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Mittwoch, den 25. Januar 1928.

Lofales.

* Falsche Fünfmartstücke sind im Umlauf. Sie tragen das Münzzeichen A und die Jahreszahl 1927. Die falschen Stücke haben einen blechernen Klang.

* Ernannt wurden: Der Medizinalrat Dr. Philipp Best in Schotten zum Kreisarzt des Kreisgesundheitsamtes Bensheim unter Belassung seiner seitherigen Amtsbezeichnung, Medizinal­und der Amtsarzt rat" mit Wirkung vom 1. Februar 1928, Dr. Hermann Orth in Gießen zum Kreisarzt des Kreisgesund­heitsamtes Schotten mit der Amtsbezeichnung Medizinalrat", mit Wirkung vom 1. Februar 1928.

* Ein Unterrichtsgang für städtische und gemeindliche Beamtenanwärter, welche die erste bezw. zweite Verwaltungs­prüfung ablegen wollen, ist von der Gewerkschaft hessischer Gemeindebeamten in unserer Stadt eingerichtet worden. Der Unterricht findet jeden Samstag Nachmittag im Stadthaus, Bergstraße, statt. Der gegenwärtige Kursus endet am 1. April, das zweite Lehrjahr beginnt im August dieses Jahres.

* Bund ehemaliger 81er. Am 9., 10. und 11. Juni 1928 findet in Frankfurt a. M. eine Wiedersehensfeier aller ehema­ligen 81er statt. Als Festfolge ist in Aussicht genommen: Be grüßung und Festkommers, Kranzniederlegung auf dem Ehren­friedhof, Festgottesdienst mit Regimentsappell. Auskunft er­teilt Kamerad Frank, Frankfurt a. M., Schielestraße 26, und die Vorsitzenden der einzelnen 81er Vereine.

* Einen nationalen Mandolinen- Wettstreit veranstaltet am 5. und 5. Mai der Geßener Mandolinen- und Guitarre verein Neapolit". Man rechnet mit einer Beteiligung von etwa 30 Vereinen, u. a. aus Frankfurt, Hanau, Mühlheim, Fulda, Mainz, Köln, Hildesheim und Hannover. Der Wett­bewerb erfolgt in vier Klassen. Außer zahlreichen Ehren­preisen steht auch ein Ehrenpreis des Volksstaates Hessen in Aussicht.

Gießener Zeitung"

* Die Schwindeleien indischer Fatire". In letzter Zeit machen sogenannte indische Fatire viele Städte unsicher, in denen sie sich angeblich eingraben lassen wollen. Sie verschwin­den aber stets vorher und schröpfen das Publikum nur mit al­bernen Vorträgen. So geschah es am Samstag auch in Darm­stadt. Ein angeblicher indischer Hohepriester" namens Agni­hotri machte dort auch eine große Reklame, wobei er versprach, sich mehrere Tage lang in der Erde begraben zu lassen und andere Fakirkunststücke zu zeigen. Nichts von alledem wurde gehalten. Der Hohepriester, der ebensowenig wie seine Gehil­fen aus Indien stammen dürfte, beschränkte seine Darbietungen auf einen Vortrag, dessen Weisheit über den Inhalt eines Lexikons nicht hinausging. Es ist anzunehmen, daß der Gauk­ler seine Manöver in der Umgegend fortsetzen wird.

* Der Fackelzug am Freitag Abend, der aus nicht vorher­sehbaren Umständen einen anderen Weg als den vorgesehenen nehmen mußte, war nicht von der Gießener Studentenschaft in die Wege geleitet, sondern es war ein Fackelzug der Frank­furter, Marburger und Gießener Burschenschaften aus Anich der sei Jahrzehnten üblichen Feier des Burschenschafter- Reichs­gründungskommerses.

* Gießen. Zum 54. Stiftungsfest und gleichzeitig zum Weih­nachtsfest hatte der Kriegerverein seien Ruf für den 6. Januar an die Mitglieder ergehen lassen, und der Erfolg war wieder ein großer. Galt es doch abermals der Oeffentlichkeit zu zeigen, daß die Kameradschaft der alten Soldaten fortlebt und hoffent­

Aus Nah und Fern.

Nidda. In den Werken der Himmelsbach- Holzindustrie in Oberhessen, die hier ihren Hauptbetrieb haben, ist seit Montag Kurzarbeit eingeführt. Es wird nur noch an drei Tagen der Woche gearbeitet werden. Etwa 300 Arbeiter werden von die­ser Betriebseinschränkung betroffen.

Nidda. In dem benachbarten Dorf Ober- Schmitten wurde unter einem Holzstoß bei einem Hause die Leiche eines neu­geborenen Kindes aufgefunden. Die gerichtliche Untersuchung hat jetzt zu der Feststellung geführt, daß das Kind nach der Ge­burt gelebt und daß es durch Strangulieren und durch Schädel­verlegungen mit Bluterguß ins Gehirn einen gewaltsamen Tod gefunden hat. Als Kindesmörderin wurde die etwa 19 Jahre alte ledige Tochter einer angesehenen Bauernfamilie, die in dem Hause bei dem Holzhaufen wohnt, ermittelt. legte bereits ein volles Geständnis ab.

Das Mädchen

Nr. 8.

Buderusschen Eisenwerke, Kommerzienrat Dr. ing. h. c. Adolf Köhler- Wetzlar zum Kammerpräsidenten, Apothekenbesitzer Georg Bahr Weglar zum ersten stellvertretenden Vorsitzen­den und Walzwerksdirektor a. D. Friedrich Schmitt Wetzlar zum zweiten stellvertretenden Vorsitzenden.

Gedern. Der Bund Vogelsberger Sängervereinigung hielt hier seine Hauptversammlung ab. Die Beteiligung war außer­ordentlich gut. Für den Hessischen Sängerbund war Geschäfts­führer Roth- Darmstadt vertreten, der die Ziele des Hessischen und des Deutschen Sängerbundes eingehend darlegte. Die Oberhessische Sängerbundvereinigung, 17 Vereine mit über 500 Sängern, beschloß einstimmig den Uebertritt zum Hessischen Sängerbund. Zum Vorsitzenden des neuen Gaues Gau Vo­gelsberger Sängervereinigung wurde Herr L. Stößinger­Ober- Lais gewählt. Mit der Neugründung des Gaues ist ein weiterer Schritt in der Neuorganisation des Hessischen Sänger­bundes vollzogen.

Wezlar. Die Industrie- und Handelskammet wählte in ihrer jüngsten Vollsizung den Vorsitzenden des Vorstandes der

=

Hoch klingt das Lied vom braven Mann. Am 9. Juni 1927 fuhr der Lokomotivführer Martin& aust von Limburg als Führer einer Lokomotive von Weilburg nach Limburg. Zwischen Weilburg und Guntersau bemerkte er in der hochangeschwollenen Lahn eine Frau mit dem Tode ringend. Kurz entschlossen brachte er den Zug zum Stehen und sprang in voller Kleidung und geschwitztem Körperzustand in die Lahn. Nach vieler Mühe gelang es Faust die Frau unter eigener Lebensgefahr zu retten. Für diese hervorragende Tat, die als ein vorzüglicher Beweis von Entschlossenheit und Selbstaufop­fernung angesehen werden kann, wurde ihm durch das Preußische Staatsministerium die Rettungsmedaille am Bande verliehen.

Mainz. Das Zustandekommen des diesjährigen Rosen­montagszugs unter dem Motto Alles gratuliert"( zum Jubi­läumskarneval) ist gesichert; die Vorbereitungen sind bereits in vollem Gang.

Mittwoch, den 25

V.f

Die 1. und 2. Man Schüler gewannen in Mannschaft der Spielve wirklich Spaß, die klein

beobachten zu können.

Die 1. Jugend tru Jugend Kurhessen- Mar sind, aus, und mußte Können der Marburge hierbei erwähnt wird, find. An und für sich ren und vor allen Din Ju leicht eingeschäkt. crlauben, auch wenn es Renommee schnell hin. Recht interessant w Mannschaft gegen die 1. chre ging. Es stand wo BfB. sich die Punkte Refultat( 7: 1) aber so der 200 Zuschauer, weld nur dem Eifer und der ler zu verdanken, mit cs der Mannschaft aller fich mit aller Gewalt u gefährlich werden, jedoc ungenau, als daß sie zu fonnte. Dem neuen M und Glück auf in die J

Darmstadt. Auch Darmstadt will an Fastnacht nicht zurück­stehen. Man wird von der ministeriellen Erlaubnis Gebrauch machen und auch hier den Fastnachtzug wieder aufleben lassen. Der Zuchthäusler auf Geldtransporten. Frankfurt. Das Gaunerstückchen des Heizers Brix, der vom Städt. Arbeitsamt beauftragt wurde, 30 000 RM. nach der. Stadthauptkasse zu transportieren und mit dem Gelde durchge= brannt ist, erregt allgemeines Aufsehen und Kopfschütteln. Man findet es unbegreiflich, wie ein mit Gefängnis und Zuchthaus bestrafter und zwar vielfach vorbestrafter notorischer Einbrecher von einem städtischen Amt mit dem Transport von Geldern be schäftigt werden konnte. Man fordert allgemein, daß die Frage der Verantwortlichkeit mit größter Strenge geprüft werden muß, und so wird die geradezu karnevalistisch anmutende Epi­sode wohl noch ein Nachspiel vor dem Forum der Stadtverord­neten haben. Die Stadt Frankfurt hat eine Belohnung von RM. 1500 auf die Ergreifung des Täters und die Herbeischaf­fung der Gelder ausgesetzt.

Frankfurt. Folgen des starken Lastautoverkehrs. Montag Nachmittag gegen 6 Uhr wurde die Feuerwehr nach der Höch­sterstraße 66 gerufen, wo sich folgendes ereignet hatte.. Das Haus Höchsterstraße 66 ist eines der ältesten in dem ganzen dortigen Bezirk. Man hatte in letzter Zeit schon mehrfach ver­dächtiges Knistern gehört und das Haus sollte in nächster Zeit Gestern einer gründlichen Reparatur unterzogen werden. Nachmittag gab nun plötzlich die Decke zwischen dem zweiten und dritten Stock nach und stürzte mit lautem Gepolter in die

lich auch die junge Generation diesem Geiſte einmal folgen Männer, die jetzt über Millionen verfügen, Wohnung im zweiten Stod. Die im 3. Stod wohnende Frau B.

wird. Die Ausgestaltung des Festes lag in bewährten Händen und der Beifall, der den einzelnen wohlgelungenen Darbietun­gen folgte, besagte, daß man allseits sichtlich darüber zufrieden war. Die Musik unter Leitung des Herrn Kameraden Weller verschönerte den Abend, von der Verlosung zu Gunsten der Kriegshinterbliebenen wurde auch in reichem Maße Gebrauch gemacht. Kamerad Landgerichtsrat Trüm pert richtete an die Erschienenen herzliche Worte der Begrüßung und ermahnte sie den kameradschaftlichen Geist weiter so zu pflegen, damit dereinst auch in Zukunft die Ziele der Hassia einmal in Erfül­lung gehen. Herr Klein jr., der Sohn unseres Kameraden Albin Klein, sprach einige ernste Worte über die Heranziehung der Jugend unserer Mitglieder zur Errichtung einer Jugend­gruppe.( Mögen diese Worte auch bald in Erfüllung gehen.) Die kleine Grete Möller trug in possierlicher Art ein nettes Weihnachtsgedicht vor, und Frl. Amend sprach den Prolog recht eindrucksvoll. Fräulein Fenchel und Herr Hartmann gaben in einem Duett ,, Am Silberhochzeitstag" manchem Kameraden Ge­legenheit seine Gedanken zurückgehen zu lassen an selbsterlebte Stunden; ganz besonders aber gefiel das Theaterstück Jm Riesengebirge". Alle hierbei Mitwirkenden legten ein Kön­nen an den Tag, das von Berufsspielern nicht besser hätte ausfallen können. Herr Büttner als Böhmer, Frau Bechstein ale Grete, Herr Seitz als Piesecke, Herr Birkenstock als Hans, Fräulein Amend als Frau Piesecke, Fräulein Bopf als Frau Fröhlich und Herr Hartmann als Fröhlich meisterten ihre Rol­len alle in hervorragender Weise. Der anschließende Tanz, der vor allem unserer Jugend galt, hielt alle noch einige gemüt­liche Stunden zusammen.

Grüner Rasen Blaue Wellen.

Roman von Otto von Gottberg.

24. Fortsetzung.

Drießner konnte schon lachen. Bald glaubte auch Drewiz das Fahrzeug geborgen. Doch erst nach einer Stunde lang­samer Fahrt wagte er sich auf Sehrohrtiefe und sah ungeduldig ins Ofular. Hell wie der Tag war die frostklare Mondnacht. und ein nur 500 Meter ferner Zerstörer hielt gerade auf ihn zu. Ehe er den Befehl zum Tauchen geben konnte, erspähte der Gegner wohl das Sehrohr, denn er ließ den Scheinwerfer spielen. Zwei Minuten später lief U- 444 vierzig Meter unter Wasser. Dreimal hintereinander wechselte Drewizz schnell Kurs, um den Verfolger irrezuleiten. Doch plötzlich bebte die Flut rings um sein Schiffchen zu einem scharfen Krachen. Von Turmeshöhe schien ein Eisenbloc auf Metall zu fallen. Unwill­türlich schloß er die Augen. Jezt mußten Splitter der Bombe an die Schiffswände schlagen. Doch die Flut blieb stumm wie die Mannschaft im Boot. Nie hatten die Motore so laut gesungen. Drießner, Nr. 1 und Matrose Kern preßten die Lip­pen zusammen und hielten den Atem an. Unten in der Zen­trale war fein Flüstern zu hören.

waren vor vielen Jahren fast noch ohne nennenswerte Vermö­gen. Manche haben als ganz kleine Handwerker oder Händler angefangen, wohnten einst in einer Dachkammer.

Drewiz beugte sich über das Luk und zwang sich, recht gemütlich zu rufen: Steuermann, lassen Sie Kaffee und Wurst­bröte für die Brücke holen!"

Zu befehlen, Herr...."

Was war das Geheimnis ihres Vorwärtskommens?

Die Reklame! Die Reklame, die das im Anfang unbedeutende Unternehmen durch die Presse hunderttausendfach bekannt machte. Selbstverständlich muß man bei der Auswahl der in Frage kommenden Zeitungen sehr wohl überlegen. Wer im Volks­staat und seinen 1000 Gemeinden gründlich Reklame machen will, kann das am besten durch die im Verlag Albin Klein zu Gießen erscheinende Zeitungen:

Krachen an Steuerbord erstickte des Decoffiziers Antwort. U- 444 ächzte in den Nieten und tat den Sprung eines weid­wund geschossenen Tieres. Alle Hände suchten einen Halt an den Wänden des Turmes. Unter den ausgleitenden Füßen zitterte der Stahl. Glas klirrte und der Turm lag dunkel. Die Birnen waren geborsten oder die Sicherungen durchgebrannt. Drewig riß die Handlampe aus der Rocktasche. Drießner hielt die seine ans. Manometer.

12 500 Auflage),

Gießener Zeitung( 41. Jahrgang), Hausbesiger- Zeitung( 5. Jahrgang Allgemeine Hessische Sportzeitung( 3. Jahrgang), Hessischer Kamerad( 26. Jahrgang 48 500 Auflage) und 37 500 Hessisches Handwerk und Gewerbe( 6. Jahrgang Auflage).

Alle 5 Zeitungen erfassen sämtliche Berufskreise in allen Gemeinden des Volksstaates Hessen.

Durch keinen anderen hessischen Verlag ist eine bessere, vielseitigere Reklame möglich!

darum auch das gebotene Handeln klar. Vom Bersten der Bombe befreite Gase hatten U- 444 aufwärtsgeschleudert. Achter­lastig hing es, weil Splitter ein Leck in die Wand eines der Räume am Heck geschlagen hatten. Das Licht flammte wie der auf. Die Hände mußten noch immer einen Halt an der Turmwand suchen. Das Manometer zeigte die Höhe des Was­serspiegels. Also ragte der Bug doch aus dem Wasser.

Auf dem Apparat sah auch Drewiß, daß sein Boot achter­lastig hing, also getroffen war. Regler fluten!" rief er nach unten ins Lut und warf den Hebel am Maschinentelegrafen auf äußerste Fahrt. Es galt vom Feinde wegzukommen. Seine Augen blieben am Manometer. Auf 27 hatte der Zeiger vor dem Krachen gewiesen, aber war, als Drießner die Taschen­lampe darüber hielt, flink wie ein Pfeil, nach links gesaust. Jetzt zitterte der dünne Finger wie der eines Menschen in wahnsinniger Angst und sagte, daß U- 444 zum Wasserspiegel hinausschoß. Wenn der Brite dort das Boot sah, war es ver­loren. Darum mußte der Kommandant den fliegenden Ner­ven Ruhe gebieten und sich zu nüchternem Ueberlegen zwingen. Sofort war er sich über das Geschehen der legten Setunden und

Beide Große!" rief er nach unten, und dann: So schnell wie möglich auf 26 Meter!"

Das Warten schien Jahre zu dauern. Drießner nagte an den Lippen. Nr. 1 schwizte dicke Perlen, die von der Stirn in die Augen rannen. Wirklich schien die Hize in dem doch falten Boot unerträglich. Da zitterte der Zeiger des Mano­meters und schwankte langsam nach rechts. Drießners Miene löste sich. Von unten meldete die klare Stimme des Ingenieurs: ,, 26 Meter liegen an!"

So schnell und unbeschadet auf die befohlene Tiefe zu kom­men, hatte Drießner nicht erwartet. Jetzt wollte er Leine ziehen, aber durfte die Fahrt leider nicht beschleunigen. Er brauchte die äußerste Kraft seiner Maschinen, um zu entkommen und sich auf Tiefe zu halten, aber der Batterievorrat war mehr als halb verbraucht.

stürzte zwischen den Balken hindurch, hatte aber noch die Gei­stesgegenwart, sich an einem Teppich festzuhalten, so daß sie von einem Sturz in die Tiefe bewahrt blieb und befreit werden fonnte. Zwei im zweiten Stock spielende Kinder kamen mit geringen Verlegungen davon. Die Feuerwehr hatte drei Stun­den Arbeit, um die Gefahr zu beseitigen. Die Wohnungen mußten abgesprießt werden. Der Einsturz ist wohl auf die schweren Erschütterungen zurückzuführen, die das Haus durch den Lastautomobilverkehr erliten hat. Man hat deshalb auch die beiden vor dem Haus befindlichen Straßenbahnhaltestellen verlegt und ein Posten hält die Wagen zum langsamfahren an.

Wieder schien jede Sekunde eine Ewigkeit. Ein Rätsel war es, daß der Engländer nicht mehr Bomben warf. Drewit mußte seinen Nerven Luft machen: Drießner, warum schmeißt er nicht?"

Der Oberleutnant konnte lächeln, als er das Armgelenk mit der Uhr zu den Augen hob: Hatte zufällig nach der Uhr gesehen, Herr Kaptnleutnant. Leßte Bombe fiel vor genau zwei Minuten!"

,, Donnerwetter!" Ein Menschenleben war doch seither ver­gangen! Ehe er den Gedanken aussprechen konnte, hob der Zentralmaat ein verstörtes Gesicht durch das Luk in den Turm: ,, Leck im Delmaschinenraum, Herr Kapitänleutnant!"

Norwegens Sänger nach Wien.

Der Gedanke, durch das 10. Deutsche Sängerbundesfest eine Ehrung des deutschen Liederfürsten Franz Schubert und eine Rundgebung für den Anschlußgedanken zu veranstalten, hat auch bei der G. A. Loreley in Oslo( Norwegen) begeisterten An­klang gefunden. Um seinen Vereinsmitgliedern und den deut­schen Landsleuten in Norwegen die Teilnahme an dem großen Ereignis zu ermöglichen, hat der Verein beschlossen, diese sich Baum wieder bietende Gelegenheit zu einer 14tägigen Sänger­fahrt nach Deutschland und Oesterreich zu benutzen.

Daß er an das vom Treffer geschlagene Loch nicht gedacht hatte! Schnell mußte er den Schaden sehen. Vorher aber noch war das Boot von entbehrlicher Last zu befreien: Klar zur Preßluft auf alle Tanks!" Die Leiter schon hinabsteigend, rief er zum Wachoffizier zurück: Drießner, wenn wir tiefer als 26 Meter saden, schicken Sie Meldung in den Delmaschinen­

raum!"-

Dort unten stutzte er vor einem grausigen Bild, als er den Oberkörper frümmte, um durch das Luk in der senkrechten Wand hineinzusteigen. Auf dem gerundeten Boden der Stahl= röhre mit hüfthohen Delmaschinen zu beiden Seiten des schma­len Mittelganges schäumte fußhoch eine schmutzig trübe, ölflek­fige Flut. Doch schnell stapfte er hinein, fühlte eisige Nässe um

Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen.

die Waden, aber erschauerte doch nur, weil sein Schiff verlo­ren schien. Von der runden Stahlwand zur Linken spritzte durch ein Leck ein armdicker Strahl von Seewasser und Del aus dem von einem Bombensplitter durchschlagenen Tank in gera­der, schräger Linie in die schnell steigende Flut und warf einen Trichter von Sprizern hoch. Nach oben zur Quelle der. Gefahr, dem Loch in der Stahlhülle, hoben ihre Hände drei Heizer oder Matrosen und der Steuermann, der das Gesicht mit wildem Bart und rollenden Augen wie in Vorwurf kurz zum herwatenden Kommandanten drehte: Dreizehnte Fahrt!" Und wieder versuchte der Alte durch den ihm über Kopf und Schultern sprudelnden Strahl einen armdiden Pfropfen in das Loch zu pressen. Die drei Leute halfen mit hämmernden Fäusten. Doch die Kraft der Flut war größer als die von vier Menschen. Wenn wir in zwei Minuten nicht fertig sind, gehen wir zu den Engländern!" rief Drewitz hastig, aber meinte: zu den Fischen. Ueberall lagen die jetzt schwimmenden Werg­ballen stets zum Dichten bereit. Er raffte einen auf und warf sich mit den Vieren dem Druck des Meeres entgegen. Wieder spritzte dem Steuer enn der harte, dide Strahl gerade ins Gesicht. Doch kniff ec aur die ven beizen Cel brennenden Augen zu. Wessen und Fett tropften vom wirren roter Bart Seine Hände hielten den Birop, 11 vor das Lech. Tie Fäuste der Leute drückten nach, aber rutschten wie die Finger des Kommandanten vom ölfettigen Holz. Auch Drewiz mußte die schmerzenden Augen vor den Sprigern eines Seitenstrahls schlies­sen. Größer als die Vier, stand er hinter ihnen im Wasser. Die Wucht seines ganzen, schräg über die Maschinen gestrafften Körpers warf er gegen den Pfropfen und zählte laut: Eins zwei- drei!' Nach dem letzten Druck aller Hände haftete das Holz im Stahl. Aufatmend trat Drewitz zucuc, wischte das Gesicht mit den Lederärmeln und sah aus blinden Augen, daß die Leute kleine Seitenlöcher mit Werg abdichteten. Ihre nassen Köpfe glühten, und aus ihren Mienen drohte Wu: dem besiegten feindlichen Element. Wieder hatte er ein Bild Deutschlands im Kampfe um sein Dasein geschaut. Wie eben die Kraft des Weltmeeres das Leben im kleinen grauen Schiffchen, so drohte die Wucht aller Völker das Reich zu ersticken. Dann und wann schlug eines Ansturms Gewalt ein Loch in die graue Wand von Stahl oder deutschen Männern. Durch" aber kam der Gegner weder hier noch an den Fronten. Todesmutige sprangen in die Bresche und standen und siegten, ob die Augen brannten, die Arme sanken und ihr Herzblut floß.

Fortsetzung folgt.

Die

Das wichtigste Tre 1900- Gießen wurde vor nach 7 Minuten Spield beim Stande von 0: 0 a erfocht einen schönen 2: Blaze, was niemand er Spiel für die Abstiegs der VfR.- Butzbach von ten wurde. Das Labe wesentlich geändert.

Tabellensta

Spvgg. 1900 Gieß u BB- K. Marburg

S. V Weylar F.V. Ockershausen V. F. B. Kirchhain Hessen- Frankenberg Sportv. Herborn B. F. R. Butzbach Frohnhausen( Dill)

Weglar SpV. 3. Meglar SpV. 2.

Weglar Spv. 1 Meglar SpV. L

Die ganze Woche

Spiele: Weylar G gewinnen, die 3. Wet Ausgang des Liga- Tr abzugeben. Die 3. M

Anjang. Wetzlars El Gegners) fünf Sonnta Bangen dachte man, d

Auf dem Wege zum S Ben gekommen sei. Da bei Wetzlar fehlt der

eingreift, nachdem, die die Vervollständigung Lohmann- W. gleicht a

und Gießen fann in f herausholen und

wa

und besinnt sich auf i schönsten Vorlagen a mann, den Sturm i auch den Ausgleich cinem vierten Tor in Bezlar fast dauernd einheitlicher und durc

in allem ein schönes, f für Wehlar entschieden

ferreihe, welche besond brauchbare Vorlagen Im Sturm waren die chuifreudige Lohmann der als Erjazz spielte, Lintsaußen sehr gut ei

den Plan. In der W nir, Fint, Hertstein Sprangen hier einige

aber bei dem Spiel Spiel viel schreiben. Gießener Elf, nur mit

die schon in der 3. Ma

ficht auf Sieg, obwoh

Bab, günstiger abzusch in der 3. Elf das Heil

bient. Er warf sich in Für die Absage der 1.

weise entgegentomment