesen Preis nicht her, da er die beste Aussicht hat, sie an Henry Ford, der alte Geigen aus Liebhaberei sammelt, zu einem weit höheren Preis zu verkaufen.

Neue Bücher.

Lehrgang der Gesprächsführung und Redetechnik. Von Dr. Frizz Gerathewohl, Lektor der Redekunst a, d. Universität Mün­chen. 256 S. 6 Hefte in Kassette. Gebunden R.-Mt. 8,-. Ver­lag Parcus u. Co., München, C 1.- Dieses Werk ist das erste in Deutschland, in dem die Ergebnisse der modernen psycholo gischen und psychotechnischen Forschung sowie der Phonetik, Stimmphysiologie, Sprechkunde und Rhetorit, aber auch die praktischen Erfahrungen bedeutender Redner und Verhandlungs­leiter von Demosthenes und Cicero bis zu Rathenau, Ebert, Stresemann und Keudell als Grundlage eines Lehrgangs ver­wendet wurden. Ferner unterhält das Buch eingehend z. B. über Gedächtnisschulung, das Verkaufsgespräch, den der Rede, der nicht ,, schön" sondern sinngemäß sein soll, über demagogische Kniffe, den Aufbau der Rede u. v. a.- Man legt dieses Werk mit dem Bewußtsein aus der Hand für seinen Umgang mit Men­schen eine Schulung genossen zu haben, die für den Erfolg fast jeder beruflichen Arbeit die bestmöglichsten Aussichten bietet.

Deutsche Spiele. Von H. Hoser. Mit 109 Abbildungen. Verlag Knorr& Hirth G. m. b. H. München. Man kann wohl sagen, Hoser hat hier eine Sammlung aller Spiele, die es gibt, sehr verständlich und mit guten Bildern erläutert. Jeder der irgendwie mit unserer Jugend zu tun hat: Eltern, Lehrer, Erzieher usw., wird sich mit diesem Buche einen fast unerschöpflichen Born von Anregungen erstehen. Der Preis des handlichen Buches ist 3,60 M( in Ganzleinen 4,80 M).

Das Bayerische Hochland, illustrierte Zeitschrift für den Fremdenverkehr und Wintersport bringt mit seiner April- Num­mer wieder ein reich illustriertes Heft heraus. Vor allem zeigt es diesmal die Schönheit des Jsar- und Loisachtales. Neben Bildern aus dieser Gegend bringt das Heft noch Aufnahmen vom Schlierseer- und Wendelsteingebiet und vom Aibsee. Inter­essenten erhalten Probenummern kostenlos durch den Verlag München 9.

Geschäftliches.

Das 65. Semester des Kyffhäuser- Technikums

in Bad Frankenhausen brachte abermals eine Steigerung der Besucherzahl. Dem Gebäudekomplex ist ein neues mehrstödiges Gebäude einverleibt worden. In diesem werden unter ande ren mehrere Zeichensäle, das neu eingerichtete Laboratorium für Werkstoffprüfung, ein Werkzeugmaschinen- Laboratorium für Betriebsführung, ein metallographischer Versuchsraum und ein chemisch- physikalisches Praktikum untergebracht. In der Ab­teilung für Allgemeinen Maschinenbau und Elektrotechnik haben die bestehenden Versuchsanlagen weitere Ausdehnung erfahren. Die ernste und zielbewußte Arbeit, die erfolgreiche Erfüllung der Aufgaben, die sich das Institut auf flugtechnischem und auto­mobiltechnischem Gebiete gestellt hat, führte zur Organisation einer selbständigen Fachabteilung für Luft- und Kraftfahrzeug­bau", der ersten und ältesten Schule dieser Art. Hier sind um= fangreiche Lehrmittelsammlungen mit einer Fülle wertvollen neuzeitlichen Materials zusammengetragen, die durch den Aus­bau der bestehenden Windkanalanlage für aerodynamische Mes­sungen wertvolle Bereicherung finden. Die Bedeutung der ein­zigen deutschen Fachabteilung für Landmaschinenbau ist ja zur Genüge gewürdigt worden. Das Kyffhäuser- Technikum, das von seiner Gründung an unter Leitung von Prof. Suppert steht, wird nach wie vor seine hohe und dankenswerte Aufgabe darin erblicken, seinen zahlreichen Besuchern eine gründliche gewissen= haft geleitete Fachausbildung zu vermitteln. Für den 10. Of­tober ist der Beginn des Winter- Semesters angesetzt.

Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen.

dem alten ehrlichen Standpunkt der Entschädigung steht. Das soll geändert werden. Ein weiterer Beitrag zu der Politisie­rung des Rechts. In Rußland ist ja bereits fein Unterschied mehr zwischen Recht und Politik.

teien befinden sich Abgeordnete in großer Zahl, die dem soge=| daß die Rechtsprechung des Reichsgerichts bisher noch nicht auf nannten Bodenreformgesehentwurf ihre Zustimmung gegeben haben, jenem Entwurf, der die Gemeinden zwingen will, über das jetzige bereits viel zu große Maß hinaus sich Bodenbesitz zuzulegen, ohne Rücksicht auf das Bedürfnis und ohne Rücksicht auf die Kosten. Um ein Haar wäre das preußische Städtebau­gesetz, das den gleichen eigentumsfeindlichen Geist atmet, und im Hinblick auf unsere schweren Wirtschaftsnöten ebenso unzeit­gemäß ist, schon von dem letzten Preußenparlament verabschiedet worden. Man schämt sich schon nicht mehr, offen heraus einzu­gestehen, ja gesetzlich zu formulieren, daß dem Grundeigentümer eine volle Entschädigung für die Beschränkung seines Ver­fügungsrechtes und die Wegnahme seines Eigentums vorent­halten werden soll! Der preußische Städtebaugesehentwurf ent­hält den Begriff der angemessenen" statt der vollen Entschä­digung. Das ist doch nur eine Beschönigung des Diebstahls, der hier gewissermaßen auf legalem Wege vorgenommen werden soll, um das Wirtschaftssystem Moskaus auf einem der wich­tigsten Teilgebiete der Wirtschaft zu verwirklichen. Die An­hänger dieser Absichten, die, wie gesagt, auch in den bürger­lichen Parteien in Scharen siten, beklagen sich bereits darüber,

Die neue

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Das sind nur einige Beispiele dafür, in welch stürmischem Tempo wir uns auf der Reise nach Rußland befinden. Hier tann nur eins noch helfen: Der Mittelstand muß sich endlich auf sich selbst besinnen, er muß sich bis aufs Blut wehren und zusammenschließen. Hausbesitz, Handel, Gewerbe, das kleine und mittlere Unternehmertum, die freien Berufe, die Berufs­beamten vom alten Schrot und Korn, die kleinen und mittleren Bauern, sie alle gehören zusammen und sie sind verbunden eine Macht! Verbunden werden auch die Schwachen mächtig!" lehrt der große deutsche Freiheitsdichter. Der Mittelstand hat die historische Aufgabe, der roten Flut einen unüberwindlichen Damm entgegenzusehen. Der Spruch, der an den Bauernhäusern Westfalens steht, muß auch der seine werden: Silf Dir selbst, dann hilft Dir unser Herre Gott!"

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